Bacopa monnieri

Geschrieben am 10. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

Die Blätter des kleinen Fettblatt (Bacopa monnieri) enthalten eine Reihe medi­zi­nisch nutzbarer Inhalts­stoffe. In der indischen Natur­heil­kunde (Ayurveda) wird die Pflanze schon seit Jahr­hun­derten genutzt, zum Beispiel zur Verbes­se­rung der Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit.

Mehrere rando­mi­sierte place­bo­kon­trol­lierte Doppel­blind­stu­dien haben den nootro­pi­schen Nutzen von Bacopa monnieri bei Menschen bestätigt. Unter­su­chungen zur Lang­zeit­to­xi­zität bei Menschen stehen aber noch aus.

Die Ergeb­nisse aus Tier­ex­pe­ri­menten deuten eher auf einen erheb­li­chen Schutz vor alters­be­dingter Neuro­de­ge­ne­ra­tion als auf eine progres­sive Toxizität hin (Quelle).

In einer place­bo­kon­trol­lierten Studie aus dem Jahr 2001 wurde die Wirkung von Bacopa monnieri auf das Gedächtnis gesunder Probanden unter­sucht. Dabei wurden minimal positive Effekte gefunden (Quelle).

Eine weitere Studie kam 2008 zu dem Ergebnis, dass Bacopa monnieri das Potential hat, die kognitive Leis­tungs­fä­hig­keit älterer Personen zu verbes­sern (Quelle).

In einer place­bo­kon­trol­lierten Doppel­blind­studie aus dem Jahr 2008 wurde gesunden Menschen 90 Tage lang Extrakte von Bacopa monnieri verab­reicht. Es kam zu einer signi­fi­kanten Verbes­se­rung des Arbeits­ge­dächt­nisses (Quelle).

In einer rando­mi­sierten place­bo­kon­trol­lierten Doppel­blind­studie aus dem Jahr 2010 sollte die Wirkung von Bacopa monnieri auf die Gedächt­nis­leis­tung von älteren Personen unter­sucht werden. Nach der 12-wöchigen Einnahme war die Gedächt­nis­leis­tung der Probanden, die das Bacopa monnieri-Extrakt erhalten hatten, signi­fi­kant verbes­sert. Neben dieser positiven Wirkung kam es in einigen Fällen zu Neben­wir­kungen wie zum Beispiel Bauch­krämpfen und Übelkeit (Quelle).

Eine Studie aus dem Jahr 2013 konnte die positive Wirkung der Gabe von Bacopa monnieri auf kognitive Funk­tionen nicht repro­du­zieren. Eine angst­lö­sende Wirkung konnte jedoch fest­ge­stellt werden (Quelle).

Gesund­heits­be­zo­gene Aussagen über Bacopa monnieri sind nicht erlaubt (Stand: 2019).

Als Nahrungs­er­gän­zungs­mittel ist Bacopa monnieri in Form von Kapseln und als Pulver erhält­lich – wegen des bitteren Geschmacks wird vom Pulver abgeraten. Es wird empfohlen, Bacopa monnieri zusammen mit einer Fett­quelle einzu­nehmen. Die Wirkung (wenn es sie denn gibt) einer täglichen Dosierung von 300–500 mg setzt erst nach 8–12 Wochen ein.

Wer Bacopa monnieri in Kombi­na­tion mit (verschrei­bungs­pflich­tigen) Medi­ka­menten einnehmen möchte, sollte vorher einen Arzt oder Apotheker fragen. Bei der Kombi­na­tion mit anderen Nootro­pika kann es zu Neben­wir­kungen wie Kopf­schmerzen, Magen­schmerzen oder Durchfall kommen.

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