5 Mythen und Wahr­heiten über den Weg zum Erfolg

Geschrieben am 28. Mai 2019 von Dr. Jan Höpker.

Wie wird man erfolg­reich? Dieser Artikel ersetzt 5 verbrei­tete Erfolgs-Mythen durch bittere Wahr­heiten. Zur Wieder­gut­ma­chung gibt es 7 Werkzeuge, die garan­tiert funk­tio­nieren. 

Was ist Erfolg?

Eine beliebte Defi­ni­tion lautet:

»Erfolg­reich ist wer erreicht, was er sich vorge­nommen hat.«

Diese Defi­ni­tion hat zwei Probleme.

  1. Sie bewertet nur das Ziel, dabei ist der Weg zum Ziel, gerade bei lang­fris­tigen Vorhaben, mindes­tens genauso wichtig.
  2. Sie bewertet alle Ziele gleich. Fakt ist aber: Nicht jedes selbst­ge­steckte Ziel ist ein gutes Ziel.

Diese Defi­ni­tion gefällt mir besser:

»Erfolg­reich ist wer eine Leiter hinauf­steigt, die an der richtigen Wand steht.«

Was Erfolg nicht ist

Zwar kann sich der persön­liche Erfolg auf den sozialen Status auswirken, aber Erfolg sollte nicht mit Status oder irgend­wel­chen Status­sym­bolen verwech­selt werden. Erfolg ist nicht die Kleidung, die jemand trägt, oder das Auto, das jemand fährt.

5 verbrei­tete Erfolgs-Mythen

Es ist gut und sinnvoll, persön­li­chen Erfolg anzu­streben, aber man sollte es aus den richtigen Gründen und mit realis­ti­schen Erwar­tungen tun. Die folgenden fünf Ideen führen nicht zum Ziel, sondern in die Irre.

Mythos #1: Erfolg löst alle Probleme

Erfolg­reich zu sein bedeutet nicht, keine oder weniger Probleme zu haben, im Gegenteil: Probleme sind eine Konstante im mensch­li­chen Leben. Der Weg zum Erfolg gleicht einer Straße, die mit Problemen gepflas­tert ist.

Ein großer Verhin­derer des Erfolgs ist die schlechte Ange­wohn­heit, vor Problemen davon­zu­laufen oder den Kopf in den Sand zu stecken. Erfolg­reiche Menschen sind ständig damit beschäf­tigt, für sich selbst und andere Menschen Probleme zu lösen. Je besser sie darin sind, umso größer ist ihr Erfolg.

Mythos #2: Erfolg­reiche Menschen sparen am Schlaf

Viele Leute glauben, erfolg­reiche Menschen würden am Schlaf sparen, um mehr Zeit für die Arbeit an ihren Zielen zu haben. Irrtum! Erfolg basiert nicht auf dem Einsatz von Zeit, sondern auf der Inves­ti­tion von Energie. Wer am Schlaf spart, bezahlt Zeit mit Energie, was ein schlechtes Geschäft ist.

Wer die erfolg­reichsten Menschen des Planeten studiert, wird zwar fest­stellen, dass es sich häufig um Kurz­schläfer handelt. Aus dieser Tatsache darf man aber nicht den Schluss ziehen, dass normale Menschen erfolg­rei­cher werden, indem sie weniger schlafen.

In dem sehr zu empfeh­lenden Buch Das große Buch vom Schlaf* erklärt der britische Schlaf­for­scher Matthew Walker, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die von Natur aus weniger Schlaf benötigen. Weniger als 1% der Menschen sind genetisch bedingte Kurz­schläfer. Diese Menschen haben einen Wett­be­werbs­vor­teil, weil ihnen mehr Zeit zur Verfügung steht, die sie nicht mit Energie bezahlen müssen. Dieser Wett­be­werbs­vor­teil sorgt dafür, dass sich unter ihnen besonders viele sehr erfolg­reiche Menschen befinden.

Mythos #3: Erfolg­reiche Menschen haben eine ausge­wo­gene Work-Life-Balance

Für viele außer­ge­wöhn­lich erfolg­reiche Menschen ist Work-Life-Balance ein Fremdwort. Sie brauchen keinen Ausgleich, denn die Arbeit an ihren Zielen raubt ihnen keine Energie, sondern gibt ihnen Energie.

Mythos #4: Intel­li­genz ist unwichtig

Es gibt keinen Zusam­men­hang der Art mehr IQ = mehr Erfolg, aber das bedeutet nicht, dass Intel­li­genz keine Rolle spielt, sondern, dass der IQ kein besonders gutes Maß für mensch­liche Intel­li­genz ist. IQ-Tests erfassen nicht das gesamte mensch­liche Intel­li­genz­spek­trum.

Ein gewisses Maß an Intel­li­genz ist eine Grund­vor­aus­set­zung für den Erfolg. Wie hoch das erfor­der­liche Mindestmaß an Intel­li­genz ist, hängt stark vom Bereich ab, in dem der Erfolg ange­strebt wird. In dem folgenden, nicht ganz unum­strit­tenen, Video wird der Zusam­men­hang von Jordan B. Peterson erklärt (auf Englisch).

Mythos #5: Fake it until you make it

Wer Neuland betritt, sieht sich häufig mit einem Henne-Ei-Problem konfron­tiert: Auf der einen Seite ist man auf die Unter­stüt­zung anderer Menschen ange­wiesen, aber auf der anderen Seite sind die Menschen erst dann zur Unter­stüt­zung bereit, wenn man bereits Erfolge vorzu­weisen hat. Schon in der Bibel heißt es:

»Wer da hat, dem wird gegeben … wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.«

Ein beliebter Ausweg aus diesem Dilemma ist das Vortäu­schen von Erfolg. Auf Englisch sagt man dazu: »Fake it until you make it«. Das Problem daran ist: In Zeiten des Internet ist Täuschung leicht zu durch­schauen. Wer Rezen­sionen und/oder Testi­mo­nials »fälscht« oder sich als Best­sel­ler­autor ausgibt, ohne bei Amazon auffindbar zu sein, fügt sich irrepa­ra­blen Schaden zu. Auch die Tatsache, dass sich das Betrügen nicht gerade vorteil­haft auf die eigene Moti­va­tion auswirkt, macht das Vortäu­schen von Erfolg zu einem dicken Minus­ge­schäft.

5 Wahr­heiten über den Weg zum Erfolg

#1 | Erfolg ist eine Treppe, keine Tür

Von außen betrachtet mag es so aussehen, als ob Menschen ganz plötzlich – quasi über Nacht – erfolg­reich werden. Was sich so plötzlich einstellt ist aber nicht der Erfolg, es sind die Auswir­kungen oder Folgen des bereits exis­tie­renden Erfolges.

Tony Robbins hat es so ausge­drückt:

»People are rewarded in public for what they practiced for years in private.«

(Auf Deutsch: Menschen werden in der Öffent­lich­keit für das belohnt, was sie jahrelang privat geübt haben.)

Schon in den 1980er Jahren hatte der schwe­di­sche Psycho­loge K Anders Ericsson heraus­ge­funden, dass dieje­nigen Menschen, die in irgend­einer Diszi­plinen große Erfolge feierten, zuvor intensiv geübt hatten. In den aller­meisten Fällen waren es 10.000 Stunden oder mehr. Ja, nur Übung macht den Meister. Doch Übung allein reicht noch nicht. Ericsson fand nämlich außerdem noch heraus, dass es auf die Art des Übens ankam: Nur deli­be­rate practise (auf Deutsch: gezieltes oder bewusstes Üben) führt zum Erfolg. In den meisten Fällen ist diese Art des Übens nur mit einem Trainer, Coach oder Mentor möglich.

Eine weitere wichtige Erkenntnis von Ericsson war, dass es kaum möglich ist, länger als etwa vier Stunden pro Tag gezielt bzw. bewusst zu üben. Anders formu­liert: Ausge­dehnte Pausen sind eine Grund­vor­aus­set­zung für Verbes­se­rung. Das heißt: Bis sich 10.000 Übungs­stunden ange­sam­melt haben, vergehen etwa zehn Jahre.

Dass der Weg zum Erfolg so lang und beschwer­lich ist, hat eine ungeheuer wichtige Impli­ka­tion:

Erfolg ist nur mit ehrlichem Interesse möglich

Oppor­tu­nismus ist eine schlechte Idee. Es macht keinen Sinn, irgend­wel­chen vermeint­li­chen Chancen oder Trends hinter­her­zu­laufen, die den einfachen, schnellen Erfolg verspre­chen, denn ohne ein ehrliches Interesse an der Sache wird niemand jahrelang durch­halten.

#2 | Alles oder nichts

Das Leben kann in drei große Bereiche unter­teilt werden:

  • Die körper­liche und geistige Gesund­heit
  • Das Sozi­al­leben
  • Der Beruf

Erfolg ist nur auf ganzer Linie möglich. Mit anderen Worten: Niemand kann auf Dauer in einem Lebens­be­reich erfolg­reich sein, während er in einem anderen Lebens­be­reich dauerhaft schlecht abschneidet. Es gilt: Alles oder nichts.

#3 | Erfolg ist ein Teamsport

Zwar fällt es einigen Menschen schwer, das zu akzep­tieren, aber wir sind nicht die alleinige Ursache unserer Resultate. Unser soziales Umfeld hat einen großen Anteil an unserem Erfolg und Miss­erfolg.

Jim Rohn hat es so formu­liert (5-Personen-Regel):

»Du bist der Durch­schnitt der fünf Personen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.«

Menschen, die in Kontakt zuein­ander stehen, beein­flussen sich gegen­seitig. Ob sie das wollen oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Man kann sich dem Einfluss durch das soziale Umfeld nicht wider­setzen. Meine Arbeits­moral wird ebenso von den Menschen in meinem sozialen Umfeld beein­flusst wie meine Moti­va­tion, mich gesund zu ernähren oder Sport zu treiben. Wer erfolg­reich sein möchte, muss für ein soziales Umfeld sorgen, das positiv abfärbt.

Wie kommt man an die richtigen Menschen?

Der Weg führt immer über Mehrwert. Es gibt zwei Möglich­keiten:

  1. Man bezahlt mit Geld für die Gesell­schaft der richtigen Menschen, zum Beispiel, indem man Seminare besucht oder kosten­pflich­tigen Master­mind-Gruppen beitritt.
  2. Man zieht die richtigen Menschen an, indem man ihr Interesse weckt. Wer ein gutes Ziel verfolgt, wird es nicht schwer­haben, Gleich­ge­sinnte anzu­ziehen.

#4 | Fehler sind gut

Dass Erfolg keine Tür, sondern eine Treppe ist (siehe #1), bedeutet nicht, dass es stetig bergauf geht. Erfolg ist immer mit Rück­schlägen verbunden. Einen großen Vorteil hat, wer es schafft, Rück­schläge nicht persön­lich zu nehmen und sie als wert­volles Feedback zu betrachten, aus dem sich sehr viel lernen lässt. Fehler sind ein gutes Zeichen! Alle erfolg­rei­chen Menschen haben Fehler gemacht – wahr­schein­lich haben sie sogar viel mehr Fehler gemacht als alle anderen Menschen.

Wer dauerhaft erfolg­reich sein möchte, muss lernen, konstruktiv mit Ablehnung und den damit verbun­denen negativen Gefühlen umzugehen. Es ist normal, Angst vor Ablehnung zu haben, aber diese Angst darf nicht zu Passi­vität führen.

#5 | Es kommt auf die richtigen Inputs an

In der Infor­matik gibt es das Konzept garbage in, garbage out (GIGO). Schlechte Inputs produ­zieren schlechte Outputs. GIGO gilt nicht nur für Computer, sondern auch für Menschen. Wer sein Gehirn mit minder­wer­tigen Daten füttert, braucht sich über vermeid­bare Fehl­schläge und Erfolg­lo­sig­keit nicht zu wundern. Wer hingegen für die richtigen Inputs sorgt, wird fast zwangs­läufig Erfolg haben. So gut wie alle erfolg­rei­chen Menschen lesen sehr viel (meist Sach­li­te­ratur), anstatt fern­zu­sehen oder Zeit auf Social Media zu verschwenden.

7 Werkzeuge für den Erfolg

#1 | Selbst­be­stimmtes Lernen

In einer Welt, die immer mehr zusam­men­wächst, wird es immer wichtiger werden, nicht nur im eigenen Fach­be­reich, sondern auf möglichst allen rele­vanten Gebieten am Ball zu bleiben. Ohne Lernen kein Erfolg.

#2 | Fokus­siertes Denken

Der viel­leicht größte Feind des Erfolges sind die allge­gen­wär­tigen Ablen­kungen. Leider nehmen Ablen­kungen nicht nur zahlen­mäßig zu, sie werden auch immer effek­tiver darin, unsere kostbare Zeit und Energie zu stehlen. Den meisten Menschen fällt es zunehmend schwer, Probleme und mögliche Lösungen gründlich zu durch­denken. Für dieje­nigen, die erfolg­reich sein wollen, ist das fatal, denn der Weg zum Erfolg ist dicht mit zu lösenden Problemen gepflas­tert.

Die Lösung: schrift­li­ches Denken, auch Schreib­denken genannt. Wer schrift­lich denkt, kann nach einer Ablenkung zumindest wieder an dem Punkt einsteigen, an dem er abgelenkt wurde. Schreib­denken hat außerdem den Vorteil, dass die Gedanken nicht im Arbeits­ge­dächtnis zwischen­ge­spei­chert werden müssen, weshalb man das Arbeits­ge­dächtnis dazu nutzen kann, über das Geschrie­bene nach­zu­denken.

#3 | Einen Umset­zungs­plan haben

Erfolg hängt nicht davon ab, ob man weiß, was zu tun ist, sondern, ob man das theo­re­ti­sche Wissen in die Praxis umsetzt. Der viel­leicht größte Unter­schied zwischen den erfolg­rei­chen und den erfolg­losen Menschen besteht darin, dass die Erfolg­rei­chen jene Dinge tun, von denen auch die Erfolg­losen wissen, dass sie getan werden sollten. Nicht irgend­eine Art von geheimem Wissen trennt den Erfolg vom Miss­erfolg, sondern die Umsetzung des bereits vorhan­denen Wissens. Anstatt noch mehr Zeit und Energie in die Anhäufung von Wissen zu stecken, sollte man sich mehr mit der prak­ti­schen Umsetzung befassen.

»Jetzt, da ich weiß, was zu tun ist … wie kann ich dafür sorgen, dass ich tatsäch­lich aktiv werden?«

Man braucht einen Umset­zungs­plan. Die einfachste Form eines Umset­zungs­plans ist ein Stück Papier, auf dem geschrieben steht was wann wie zu tun ist. Wer dem noch eine Belohnung für die erfolg­reiche Umsetzung sowie eine negative Konse­quenz im Versäum­nis­fall hinzufügt, befindet sich auf einem guten Weg.

#4 | Den Erfolg messen

Wann immer sich uns die Möglich­keit dafür bietet, betrügen wir uns selbst, um in einem güns­ti­geren Licht dazu­stehen und uns besser zu fühlen. Selbst­be­trug läuft größ­ten­teils unter­be­wusst ab. Das Problem daran ist, dass Selbst­be­trug zwar zu guten Gefühlen, aber nicht zum Erfolg führt.

Die Lösung: Den Erfolg messen, denn Zahlen lügen nicht. Viele Werte, wie zum Beispiel das Körper­ge­wicht, der Bauch­um­fang oder der Körper­fett­an­teil, lassen sich direkt messen. In anderen Fällen gelangt man nur durch Abschätzen an Messwerte, was zwar wieder Selbst­be­trug zulässt, aber doch besser ist als gar nicht zu »messen«. In vielen Fällen macht es Sinn, sich selbst auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten. Eine inter­es­sante Variante dieser Art der Selbst­eva­lu­ie­rung besteht darin, keine »7« zuzu­lassen. Der Grund: Wir neigen dazu, uns mit einer »7« zu bewerten, wann immer wir uns nicht festlegen wollen. Wenn die »7« aber verboten ist, muss man entweder eine »6« wählen, was in Richtung »schlecht« geht, oder aber eine »8«, was »gut« bedeutet.

#5 | Sich an den Besten orien­tieren

Wer auf einem bestimmten Gebiet erfolg­reich werden möchte, sollte Menschen analy­sieren, die bereits den Erfolg haben, den man sich für sich selbst wünscht. Aus mir unbe­kannten Gründen neigen wir Menschen dazu, uns an jenen zu orien­tieren, die nur knapp weiter sind als wir. Das ist ein Fehler. Es wäre besser, sich an denje­nigen zu orien­tieren, die den größten Erfolg haben, denn die haben schon mehr Fehler gemacht und entspre­chend mehr gelernt, weshalb sie jetzt weniger Fehler machen.

#6 | Möglichst viele Berater haben

Erfolg­reiche Menschen führen konstruk­tive Gespräche über ihre aktuellen Probleme, während die Erfolg­losen mit ihren Problemen hinter dem Berg halten oder nur jammern. Es ist sinnvoll, aktuelle Probleme zur Sprache zu bringen. Erstens ist ein Problem oft schon halb gelöst, sobald es klar formu­liert wurde, und zweitens sehen vier Augen mehr als zwei, d.h. je mehr Menschen über ein Problem nach­denken, umso leichter lässt es sich lösen. Dass man nicht mit jedem Menschen über jedes Problem sprechen sollte, versteht sich von selbst.

#7 | Visua­li­sieren? Ja, aber nur mit der WOOP-Technik

Visua­li­sie­rung ist ein Werkzeug, das von vielen Erfolgs­gurus wahr­schein­lich an Position #1 gesetzt worden wäre. Zu visua­li­sieren bedeutet, sich etwas bildhaft vor dem geistigen Auge vorzu­stellen. Wer ein bestimmtes Ziel erreichen möchte, so die gängige Empfeh­lung, sollte regel­mäßig das Erreichen dieses Ziels visua­li­sieren. Wie sieht es am Ziel aus? Wie fühlt es sich an, das Ziel erreicht zu haben? Auf diese Weise – so die Theorie – würde das Unter­be­wusst­sein darauf program­miert werden, das Ziel erreichen zu wollen und entspre­chend mitzu­helfen.

Klappt das wirklich? Eher nicht! Die Psycho­login Gabriele Oettingen hat die Ziel-Visua­li­sie­rung wissen­schaft­lich unter­sucht und ein Buch darüber geschrieben: Die Psycho­logie des Gelingens*. In ihren Expe­ri­menten wirkte sich die Visua­li­sie­rung der Ziel­er­rei­chung nicht positiv, sondern negativ auf die Moti­va­tion aus. Das heißt aber nicht, dass sie das Visua­li­sieren ablehnt, sondern, dass sie eine bessere Methode empfiehlt:

Die WOOP-Technik

Die Wirk­sam­keit der WOOP-Technik kommt daher, dass man sich nicht bloß mit den wünschens­werten Zielen, sondern auch mit etwaigen Hinder­nissen und mit einem konkreten Plan zur Ziel­er­rei­chung beschäf­tigt. Die WOOP-Technik besteht aus insgesamt 4 Schritten, die in der richtigen Reihen­folge durch­laufen werden müssen: Wish – Outcome – Obstacle – Plan. (Auf Deutsch: Wunsch – Ergebnis – Hindernis – Plan.)

Wish/Wunsch: Was wünsche ich mir wirklich? Der Wunsch sollte im Bereich des Möglichen liegen, aber er sollte auch eine Heraus­for­de­rung darstellen. Ein Wunsch könnte zum Beispiel darin bestehen, innerhalb von drei Monaten ein Buch zu schreiben.

Outcome/Ergebnis: In diesem Schritt stellt man sich das Ergebnis in seiner vollen Pracht vor dem geistigen Auge vor. Wie fühlt es sich an, das fertige Buch in den Händen zu halten. Wie fühlt es sich an, von anderen Menschen dafür gelobt zu werden? Bei diesem Schritt geht es darum ein möglichst positives Gefühl zu erzeugen. Es muss sich richtig gut anfühlen. Moti­va­tion ist eine rein emotio­nale Ange­le­gen­heit.

Obstacle/Hindernis: In diesem Schritt geht es darum, sich die Hinder­nisse, die zwischen dem Ist- und dem Wunsch­zu­stand liegen, so genau und detail­liert wie möglich vorzu­stellen.  Hier geht es darum, den wahren Kern des Problems zu finden. Das Erkennen der Hinder­nisse in Kombi­na­tion mit dem Wunsch wird die eigene Wahr­neh­mung der Situation verändern. Der Vorgang nennt sich mentales Kontras­tieren. Auf das Schreiben bezogen, könnte das Hindernis zum Beispiel darin bestehen, bestimmte Ablen­kungen aus dem Weg zu räumen.

Plan: Zuletzt muss man einen wenndann …-Plan entwi­ckeln, mit dem sich die größten Hinder­nisse umgehen lassen.

Man sollte diese vier Schritte immer wieder durch­gehen. Auf diese Weise bekommt man einen realis­ti­schen Blick auf die eigenen Ziele und Chancen und erhält die nötige Moti­va­tion, um das Ziel zu erreichen.

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Ich wünsche dir viel Erfolg!
Jan Höpker

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Eines Tages wachte ich auf und stellte fest, dass ich über viele spannende Themen nicht nur nichts wusste, sondern nicht einmal wusste, dass ich nichts über sie wusste (trotz Studium und Promotion). Seitdem lese ich viele schlaue Bücher und mache mir Gedanken, die ich auf dieser Webseite veröf­fent­liche.

Meine Artikel gehen in die Tiefe, weil ich für Ober­fläch­lich­keit keine Zeit habe. Warum die Seite HabitGym heißt? Weil es nicht darum geht, Dinge nur zu wissen, sondern Wissen auch anzu­wenden, was einiger Übung bedarf. Auch Geld ist nur ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Zurzeit arbeite ich übrigens an meiner zweiten Million – die erste Million hat leider nicht geklappt ;)

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2 Antworten auf 5 Mythen und Wahr­heiten über den Weg zum Erfolg

  1. AvatarAngelica sagt:

    Ich finde deinen Artikel sehr inter­es­sant.
    Es freut mich jedes Mal deinen News­letter. Es motiviert zum Nach­denken.

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