Die Maschine wird uns nicht die Jobs sondern den Spaß nehmen

BGE bedingungsloses Grundeinkommen Automatisierung

Hast du mitbekommen, dass es in Schleswig-Holstein vielleicht schon bald einen Geldversuch zum bedingungslosen Grundeinkommen geben könnte?

Berichte darüber gingen durch die Medien und das hat mal wieder zu hitzigen Debatten überall in den sozialen Netzwerken geführt.

Die üblichen extremen Ansichten prallten aufeinander.

Die Gegner sagen so etwas wie:

Nein, dann kriegt mein Nachbar – der Arsch – ja Geld fürs Nichtstun. Lieber gehe ich sterben/arbeiten!

Die Befürworter sagen:

Das BGE muss kommen, weil uns die Maschine ohnehin die Jobs wegnehmen wird!

Im Herzen bin ich eher Pro-BGE (hier erkläre ich den Grund), denn Neid war noch nie ein guter Führer, aber die Befürworter machen sich das Leben trotzdem ein wenig zu leicht.

Das BGE wird nämlich erst der zweite Schritt sein

Eines von Murphys Gesetzen besagt, dass es immer noch einmal schlimmer werden wird, bevor es besser werden kann. Und genau das wird auch hier passieren, denn …

… Die Maschine ersetzt keine JOBS, sondern AUFGABEN!

Das ist ein wichtiger Unterschied. Die meisten Jobs bestehen aus mehreren Aufgaben.

Die Maschine frisst unsere Jobs nicht mit einem einzigen großen Bissen, wie ein weißer Hai einen Badegast, …

… sondern sie knappert bei lebendigem Leib an den Jobs herum, wie ein Schwarm hungriger Piranhas.

Die Maschine wird zuerst den Teil unserer Jobs ersetzen, der uns leicht fällt, und in den meisten Fällen wird das leider genau der Teil des Jobs sein, der uns Spaß macht; den wir nicht zum Kotzen finde.

Was für uns Menschen übrig bleiben wird, sind die unvorhergesehenen kniffligen Probleme

Problem mit und ohne Lösung.

Probleme, die keinen Spaß machen.

Probleme, die in einer immer komplexer werdenden Welt zwangsläufig ebenfalls komplexer werden, …

… und genau das könnte bedeuten, dass diese Probleme unseren Arbeitstag komplett ausfüllen werden.

Wenn das passiert, dann hat die Maschine bereits die Weltherrschaft übernommen – ohne großes Spektakel wie im Kino.

Aus Sicht der Evolution war der Mensch dann bloß ein Vehikel, um eine völlig neue Spezies hervorzubringen, die sich über kurz oder lang in der gesamten Galaxie ausbreiten wird: Maschinen.

Wir Menschen waren wohl notwendig, um die Unsterblichkeit zu erfinden, eine Grundvoraussetzungen für die Eroberung des gesamten Universums.

Die einzige Hürde, die noch zwischen uns und dem BGE steht, ist die Unendlichkeit.

Anstatt uns zurückzulehnen und auf das BGE zu warten, wäre es sinnvoller, wenn wir damit anfingen, an unserer Problemlösekompetenz und an unserer Frustrationstoleranz zu arbeiten. Nicht wir als Menschheit unter der Aufsicht der Politik, sondern jeder Mensch ganz alleine für sich in Eigenregie.

Es wäre sinnvoll, wenn wir uns stark machen würden, bevor wir gezwungen sein werden, stark zu sein. Worauf es ankommt ist nicht körperliche Stärke, sondern eine bessere Art zu denken.

Was viele Menschen leider nicht begreifen: Wir haben es hier mit Naturgesetzen zu tun und gegen sowas ist auch die Politik machtlos. Eher wird die Politik selbst der Natur zum Opfer fallen, als dass die Natur auf Befehl der Politik auch nur ein Zehntel Grad von ihrem Kurs abweichen wird.

Und was vielleicht noch wichtiger ist: Es gibt auch kein Zurück in die Savanne, weil wir mittlerweile viel zu viele auf diesem Platen sind, um auf unsere kulturellen Errungenschaften verzichten zu können.

Es gibt nur eine Richtung: Vorwärts.

Die gute Nachricht: Wir können an unseren Aufgaben wachsen.

Tun!

P.S.: Wie stehst du zu diesem Thema? Ich freue mich über jeden Kommentar!

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2 Antworten auf Die Maschine wird uns nicht die Jobs sondern den Spaß nehmen

  1. Sabine sagt:

    – die Verbildlichung mit Hai und Piranhas gefallt mir :-).
    Die Unendlichkeit scheint mir überwindbar, zumindest dann, wenn es um das BGE geht.
    Ich nehme schon seit langer Zeit an dessen Verlosung teil, die zwar von privat, aber doch als ernstzunehmender Feldversuch, durchgeführt wird. Auch können wir (hoffentlich in allen Bundesländern) das BGE demnächst sogar bei der Bundestagswahl wählen, weil die Initiatoren diverser „Feldversuche“ sich entschlossen haben, eine BGE-Partei zu gründen.
    Auch, wenn diese Partei nur mäßigen bis gar keinen Erfolg haben wird, so erhöht alleinig ihre Existenz den Druck auf die etablierten „erste Reihe“ Parteien. Bei denen gibt es durchaus jeweils Untergruppen an BGE-Befürwortern, die schon ein fertiges Konzept in der Schublade haben.
    Wenn ich mich zurück erinnere: Die Grünen haben es geschafft, dass die anderen Parteien den Umweltschutz mit in ihre Agenda aufgenommen haben, die Piraten haben es geschafft, dass Datenschutz und Netzthemen von den anderen Parteien besetzt wurden: Ist also sehr endlich, die Hürde der Unendlichkeit, d.h. bis auch hier parteiübergreifend etwas passiert. Ich habe da Hoffnung, dass zu meinen Lebzeiten sich noch einiges in Richtung BGE tun wird. Du etwa nicht? 😉
    Ich muss dann nicht mehr lernen, meinen Frust zu ertragen. Vielmehr kann ich Dinge probieren, die mir liegen. Wenn es klappt, kann ich am Ende mehr verdienen als das mit zustehende BGE. und so dem BGE-Verteiler=Staat sogar etwas zurückgeben. Das macht mich glücklich, weil ich erfüllt bin und etwas Sinnvolles tue. Dahin zu wechseln geht heute aber nicht, weil ich permanent (und frustriert) meinem Lohn- und Brotjob nachgehen muss. Einen Freiraum, etwas Neues und total anderes auszuprobieren, schafft nur das BGE. Weil es „bedingungslos“ ist. Zusammengefasst und falls das bisher nicht deutlich genug wurde: Ich bin dafür!
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Jan sagt:

      Hey Sabine,

      Danke für deinen Kommentar. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich auch für das BGE entscheiden und ich hoffe auch, dass es bald kommen wird. Ich bin der Meinung, dass es die Welt in vieler Hinsicht besser machen würde und dass die Menschen außerdem produktiver würden, weil sie nicht mehr in den falschen Jobs und unter Druck arbeiten müssen. Man bekäme das Geld nicht FÜR die Arbeit, sondern DAMIT man arbeiten kann.

      Viele Grüße,
      Jan

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