Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn – können Pillen das Gehirn verbessern?

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn machen ein großes Versprechen: eine bessere Konzentration und Denkleistung.

Dieser Artikel behandelt die Frage, ob es möglich ist, die Konzentrationsfähigkeit oder Denkleistung eines gesunden Menschen mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zu verbessern.

Warnung: Ich bin kein Arzt. Die Inhalte dieses Artikels sind meine persönliche Meinung. Ich gebe ausdrücklich keine Behandlungsempfehlung. Das Ziel dieses Artikels besteht darin, den Leser zum Nachdenken anzuregen.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn – Vorüberlegungen

Juristisch betrachtet sind Nahrungsergänzungsmittel keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel. Sie durchlaufen daher keine Zulassungsverfahren, die ihre Wirkungen sicherstellen, wie das bei Arzneimitteln der Fall ist.

Die Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln können also theoretisch einfach irgendetwas verkaufen, ohne den Nachweis erbringen zu müssen, dass das Mittel tatsächlich eine positive Wirkung hat.

Man kann nicht alle Mittel über einen Kamm scheren

Genau wie man nicht alle Nahrungsmittel (oder Arzneimittel) über einen Kamm scheren kann, können auch die Nahrungsergänzungsmittel nicht einfach allgemein betrachtet werden. Die Frage, ob Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn sinnvoll sind, kann also nicht pauschal beantwortet werden. Jedes einzelne Nahrungsergänzungsmittel muss separat betrachtet werden.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Pillen und Kapseln - Produkte der Pharmaindustrie

Woher kommt unser Wissen über die Wirkungsweise von Nahrungsergänzungsmitteln?

Viele Studien sind falsch

Traue keine Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Die gleiche Weisheit sollte auch für wissenschaftliche Studien gelten. Theoretisch müssten über 90 % der Studien, die von signifikanten Erkenntnissen berichten, reproduziert werden können. Tatsächlich lässt sich aber nur etwa die Hälfte dieser Studien reproduzieren.

Die Ergebnisse vieler Studien sind daher falsch und man sollte Studien allgemein mit größerer Vorsicht und Skepsis genießen, als das gemeinhin getan wird. Die falschen Studien müssen übrigens nicht zwangsweise bewusst manipuliert worden sein. Wissenschaftler sind auch nur Menschen, und für Menschen ist es nahezu unmöglich, zu 100 % objektiv zu sein. Eine Voreingenommenheit, auch wenn sie noch so klein ist, wird sich immer auf die Ergebnisse einer Studie auswirken.

Es wird einseitig zitiert

Abgesehen davon, dass viele Studien schlicht falsch sind, werden Studien natürlich auch einseitig zitiert. Das passiert insbesondere dann, wenn derjenige, der die Studien zitiert, ein finanzielles Interesse ein einer bestimmten Wahrheit hat.

Viele Webseiten sind Verkaufsseiten und keine Informationsseiten

Die meisten Webseiten, die man über Google findet, sind nicht dazu geeignet, sich objektiv über die Sinnhaftigkeit von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln zu informieren. Es handelt sich nicht um Informationsseiten, sondern um Verkaufsseiten, die aber oft wie Informationsseiten aufgemacht sind. Diese Seiten enthalten in der Regel sogenannte Affiliate-Links über die der Webseitenbetreiber für jeden vermittelten Kunden eine Provision erhält.

Da Nahrungsergänzungsmittel von vielen Menschen als „Wunderpillen“ angesehen werden, lässt sich damit sehr viel Geld verdienen. Es ist ein Milliardengeschäft. Das soll nicht heißen, dass bewusst betrogen wird. Man sich aber darüber im Klaren sein, dass die Industrie ein großes Interesse daran hat, die Produkte möglichst vorteilhaft anzupreisen.

Vielleicht objektiver: Das Bundesamt für Risikobewertung

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung, die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gehört. Das BfR vertritt die Meinung, dass Nahrungsergänzungsmittel bei Menschen ohne nachgewiesene Mängel unnötig sind. Die Stiftung Wahrentest vertritt die gleiche Sichtweise.

Warum die Informationslage so wenig eindeutig ist

Der menschliche Körper ist um Größenordnungen komplexer, als den meisten Menschen klar ist.

Auf den Verkaufsseiten für die Nahrungsergänzungsmittel sieht immer alles so klar und einfach aus: Substanz X ist wichtig für Y. Also kann Y durch die Einnahme von X verbessert werden. Diesem Glauben liegt ein sehr naives Menschenbild zugrunde, das in keinster Weise der Realität entsprechen muss.

Ein Beispiel: Antioxidantien

Da so genannte freie Radikale Zellen altern lassen, glaubte man, dass Antioxidantien, die im Reagenzglas dazu in der Lage waren, die freien Radikale „einzufangen“,  dazu auch im Körper in der Lage sein müssten. Man versprach sich eine lebensverlängernde Wirkung dieses Nahrungsergänzungsmittels.

Studien ergaben schließlich, dass das Gegenteil der Fall war: Die Sterblichkeit wurde durch die Einnahmen der Vitamine nicht vermindert, sondern erhöht! Anstatt das Leben zu verlängern, wurde das Leben durch die Einnahme der Mittel verkürzt.

Der menschliche Körper ist komplex

Es ist naiv, zu glauben, dass man eine Substanz X, die irgendwo im Körper gemeinsam mit Hunderten weiteren Substanzen vorkommt, einfach in isolierter Form oral einnehmen kann, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Jede oral aufgenommene Substanz durchläuft einen äußerst komplexen Prozess aus aktiven und passiven Transportvorgängen und chemischen Umwandlungen. Jede Substanz hat das Potential, in körpereigene Regelkreise einzugreifen, also Schalter umzulegen, die den Körper in einen anderen Zustand versetzen. Niemand kann abschätzen, wie die langfristigen Folgen aussehen. Was im Körper auf molekularer Ebene exakt abläuft, ist im Detail überhaupt noch nicht verstanden.

Man schätzt übrigens, dass unsere Lebensmittel etwa 10.000 verschiedene Nährstoffe mit einem Einfluss auf unser Wohlbefinden enthalten. Viele dieser Substanzen sind noch unbekannt. Es ist wenig wahrscheinlich, dass ausgerechnet jene Mittel, die derzeit als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich sind,  eine Mangelernährung ausgleichen können. Genau das ist aber eines der Hauptargumente der Industrie.

Nahrungsergänzungsmittel können vielleicht eine Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für eine gesunde Lebensweise sein

Nahrungsergänzungsmitteln können niemals ein Ersatz für ausreichende körperliche Bewegung und gesunden Schlaf sein. Wer sich nicht bewegt und/oder zu wenig schläft, kann das mit Nahrungsergänzungsmitteln nicht kompensieren.

Es gibt keine Beweise für oder gegen die Wirkungsweise von Nahrungsergänzungsmitteln fürs Gehirn

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass viele „Beweise“ und „Nachweise“ in Wahrheit lediglich Vermutungen und Annahmen sind. Durch eine geschickte Formulierung wird dem Leser der Verkaufstexte suggeriert, dass nachgewiesen oder sogar bewiesen wurde, dass die Einnahme eines bestimmten Nahrungsergänzungsmittels zu einer Verbesserung dieser oder jener Körperfunktion geführt hat. Tatsächlich stammen die gewonnenen Daten häufig aus Experimenten an Tieren, die in Gefangenschaft lebten. Diese lassen sich nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen.

Außerdem lassen sich bestimmte Parameter, wie beispielsweise die Gehirnleistung gar nicht messen.

Eine Studie an in Gefangenschaft lebenden Rhesusaffen zeigte, dass die Verabreichung bestimmter Omega-3-Fettsäuren über lange Zeiträume hinweg zu einer stärkeren Vernetzung bestimmter Hirnbereiche führte. Die entsprechenden Werbetexte suggerieren eine Verbesserung der Gehirnleistung beim Menschen.

Hier muss bedacht werden, dass die Gehirne der Affen aufgrund ihrer langen Gefangenschaft vermutlich „verkümmert“ waren und sich vielleicht nur deswegen unter dem Einfluss der Omega-3-Fettsäuren verändert haben. Aus dieser Beobachtung zu schließen, dass sich die Denkleistung eines gesunden Menschen in Freiheit durch die Einnahme der Fettsäure auf die gleiche Weise steigern lässt, ist sehr gewagt. Genau das wird in den Werbe- und Verkaufstexten allerdings gerne suggeriert.

Die verdeckte Gefahr von Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel bergen eine Gefahr, die die meisten Menschen nicht auf dem Schirm haben. Unser westlicher Lebensstil begünstigt Faulheit. Wir lieben es, auf dem Sofa zu gammeln und Fast Food zu essen. Außerdem leiden viele von uns selbstverschuldet unter einem chronischen Schlafmangel.

Erst wenn der Leidensdruck in Form eines schlechten Gewissens groß genug ist, tun wir etwas für unsere Gesundheit: Sport, gesunde Ernährung, Entspannung und Pausen. Es ist ein gewisser Druck erforderlich, damit wir uns etwas Gutes tun. Nahrungsergänzungsmittel reduzieren diesen Druck, weil wir glauben, dass wir uns durch die Nahrungsergänzungsmittel bereits Gutes tun. Diese Sichtweise entspricht dem, was sich in der Realität häufig beobachten lässt.

Das Problem in einem Satz: Das Gute ist der Feind des Besten

Für jedes Problem gibt es mehrere Lösungen. Es gibt sehr gute Lösungen, gute Lösungen, mittelmäßige Lösungen und Scheinlösungen. Am Beispiel von Geld lässt sich dieses Konzept am besten erklären. Ich kann meine 1.000 Euro sehr gut, gut oder mittelmäßig anlegen. Nach ein paar Tagen wird sich mein Kontostand bei jeder dieser drei Anlageformen nur unwesentlich verändert haben.

Über sehr lange Zeiträume werde ich bei der sehr guten Geldanlage um ein Vielfaches mehr Geld verdient haben, als bei der mittelmäßigen Geldanlange. Für die Gesundheit sollte das gleiche gelten: Die beste Investition in die Gesundheit wirkt sich langfristig deutlich besser aus, als eine mittelmäßige Investition in die Gesundheit.

Fazit

Wenn du Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest, sei dir zumindest im Klaren darüber, zu welchem Zweck dies geschehen soll und welche Möglichkeiten du sonst noch hättest, um diese Fähigkeit/Eigenschaft zu verbessern.

Dass viele Menschen einfach nur irgendetwas einwerfen, ohne genau zu wissen, warum sie das tun, zeigt sehr schön, wie sehr wir doch von der Werbung beeinflusst werden.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Gehirntuning

Diese Nahrungsergänzungsmittel könnten die Konzentration und Gehirnleistung verbessern

Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bei den Links handelt es sich um Affiliate-Links, d.h. ich bekomme eine (kleine) Provision, falls du die Nahrungsergänzungsmittel über diese Links einkaufst. Für dich entsteht natürlich kein Nachteil.

Dass mein Ziel mit dieser Seite nicht darin besteht, Nahrungsergänzungsmittel schönzureden, sollte mittlerweile klar geworden sein.

Astaxanthin – das super-Antioxidant

Chemisch betrachtet ist Astaxanthin ein fettlöslichen Carotinoid. Es ist der Farbstoff, der Krebstieren ihre charakteristische rote Färbung verleiht. Hergestellt wird Astaxanthin in Grünalgen, die von den Krebstieren gefressen werden.

Astaxanthin wirkt sich Studien zufolge positiv auf die Fruchtbarkeit und Immunabwehr von Fischen aus. Eine neuroprotektive und blutdrucksenkende Wirkung wurden außerdem bei Ratten nachgewiesen.

Astaxanthin gilt als das stärkste Antioxidant der Welt. Da es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, wird vermutet, dass es in Nerven- und Gehirnzellen Entzündungen reduzieren und freie Radikale abfangen könnte.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 16 €.

Es wird häufig empfohlen, Astaxanthin nicht in Form von Pillen, sondern auf natürlichem Wege aufzunehmen, beispielsweise in Form von Wildlachs oder Krillöl.

Krillöl

Das aus antarktischem Krill isolierte Öl hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Studien deuten auf eine für die Gesundheit positive Wirkung hin, aber die Ergebnisse sind umstritten. Vielleicht ist Krillöl „besser“ als Fischöl-Kapseln, vielleicht aber auch nicht.

Eine Dosis von 60 Kapseln kostet etwa 25 €.

L-Tyrosin

L-Tyrosin ist eine Vorstufe von Neurotransmittern wie Dopamin. Dopamin gilt als ein „Glückshormon“. Die Einnahme hoher Dosen L-Tyrosin führt zu einer Senkung des Dopaminspiegels.

Angeblich steigert die Einnahme von L-Tyrosin die Denkleistung, die Konzentrationsfähigkeit und die geistige Fitness. Stress wird angeblich reduziert.

Eine Dosis von 120 Kapseln kostet etwa 22 €.

Guarana-Extrakt

Guarana ist eine Pflanzenart die im Amazonasbecken vorkommt und zu den sogenannten Seifenbaumgewächsen zählt. Die koffeinhaltigen Samen haben eine anregende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 18 €.

Ginkgo biloba-Extrakt

Ginkgo ist eine Baumart, die ursprünglich aus China kommt, mittlerweile aber überall auf der Welt angepflanzt wird. Ginkgo fördert die Durchblutung und verbessert die Fließeigenschaften von Blut.

Ginkgo wird zur Behandlung von Gedächtnisstörungen und Konzentrationsstörungen eingesetzt. Ginkgo-Extrakt soll die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen fördern.

Eine Dosis von 365 Kapseln kostet etwa 22 €.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Gingko biloba

Docosahexansäure (DHA) / Eicosapentansäure (EPA)

Bei DHA und EPA handelt es sich um mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren. Sie werden von bestimmten Algen produziert und kommen in allen Lebewesen vor, die sich von diesen Algen (und von den Algenfressern) ernähren. Je weiter oben ein Lebewesen in der Nahrungskette steht, umso mehr DHA/EPA enthält es. Fette Seefische wie Lachs und Hering enthalten große Mengen dieser Fettsäuren.

Da es sich bei DHA/EPA um Membranbestandteile, insbesondere von Nerven- und Gehirnzellen handelt, soll sich die Einnahme von DHA/EPA positiv auf die Gehirnleistung auswirken.

DHA kann nachweislich den Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Langzeitversuche an Rhesusaffen deuten darauf hin, dass DHA älteren Menschen dabei helfen könnte, ihre kognitiven Fähigkeiten zu erhalten. Eine Verbesserung der Symptome bei ADHS wurde ebenfalls vermutet.

Eine Jahresdisis von 120 Kapseln kostet etwa 20 €.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Vitamine

Vitamin D

Die D-Vitamine sind eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, deren wichtigster Vertreter Vitamin D3 ist. Tatsächlich ist Vitamin D kein Vitamin, sondern ein so genanntes Protohormon. Der menschliche Körper kann Vitamin D auf seiner Haut selbst herstellen, wenn diese dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Die Fähigkeit der Haut Vitamin D herzustellen hängt neben der Hautfarbe auch vom Alter der jeweiligen Person ab. Je heller die Haut, und je jünger der Mensch, umso leichter wird Vitamin D synthetisiert.

In geringen Mengen ist Vitamin D auch in bestimmten Nahrungsmitteln enthalten, allerdings reicht die Menge des über die Nahrung aufgenommenen Vitamin D3 nicht aus um den Tagesbedarf zu decken.

Ein schwerer Vitamin D-Mangel, der in Deutschland selten ist, kann Demenz, Parkinson, Hirnleistungs- und Schlafstörungen sowie Tagesmüdigkeit begünstigen/verursachen.

Eine Jahresration von 365 Kapseln kostet 17 €.

B-Vitamine

Zu den B-Vitaminen zählen insgesamt acht wasserlösliche Vitamine. Mit Ausnahme von Vitamin B12 kann der Körper diese Vitamine nicht speichern, so dass sie kontinuierlich über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Unter anderem sind die B-Vitamine auch an der Bildung von Neurotransmitten beteiligt. Ein Mangel von B-Vitaminen kann mit Störungen des Gehirns, wie beispielsweise Stimmungsschwankungen, sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen einhergehen.

Dass ein Vitaminmangel einige Gehirnfunktionen beeinträchtigt, bedeutet natürlich nicht, dass ein Überschuss dergleichen diese Gehirnfunktionen über das normale Maß hinaus verbessert.

Eine Dosis mit 180 Tablette (enthält alle B-Vitamine) kostet etwa 15 €.

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn - Schlau werden

Fazit – sind Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn sinnvoll?

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können möglicherweise einen positiven Effekt auf die Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung haben. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Zusammenhänge sehr komplex sind, und dass die Studienlage längst nicht so klar und eindeutig ist, wie sie von den Verkaufstexten im Internet gerne dargestellt wird.

Fast jede Webseite, die Nahrungsergänzungsmittel erklärt, hat ein Interesse daran, diese Mittel möglichst vorteilhaft zu präsentieren, damit sie möglichst oft gekauft werden, sodass Geld in die Kasse gespült wird.

Es ist vermutlich kein Fehler, sich wohlüberlegt die eine oder andere Kapsel einzuwerfen. Bedingt durch unseren Lebenswandel, der viele von uns tagsüber in geschlossenen Räumen gefangen hält, ist eine künstliche Versorgung mit Vitamin D vor allem im Winter vermutlich keine schlechte Idee.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte sich um seine Vitamin B12-Versorgung kümmern.

Wer sich bislang mit Kaffee wach hält, kann es ja mal mit Guarana probieren. Guarana soll das Koffein langsamer ins Blut abgeben, als das bei Kaffee der Fall ist. Die Wirkung von Guarana hält also länger an, als die Wirkung von Kaffee.

Was man allerdings nicht tun sollte, ist zu glauben, dass man durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bereits genug für seine Gesundheit getan hat. Genau darin liegt meiner Ansicht nach nämlich die größte Gefahr.

(Worauf es bei der Gehirngesundheit, insbesondere im Hinblick auf geistige Fitness bis ins hohe Alter, am meisten ankommt, erfährst du in diesem Artikel).

Ich persönlich nehme übrigens keine Nahrungsergänzungsmittel.

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ÜberJan

Jan ist promovierter Chemiker und kommt aus der Nähe von Freiburg. Er hat die Webseite HabitGym ins Leben gerufen um das nachzuholen, was die Schule versäumt hat.

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