Mit diesen einfachen Methoden machst du dich selbst und andere glücklich(er)

Wie man ein glückliches Leben führt

Wir alle wollen glücklich sein

Im Grunde wollen wir doch alle das gleiche: Glücklich sein! In diesem Artikel erfährst du, was die Glücksforschung über das Glücklichsein herausgefunden hat und wie du diese Erkenntnisse in dein Leben integrieren kannst.

Wie du wahrscheinlich nicht glücklicher wirst

Als ich heute Vormittag (Freitag der 13te) gegen halb elf bei Google den Begriff „glücklich werden“ eingab, spuckte das System etwa eine halbe Million Treffer aus. Ganz oben erschienen Beiträge à la

„Die 20 besten Tipps für mehr Zufriedenheit“

„10 Psycho-Tipps zum glücklich werden“ und

„10 goldene Regeln um ein glückliches Leben zu führen“

Scheinbar gefällt den Google-Nutzern diese Art von Information. Die Menschen wollen das einfache und schnelle Glück. Ironischerweise könnte genau das der Grund dafür sein, dass sie nicht glücklich sind.

Damit du mich nicht falsch verstehst: Was diese Webseiten zum Thema Glück und Zufriedenheit von sich geben, ist nicht komplett falsch. Meditation, lächeln, positives Denken, Bewegung, Aktivität, Freundschaften, Sinn, Lachen, Abwechslung, Dankbarkeit … all das steht durchaus mit Glück in Zusammenhang.

Der Zusammenhang ist in etwa der gleiche wie zwischen Eiern, Mehl, Zucker, Butter, Kakao und einem Schokoladenkuchen. All diese Zutaten sind in einem Schokoladenkuchen enthalten. Die Zutaten sind aber nicht der Kuchen.

Ganz ehrlich: Man müsste schon fast hinter dem Mond leben um nicht bereits zu wissen, dass lächeln, positives Denken und all das Andere irgendwie mit dem Glücklichsein in Zusammenhang steht. Diese Fakten zu kennen, bewirkt aber noch gar nichts.

Wie du schon eher glücklich wirst

Meiner Meinung nach wird ein unglücklicher Mensch nicht dadurch glücklich, dass er irgendwelche banalen Ratschläge im Internet liest.

„Versuchen Sie mal, das Positive in den Dingen zu sehen“

„Danke! Das habe ich probiert. Klappt leider nicht“

Jeder, der mal versucht hat, eine Badewanne zu füllen, ohne vorher den Ausfluss mit einem Stöpsel dicht zu machen, wird sofort verstehen, was ich meine.

Beim Glücklichwerden kommt es nicht nur darauf an, „oben“ Glück hineinzuschütten. Man muss gleichzeitig verhindern, dass das Glück „unten“ wieder rausfließt! Man ist ja nicht grundlos unglücklich. In den meisten Fällen gibt es ein Leck, welches gestopft werden muss, bevor positive Maßnahmen wirken können.

Was ist dieses „Glück“ überhaupt?

Jeder Mensch hat wahrscheinlich irgendeine Vorstellung davon, was Glück ist und außerdem noch eine Theorie darüber, wie es zustande kommt. Vermutlich gibt es fast so viele Definitionen und Theorien über Glück wie es Menschen gibt. Jeder versteht etwas anderes darunter. Nicht grundlegend anders, aber eben anders.

Wenn ich dir weiter unten erzähle, wie die Glücksforschung Glück definiert und dass es eine Formel gibt, mit der man es „berechnen“ kann, wirst du wahrscheinlich überrascht sein.

Die Menschen sprechen mit großer Selbstverständlichkeit über das Glück. Als ob es keine Unklarheiten gäbe. Glück ist vieldimensional. Man kann Glück aus ganz verschiedenen Perspektiven beleuchten und jede Perspektive stellt nur einen Teil des Konstruktes „Glück“ ins Licht, während sich gleichzeitig viele andere Teile im Schatten befinden.

Glück lässt sich aus Sicht von Hormonen, aus sich des Gehirns, aus Sicht der Evolution oder aus philosophischer und gesellschaftlicher Sicht betrachten. Auch Mischformen sind möglich. Persönliche Erfahrungen und Glaubenssätze kommen auch noch hinzu. Jeder Mensch betrachtet Glück durch eine andere Brille.

Glücksforschung

Im restlichen Teil dieses Artikels möchte ich das Glück durch die Brille der Glückforschung beziehungsweise positiven Psychologie betrachten. Die Erkenntnisse stammen aus diesen vier Büchern:

Keine Angst! Die Bücher sind zwar von Professoren geschrieben, aber es wird nicht allzu theoretisch.

Glücksforschung - Was macht den Menschen glücklich

Die wissenschaftliche Definition von Glück

Martin Seligman gilt als Begründer der positiven Psychologie. Die positive Psychologie beschäftigt sich nicht mit psyischen Kankheiten, sondern mit der Frage, was man tun kann, damit es einem gesunden Menschen noch besser geht.

Direkt am Anfang seines Buches „Wie wir aufblühen“ weist er darauf hin, dass es gar nicht so einfach ist Glück zu messen. Das Problem ist nämlich, dass subjektives Glücksempfinden übermäßig stark von der aktuellen Stimmungslage abhängt. Die Stimmung kann sich aber im Minutentakt ändern. Seligman verwendet übrigens nicht mehr den Begriff „Glück“, sondern „Wohlbefinden“.

Wer guter Stimmung ist, bewertet sein Glück mit deutlich positiver Verzerrung und jemand, der in schlechter Stimmung ist, sieht sein Glück viel zu pessimistisch. Wenn man die gleichen Leute einmal bei Sonnenschein und einmal bei Regen befragt, bekommt man komplett unterschiedliche Ergebnisse. Aus diesem Grund misst Seligman das Wohlbefinden nicht direkt sondern er „berechnet“ es aus insgesamt fünf Werten, die er separat misst. Die Stimmung ist einer dieser fünf Werte. Stimmung trägt also zum Wohlbefinden bei, aber Wohlbefinden ist mehr als nur die aktuelle Stimmung. Die anderen vier Werte sind

  1. Engagement: Im Prinzip geht es um Flow, also um das Eintauchen in eine Tätigkeit
  2. Sinn: Das Gefühl, ein Teil von etwas Größerem zu sein
  3. Zielerreichung: Erfolg. Gewinnen um des Gewinnens willen
  4. Positive Beziehungen zu anderen Menschen

Technisch betrachtet ist Glück „nur“ das Vorhandensein von Glückshormonen

Im Endeffekt ist das, was wir als Glück empfinden „nur“ das Vorhandensein von bestimmten Hormonen und Neurotransmittern. Die wichtigsten sind Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Endorphine.

  • Im Gehirn sorgt Serotonin für Gelassenheit, innere Ruhe und Zufriedenheit. Es reduziert Angst, Aggressivität und Kummer.
  • Dopamin erzeugt vereinfacht gesprochen Vorfreude auf etwas und führt somit zu Motivation und einer Antriebssteigerung.
  • Endorphine werden zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung wie langem Joggen ausgeschüttet (Runner’s High). Sie wirken schmerzlindernd und sind verantwortlich für die Entstehung von Euphorie.
  • Oxytocin wird umgangssprachlich auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet. Oxytocin ist für Liebe, Vertrauen, Ruhe und Verbundenheit mitverantwortlich.

Diese Hormone und Neurotransmitter bestimmen nicht nur unser Glücksempfinden, sondern auch unser Denken und Handeln. Unser Denken und Handeln wiederum kann zur Ausschüttung dieser Glückshormone führen. Es ist also möglich, das eigene Glücksempfinden durch sein Denken und Handeln zu beeinflussen.

In der Realität ist die Sache mit den Hormonen und Neurotransmittern weitaus komplizierter als man sie sich oft vorstellt. Es ist keinesfalls so, dass beispielsweise Serotonin „die Aufgabe hat, einen Menschen glücklich zu machen“. Tatsächlich kommt Serotonin im Menschen in unterschiedlichen Geweben vor und hat dort auch ganz unterschiedliche regulatorische Aufgabe. Vereinfacht ausgedrückt: Es ist kompliziert!

Serotonin kommt sogar in (glücklicher) Nahrung vor. Sehr hohe Dosen findet man in Walnüssen, aber es kommt auch in Bananen, Tomaten und Kakao vor. Es gibt sicherlich gute Gründe, Walnüsse und Tomaten zu essen, aber glücklich zu werden ist keiner davon. Damit Serotonin glücklich machen kann, muss es im Gehirn gebildet werden. Es über die Nahrung aufzunehmen bringt gar nichts.

Die Glücksformel

In seinem Buch „Die Glückshypothese“ stellt Jonathan Haidt eine Glücksformel vor. Diese lautet folgendermaßen:

Glücklichsein = S + L + A

S: Individueller Basiswert
L: Lebensbedingungen
A: Freiwillige Aktivitäten

Wenn man bedenkt, dass der Glückslevel von Hormonen abhängt, die wiederum von bestimmten Aktivitäten und Gedanken abhängen, dann macht eine solche Formel sehr viel Sinn. Was die einzelnen Werte bedeuten, schauen wir uns als nächstes an.

Individueller Basiswert

Dieser Wert stellt die Ausgangsbasis dar. Näherungsweise könnte man diesen Wert vielleicht als die Konzentration von Serotonin im Gehirn der entsprechenden Person verstehen. Der Basiswert ist bei jedem Menschen anders. Manche Menschen sind zum Glücklichsein geboren, während andere weniger Glück haben.

Anders als das Wort „Basiswert“ suggeriert, ist dieser Basiswert jedoch nicht in Stein gemeisselt. Durch Meditation und kognitive Therapie lässt sich der Basiswert positiv beeinflussen. Im Grunde genommen geht es darum, damit aufzuhören, alle möglichen Dinge negativ zu bewerten und übertrieben negative Gedanken durch „passendere“ Gedanken zu ersetzen.

Wenn du mit übertriebener Negativität zu kämpfen hast, solltest du dir diese Methoden vielleicht mal angucken 😉

Lebensbedingungen

Unter die Kategorie der Lebensbedingungen fallen so banale Dinge wie

  • Die tägliche Lärmbelastung (Lärm führt sogar im Schlaf zur Ausschüttung von Stresshormonen – das ist schlecht für die Gesundheit und macht anscheinend auch unglücklich)
  • Der Weg zur Arbeit (wer hasst es nicht im Stau zu stehen?)
  • Selbstwirksamkeit (das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben)
  • Schamgefühl (mit dem eigenen Äußeren nicht zufrieden zu sein, macht unglücklich)
  • Die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen. Gemobbt oder ausgegrenzt zu werden ist sehr schlimm. Einsamkeit ist noch schlimmer als eine Depression (allein zu sein ist aber nicht das gleiche wie Einsamkeit)
  • Die aktive Ausübung einer Religion (davon profitiert man allerdings nur, wenn man intrinsisch zur Religionsausübung motiviert ist – man muss schon wirklich glauben)
  • In seinem Buch „Im Teufelskreis der Lust“ hat der Ulmer Mediziner Ingo Schymanski die Befürchtung geäußert, dass die Belohnungszentren vieler Menschen aufgrund von Überstimulation chronisch erschöpft sein könnten. Die Folge davon sei chronische Lustlosigkeit. Hier findest du einen Artikel, den ich über das Buch verfasst habet.

Die meisten dieser Lebensbedingungen lassen sich – zumindest mittelfristig – ändern. Natürlich ist es mit großem Stress und Aufwand verbunden, umzuziehen oder sich einen neuen Job zu suchen. Trotzdem kann es sehr viel Sinn machen. Man denke an das Bild der Badewanne ohne Stöpsel.

Freiwillige Aktivitäten

Diese Kategorie umfasst glücksfördernde und glücksverhindernde Reize, die du sofort in dein Leben integrieren oder aus deinem Leben streichen kannst. Zum Beispiel wären da

  • Menschen die du trifft und wie du mit ihnen umgehst (mehr dazu später)
  • Medien die du konsumierst oder nicht konsumierst (eine Studie hat zum Beispiel kürzlich gezeigt, dass Facebook unglücklich macht)
  • Sport
  • Sonne tanken
  • Musik
  • Farben
  • Düfte
  • Die „gute Laune Übung“ – jeden Abend vor dem Schlafengehen 3 Dinge aufschreiben, die an dem Tag gut gelaufen sind
  • Die eigenen besonderen Fähigkeiten/Stärken einsetzen. Jeder Mensch hat irgendetwas, was er besonders gut kann. Diese Tätigkeit auszuüben macht glücklich.
  • Vermeiden von Glücksfallen. Die, wahrscheinlich, größte Glücksfalle ist das Streben nach Luxusgütern in dem Glauben, diese würden einen glücklicher machen.
  • Sich bei weniger wichtigen Entscheidungen mit „gut“ zufrieden geben anstatt die absolut beste Entscheidung treffen zu wollen (Buchempfehlung zu diesem Thema: Barry Schwartz – Anleitung zur Unzufriedenheit)

Martin Seligman hat in seinem Buch zwar keine Glücksformel genannt, aber prinzipiell sagt er genau das gleiche wie Jonathan Haidt. Seligman nennt außerdem einige Glücks-Hacks (Maßnahmen, die sofort helfen). Diesen Hacks wenden wir uns als nächstes zu.

draussen aktiv sein macht gluecklich

Glücks-Hacks

Der Dankbarkeitsbesuch

Martin Seligman sagt, dass unser Glücklichsein maßgeblich vom Umgang mit anderen Menschen abhängt. Entsprechend ist eine freundliche Handlung der beste Glücks-Hack, den es gibt. Eine Extremform der freundlichen Handlung ist der sogenannte Dankbarkeitsbesuch. Nach dieser Tat ist man angeblich einen Monat lang glücklicher und weniger schlecht gelaunt.

Der Dankbarkeitsbesuch funktioniert so: Schreibe einer Person, die du besonders schätzt seinen persönlichen Brief in welchem du schilderst, warum du dafür dankbar bist, diese Person zu kennen. Dann stattest du der Person einen Überraschungsbesuch ab und liest ihr den Brief vor.

Aktiv/konstruktive Gesprächsführung

Auch die Art und Weise, wie wir Gespräche mit anderen Menschen führen hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Gespräche machen glücklich, wenn wir uns auf aktiv-konstruktive Weise unterhalten.

Was aktiv-konstruktiv bedeutet lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen. Angenommen ist treffe eine Freundin auf der Straße. Sie erzählt mir, dass sie sich neue Schuhe gekauft hat und deutet auf einen Schuhkarton. Es gibt vier prinzipiell unterschiedliche Möglichkeiten, das Gespräch weiterzuführen:

  1. Passiv/destruktiv: „Ich habe auch Schuhe!“
  2. Aktiv/destruktiv: „Du immer mit deinen Schuhen! Du ziehst die sowieso nie an!“
  3. Passiv/konstruktiv: „Cool!“
  4. Aktiv/konstruktiv: „Hey cool! Zeig mal her! Die passen gut zu dir! Wo hast du die gekauft? Wann willst du die Schuhe anziehen?“

Jede dieser Reaktionen löst in der Freundin ein anderes Gefühl aus. Im letzten Fall ist es ein besonders positives Gefühl. Und da positive Gefühle ansteckend sind, werde ich selbst auch glücklich indem ich sie glücklich gemacht habe.

Man muss also nicht darauf hoffen, von anderen Menschen glücklich gemacht zu werden. Man kann sich selbst durch andere Menschen glücklich machen.

Zwischenmenschliche Beziehungen machen glücklich - Oxytocin

Ehrenamtliche Tätigkeit

Insbesondere bei älteren Menschen kann auch eine ehrenamtliche Tätigkeit stark zu einem besseren Wohlbefinden beitragen.

Erlebnisgüter machen glücklicher als materielle Güter

Lieber die 50€ dafür ausgeben, mit einer netten Person essen zu gehen, als sich davon ein T-Shirt zu kaufen.

Achtsamkeit

Sich das Hier und Jetzt bewusst zu machen, hebt die Stimmung!

Spenden

Auch Spenden verbessert die Stimmung

Die oben bereits angesprochene „gute Laune Übung“

Jeden Abend vor dem Schlafengehen 3 Dinge aufschreiben, die an dem Tag gut gelaufen sind. Mit dieser Übung trainiert man sich selbst, mehr nach dem Positiven im Leben Ausschau zu halten.

Was du tun kannst, wenn du von negativen Emotionen überschwemmt wirst?

Wenn uns ein bestimmter Auslöser unglücklich macht, dann ist es streng genommen nicht der Auslöser, der uns unglücklich macht, sondern unsere negative Bewertung. Wer viel negativ bewertet, bekommt also auch viele negative Emotionen ab. Es lohnt sich, an den Bewertungen zu arbeiten. Langfristig können Meditation und die kognitive Verhaltenstherapie helfen.

In Notfällen kann man aber auch das von Martin Seligman empfohlenen 3-Schritte-Modell „die Dinge relativieren“ anwenden. Wenn du merkst, dass unnötige negative Emotionen in Anmarsch sind, stell dir die folgenden drei Fragen (in dieser Reihenfolge):

  • Was wird im schlimmsten Fall passieren?
  • Was wird im besten Fall passieren?
  • Was wird im wahrscheinlichsten Fall passieren?

Nehmen wir folgendes Szenario als Beispiel: Ich bin auf einer Geschäftsreise und versuche meine Frau anzurufen. Sie geht aber nicht ans Telefon. Erster Gedanken: Sie geht fremd, wurde entführt oder ermordet. Diese Gedanken lösen natürlich negative Emotionen aus und diese wiederum noch mehr negative Gedanken usw. es entsteht ein Teufelskreis. Im Wahrscheinlichsten Fall ist meine Frau vielleicht spontan mit Freunden ausgegangen oder sie steht einfach nur unter der Dusche und hört das Telefon nicht. Kein Grund gleicht in Panik auszubrechen.

Macht Reichtum glücklich?

Reichtum kann glücklich machen, wenn der Reichtum genutzt wird um das Wohlbefinden zu steigern.

Tatsächlich steigt die Lebenszufriedenheit (nicht aber die Stimmung) mit zunehmendem Reichtum an. Ob es einen Sättigungspunkt gibt, ist ein aktueller Streitpunkt. Es gibt unterschiedliche Ansichten.

Fakt ist, dass Armut vereinfacht gesagt die Selbstkontrolle und Intelligenz herabsetzt. Arme Menschen können wegen ihrer Armut nicht klar denken. Dies wird durch Geldsorgen und den damit verbundenen Stress bedingt. Arme Menschen machen deswegen Fehler, die verhindern, dass sie aus der Armut herauskommen. Man spricht von einer Armutsfalle.

Armut ist übrigens eine subjektiv empfundene Knappheit. Man kann sich theoretisch auch bei einem Monatgsgehalt von 10.000 Euro arm fühlen und unter all den negativen Konsequenzen dieses Gefühls leiden.

Finanzielle Sicherheit ist demnach eine notwendige Voraussetzung für optimal klares Denken.

Macht Konsum glücklich?

In seinem Buch „Was das Haben mit dem Sein macht“ schreibt Jens Förster, dass Besitz das Kontrollbedürfnis befriedigt und, dass Konsum eine Art von Zielerreichung darstellt. Beides verschafft dem Konsumenten ein positives Gefühl.

Manche Menschen versuchen sich mit Konsum ein Glücksgefühl zu verschaffen. Kurzzeitig klappt das auch. Hinterher sind die Menschen aber oft von sich selbst enttäuscht und damit weniger glücklich als vor dem Konsum. Konsum macht also wahrscheinlich nicht glücklich.

Machen Ziele glücklich?

Jonathan Heidt beschreibt 4 Arten von Zielen.

  • Arbeit und Leistungsziele
  • Beziehungs- und Intimitätsziele
  • Religiöse und spirituelle Ziele
  • Das Ziel, etwas zur Gesellschaft beizutragen.

Nur Arbeit und Leistungsziele machen den Menschen weniger glücklich. Die drei anderen Arten von Zielen machen den Menschen glücklicher. Bei der Religiosität hängt es allerdings davon ab, ob diese ernst gemeint ist. Wer es nicht wirklich ernst mit der Religion meint, kann von Religionsausübung nicht profitieren.

Bei Zielen kommt es auch darauf an, wie weit man von seinem Ziel entfernt ist. Je weiter man vom Ziele entfernt ist, umso unglücklicher ist man deswegen.

Es macht außerdem einen Unterschied, ob man die Ziele als Ideal oder als Pflicht sieht. Wer ein Pflicht-Ziel erreicht hat, wird dadurch nicht glücklich, sondern nur erleichtert sein.

Warum gibt es Emotionen überhaupt?

Emotionen sind dazu da, die Aufmerksamkeit des Individuums zu lenken. Auch Glück hat diese Aufgabe.

Positive Gefühle lenken den Fokus auf Dinge, die gut laufen oder das Potential haben gut zu laufen.

  • Bewunderung: Macht auf Menschen aufmerksam, deren Fähigkeiten sich möglicherweise zu kopieren lohnt
  • Freude: Macht darauf aufmerksam, dass es eine Gelegenheit für Wachstum gibt
  • Stolz: Macht auf eigene Fähigkeiten und Talente aufmerksam
  • Dankbarkeit: Macht auf eine Gelegenheit aufmerksam, die Beziehung zu einem anderen Menschen zu vertiefen

Die Grenzen des Glücklichseins

Negatives gänzlich auszublenden oder zu ignorieren ist weder machbar noch wünschenswert. Auch Negatives hat seine Bedeutung!

Wir Menschen haben einen Negativity-Bias: Wir reagieren stärker auf Negatives als auf Positives. Das hat evolutionäre Gründe. Es ist wichtig, dass wir Bedrohungen, Verletzungen und Rückschläge erkennen und sofort darauf reagieren. Man stelle sich zur Veranschaulichung einen Steinzeitmenschen vor, der sich nicht entscheiden kann, ob er weiter von den süßen Beeren essen oder vor dem Bären davonlaufen soll, der ihm schon in den Nacken haucht. Von diesem Typen stammen wir einfach nicht ab. 😉

Klar ist es blöd, wenn uns der kleinste Fehler an unseren Freunden sofort auffällt, aber auf der anderen Seite wäre es auch blöd, wenn wir die tödlichen Gefahren nicht rechtzeitig erkennen würden. Chancen gibt es im Leben viele, aber sterben tut man nur einmal. 😉

Die unterbewussten Systeme, die Negatives erkennen, sind deutlich schneller als unsere bewusste Wahrnehmung. Die Angst vor einer Schlage ist also schon da, noch bevor man die Schlange überhaupt bewusst wahrgenommen hat. Mit einer Expositionstherapie kann man übertrieben starke Ängste lindern. Wenn jemandpanische Angst vor Schlagen hat, dann kann derjenige sich bewusst Schlangen aussetzen (am besten wendest du dich dafür an einen Experten) und die übertriebene Angst normalisiert sich.

Einige scheinbar nutzlose negative Dinge sind gar nicht so nutzlos

  • Rachegelüste sind wichtig damit Menschen in großen Gruppen (zum Beispiel in Städten) überhaupt friedlich zusammenleben können.
  • Klatsch (Lästern) ist wichtig, weil man auf diese Weise Informationen über die Werte der Mitmenschen sammeln kann, ohne selbst (schlechte) Erfahrungen machen zu müssen.
  • Soziale Vergleiche sind wichtig weil Menschen keine Absolutwerte „messen“ können. Wir können unseren eigenen Erfolg nur in Relation zum Erfolg anderer Menschen beurteilen. Soziale Vergleiche (Neid) sind also – zumindest in gesundem Maße – nötig, damit man Informationen über sich selbst gewinnt

Wenn man weiß, welche Bedeutung diese Verhaltensweisen haben und dass sie im Grunde genommen gut sind, muss man sie nicht mehr so negativ sehen.

Posttraumatisches Wachstum – Was uns nicht tötet, macht uns stärker?

Menschen die ein Trauma unbeschadet überstehen, sind anschließend oft stärker als vor dem Trauma. Ein zweites traumatisches Erlebnis macht die Person noch stärker usw. Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass ein Mensch Krisen braucht um sich psychisch vollständig zu entwickeln. Mit Einschränkungen ist dieser Schlussfolgerung richtig.

Wahrscheinlich sind Unglücke, die unbeschadet überstanden werden, in den frühen 20ern am nützlichsten. Damit ein Unglück stark machen kann, muss es aber die richtige Person zur richtigen Zeit mit der richtigen Härte treffen. Wenn das Trauma zu schwer ist, kann es zur posttraumatischen Belastungsstörung kommen.

Emotionale Intelligenz – Intelligent mit Emotionen umgehen

Von Emotionaler Intelligenz spricht man, wenn eine Person versteht, wie positive Gefühle funktionieren und wie man sie sich zunutze machen kann. Wenn du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, ist deine emotionale Intelligenz vielleicht schon um einige Punkte gestiegen.

Wer das Prinzip von Glück und Wohlbefinden versteht, kann es schaffen, mehr und außerdem längere positive Momente im Leben zu haben. Unterm Strich führt das zu natürlich zu einer Zunahmen an Glück.

Außerdem kann jemand mit emotionaler Intelligenz auch anderen Menschen zu positiven Emotionen verhelfen.

Interessanterweise ist Glück ansteckend. Forscher, die sehr viele Glücksdaten über Menschen in einem Ort hatten, fanden heraus, dass Glück Cluster bildet. Wer in der Nähe von glücklichen Menschen lebt ist mit größerer Wahrscheinlichkeit selbst glücklich und wenn man in der Nähe von unglücklichen Menschen lebt, dann ist man eher unglücklich.

Es lohnt sich immer, anderen Menschen zu mehr Glück zu verhelfen. Zum Beispiel könntest du diesen Artikel an deine Freunde weiterleiten. Damit würdest du mich, deine Freunde und dich selbst glücklicher machen. 🙂

Videokurs Gewohnheiten (kostenlos)

Mehr zum Thema Glück

Wenn du noch mehr über das Thema Glück erfahren möchtest, kann ich dir neben den oben genannten Büchern noch den Blog Glücksdetektiv empfehlen.

Teile diesen Artikel (wenn du magst):
Facebooktwittergoogle_plusFacebooktwittergoogle_plus

ÜberJan

Mein Name ist Jan Höpker (Jahrgang 1980). Ich habe Chemie studiert und im Bereich Biochemie promoviert. Ich helfe meinen Lesern dabei, mehr aus ihrem Leben zu machen, indem ich sie mit relevanten Konzepten und Ideen aus den wichtigsten Sachbüchern der letzten 100 Jahre versorge. Klicke oben im Menu auf "über mich" um mehr über mich und meine Vision zu erfahren.

Eine Antwort auf Mit diesen einfachen Methoden machst du dich selbst und andere glücklich(er)

  1. Deine Seite gefällt mir gut; ich werde sie auf jeden Fall des öfteren besuchen!
    VG Heinz Maier

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

Folge HabitGym auf Facebookschliessen
oeffnen