Wochenarbeitszeit – Wenn du das klug umsetzt, reichen dir vielleicht 20 Stunden (anstatt 40+)

Die Wochenarbeitszeit lässt sich reduzieren indem man Ablenkungen entfernt und sich mehr Energie verschafft

Die Wochenarbeitszeit liegt trotz der vielen technischen Fortschritte nach wie vor bei etwa 40 Stunden. Dabei reichen stressfreie 20 Stunden pro Woche möglicherweise völlig aus. In diesem Artikel erfährst du, wie du die Zeit, die du für deine Arbeit brauchst, halbieren kannst, ohne dabei in Stress zu geraten.

Bertrand Russell, einer der bekanntesten Mathematiker und Philosophen des 20. Jahrhunderts, hat prognostiziert, dass die Menschen in der Zukunft aufgrund des technischen Fortschritts nur noch 20 Stunden pro Woche arbeiten werden.

Das war im Jahre 1932.

Heute, über 80 Jahre später, ist der technische Fortschritt kaum zu übersehen. Wir sind in der Zukunft angekommen.

Die wöchentliche Arbeitszeit liegt dennoch nicht bei 20 Stunden, sondern doppelt so hoch.

Was ist schiefgelaufen?

Im Prinzip hatte Russell mit den 20 Wochenstunden recht, aber …

Lass mich das Problem an einem Beispiel verdeutlichen: In einer kürzlich durchgeführten Studie kam heraus, dass uns unsere Smartphones auch dann bei der Arbeit behindern, wenn die Geräte mucksmäuschenstill mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegen.

Und sogar von den Hosen- und Handtaschen aus und ohne zu klingeln oder zu vibrieren, sind die Geräte noch dazu in der Lage, uns die geistige Arbeit zu erschweren.

Die Erklärung der Wissenschaftler: Nicht an das Smartphone zu denken, ist ein (unbewusster) geistiger Prozess, der genau jene Energie verbraucht, die wir eigentlich für das konzentrierte Arbeiten bräuchten. Das ist ungefähr so, wie ein Auto mit angezogener Handbremse zu fahren.

Der technische Fortschritt bremst uns also beim Denken aus, und zwar auf eine Art und Weise die viele Menschen vermutlich nicht auf dem Schirm hatten.

Das Smartphone ist nur die Spitze eines Eisberges, der viel tiefer geht.

Wer regelmäßig mit dem Computer oder Tablet auf Facebook, YouTube und Co. unterwegs ist, wird beim „richtigen“ Arbeiten an diesen Geräten auch dann ausgebremst werden, wenn Facebook, YouTube und Co. im Browser gar nicht geöffnet sind. Der Wirkmechanismus ist in etwa der gleiche wie beim Smartphone.

(Übrigens kannst du mit Tipp Nr. 4 aus meinem kleinen gratis Ratgeber 5 Tipps für einen klaren Kopf ganz einfach erreichen, dass dir die Geräte so gut wie gar keine geistige Energie mehr rauben – selbst dann nicht, wenn sie direkt vor dir auf dem Tisch liegen.)

Neben Computern und Smartphones gibt es noch viele weitere Energieräuber

Auch die billige Nahrung, die wir insbesondere bei Zeitknappheit so gerne konsumieren, lähmt unseren Geist zumindest temporär. Das gleiche gilt für den weitverbreiteten Bewegungsmangel.

Es wird sogar noch unglaublicher: Auch eine große Anzahl von Wahlmöglichkeiten, zum Beispiel in den Geschäften, lähmt unseren Geist, wie Barry Schwatz in seinem Buch Anleitung zur Unzufriedenheit (oder wahlweise auch in seinem TED-Talk) eindrucksvoll darlegt:

Das alles hat nichts mit Dummheit oder Intelligenz zu tun

Die Menschen sind keinesfalls dümmer geworden. Der durchschnittliche IQ hat seit Bertrand Russells Prophezeiung deutlich zugelegt. Trotzdem bremst uns der Fortschritt in Form einiger unserer Errungenschaften permanent aus. Wir bringen unsere PS einfach nicht mehr auf die Straße.

Was vielen Lesern neu sein dürfte: Ablenkungen lenken uns nicht nur in dem Moment ab, in dem wir ihnen ausgesetzt sind. Viele Ablenkungen haben eine Fernwirkung: Sie lenken uns auch dann noch ab, wenn wir uns in Sicherheit fühlen. Neben Smartphone, Computer und Social Media, gilt das beispielsweise für einen großen Teil der Inhalte aus den Medien.

Es scheint fast so, als sei die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit eine Konstante, die sich daraus ergibt, dass die effektive Leistungsfähigkeit der Menschen in genau dem Maße abnimmt, in dem der technische Fortschritt zunimmt. Natürlich gibt es da keine strenge Kausalität. Es ist wohl eher so, dass wir den schleichenden Eintritt in die Matrix nur deswegen hinnehmen, weil wir ja scheinbar gar nichts verlieren.

Was uns außerdem noch daran hindert, den Kampf gegen den subtilen Aufmerksamkeitsdiebstahl anzutreten, ist die Tatsache, dass es nicht einen einzelnen Bösewicht gibt, den es zu bekämpfen gilt.

Das Verbrechen wird von einer Vielzahl keiner Schurken ausgeübt, die uns jeweils nur einen verschwindend kleinen Teil unserer Ressourcen stehlen – das aber sehr oft. Unterm Strich kommt so einiges zusammen – vielleicht genau jene 20 Stunden pro Woche, die in Russells Rechnung fehlen?

Was kann man tun?

Um die verlorenen 20 Stunden zu finden, kann es manchmal hilfreich, sich zunächst sämtliche falschen Lösungswege ins Bewusstsein zu rufen.

Was garantiert nicht hilft:

  • Versuchen, Andere und/oder sich selbst dazu zu bringen, sich einfach mehr anzustrengen, zum Beispiel durch irgendwelchen Motivations-Quatsch (Tschakka, gib 110 %)
  • Schuldzuweisung jeder Art (Böses Facebook, böse Medien, dumme Menschen, mimimi)
  • Das Problem zu ignorieren und untätig auf bessere Ergebnisse hoffen

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit 😉

Nicht jeder leidet in gleicher Weise unter dem Problem. Wer das „Glück“ hat, als Beamter oder Sachbearbeiter in einem Großkonzern seine Zeit absitzen zu dürfen, hat vielleicht gar kein Interesse daran, die gleichen Ergebnisse in kürzerer Zeit zu erzielen. Es soll ja auch Umgebungen geben, in denen Leistung mit noch mehr stumpfsinniger Arbeit bestraft wird, wohingegen sich Faulheit auszahlt.

Für viele andere Arten der Beschäftigung gilt das aber nicht: Selbstständige, Freiberufler, Unternehmer, Studenten, Doktoranden, Abiturienten … sie alle würden sehr davon profitieren, all die kleinen Schurken und Bösewichte auf Nimmerwiedersehen dorthin zurück zu schicken, wo sie hergekommen sind.

Die Triviallösung, die darin besteht, einfach auf alles Neue zu verzichten, ist natürlich großer Quatsch. Die Technik hat unser Leben ja definitiv verbessert.

Was tatsächlich hilft

Grundsätzlich gilt: Ein komplexes Problem bedarf einer (mindestens) ebenso komplexen Lösung. Das ist ein Naturgesetz. Wer versucht, ein komplexes Problem mit einfachen Lösungen zu „bombardieren“ erreicht nur das, was zum Beispiel die Eingriffe im Irak, in Afghanistan und in Syrien erreicht haben: ein noch viel größeres Problem.

Ein guter Ansatz kommt vom Automobilkonzern Toyota und besteht darin, fünfmal hintereinander nach der Ursache eines Problems zu fahnden (5-mal „warum“ fragen). Nur so dringt man bis zu den wahren Ursachen des Problems vor, anstatt bloß weitere Symptome freizulegen. Die Zahl fünf ist natürlich nicht in Stein gemeißelt.

Ein Beispiel …

Q1: Warum wird unsere geistige Leistungsfähigkeit verringert?
A1: Weil wir Energie verbrauchen, indem wir permanent (unterbewusst) den Impuls unterdrücken, das Gerät zu benutzen.

Q2: Warum gibt es diesen Impuls?
A2: Weil das Smartphone für unser Gehirn eine einfache Möglichkeit bietet, einen Dopamin-Ausstoß zu bewirken, sich also eine Belohnung zu verschaffen.

Q3: Das Smartphone an sich?
A3: Nein, es geht nicht um das Gerät selbst, sondern um die Dinge, die wir mit dem Smartphone machen.

Q4: Was ist wenn wir es ausschalten oder in den Nebenraum bringen?
A4: Dann erzeugt das Gehirn einfach andere Impulse: das Gerät anzuschalten oder aus dem Nebenraum zu holen.

Q5: Kann man irgendwie erreichen, dass das Gehirn nicht mehr daran interessiert ist, sich über das Smartphone eine Belohnung zu verschaffen?
A5: Ja, das ist möglich. Die Methode wird in meinem kleinen gratis Ratgeber Meine 5 besten Tipps für einen klaren Kopf erklärt (Tipp Nr. 4).

Heutzutage gibt es ganz viele verschiedene Ablenkungen, die sich mit jeweils maßgeschneiderten Taktiken stummschalten lassen

Diese Taktiken zu entwickeln, bedeutet letztlich, eine mühselige Fleißarbeit, die im Grunde jeder selbst machen kann, wenn er genug Zeit hat und sich dazu aufraffen kann.

Die Vorgehensweise ist ungefähr so:

  • Die verbreitetsten Zeit- und Energieräuber identifizieren
  • Den jeweiligen Wirkmechanismus erforschen (5-mal „warum“ fragen)
  • Eine einfache Lösung finden, die das Problem mit möglichst wenig Aufwand effektiv beseitig
  • Testen ob die Lösung funktioniert

Wenn du das alles selbst machen willst: Viel Spaß!

Ich habe diese Arbeit gerade hinter mir und es hat sehr lange gedauert. Einige Monate! Probleme wirklich zu lösen ist nicht einfach. Deswegen doktern die meisten Menschen heutzutage nur noch an den Symptomen rum. Sie werfen irgendwelche Pillen und ein fühlen sich hinterher leistungsfähiger. Problem gelöst? Nein, nur der Placebo-Effekt. Wie sollen Pillen das Problem denn lösen, wenn das Problem zu großen Teilen außerhalb des Körpers ist? Schaue dir am besten diesen Beitrag von Galileo an, dann weißt du, was ich meine: Steigern diese Tabletten wirklich die Gehirnleistung?

Ich bin übrigens bereit, meine allgemeingültigen Lösungstaktiken mit dir zu teilen. So kannst du dir den großen Aufwand sparen. Lasse mir einfach deine Email Adresse da, indem du den kostenlosen Ratgeber anforderst, und du erfährst in den nächsten Tagen, wie es weiter geht.

Die Alternative kennst du ja schon: 40 Stunden pro Woche brauchen, obwohl du das alles vielleicht auch in 20 Stunden hinkriegen könntest 😉

P.S.: Die zunehmende Automatisierung wird uns in fast allen Berufen nach und nach den leichtesten Teil unserer Arbeit wegnehmen. Was bleibt sind also diejenigen Aufgaben, die besonders viel Konzentration und Gehirnschmalz erfordern. Heute schon effektive Lösungen zu finden, ist also eine kluge Investition in die Zukunft.

5/5 (1)

Diesen Beitrag bewerten

Teile diesen Artikel auf Social Media, damit deine Kontakte auch davon erfahren!
Facebooktwittergoogle_plusFacebooktwittergoogle_plus

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.