Wie du in einem Schritt vom Ja-Sager zum Selbstbestimmer wirst

Vom Ja-Sager zum Selbstbestimmer werden

Dieser Artikel über Ja-Sager entstand im Rahmen einer Blogparade, zu der die Kernforscher aufgerufen haben.

Der Ja-Sager

„Darf es noch ein Dessert sein?“ – „Noch ein Bierchen?“ – „Kommst du heute Abend mit in den Club?“ – „Willst du 100 gratis SMS für nur 10 Euro pro Monat?“ – „Nach einer kurzen Werbeunterbrechung geht unser Programm weiter. Sie sind doch dabei, oder?“ – „Drücke die Schlummertaste für 9 Minuten zusätzlichen Schlaf“ – „Willst du diese nützliche App 30 Tage lang kostenlos testen?“

Noch vor wenigen Jahren habe ich all diese Fragen regelmäßig mit einem „Ja“ beantwortet. Dass ich immer „Ja“ gesagt habe, hatte nichts damit zu tun, dass ich all diese Dinge wirklich brauchte oder haben wollte.

Dass ich ein Ja-Sager war, erklärte ich mir damals ungefähr so: Ich bin ein konfliktscheuer und harmonieliebender Mensch. Mit meiner Standardantwort „Ja“ machte ich mir das Leben standardmäßig bequem. Ein „Ja“ wird immer gerne gehört und im Gegensatz zu einem „Nein“ muss man sich für ein „Ja“ auch nicht rechtfertigen.

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich selten aus einem gefühlten „Nein“ ein „Ja“ gemacht habe. Es war eher so, dass ein „Ich weiß selbst nicht so genau was ich will“ zu einem „Ja“ wurde.

Wenn ich etwas wirklich nicht tun wollte, dann konnte ich schon auch mal „Nein“ sagen. Dabei fühlte ich mich aber immer dazu verpflichtet mich zu rechtfertigen und zwar so, dass man gar nicht erst versuchen konnte, mich zu überreden, doch noch zu einem „Ja“ umzuschwenken.

Anstelle von „Keine Lust!“ habe ich (teilweise frei erfundene) externe Gründe angeführt um mein „Nein“ unumstößlich zu machen: „Ich würde ja schon gerne, aber leider [Hausaufgaben / krank / Hausarrest / Hamster krank / Fahrrad kaputt / usw.]. Ich glaubte, dass ich ohne diese Ausreden leicht zu überreden war und mein Gegenüber es garantiert versuchen würde.

Kommt dir das bekannt vor? Erkennst du dich wieder?

Heute fällt mir das „Nein“ sagen deutlich leichter.

Wenn du auch von der „Ja“ Krankheit befallen bist und dich gerne selbst heilen möchtest, wünschst du dir möglicherweise eine Zauberformel, mit der du dich hier und jetzt umpolen kannst. Leider muss ich dich enttäuschen. So einfach geht das nicht. Eingeschliffene Gewohnheiten lassen sich nicht einfach von heute auf morgen verändern.

Möglicherweise gibt es aber doch einen Weg der schnellen Heilung.

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Wie du vom Ja-Sager zum Selbstbestimmer wirst

Bevor man eine Sache ändern kann, muss man zwei Fragen beantworten könnten:

  1. Warum ist die Sache aktuell so wie sie ist?
  2. Warum will ich diese Sache verändern?

Einfach nur mal planlos aus Lust und Laune vom Ja-Sager zum Nein-Sager werden zu wollen, halte ich für keine gute Idee.

Was meine eigene Geschichte angeht, ist mir heute im Rückblick einigermaßen klar, warum ich so ein Ja-Sager war: Ich wusste einfach selbst nicht was ich wollte. Die negativen Folgen dieser Planlosigkeit hat der Motivationstrainer Jim Rohn sehr treffend auf den Punkt gebracht:

„Wenn Sie nicht Ihren eigenen Lebensplan erstellen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie Teil des Plans von jemand anders werden.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Wer keinen eigenen Plan hat, sagt eben „Ja“ zu den Plänen anderer Leute.

Fazit

Um mit vollster Überzeugung und ohne sich lange erklären zu müssen, „Nein“ sagen zu können, muss man einfach wissen wo man hin möchte. Man braucht einen Plan.

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ÜberJan

Mein Name ist Jan Höpker (Jahrgang 1980). Ich habe Chemie studiert und im Bereich Biochemie promoviert. Ich helfe meinen Lesern dabei, mehr aus ihrem Leben zu machen, indem ich sie mit relevanten Konzepten und Ideen aus den wichtigsten Sachbüchern der letzten 100 Jahre versorge. Klicke oben im Menu auf "über mich" um mehr über mich und meine Vision zu erfahren.

2 Antworten auf Wie du in einem Schritt vom Ja-Sager zum Selbstbestimmer wirst

  1. Dario sagt:

    Hallo Jan,

    ich denke auch, dass viele Leute „ja“ sagen, weil sie wie du geschrieben hast oft versuchen Konflikten aus dem Weg zu gehen.

    Bei mir war es oft so, dass ich einfache keine Lust darauf hatte, mich auf eine Diskussion einzulassen, weil ich sowas immer ermüdend finde.

    Aber irgendwann ist mir klar geworden, wenn du zu einer Sache „Ja“ sagst, sagst du zu einer anderen Sache „Nein“. Das hat für mich alles geändert.

    Grüße
    Dario

    • Jan sagt:

      Hallo Dario,

      Die von dir beschriebene Entwicklung habe ich auch durchgemacht. Ich glaube mittlerweile, dass es gut und sinnvoll ist, in jungen Jahren zu vielen Dingen „ja“ zu sagen um zu sehen, welche Optionen die Welt bereithält. Erst dann kann man seinen eigenen Plan auf Grundlage von eigenen Erfahrungen „basteln“ und diesen Plan mit neins schützen. Was hälst du von dieser Idee?

      Viele Grüße,
      Jan

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