Intrinsische Motivation erzeugen (mit einem einfachen Trick)

Intrinsische Motivation erzeugen mit einem Trick. Nicht ausreichend Motiviert? So kannst du deine intrinsische Motivation erhöhenIntrinsische Motivation aus dem Nichts zu erzeugen, gilt als nahezu unmöglich.

Mit einem einfachen Trick kann man das unmögliche möglich machen.

Lass mich raten: Es gibt in deinem Leben eine Sache, die zwar getan werden müsste, die du aber nicht tust, weil du überhaupt nicht motiviert bist. Du schiebst diese Sache schon lang vor dir her.

Woher ich das weiß? Weil das auf fast jeden Menschen zutrifft.

In diesem Artikel stelle ich einen Trick vor, mit dem du es schaffen könntest, den Stein endlich ins Rollen zu bringen.

Falls dieser Trick in deinem speziellen Fall nicht angewendet werden kann, findest du in meinem Übersichtsartikel über Methoden zur Selbstmotivation noch 19 weitere Tricks, um dich selbst zu motivieren.

Intrinsische und extrinsische Motivation

Für eine bestimmte Tätigkeit können wir entweder intrinsisch oder extrinsisch motiviert sein. (Oder gar nicht.)

Intrinsische Motivation fühlt sich gut oder richtig an

Intrinsische Motivation liegt vor, wenn man eine Sache nur der Sache wegen tut.

Entweder macht einem diese Sache Spaß, oder man findet sie so wichtig, dass man sie auch ohne Spaß tut.

Die beiden Quellen der intrinsischen Motivation

Für die intrinsische Motivation gibt es zwei verschiedene Quellen:

  • Die interne Prozessmotivation
  • Das interne Selbstverständnis

Bei der Prozessmotivation ist der Prozess selbst motivierend. Während man die Sache tut, empfindet man Sinn und es macht Spaß und man ist weder unterfordert, noch überfordert. Unter diesen Bedingungen kann sich der sogenannte Flow-Zustand einstellen.

Beim internen Selbstverständnis sind wir von unseren Werten und Idealen motiviert. Wir tun eine Sache, weil wir sie für wichtig halten.

Extrinsische Motivation ist bloß Mittel zum Zweck

Extrinsische Motivation liegt vor, wenn man eine Sache zwar tut, aber nur weil man mit einer externen Belohnung rechnet.

Kaum jemand würde freiwillig nachts am Fließband arbeiten, wenn er dafür kein Gehalt bekäme. Fließbandarbeiter sind extrinsisch motiviert.

Einen Menschen extrinsisch zu motivieren ist relativ einfach: Man muss ihm Geld oder eine andere Belohnung versprechen.

Von außen für intrinsische Motivation zu sorgen, gilt als unmöglich

Entweder man ist intrinsisch motiviert, oder man ist es nicht.

Vielleicht gibt es aber doch eine Möglichkeit, sich selbst mit Hilfe eines Tricks intrinsisch zu motivieren.

Intrinsische Motivation für eine Tätigkeit deiner Wahl erzeugen

Das Prinzip lässt sich am besten anhand eines konkreten Beispiels erklären.

Nehmen wir mal an, dass ich Putzen so blöd finde, dass ich jede nur erdenkliche Ausrede nutze, um diese notwendige Tätigkeit ewig vor mir her zu schieben.

Ich bin nicht motiviert zu putzen. Ich putze einfach nicht, lieber lebe ich im Dreck.

Nehmen wir außerdem an, dass ich mir unglaublich gerne Podcasts und Hörbücher anhöre. Leider komme ich aber selten dazu, denn es würde mich bei der Arbeit zu sehr ablenken, und in meiner Freizeit mache ich schon genug andere Dinge.

Der Trick besteht in einer Kombination der Tätigkeiten

Ich kreiere eine komplett neue Tätigkeit, nämlich Podcast-hörend zu putzen.

Putzen und Podcast hören gibt es von nun an nur noch im Doppelpack. Nie mehr werde ich Podcast hören, ohne dabei zu putzen.

Die Tätigkeit, zu der ich überhaupt nicht motiviert bin (das Putzen) profitiert von einer Tätigkeit, zu der ich intrinsisch motiviert bin.

Für die neue Tätigkeit (Podcast-hörend putzen) bin ich zwar nicht ganz so hoch motiviert, wie für das Hören von Podcasts an einem angenehmen Ort, aber vielleicht reicht es ja aus um mich dazu zu bringen, einmal pro Woche die Wohnung zu putzen.

Ich habe genau diese Methode getestet und sie funktioniert einwandfrei.

Rein theoretisch könnte alles mit allem kombiniert werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

  • Keine Lust früh ins Bett zu gehen? Nimm ein gutes Buch mit
  • Keine Lust auf Sport oder Spaziergänge? Auch hier helfen Hörbücher und Podcasts

In einem Übersichtsartikel über Methoden zur Selbstmotivation findest du 19 weitere Tipps und Tricks für mehr Motivation.

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Das vielleicht größte Problem unserer Zeit sind die allgegenwärtigen Ablenkungen, die uns in unserer persönlichen Entwicklung ausbremsen und denen die meisten Menschen mangels Wissen und wirksamer Strategien schutzlos ausgeliefert sind.

In seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration beleuchtet Jan den universellen und nachweislich wichtigsten Erfolgsfaktor Fokus und Konzentration tiefgründig und praxisnah.

Jan hat Chemie studiert und in Biochemie promoviert. Im Mai 2015 hat er die Webseite HabitGym gegründet. Im November 2017 haben 15.000 monatliche Leser Jans Artikel gelesen und 4.200 Follower folgen ihm in den Sozialen Netzwerken.

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6 Antworten auf Intrinsische Motivation erzeugen (mit einem einfachen Trick)

  1. Mike sagt:

    Auf den ersten Blick liest sich das natürlich ganz nett, aber gilt nur für Tätigkeiten, die keine bzw. nur eine geringe Aufmerksamkeit benötigen, um diese zufriedenstellend auszuführen. Leider ist es dem Menschen nicht möglich Multitasking durchzuführen. Du hast es im Grunde schon in deinem Artikel geschrieben. Das Hören von Hörbüchern lenkt dich bei der Arbeit ab. Das heißt, dass wenn ich gerne Hörbücher höre, ich sicherlich nicht zu Hause an einer Hausarbeit schreiben kann (zumindest nicht wirklich effektiv), da meine Aufmerksamkeit und sei es nur immer wieder für einen Bruchteil, geteilt wäre. Dies geht zurück auf den Begriff der Verarbeitungstiefe von Craik und Lockhart. Darum mag dein Ansatz für recht „stupide“ Tätigkeiten in Ordnung sein, verliert aber bei allem darüber seine Wirkung bzw. verschlechtert sogar das Ergebnis, da ich keins von beidem „richtig“ mache.

    • Jan sagt:

      Hallo Mike,

      dein Einwand ist berechtigt, zwei nicht-stupide Tätigkeiten lassen so nicht miteinander kombinieren. Wenn deine Haupttätigkeit das bewusste Schreiben deiner Hausarbeit sein soll, dann müsstest du dir als belohnende Tätigkeit etwas suchen, was dich nicht so sehr ablenkt wie Hörbücher.

      Wenn du eine Idee hast, was das sein könnte, sag hier gerne Bescheid, es würde mich auch interessieren.

      Viele Grüße,
      Jan

      P.S.: In dem Artikel ging es nur um die intrinsische Motivation. Du könntest dich für das Arbeiten an deiner Hausarbeit auch natürlich auch extrinsisch belohnen – da gibt es viel mehr Möglichkeiten, weil die Belohnung nicht parallel zum Schreiben der Hausarbeit stattfinden muss, sondern im Anschluss daran erfolgen kann.

  2. Dorie sagt:

    Das ist echt keine schlechte Idee! Danke für den Tipp 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

  3. Jason sagt:

    Hallo Jan,

    habe das Kombinieren von Tätigkeiten bisher immer mal wieder benutzt, um Zeit zu sparen.

    Aber bewusst zur Motivationssteigerung habe ich die Technik noch nie angewandt.

    Werde es mal mit der Kombination Kochen und Hörbuch hören versuchen.

    Danke für den Tipp.

    Beste Grüße
    Jason

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