Gehirngesundheit bis ins hohe Alter – 10 Verhaltensregeln aus 17.000 Studien

Gehirngesundheit - geistig fit - geistige Fitness bis ins hohe Alter

Wer sich an die praktischen Ratschläge des Zelltod- und Alterungsforschers Prof. Dr. Frank Madeo hält (hier geht es zu den Ratschlägen), hat die Chance auf ein besonders langes Leben.

Ein langes Leben macht aber nur dann Spaß, wenn man bis ins hohe Alter geistig gesund und fit ist.

In diesem Artikel soll es nun um praktische Ratschläge für eine lebenslange geistige Fitness und Gesundheit gehen. Dabei geht es nicht nur darum, wie man sich im Alter verhalten sollte, um geistig fit zu bleiben, sondern auch darum, wie man sein Leben in jungen Jahren gestalten sollte.

Denn: Auch die Dinge, die man tut, solange man noch jung ist, wirkt sich auf die geistige Fitness im Alter aus. Gewohnheiten, die man in jungen Jahren bildet, behält man oft ein Leben lang.

Die 10 praktischen Ratschläge für geistige Fitness bis ins hohe Alter stammen aus 17.000 Studien

Elizabeth Amini hat Kognitionswissenschaften studiert. In jahrelanger Recherche hat sie etwa 17.000 medizinische Studien analysiert. Aus ihren Erkenntnissen hat sie 10 praktische Tipps extrahiert, mit denen sich die Wahrscheinlichkeit für geistige Fitness bis ins hohe Alter maximieren lässt. Mit diesen Tipps bleibt das Gehirn jung.

Unter dem Video habe ich die zehn Tipps auf Deutsch zusammengefasst.

Wie Elizabeth Amini auf das Thema Gehirngesundheit kam

Elizabeth begann sich für das Thema Gehirngesundheit zu interessieren, als die Mutter einer ihrer Freundinnen vor einigen Jahren Alzheimer bekam. Ihre Freundin fürchtete damals, ebenfalls Alzheimer zu bekommen, weil sie dachte, dass diese Krankheit zu 100 % genetisch vererbt würde.

Das stimmt aber nicht. Nur in etwa 5 bis 8 % der Fälle von Alzheimer ist ein einzelnes Gen die Ursache der Erkrankung.

Bei eineiigen Zwillingen kriegt der andere Zwilling in 21 % der Fälle kein Alzheimer, wenn sein Geschwister an Alzheimer erkrankt. Oder es passiert erst sehr viel später.

Ob man an Alzheimer erkrankt oder nicht, hängt also zu großen Teilen vom Verhalten ab.

10 praktische Tipps für ein junges Gehirn bis ins hohe Alter

1. Mehrmals pro Woche den Kreislauf anzuregen, hält das Gehirn jung

Bei körperlicher Anstrengung wird das Blut schneller und unter höherem Druck durch den Körper gepumpt. Davon profitiert auch das Gehirn, denn es wird für einige Zeit mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Auch Plaques und Ablagerungen können durch den schnelleren Blutfluss besser weggewaschen werden.

Schon 5-mal die Woche jeweils 30 Minuten schnell zu gehen, reduziert das Risiko für Alzheimer um 33 %. Wer sich noch etwas mehr anstrengt und 3-mal wöchentlich richtig trainiert, kann das Risiko, an Alzheimer zu erkranken sogar um 50 % drücken.

2. Spiele zu spielen, fordert und fördert die geistige Fitness

Es geht nicht so sehr um die Spiele an sich, sondern darum, hin und wieder aus den alltäglichen Gewohnheiten auszubrechen, um die bewussten Teile des Gehirns zu benutzen. Wichtig ist, dass man aktiv etwas tut. In Frage kommen „analoge“ Spiele wie Schach und Bridge, aber auch Videospiele sind gut, sofern sie interaktiv sind.

Ein Instrument zu spielen, tanzen oder eine Fremdsprache zu lernen, ist ebenfalls gut.

Man muss in dieser Tätigkeit übrigens nicht gut sein. Wichtig ist nur, dass man es tut.

Gehirngesundheit - geistig fit - geistige Fitness bis ins hohe Alter - Spiele fördern und fordern das Gehirn

3. Vermeide Gifte für eine möglichst lange Gehirngesundheit

Zu den schädlichsten verbreiteten Giften zählt das Rauchen. Auch Aliminium ist möglicherweise schädlich. Viele Kosmetika und Hygieneartikel enthalten Giftstoffe.

Es gibt eine Datenbank, der man nachschauen kann, wie giftig bestimmte Kosmetika und Hygieneartikel auf einer Skala von 1 bis 10 sind: http://www.ewg.org/skindeep/

Gehirngesundheit - geistig fit - geistige Fitness bis ins hohe Alter - Gifte vermeiden

4. Ein Sozialleben fordert und fördert das Gehirn

Die Interaktion mit anderen Menschen fordert und fördert das Gehirn enorm. Nützlich sind aber nur Interaktionen, die Freude bereiten. Die zwischenmenschlichen Interaktionen, die man im Beruf hat, zählen also möglicherweise nicht.

Menschen die mehrmals pro Woche soziale Kontakte hatten und diese genossen, bauten nur halb so oft geistig ab, wie Menschen, die sozial isoliert waren.

5. Persönliche Ziele zu habe und sich (sozial) zu engagieren, schützt vor Demenz

Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, war für Personen, die persönliche Ziele hatten und/oder (sozial) engagiert waren, um den Faktor 2.4 geringer, als für Personen, die keine Ziele hatten.

6. Entspannung schützt das Gehirn vor dem Verfall

Viele Menschen leiden dauerhaft unter negativem Stress, beispielsweise wegen ihres Berufes oder wegen ständigem Lärm. Stresshormone behindern nicht nur das klare denken. Unter dem Einfluss von Stresshormonen schrumpft das komplette Gehirn.

Am stressigsten sind Berufe, in denen man ständig gehetzt ist, nichts oder nur wenig selbst bestimmen kann und man widersprüchliche Vorgaben und Anweisungen erhält (z.B. durch mehrere Vorgesetzte, die sich nicht einig sind). Ein solcher Beruf stellt ein großes Risiko für das Gehirn und die Gesundheit im Allgemeinen dar und man sollte sich schnell nach einem besseren Job umsehen.

Stress kann mit Entspannung bekämpft werden. Als besonders effektiv gilt die Meditation.

Vermutlich ist regelmäßige Meditation die eine Sache, mit den stärksten positiven Auswirkungen für das Gehirn überhaupt. Schaue dir dazu am besten meinen Artikel über die lebensverlängernde Wirkung von Meditation an.

7. Einen guten Arzt haben

Es ist wichtig, einen guten Arzt zu haben, dem Prävention wichtig ist. Der Arzt sollte sich mit Ernährung und den positiven Effekten von körperlichem Training, Stretching und den Wechselwirkungen zwischen den Lebensbereichen auskennen.

Allgemeine Ernährungsratschläge, wie man sie Zeitschriften und im Internet findet, sind nämlich möglicherweise nicht für jede Person in gleicher Weise gut. Bei Personen, die unter bestimmten Krankheiten leiden, können sich die positiven Effekte umdrehen.

Man sollte Vitamine und Co. generell aus der Ernährung (Obst und Gemüse) erhalten und nicht aus Nahrungsergänzungsmitteln. Es kann aber sein, dass es aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Ein Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin B12 einzunehmen bedeutet allerdings nicht zwangsweise, dass das Vitamin vom Körper aufgenommen wird. Ein guter Arzt sollte so etwas kontrollieren.

8. Den Kopf vor Verletzungen zu schützen, ist Prävention gegen Alzheimer

Den Studien zufolge erkranken Personen, die sich Kopfverletzungen zugezogen hatten, 2- bis 4-mal häufiger als Alzheimer.

Man sollte …

  • Beim Radfahren einen Helm tragen
  • Sich im Auto anschnallen
  • Niemals während dem Autofahren auf das Handy gucken oder sogar Textnachrichten schreiben. Leute, die während dem Autofahren Textnachrichten schreiben, haben 23-mal mehr Autounfälle, als Personen, die das nicht tun. Das entspricht in etwa dem Autofahren, nachdem man etwa 4 alkoholische Getränke getrunken hat.

9. Eine mediterrane Ernährungsweise ist gut für die Gehirngesundheit

Die mediterrane Ernährung ist die einzige Ernährungsweise, die nachweislich gut für das Gehirn ist. Menschen, die sich auf diese Weise ernähren, nehmen täglich etwa 7 bis 10 Portionen Obst und Gemüse zu sich. Das Gemüse wird idealerweise roh gegessen oder gedünstet.

Fisch, ungesalzene Nüsse und Hülsenfrüchte sind ebenfalls in der mediterranen Ernährungsweise enthalten.

Gehirngesundheit - geistig fit - geistige Fitness - mediterrante Ernaehrung

10. Eine positive Lebenseinstellung schützt vor Alzheimer

Eine positive Lebenseinstellung ist sehr viel wichtiger, als die meisten Menschen glauben.

Eine Studie an Nonnen hatte ergeben, dass diejenigen Nonnen, die die meisten positiv-emotionalen Wörter und Ausdrücke verwendeten, langsamer alterten, gesünder waren und länger.

Die Nonnen wurden nach ihrem Tod autopsiert. In den Gehirnen der Nonnen mit den positivsten Lebenseinstellungen wurden weniger Plaques und Vorstufen von Alzheimer gefunden, als in den Gehirnen der anderen Nonnen.

Praktischer Tipp: Man sollte mit den negativen Selbstgesprächen aufhören, beispielsweise indem man absichtlich positiv dagegen redet. Da Negativität ansteckend ist, sollte man negative Menschen meiden und sie in seinem Leben durch positivere Menschen ersetzen.

In den „negativen“ Dingen eine Chance zu sehen, ist ebenfalls gut.

Fazit

Die geistige Fitness im Alter hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Es gibt nicht die eine Wunderpille, die das Gehirn ein Leben lang jung hält und vor dem Verfall schützt. Genau wie Muskelwachstum das Ergebnis schweißtreibender Arbeit ist, muss auch für ein gesundes Gehirn aktiv etwas getan werden.

Viele Menschen haben Ausreden. Sie glauben, nicht die Zeit zu haben, gesundheitsfördernde Maßnahmen in ihr Leben zu integrieren. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun. Kein Geld, keine Motivation. Schuld daran ist ein Mangel an Fokus und Konzentration.

Wenn du fokussierer und zu konzentrierter werden möchtest, dann könnte mein gratis eBook-Bundle ein guter Einstieg für dich sein.

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6 Antworten auf Gehirngesundheit bis ins hohe Alter – 10 Verhaltensregeln aus 17.000 Studien

  1. Jahn sagt:

    Hi Jan,
    danke für diese schlanke Zusammenfassung sinnvoller Verhaltensweisen für ein lange gut funktionierendes Gehirn. Ich konnte zu meiner Freude feststellen, dass ich vieles davon schon beachte.
    Das mit dem Arzt ist allerdings nicht so einfach…da habe ich inzwischen echt schon einige schlechte Erfahrungen gemacht mit Ärzten die Sachen behandeln wollen, die lieber unbehandelt geblieben wären… die Frage ob mich das jetzt langfristig geistig fitter hält…
    Was das mediterrane Essen angeht hat man ja inzwischen herausgefudnen, dass es vor allem auch die mediterrane Lebensweise ist, die für ein längeres und gesünderes Leben sorgt…ist halt immer eine Frage der Prioritäten. Vielleicht kaufe ich mir irgendwann auch ein kleines Häuschen an der Adria. 😉
    Viele Grüße
    Jahn

  2. Hallo Jan,

    ja, der Artikel hat es noch mal plausibel gemacht, dass vor allem körperliche Bewegung mit geistiger Fitness zusammenhängt. Neben Spielen hält übrigens auch das Schreiben den Geist bis ins hohe Alter fit, da sich das Gehirn zum Sammeln der Gedanken anstrengen muss. 🙂

    Viele Grüße
    Gabriele
    schreibenundleben.com

    • Jan sagt:

      Hallo Gabriele,

      danke für deinen Kommentar. Du hast vollkommen recht. Ich glaube, dass das Schreiben sogar noch wirksamer ist, als irgendwelche Spielchen. Kann natürlich sein, dass ich dieser Meinung nur deswegen bin, weil ich schreibe, aber nicht spiele 😉

      Viele Grüße,
      Jan

  3. Tim sagt:

    Hey Jan,
    Super Artikel! Es ist doch einfach so das wir für unser komplettes Handeln die Verantwortung übernehmen müssen. Wenn wir uns dessen bewusst sind, dann leben wir gesünder und bewusster! Es liegt an uns selber was wir aus unserem Leben machen. Das gilt auch für das hohe Alter.

    Lg Tim

    • Jan sagt:

      Hey Tim,

      danke für deinen Kommentar. Das mit der Verantwortung sehe ich auch so. Ich glaube das Problem der meisten Menschen (einschließlich mir selbst) ist, dass es nicht einfach ist, an Informationen zu kommen, denen man vertrauen kann. Bei vielen Dingen scheint es ja ein ständiges Hin und Her zu geben. Mal sind Eier gut, dann sind die wieder schlecht, dann wieder gut … usw. Wenn sowas zu oft vorkommt, steigen die Leute halt aus und basteln sich ihre eigene Wahrheit zusammen.

      Viele Grüße,
      Jan

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