Konzentrationsprobleme lassen sich leicht beheben (in 90 % der Fälle)

Konzentrationsprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten

Konzentrationsprobleme lassen sich meist ohne Medikamente lösen – indem man die Ursache der Störung beseitigt.

Dieser Artikel zeigt dir, was du gegen deine Konzentrationsprobleme selbst unternehmen kannst.

Wie fühlen sich Konzentrationsprobleme an?

Die typische Klagen der Betroffenen klingen etwa so:

Ich schaffe es nicht, meine Gedanken zu fokussieren – sie gehen ungefragt auf Wanderschaft

Ich bin sehr leicht ablenkbar, auch ohne äußere Ablenkungen

Ist es eine Konzentrationsstörung oder eine Konzentrationsschwäche?

Wie lange leidest du schon unter deinen Konzentrationsproblemen?

Die Symptome von KonzentrationsproblemenFalls deine Konzentration nur vorübergehend gestört ist, spricht man von einer Konzentrationsstörung.

Eine Konzentrationsschwäche liegt vor, wenn deine Konzentration über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft gestört ist.

Die Übergänge zwischen einer Konzentrationsstörung und einer Konzentrationsschwäche sind fließend.

Hin und wieder Konzentrationsprobleme zu haben, ist völlig normal

Sich für eine längere Zeit auf eine einzige Sache zu konzentrieren, kostet das Gehirn besonders viel Energie in Form von Blutzucker. Außerdem war es für unsere Vorfahren gefährlich, sich nicht von Zeit zu Zeit in der näheren Umgebung umzuschauen.

Es ist daher völlig normal, dass die Konzentrationsfähigkeit mit der Zeit nachlässt. Ein Mensch kann sich nicht beliebig lange am Stück konzentrieren.

Wie lange sollte man sich am Stück konzentrieren können?

Wie lange sich ein gesunder Mensch am Stück konzentrieren können sollte, hängt von der Intensität der Konzentration ab.

Nach einer Faustformel nimmt die Aufmerksamkeit bei einem Erwachsenen nach etwa 60 bis 90 Minuten deutlich ab.

Die Anzahl an Minuten, die sich Kinder konzentrieren können, erhält man, indem man das Lebensalter mit der Zahl zwei multipliziert. Ein Zehnjähriger sollte sich rund 20 Minuten am Stück konzentrieren können.

Diese Zahlen sollten nicht auf die Goldwaage gelegt werden, denn sie können unter bestimmten Bedingungen schwanken.

Es ist zum Beispiel völlig normal, einem langweiligen Gespräch nicht so lange konzentriert folgen zu können, wie einer spannenden Geschichte.

Unter diesen Umständen sind Konzentrationsschwierigkeiten normal:

  • Nach einer üppigen Mahlzeit, die einem schwer im Magen liegt
  • Wenn der Magen leer ist (und der Blutzuckerspiegel niedrig ist)
  • Bei Schlafmangel
  • Unter Stress
  • Wenn man sich Sorgen macht

Wenn du ganz ohne ersichtlichen Grund plötzlich starke Konzentrationsschwierigkeiten bekommen hast, ist das eher nicht normal.

Erste Hilfe-Video bei Konzentrationsproblemen

Das Ebook (die 5 besten Tipps für eine bessere Konzentration) kostenlos herunterladen (wird im Video erklärt).

Weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Konzentrationsschwierigkeiten

Erste-Hilfe-Maßnahmen richten sich insbesondere gegen stressbedingte Konzentrationsprobleme. (Stress ist die häufigste Ursache von Konzentrationsschwierigkeiten.)

Stress kann mit Entspannungstechniken effektiv bekämpft werden

In Frage kommen zum Beispiel:

  • Meditation
  • Autogenes Training
  • Yoga
  • progressive Muskelentspannung

Falls du dich dazu in der Lage fühlst, einfachen Anleitungen zu folgen, findest du unten in der grauen Box einige Links zu speziellen Übungen, die bei akuten Konzentrationsproblemen helfen.

Falls du dich gerade nicht ausreichend konzentrieren kannst, könnte ein Spaziergang in der Natur wahre Wunder wirken.

Praktische Übungen gegen Stress – Anleitungen und Tutorials

Beseitige die Ursache des Problems, anstatt nur die Symptome zu bekämpfen

Fast immer wird man von der Konzentrationsfähigkeit ausgerechnet dann im Stich gelassen, wenn man es gerade gar nicht gebrauchen kann, und der Termindruck keine Behandlung der Ursachen, sondern nur noch Notfallmaßnahmen zulässt.

In dieser Situation greifen die Menschen gerne zu Drogen oder Medikamenten, die ihnen kurzfristig helfen:

  • Coffein
  • Ritalin
  • Modafinil
  • und was es sonst noch so gibt

Die wahren Ursachen der Konzentrationsprobleme bleiben aber bestehen … bis zum nächsten Mal. Immer wieder.

Bei wiederkehrenden Problemen ist es grundsätzlich besser, die Ursachen zu beseitigen, anstatt nur die Symptome zu bekämpfen. (Wenn man das tut, kommen die Probleme nämlich nicht ständig wieder.)

Die Ursachen von Konzentrationsproblemen lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

  1. Ursachen die man selbst beheben muss
  2. Ursachen die man gemeinsam mit einem Arzt bekämpfen muss

Einfache Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung

Meistens können effektive und in Eigenregie durchführbare Maßnahmen zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit gegen Konzentrationsprobleme helfen. (Ein Klick auf den Link führt dich direkt zu den effektiven Maßnahmen zur Konzentrationssteigerung.)

Dieser Weg wird aber nicht immer zum Ziel führen, und dann macht es Sinn, einen Arzt aufzusuchen.

Wann sollte man bei Konzentrationsproblemen einen Arzt aufsuchen?

Konzentrationsprobleme - Wann zum Arzt

Es wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn deine Konzentrationsprobleme

  • unerklärlich sind
  • besonders heftig sind
  • sich verschlechtern
  • über Tage/Wochen bestehen bleiben
  • du sogar von Dingen abgelenkt wirst, die dir großen Spaß machen

Die genauen Ursachen von Konzentrationsproblemen

Konzentrationsprobleme können viele verschiedene Ursachen haben. In Frage kommen:

  • bestimmte Lebensumstände und bestimmte Verhaltensweisen
  • Krankheiten

Schauen wir uns die häufigsten Ursachen einmal genauer an.

 

Stressbedingte Konzentrationsprobleme

Stress ist ein zweischneidiges Schwert: Bis zu einer bestimmten Intensität ist Stress anregend für Körper und Geist, mit positiven Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit. Unter leichtem Stress können wir uns besser konzentrieren.

Wenn der Stress aber überhandnimmt, kehrt sich dieser Effekt um, und die Konzentrationsfähigkeit leidet unter dem Stress.

Stress als Ursache von Konzentrationsproblemen – Was ist Stress?

Stress ist eine körperliche Reaktion auf bestimmte stressauslösende Reize, sogenannte Stressoren. Man unterscheidet äußere und innere Stressoren.

Äußere Stressoren können sein:

  • Lärm
  • Hitze
  • Giftstoffe
  • soziale Auseinandersetzungen mit dem Chef oder nahestehenden Personen

Stress kann auch von Innen kommen. Wer dazu neigt, die Geschehnisse übertrieben negativ zu bewerten, und das (negative) Verhalten seiner Umwelt und Mitmenschen auf sich selbst zu beziehen, löst mit diesen Gedanken jedes Mal eine Stressreaktion aus.

Im Rahmen der Stressreaktion wird ein Teil des Gehirns, der für Konzentration erforderlich ist, aktiv unterdrückt

Dass wir uns unter Stress nicht konzentrieren können, ist von unserem Körper gewollt!

Um das zu verstehen, müssen wir uns in die Lage unserer steinzeitlichen Vorfahren zurückversetzen. Damals ließen sich die allermeisten Stresssituationen durch eine Flucht oder eine kämpferische Auseinandersetzung lösen. Logisches Denken war in diesen Situationen hinderlich.

Obwohl wir heute mit ganz anderen Stressoren konfrontiert sind, als damals, tragen wir das Erbe unserer Vorfahren noch immer in uns. In den meisten Fällen wären wir ohne Stressreaktion besser dran.

Stress muss nicht zwangsweise durch ein Zuviel an irgendetwas ausgelöst werden. Auch ein Zuwenig bestimmter stressreduzierender Reize kann unterm Strich zu einem Zuviel an Stress führen.

Zu den stressreduzierenden Reizen gehören insbesondere Phasen der Entspannung und körperliche Bewegung.

Auch regelmäßiges herzhaftes Lachen hat eine stressreduzierende Wirkung.

Mehr dazu in meinem Artikel über smarte Stressprävention.

 

Die modernen Medien können Konzentrationsprobleme verursachen

Konzentrationsprobleme bedingt durch GedankenchaosDie Sozialen Medien und das Smartphone tragen häufig eine Mitschuld an Konzentrationsproblemen.

Durch den wiederholten Gebrauch werden wir darauf konditionieren, ständig nachgucken zu wollen, ob wir in der digitalen Welt irgendetwas verpasst haben.

Die entsprechenden Gedanken lenken uns natürlich ab.

Mit der Zeit entsteht ein immer stärker werdendes Bedürfnis, in kurzen Abständen bestimmte Webseiten und Apps aufzurufen.

Und selbst wenn wir nicht bewusst an unser Smartphone denken müssen, entsteht uns ein Nachteil, denn es kostet das Gehirn Energie, die entsprechenden Gedanken zu unterdrücken.

Konzentrationsprobleme aus einem Mangel an Motivation

Konzentrationsprobleme aus einem Mangel an MotivationWir Menschen wollen uns grundsätzlich am liebsten mit denjenigen Dingen beschäftigen, für die wir motiviert sind.

Unsere Aufmerksamkeit folgt daher unserer Motivation.

Es ist völlig normal, dass man sich weniger gut und lange auf Dinge konzentrieren kann, die man nicht interessant findet und in denen man keinen Sinn sieht.

Unser Gehirn möchte sich lieber mit Dingen befassen, die es als wichtig und belohnend eingestuft.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Störung, die man wegtherapieren kann. Es ist völlig normal.

Wie du dich auch ohne Motivation besser konzentrieren kannst

Wenn du dich in Zukunft besser und länger auch auf Dinge konzentrieren können möchtest, die dich nicht motivieren, dann hast du genau zwei Möglichkeiten: Du kannst deine Konzentrationsfähigkeit wie einen Muskel trainieren, und du kannst die optimalen Bedingungen für Konzentration schaffen. Am besten tust du beides!

Wie du dabei vorgehen kannst, erfährst du in diesen beiden Artikeln:

  • Konzentrationsübungen (In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Konzentration wie einen Muskel trainieren kannst)
  • Konzentration steigern (In dem Artikel erfährst du, wie du deine Konzentration auch ohne Konzentrationsübungen steigern kannst)

 

 

Krankheitsbedingte Konzentrationsprobleme

Ganz verschiedene Krankheiten können die Ursache von Konzentrationsproblemen sein.

Die folgenden Krankheiten stehen in Zusammenhang mit Konzentrationsproblemen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • ADHS
  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Allergien
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Depression
  • Magersucht
  • Demenz
  • Alzheimer
  • Parkinson
  • Angststörung
  • Wechseljahre
  • Schlaganfall
  • Tinnitus
  • Hirntumor
  • Burnout
  • Schizophrenie
  • Eisenmangel
  • Schlafapnoe
  • Flüssigkeitsmangel
  • Nierenschwäche

(Da ich kein Arzt bin, bekommst du auf dieser Seite keine Detailinformationen über Krankheiten, die mit Konzentrationsproblemen in Verbindung stehen.

Falls du die Ursache plötzlicher und langanhaltender Konzentrationsprobleme nicht eindeutig als stress- oder motivationsbedingt identifizieren kannst, solltest du einen Arzt aufsuchen.)

 

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4 Antworten auf Konzentrationsprobleme lassen sich leicht beheben (in 90 4 der Fälle)

  1. Tim sagt:

    Hey Jan,
    Richtig guter Artikel. Habe ich auf jeden fall einige Sachen mitnehmen können, die ich direkt anwenden kann!

    Liebe Grüße

    Tim

  2. Hallo Jan,
    danke für den sehr informativen Artikel! Da ich u. a. ja zur schreibenden Zunft gehöre, ist Ablenkung durch die Berufs- und sozialen Netzwerke natürlich auch für mich immer verlockend. 🙁 Aber: Konzentrationsprobleme aus Mangel an Motivation habe ich zum Glück nicht, zumindest nicht beim Schreiben meiner Blogartikel. Da ist es eher so, dass ich verärgert bin über andere, notwendige (nicht lebenserhaltende ;-)) Dinge, die mich davon abhalten. Ich werde also gleich mal deine Anleitungen lesen, um die Konzentration wie einen Muskel trainieren zu können…

    Viele Grüße
    Gabriele

    • Jan sagt:

      Hallo Gabriele,

      danke für deinen Kommentar. Was die Motivation für das Schreiben angeht, geht es mir zum Glück genau wie dir. Ich habe Motivation im Überfluss 😀

      Viele Grüße,
      Jan

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