Nahrungsergänzungsmittel & Nootropika – können sie das Gehirn verbessern?

Nahrungsergänzungsmittel fürs GehirnEinige Nahrungsergänzungsmittel und sogenannte Nootropika kommen mit großes Versprechen daher: eine bessere Konzentration und Denkleistung.

Funktioniert das wirklich? Ist es möglich, die Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung eines gesunden Menschen mithilfe von frei verkäuflichen Pillen zu verbessern?

Ich bin Biochemiker und kein Arzt. Dieser Artikel gibt meine persönliche Sichtweise wider. Ich gebe ausdrücklich keine Behandlungsempfehlung. Das Ziel dieses Artikels besteht darin, den Leser zum Nachdenken anzuregen.

Nootropika und Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn – Vorüberlegungen

Rechtlich betrachtet sind Nootropika und Nahrungsergänzungsmittel keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel. Sie durchlaufen daher keine Zulassungsverfahren, die ihre Wirkung sicherstellen, wie das bei Arzneimitteln der Fall ist.

Die Anbieter der meisten Nootropika und Nahrungsergänzungsmitteln müssen nicht den Nachweis erbringen, dass das Mittel tatsächlich die auf der Verpackung versprochene Wirkung hat.

Man kann nicht alle Mittel über einen Kamm scheren

Genau wie man nicht alle Nahrungsmittel (oder Arzneimittel) über einen Kamm scheren kann, sollte man auch die Nootropika und Nahrungsergänzungsmittel nicht alle über einen Kamm scheren.

Die Frage, ob Nootropika und Nahrungsergänzungsmittel Gehirnfunktionen verbessern können, kann also nicht pauschal beantwortet werden. Jedes einzelne Nahrungsergänzungsmittel muss separat betrachtet werden.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Pillen und Kapseln - Produkte der Pharmaindustrie

Woher kommt unser Wissen über die Wirksamkeit von Nootropika und Nahrungsergänzungsmitteln?

Viele Studien sind nicht reproduzierbar

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ähnlich vorsichtig solle man auch bei wissenschaftlichen Studien sein.

Studien sollten nur veröffentlicht werden, wenn sie zu signifikanten Ergebnissen geführt haben. Das bedeutet: Wenn andere Wissenschaftler noch einmal die gleiche Studie durchführen, sollte in mindestens 19 von 20 Fällen wieder das gleiche Ergebnis herauskommen.

In weniger als einem von 20 Fällen sollte das Studienergebnis auf reinem Zufall basieren.

Tatsächlich lassen sich weit weniger als 95 % aller Studien reproduzieren. Einige Quellen sprechen von knapp der Hälfte.

Die Ergebnisse vieler Studien geben also bloß statistische Schwankungen (Zufall), aber nicht die Realität wider. Alle Studien sollten daher mit viel größerer Vorsicht und Skepsis genossen werden.

Gesunde Skepsis: Eine Studie ist keine Studie

Insbesondere die Medien neigen dazu, unerwarteten Studienergebnissen übertrieben viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, denn damit lässt sich Kasse machen.

Nicht reproduzierbar bedeutet nicht gleich bewusst manipuliert!

Wie schon angedeutet, müssen die nicht reproduzierbaren Studien nicht zwangsweise bewusst manipuliert worden sein.

Wissenschaftler sind auch nur Menschen, und für Menschen ist es nahezu unmöglich, zu 100 % objektiv zu sein.

Eine Voreingenommenheit, auch wenn sie noch so klein ist, wird sich immer auf die Ergebnisse einer Studie auswirken.

Der Hauptgrund, warum viele Studien nicht reproduziert werden können, dürfte sein, dass viele Studien nur dann veröffentlicht werden, wenn sie die als wahr geglaubten Zusammenhänge widerlegen. In genau dieser Kategorie von Studien befinden sich verhältnismässig viele statistische Ausreißer, also Studien, die dem Zufall auf den Leim gegangen sind.

Außerdem: Es wird einseitig zitiert

Abgesehen davon, dass viele Studien schlicht nicht reproduzierbar sind, werden Studien natürlich auch einseitig zitiert.

Das passiert insbesondere dann, wenn derjenige, der die Studien zitiert, ein finanzielles Interesse ein einer bestimmten „Wahrheit“ hat.

Viele Webseiten sind Verkaufsseiten und keine Informationsseiten

Die meisten Webseiten, die man über Google und Co. findet, sind nicht dazu geeignet, um sich objektiv über die Sinnhaftigkeit von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln zu informieren.

Bei den meisten dieser Webseiten handelt es sich nämlich nicht um Informationsseiten, sondern um Verkaufsseiten, die aber oft wie Informationsseiten aufgemacht sind.

Da Nahrungsergänzungsmittel von vielen Menschen als Wunderpillen angesehen werden, lässt sich mit Nahrungsergänzungsmitteln sehr viel Geld verdienen. Es ist ein Milliardengeschäft.

Ich behaupte nicht, dass überall bewusst betrogen wird. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Industrie ein großes Interesse daran hat, die Produkte möglichst vorteilhaft anzupreisen, und vielen Vertriebspartnern fehlt es schlicht an Fachwissen.

Vielleicht objektiver: Das Bundesamt für Risikobewertung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung, die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gehört.

Das BfR vertritt die Meinung, dass Nahrungsergänzungsmittel bei Menschen ohne nachgewiesene Mängel unnötig sind.

Die Stiftung Wahrentest vertritt die gleiche Sichtweise.

Warum die Informationslage so wenig eindeutig ist

Der menschliche Körper ist sehr viel komplexer, als den meisten Menschen klar ist.

Auf den Verkaufsseiten für die Nahrungsergänzungsmittel werden die Zusammenhänge übertrieben einfach dargestellt: „Substanz X ist wichtig für Y, also kann Y durch die Einnahme von X verbessert werden.“

Schlussfolgerungen wie dieser liegt ein naives Verständnis des menschlichen Organismus  zugrunde, das in keinster Weise der Realität entsprechen muss.

Ein Beispiel: Antioxidantien

Da so genannte freie Radikale die Zellen altern lassen, glaubte man, dass Antioxidantien, die im Reagenzglas dazu in der Lage waren, freien Radikale unschädlich zu machen,  dazu auch im Körper in der Lage sein sollten. Man versprach sich eine lebensverlängernde Wirkung von Antioxidantien.

Reproduzierbare Studien ergaben schließlich, dass das Gegenteil der Fall war: Die Sterblichkeit wurde durch die Einnahmen der Antioxidantien nicht vermindert, sondern erhöht!

Anstatt das Leben zu verlängern, wurde das Leben durch die Einnahme der Mittel verkürzt.

Der menschliche Körper ist komplex

Es ist naiv, zu glauben, dass man eine Substanz X, die irgendwo im Körper gemeinsam mit hunderten weiteren Substanzen vorkommt, einfach in isolierter Form oral einnehmen kann, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Jede oral aufgenommene Substanz durchläuft einen äußerst komplexen Prozess aus aktiven und passiven Transportvorgängen und chemischen Umwandlungen.

Jede Substanz hat das Potential, in körpereigene Regelkreise einzugreifen, also Schalter umzulegen, die den Körper in einen anderen Zustand versetzen.

Niemand kann abschätzen, wie die langfristigen Folgen aussehen. Was im Körper auf molekularer Ebene exakt abläuft, ist im Detail überhaupt noch nicht verstanden.

Man schätzt, dass unsere Lebensmittel etwa 10.000 verschiedene Nährstoffe mit einem Einfluss auf unser Wohlbefinden enthalten. Viele dieser Substanzen sind noch unbekannt.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass ausgerechnet jene Mittel, die derzeit als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich sind,  eine Mangelernährung ausgleichen können. Genau das ist aber eines der Hauptargumente der Nahrungsergänzungsmittelindustrie.

Nahrungsergänzungsmittel können vielleicht eine Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für eine gesunde Lebensweise sein

Nahrungsergänzungsmitteln können niemals ein Ersatz für ausreichende körperliche Bewegung und gesunden Schlaf sein.

Wer sich nicht bewegt und/oder zu wenig schläft, kann das mit Nahrungsergänzungsmitteln nicht kompensieren.

Es gibt keine Beweise für oder gegen die Wirkungsweise von Nahrungsergänzungsmitteln fürs Gehirn

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass viele „Beweise“ und „Nachweise“ in Wahrheit lediglich Vermutungen und Annahmen sind.

Durch eine geschickte Formulierung wird dem Leser der Verkaufstexte aber suggeriert, dass nachgewiesen oder sogar bewiesen wurde, dass die Einnahme eines bestimmten Nahrungsergänzungsmittels zu einer Verbesserung dieser oder jener Körperfunktion geführt hat.

Tatsächlich stammen die gewonnenen Daten häufig aus Experimenten an Tieren, die in Gefangenschaft lebten, und deren Gehirne daher sozusagen vor lauter Langeweile verkümmert waren. Diese Ergebnisse lassen sich nicht einfach so auf den Menschen übertragen.

Außerdem lassen sich bestimmte Parameter, wie beispielsweise die Gehirnleistung gar nicht so einfach messen.

Eine Studie an in Gefangenschaft lebenden Rhesusaffen zeigte beispielsweise, dass die Verabreichung bestimmter Omega-3-Fettsäuren über lange Zeiträume hinweg zu einer stärkeren Vernetzung bestimmter Hirnregionen führte.

Die entsprechenden Werbetexte suggerieren eine Verbesserung der Gehirnleistung beim Menschen.

Hier muss bedacht werden, dass die Gehirne der Affen aufgrund ihrer langen Gefangenschaft vermutlich nicht besonders gut trainiert waren, und sich vielleicht nur deswegen unter dem Einfluss der Omega-3-Fettsäuren verändert haben.

Aus dieser Beobachtung zu schließen, dass sich die Denkleistung eines gesunden Menschen in Freiheit durch die Einnahme der Fettsäure auf die gleiche Weise steigern lässt, ist sehr gewagt. Genau das wird in den Werbe- und Verkaufstexten allerdings suggeriert.

Die verdeckte Gefahr von Nootropika und Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel bergen eine Gefahr, die die meisten Menschen nicht auf dem Schirm haben: Unser westlicher Lebensstil begünstigt Faulheit. Wir lieben es, auf dem Sofa zu gammeln und Fast Food zu essen. Außerdem leiden viele von uns selbstverschuldet unter einem chronischen Schlafmangel.

Erst wenn der Leidensdruck in Form eines schlechten Gewissens groß genug ist, tun wir etwas für unsere Gesundheit: Sport, gesunde Ernährung, Entspannung und Pausen.

Es ist ein gewisser Druck erforderlich, damit wir uns etwas Gutes tun. Nahrungsergänzungsmittel reduzieren diesen Druck, weil wir glauben, dass wir uns durch die Nahrungsergänzungsmittel bereits Gutes tun.

Diese Sichtweise entspricht dem, was sich in der Realität häufig beobachten lässt.

Das Problem in einem Satz: Das Gute ist der Feind des Besten

Für jedes Problem gibt es mehrere Lösungen. Es gibt sehr gute Lösungen, gute Lösungen, mittelmäßige Lösungen und Scheinlösungen.

Am Beispiel von Geld lässt sich dieses Konzept am besten erklären. Ich kann meine 1.000 Euro sehr gut, gut oder mittelmäßig anlegen.

Nach ein paar Tagen wird sich mein Kontostand bei jeder dieser drei Anlageformen nur unwesentlich verändert haben.

Über sehr lange Zeiträume werde ich bei der sehr guten Geldanlage um ein Vielfaches mehr Geld verdient haben, als bei der mittelmäßigen Geldanlange.

Für die Gesundheit sollte das gleiche gelten: Die beste Investition in die Gesundheit wirkt sich langfristig deutlich besser aus, als eine mittelmäßige Investition in die Gesundheit.

Fazit

Wenn du Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest, sei dir zumindest im Klaren darüber, zu welchem Zweck dies geschehen soll, und welche Möglichkeiten du sonst noch hättest, um diese Fähigkeit/Eigenschaft zu verbessern.

Dass viele Menschen einfach nur irgendetwas einwerfen, ohne genau zu wissen, warum sie das tun, zeigt sehr schön, wie sehr wir doch von der Werbung beeinflusst werden.

Wenn du deine Gehirnleistung (Konzentration etc.) verbessern möchtest, empfehle ich dir die Methoden aus meinem Übersichtsartikel über effektive Methoden zur Konzentrationssteigerung. Mit den dort beschriebenen Maßnahmen wirst du mehr erreichen können, als mit Nahrungsergänzungsmitteln, Nootropika und Co.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Gehirntuning

Nur der Vollständigkeit wegen hier noch eine Auflistung verschiedener Präparate, die mit einer Steigerung der Gehirnleistung beworben werden:

Diese Nahrungsergänzungsmittel könnten die Konzentration und Gehirnleistung verbessern

Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Dass mein Ziel mit dieser Seite nicht darin besteht, Nahrungsergänzungsmittel schönzureden, sollte mittlerweile klar geworden sein.

Astaxanthin – das super-Antioxidant

Chemisch betrachtet ist Astaxanthin ein fettlöslichen Carotinoid. Es ist der Farbstoff, der Krebstieren ihre charakteristische rote Färbung verleiht. Hergestellt wird Astaxanthin in Grünalgen, die von den Krebstieren gefressen werden.

Astaxanthin wirkt sich Studien zufolge positiv auf die Fruchtbarkeit und Immunabwehr von Fischen aus. Eine neuroprotektive und blutdrucksenkende Wirkung wurden außerdem bei Ratten nachgewiesen.

Astaxanthin gilt als das stärkste Antioxidant der Welt. Da es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, wird vermutet, dass es in Nerven- und Gehirnzellen Entzündungen reduzieren und freie Radikale abfangen könnte.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 16 €.

Es wird häufig empfohlen, Astaxanthin nicht in Form von Pillen, sondern auf natürlichem Wege aufzunehmen, beispielsweise in Form von Wildlachs oder Krillöl.

Krillöl

Das aus antarktischem Krill isolierte Öl hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Studien deuten auf eine für die Gesundheit positive Wirkung hin, aber die Ergebnisse sind umstritten. Vielleicht ist Krillöl „besser“ als Fischöl-Kapseln, vielleicht aber auch nicht.

Eine Dosis von 60 Kapseln kostet etwa 25 €.

L-Tyrosin

L-Tyrosin ist eine Vorstufe von Neurotransmittern wie Dopamin. Dopamin gilt als ein „Glückshormon“. Die Einnahme hoher Dosen L-Tyrosin führt zu einer Senkung des Dopaminspiegels.

Angeblich steigert die Einnahme von L-Tyrosin die Denkleistung, die Konzentrationsfähigkeit und die geistige Fitness. Stress wird angeblich reduziert.

Eine Dosis von 120 Kapseln kostet etwa 22 €.

Guarana-Extrakt

Guarana ist eine Pflanzenart die im Amazonasbecken vorkommt und zu den sogenannten Seifenbaumgewächsen zählt. Die koffeinhaltigen Samen haben eine anregende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 18 €.

Ginkgo biloba-Extrakt

Ginkgo ist eine Baumart, die ursprünglich aus China kommt, mittlerweile aber überall auf der Welt angepflanzt wird. Ginkgo fördert die Durchblutung und verbessert die Fließeigenschaften von Blut.

Ginkgo wird zur Behandlung von Gedächtnisstörungen und Konzentrationsstörungen eingesetzt. Ginkgo-Extrakt soll die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen fördern.

Eine Dosis von 365 Kapseln kostet etwa 22 €.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Gingko biloba

Docosahexansäure (DHA) / Eicosapentansäure (EPA)

Bei DHA und EPA handelt es sich um mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren. Sie werden von bestimmten Algen produziert und kommen in allen Lebewesen vor, die sich von diesen Algen (und von den Algenfressern) ernähren. Je weiter oben ein Lebewesen in der Nahrungskette steht, umso mehr DHA/EPA enthält es. Fette Seefische wie Lachs und Hering enthalten große Mengen dieser Fettsäuren.

Da es sich bei DHA/EPA um Membranbestandteile, insbesondere von Nerven- und Gehirnzellen handelt, soll sich die Einnahme von DHA/EPA positiv auf die Gehirnleistung auswirken.

DHA kann nachweislich den Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Langzeitversuche an Rhesusaffen deuten darauf hin, dass DHA älteren Menschen dabei helfen könnte, ihre kognitiven Fähigkeiten zu erhalten. Eine Verbesserung der Symptome bei ADHS wurde ebenfalls vermutet.

Eine Jahresdisis von 120 Kapseln kostet etwa 20 €.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Vitamine

Vitamin D

Die D-Vitamine sind eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, deren wichtigster Vertreter Vitamin D3 ist. Tatsächlich ist Vitamin D kein Vitamin, sondern ein so genanntes Protohormon. Der menschliche Körper kann Vitamin D auf seiner Haut selbst herstellen, wenn diese dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Die Fähigkeit der Haut Vitamin D herzustellen hängt neben der Hautfarbe auch vom Alter der jeweiligen Person ab. Je heller die Haut, und je jünger der Mensch, umso leichter wird Vitamin D synthetisiert.

In geringen Mengen ist Vitamin D auch in bestimmten Nahrungsmitteln enthalten, allerdings reicht die Menge des über die Nahrung aufgenommenen Vitamin D3 nicht aus um den Tagesbedarf zu decken.

Ein schwerer Vitamin D-Mangel, der in Deutschland selten ist, kann Demenz, Parkinson, Hirnleistungs- und Schlafstörungen sowie Tagesmüdigkeit begünstigen/verursachen.

Eine Jahresration von 365 Kapseln kostet 17 €.

B-Vitamine

Zu den B-Vitaminen zählen insgesamt acht wasserlösliche Vitamine. Mit Ausnahme von Vitamin B12 kann der Körper diese Vitamine nicht speichern, so dass sie kontinuierlich über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Unter anderem sind die B-Vitamine auch an der Bildung von Neurotransmitten beteiligt. Ein Mangel von B-Vitaminen kann mit Störungen des Gehirns, wie beispielsweise Stimmungsschwankungen, sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen einhergehen.

Dass ein Vitaminmangel einige Gehirnfunktionen beeinträchtigt, bedeutet natürlich nicht, dass ein Überschuss dergleichen diese Gehirnfunktionen über das normale Maß hinaus verbessert.

Eine Dosis mit 180 Tablette (enthält alle B-Vitamine) kostet etwa 15 €.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Schlau werden

Fazit: Sind Nootropika und Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll fürs Gehirn?

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können möglicherweise einen positiven Effekt auf die Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung haben. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Zusammenhänge sehr komplex sind, und dass die Studienlage längst nicht so klar und eindeutig ist, wie sie von den Verkaufstexten im Internet gerne dargestellt wird.

Fast jede Webseite, die Nahrungsergänzungsmittel erklärt, hat ein Interesse daran, diese Mittel möglichst vorteilhaft zu präsentieren, damit sie möglichst oft gekauft werden, sodass Geld in die Kasse gespült wird.

Es ist vermutlich kein Fehler, sich wohlüberlegt die eine oder andere Kapsel einzuwerfen. Bedingt durch unseren Lebenswandel, der viele von uns tagsüber in geschlossenen Räumen gefangen hält, ist eine künstliche Versorgung mit Vitamin D vor allem im Winter vermutlich keine schlechte Idee.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte sich um seine Vitamin B12-Versorgung kümmern.

Wer sich bislang mit Kaffee wach hält, kann es ja mal mit Guarana probieren. Guarana soll das Koffein langsamer ins Blut abgeben, als das bei Kaffee der Fall ist. Die Wirkung von Guarana hält also länger an, als die Wirkung von Kaffee.

Was man allerdings nicht tun sollte, ist zu glauben, dass man durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bereits genug für seine Gesundheit getan hat. Genau darin liegt meiner Ansicht nach nämlich die größte Gefahr.

Ich persönlich nehme übrigens keine Nahrungsergänzungsmittel. Zur Steigerung der Gehirnleistung empfehle ich, wie schon gesagt, die Methoden aus meinem Übersichtsartikel über effektive Maßnahmen zur Konzentrationssteigerung.

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Das vielleicht größte Problem unserer Zeit sind die allgegenwärtigen Ablenkungen, die uns in unserer persönlichen Entwicklung ausbremsen und denen die meisten Menschen mangels Wissen und wirksamer Strategien schutzlos ausgeliefert sind.

In seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration beleuchtet Jan den universellen und nachweislich wichtigsten Erfolgsfaktor Fokus und Konzentration tiefgründig und praxisnah.

Jan hat Chemie studiert und in Biochemie promoviert. Im Mai 2015 hat er die Webseite HabitGym gegründet. Im November 2017 haben 15.000 monatliche Leser Jans Artikel gelesen und 4.200 Follower folgen ihm in den Sozialen Netzwerken.

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