Eine 75-jährige Studie findet den entscheidenden Faktor für das gutes Leben

Der entscheidende Faktor für ein gutes Leben

Wenn wir jetzt in unsere Zukunft investieren müssten, wie sollten wir unsere Zeit und Energie einsetzen?

Was macht uns gesund und glücklich?

Von der Werbung und den anderen Menschen, werden uns ständig neue Dinge präsentiert, die unserem Leben angeblich noch fehlen.

Wenn es doch nur einen einzigen Faktor gäbe, auf den sich zu konzentrieren ausreicht, um ein langes und glückliches Leben zu haben!

Die gute Nachricht ist: Dieser eine Faktor existiert!

Worauf es im Leben wirklich ankommt

Robert Waldinger ist der vierte Leiter einer Studie, die seit 75 Jahren untersucht, worauf es im Leben ankommt.

In seinem TED-Talk hat er die vorläufigen Studienergebnisse öffentlich präsentiert.

Eine deutsche Zusammenfassung des empfehlenswerten Vortrags findest du unter dem Video.

Die Lebensziele der Generation Y

In einer Studie wurden die Mitglieder der Generation Y nach ihren wichtigsten Lebenszielen gefragt:

  • Über 80 % sagten, dass sie reich werden wollen
  • 50 % sagten, dass sie berühmt werden wollen

Ständig wird den jungen Menschen suggeriert, dass sie noch härter arbeiten sollen, um mehr zu erreichen. Ihnen wird der Eindruck vermittelt, dass sie nach diesen Werten streben müssen, um ein gutes Leben zu haben.

Wir wissen, nicht was wirklich gut für uns ist

Was wir über das gute Leben zu wissen glauben, basiert auf verfälschten Erinnerungen.

Unser Gedächtnis täuscht uns

Was wir erinnern, ist kein repräsentatives Bild dessen, was tatsächlich geschehen ist, oder wie wir uns in bestimmten Situationen tatsächlich gefühlt haben.

Bisher war es unmöglich, einen objektiven Blick auf ein komplettes Menschenleben zu erhalten.

Ein objektiver Blick ist aber notwendig, um herauszufinden, wie sich bestimmte Entscheidungen auf die Qualität des Lebens auswirken.

Die 75-jährige Studie über das gute Leben

Die Harvard Study of Adult Development könnte die längste jemals durchgeführte Studie über das Leben von Erwachsenen sein. Über 75 Jahre lang wurde das Leben von 724 Männern verfolgt.

Studien dieser Art sind extrem selten

Meistens scheitern Langzeitstudien schon nach einem Jahrzehnt aus unterschiedlichen Gründen:

  • Zu viele Probanden steigen aus der Studie aus
  • Es gibt Probleme mit der Finanzierung
  • Die Wissenschaftler verlieren das Interesse, oder sie sterben und niemand führt die Studie weiter

Durch großes Glück konnte die Harvard Study of Adult Development diese Fallen und Hindernisse überstehen.

Rund 60 der 724 Männer leben noch. Die meisten von ihnen sind mittlerweile über 90 Jahre alt.

Seit 1938 werden zwei Gruppen von Männern beobachtet

Die eine Gruppe besteht aus ehemaligen Studenten des Harvard College. Nachdem sie das College beendet hatten, dienten viele von ihnen im Krieg.

Die zweite Gruppe besteht aus Männern, die in Bostons ärmsten Gegenden aufwuchsen. Sie wurden für die Studie ausgesucht, weil sie aus den am meisten benachteiligten Familien stammten und unter ärmsten Verhältnissen lebten.

Die Männer erlernten die unterschiedlichsten Berufe. Einer wurde sogar Präsident der Vereinigten Staaten. Andere wurden zu Alkoholikern.

Einige der Männer stiegen die soziale Leiter bis ganz nach oben, und andere stiegen dieselbe Leiter hinab.

Die Männer werden intensiv beobachtet

  • Sie füllen Fragebögen aus
  • Sie werden interviewt
  • Ihre Ärzte werden befragt
  • Ihr Blut wird untersucht
  • Ihre Gehirne werden gescannt
  • Ihre Kinder werden befragt
  • Die Gesprächen zwischen den Probanden und ihren Ehefrauen werden gefilmt und analysiert

Das überraschende Ergebnis der Studie

Wie sich zeigte, spielen Reichtum, Berühmt-Sein und harte Arbeit überhaupt keine Rolle.

Die klare Botschaft aus der 75-jährigen Studie lautet:

Gute Beziehungen zu anderen Menschen machen uns glücklicher und gesünder. Punkt.

Wir haben 3 Dinge über Beziehungen gelernt:

  1. Soziale Beziehungen tun uns wirklich gut.
  2. Einsamkeit tötet.
  3. Menschen mit einem besseren Draht zu Familienmitgliedern, Freunden und der Gemeinschaft sind glücklicher, körperlich gesünder und sie leben länger.

Einsamkeit ist Gift

Menschen, die einsamer waren, als sie sein wollten …

  • Waren unglücklicher
  • Sie erlebten einen gesundheitlichen Verfall in mittleren Jahren
  • Ihre Gehirnfunktionen ließen früher nach
  • Sie starben früher

Traurigerweise bezeichnen sich etwa 20 % aller Amerikaner selbst als einsam.

Einsamkeit ist nicht das gleiche wie allein zu sein

Man kann auch unter Menschen und sogar in einer Ehe einsam sein. Und man kann alleine sein, ohne sich dabei einsam zu fühlen.

 

Es kommt nicht auf die Anzahl der Beziehungen an, sondern auf die Qualität

Die Anzahl der Freunde spielt keine Rolle. Es ist egal, ob man sich in einer Beziehung befindet.

Es kommt einzig und allein auf die Qualität der engen Beziehungen an.

Konflikte sind sehr schlecht für die Gesundheit

Es ist besser, geschieden zu sein, als sich in einer problematischen Ehe zu befinden.

Der zuverlässigste Indikator für ein gutes Leben im hohen Alter

Kann man vorhersagen, ob 50-jährige im Alter gesund und glücklich sein werden?

Wie sich herausstellte, spielten Faktoren wie der Cholesterinspiegel überhaupt keine Rolle.

Der entscheidende Faktor war, wie zufrieden die 50-Jährigen mit ihren zwischenmenschlichen Beziehungen waren.

Wer mit 50 Jahren am glücklichsten und zufriedensten mit seinen zwischenmenschlichen Beziehungen ist, wird mit 80 Jahren am gesündesten sein

Wer glückliche Beziehungen hat, kann seine gute Stimmung auch unter körperlichen Schmerzen bewahren.

Wer in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen weniger glücklich ist, wird unter körperlichen Schmerzen mehr zu leiden haben.

Gute Beziehungen schützen auch das Gehirn

Wer in seinen 80ern eine sichere und enge Beziehung zu einer Person hat, auf die er sich verlassen kann, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit ein gutes Gedächtnis behalten.

Wer hingegen in einer Beziehung ist, in der er sich nicht auf den anderen verlassen kann, wird früher unter einem schlechten Gedächtnis zu leiden haben.

Gute Beziehungen müssen nicht immer friedlich sein

Kleinere Zankereien sind völlig in Ordnung. Wichtig ist das Gefühl, sich auf den Anderen verlassen zu können.

Fazit

Erfüllende soziale Beziehungen sollten im Leben an erster Stelle stehen.

In der bewussten Persönlichkeitsentwicklung sollte die Arbeit an und für erfüllende soziale Beziehungen die allerhöchste Priorität haben.

5/5 (1)

Diesen Beitrag bewerten

Danke für's Teilen! 🙂
Facebooktwittergoogle_plusFacebooktwittergoogle_plus
(Klicke auf einen der Buttons, um diesen Artikel mit deinen Freunden zu teilen!)

2 Antworten auf Eine 75-jährige Studie findet den entscheidenden Faktor für das gutes Leben

  1. Lara sagt:

    Hallöchen! Schöner Artikel, interessantes Thema. Auf der einen Seite überraschen mich die Ergebnisse der Studie nicht, dass es eine Menge positiver Auswirkungen hat wenn man sich mit lieben Menschen umgibt ist ja allseits bekannt. Es ist aber sehr interessant, dass es eine solch umfangreiche Studie gibt die das zu belegen scheint. Das führt dann wieder vor Augen, wie wichtige diese „Kleinigkeit“ dann doch wieder ist. Neben den ganzen Greensmoothies und anderen Gesundheitstrends sind es doch die einfachen Dinge, die uns glücklich machen 🙂

    • Jan sagt:

      Hallo Lara,

      Genau so ist es! Aus irgendwelchen Gründen glauben wir oft, genau jetzt eine Wunderwaffe im Kampf für ein längeres und gesünderes Leben gefunden zu haben. Bestimmt haben grüne Smoothies und Co. einen positiven Effekt, das will ich gar nicht abstreiten. Aber es gibt im Leben eben Basics und es gibt die Kür. Viele Menschen scheinen das zu verwechseln. Daran ist oft natürlich das Marketing irgendwelcher neuer „Wunderwaffen“ „schuld“. Man wird in die Irre geführt. Außerdem sind die Basics meist schon bekannt und daher langweilig. Gerade deswegen finde ich sinnvoll, von Zeit zu Zeit auf die Basics hingewiesen zu werden.

      Viele Grüße,
      Jan

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.