Mit diesem 5-Schritte-Lernplan erreichst du dein Lernziel (ohne Stress)

Lernplan - TippsDu musst für eine Prüfung oder Klausur lernen und suchst noch nach einem geeigneten Lernplan, um Struktur und Systematik in die Lernphase zu bringen?

Im Folgenden zeige ich dir, wie du in 5 Schritten einen einfachen Lernplan erstellst, der dich in der Lernphase optimal unterstützt.

Zunächst müssen wir noch mit einigen Vorurteilen gegenüber Lernplänen aufräumen, durch die viele Schüler und Studenten davon abgehalten werden, mit einem Lernplan zu arbeiten.

3 verbreitete Vorurteile gegenüber Lernplänen

Wenn du frei von Vorurteilen bist, kannst du diesen Teil des Artikels überspringen 😉

Vorurteil Nr. 1: Ein Lernplan ist Zeitverschwendung!

Dieses Vorurteil beruht auf der (falschen) Vorstellung, dass das Lernen erst beginnt, nachdem der Lernplan fertiggestellt ist.

Tatsächlich lernt man schon bei der Ausarbeitung des Lernplans, denn dabei verschafft man sich bereits einen Überblick über den zu lernenden Stoff.

Für den Einstieg in ein neues Thema ist das genau der richtige erste Schritt: Einen groben Rahmen schaffen, in den anschließend die Details „eingehängt“ werden.

Zum Verständnis

Aus Sicht des Gehirns muss neues Wissen an bereits vorhandenes Wissen angeknüpft werden, sonst ist es nicht effektiv lernbar.

Aus strategischer Sicht ist es daher sinnvoll, sich zunächst einen groben Überblick über das Thema zu verschaffen, um erste Anknüpfungspunkte ausfindig zu machen. Das Erstellen eines Lernplanes ist da genau die richtige Methode.

Wenn überhaupt, wäre es nur leicht übertrieben, das Erstellen eines Lernplans als Lernmethode zu bezeichnen.

Es ist ein verbreiteter Irrglaube, man würde nur dann lernen, wenn man aktiv ein Blatt Papier anstarrt. In Wahrheit beginnt der Lernprozess, sobald man sich aktiv mit dem Stoff beschäftigen.

Vorurteil Nr.2: Ein Lernplan bringt nichts, weil es am Ende sowieso anders kommt!

Wer das Erstellen des Lernplans als ersten Schritt des Lernens begreift, darf schlussfolgern, dass ein Lernplan gar nicht zwingend eingehalten werden muss, um einen Zweck zu erfüllen.

Ich spreche übrigens aus eigener Erfahrung

Da ich zu meiner Schulzeit meist keine Lust hatte, mit dem „Lernen“ (darunter verstand ich das lustlose Anstarren von Papier) zu beginnen, habe ich vor Klausuren oft tagelang nichts anderes gemacht, als Lernpläne zu erstellen und Lernmaterialien zusammenzustellen, um sie anschließend lernen zu können.

Für letzteres blieb (leider) meist keine Zeit mehr, sodass ich vermeintlich unvorbereitet in die Klausuren und Prüfungen ging. Obwohl ich glaubte, gar nicht gelernt zu haben, waren meine Noten meist gut bis sehr gut.

Mir kam es damals so vor, als ob ich großes Glück hatte, weil die Lehrer zufälligerweise genau jene Dinge abfragten, an die ich mich aus meiner Lernvorbereitung noch erinnern konnte. Erst später wurde mir bewusst, dass ich auf diese Weise effektiv gelernt hatte.

Vorurteil Nr. 3: Wenn man einen Lernplan hat, läuft das Lernen wie geschmiert

Ein Lernplan ist noch lange kein Garant für effektives Lernen. Wer streng nach Plan unter ineffektiven Bedingungen lernt, wird keinen Lernerfolg haben.

Es ist daher sinnvoll, sich bereits vor dem Erstellen eines Lernplans über effektive Lernmethoden und förderliche sowie kontraproduktive Verhaltensweisen zu informieren.

(Alles was du über effektive Lernmethoden wissen musst, findest du in meinem Artikel über Lernmethoden.)

In 5 Schritten zu einem effektiven Lernplan

Bevor ich mir einen Lernplan erstelle, formuliere ich eine Reihe von einfachen Regeln, die ich beim Lernen auf keinen Fall verletzten möchte:

  • In der Lernphase nicht am Schlaf sparen (lieber eine Stunde länger schlafen als eine Stunde länger lernen)
  • Spätestens alle 60 Minuten für 10 Minuten eine Pause machen (und in der Pause nicht vor dem Computer sitzen oder am Smartphone herumspielen)
  • Direkt nach dem Lernen keine aufregenden Dinge tun, wie zum Beispiel computerspielen oder Filme gucken (ideal ist ein Spaziergang im Wald, bei dem ich das Gelernte noch einmal in Gedanken durchgehe)

Diese Regeln sind wichtiger als alles andere, denn wenn man sie verletzt, sabotiert man sich selbst. Man lernt umsonst.

  • Wer am Schlaf spart, hindert sein Gehirn daran, den gelernten Stoff ins Langzeitgedächtnis zu übertragen (diese Vorgang heißt Konsolidierung und er findet im Schlaf statt)
  • Wer keine Pausen macht, überschreibt den bereits gelernten Stoff im Kurzeitgedächtnis, bevor dieser ins Langzeitgedächtnis übertragen werden kann. Das Gelernte ist dann einfach weg.
  • Wer direkt nach dem Lernen aufregende Dinge tut, überschreibt das zuvor Gelernte ebenfalls und verliert es dadurch.

(1) Verschaffe dir einen Überblick über die zu lernenden Themenblöcke

Gehe den Stoff einmal im Schnelldurchgang durch, ohne dich lange aufzuhalten oder etwas aufzuschreiben.

Welche großen Themenblöcke gibt es?

(2) Zerlege die Themenblöcke in leicht lernbare Häppchen

In kleinen Häppchen zu lernen, die sich spätestens am Abend „abhaken“ lassen, ist auf Dauer deutlich motivierender, als große Themenblöcke am Stück zu lernen, bei denen man tagelang keinen Fortschritt sieht.

Häppchen, die sich in ein paar Minuten bis wenigen Stunden lernen lassen, sind ideal.

(3) Lege fest, wie du die Häppchen verarbeiten wirst

Einzelne Inhalte lassen sich auf verschiedene Art und Weise lernen. Welche Methode am besten ist, hängt von der Art des entsprechenden Stoffs und von deinen Möglichkeiten ab.

Lernen durch „Anstarren“ oder passives Lesen ist fast immer die schlechteste Wahl. Sich aktiv mit dem Stoff zu befassen, ist viel effektiver.

Ich zum Beispiel lerne sehr viel beim Schreiben meiner Artikel. Ich muss mir überlegen, wie ich den Stoff am besten präsentiere, und durch das mehrmalige Überarbeiten des Textes wiederhole ich den Stoff automatisch.

(4) Priorisiere die Themen

Das Problem mit Plänen ist, dass man fast immer weniger schafft als man sich vorgenommen hat. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: Planungsfehlschluss.

Gerade wenn man im Erstellen und im Umgang mit Plänen noch nicht so geübt ist, wird es am Ende fast zwangsläufig so sein, dass die Zeit abgelaufen ist, bevor der Plan komplett abgearbeitet ist.

Es macht daher Sinn, die Reihenfolge der Aufgaben so festzulegen, dass die wichtigsten Aufgaben auf jeden Fall abgearbeitet sind: das wichtigste zuerst!

(Siehe dazu auch meinen Artikel über das Pareto Prinzip.)

(5) Lege fest, wann du dich um welche Häppchen kümmern wirst

Denk daran, den Stoff mehrmals zu wiederholen.

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Das vielleicht größte Problem unserer Zeit sind die allgegenwärtigen Ablenkungen, die uns in unserer persönlichen Entwicklung ausbremsen und denen die meisten Menschen mangels Wissen und wirksamer Strategien schutzlos ausgeliefert sind.

In seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration beleuchtet Jan den universellen und nachweislich wichtigsten Erfolgsfaktor Fokus und Konzentration tiefgründig und praxisnah.

Jan hat Chemie studiert und in Biochemie promoviert. Im Mai 2015 hat er die Webseite HabitGym gegründet. Im November 2017 haben 15.000 monatliche Leser Jans Artikel gelesen und 4.200 Follower folgen ihm in den Sozialen Netzwerken.

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