Fokus­sieren – So schlägst du die 6 Feinde des Fokus [2019]

Zuletzt aktua­li­siert am 26. März 2019 von Dr. Jan Höpker.

Sich auf eine einzige Tätigkeit fokus­sieren zu können, ist die Grund­vor­aus­set­zung für ein ange­nehmes Leben und Erfolg im Beruf. Fokus ist eine Fähigkeit, die zu erlernen immer wichtiger werden wird, denn die Anzahl der Feinde des Fokus nimmt stetig zu. In den nächsten 6 Minuten erfährst du, wie du die sechs größten Hürden schon bald über­wunden haben wirst.

Fokussieren lernen Tipps

Hinweis: Dies ist der dritte Teil einer Arti­kel­serie zum Thema Fokus und Konzen­tra­tion. Für weitere Teile der Serie, siehe weiter unten.

Konfuzius hat schon vor 2.500 Jahren gesagt:

Wer zwei Hasen gleich­zeitig jagt, wird keinen davon fangen!

Fokus macht das Leben leichter

Thomas studiert im sechsten Semester. Während seine Kommi­li­tonen auf die nächste Prüfung lernen, kämpft Thomas mal wieder nur mit sich selbst: Anstatt fokus­siert zu lernen, spielt er an seinem Smart­phone herum, während seine Gedanken auf Wander­schaft sind: Politik, Fern­seh­se­rien, die nächste große Reise … die Welt hat so viel Inter­es­san­teres zu bieten, als die Inhalte seiner Bücher. Doch abends im Bett quälen ihn die Gedanken an ein mögliches Scheitern und den damit verbun­denen Stress mit seinen Eltern. Er beschließt, die letzten verblei­benden Abende noch länger aufzu­bleiben, um den Stoff für die Prüfung auswendig zu lernen.

Paul, ein Kommi­li­tone von Thomas, steht sogar am Wochen­ende vor Sonnen­auf­gang auf, um die beste Zeit des Tages effektiv nutzen zu können. Obwohl die Prüfungen erst in zwei Wochen statt­finden wird, hat er den Stoff längst verstanden und sicher im Lang­zeit­ge­dächtnis abge­spei­chert. Wie schon Jahre zuvor beim Abitur, sieht er der Prüfung zuver­sicht­lich entgegen und verbringt die letzten Tage entspannt mit Lesen, Sport und ein wenig Wieder­ho­lung des Prüfungs­stoffes.

Wie kann es sein, dass Pauls Leben so viel entspannter ist? Warum ist er schon Wochen vor der Prüfung startklar, während Thomas noch Monate bräuchte, um den Stand von Paul zu erreichen?

Beide Studenten haben den gleichen IQ und sie haben die gleichen Vorle­sungen von den gleichen Dozenten gehört. Wenn man den Unter­schied mit einem einzigen Wort beschreiben wollte, dann wäre dieses Wort:

Fokus!

Paul kann sich besser fokus­sieren als Thomas. Dass er sich so viel besser schlägt, ist das Ergebnis mehrerer kleiner Unter­schiede, die in der Summe dafür sorgen, dass er fokus­siert lernen kann, während Thomas permanent unfo­kus­siert ist.

Sich fokus­sieren – Was bedeutet das?

Sich zu fokus­sieren bedeutet, die gesamte zur Verfügung stehende Energie für das Erreichen eines einzigen Ziels einzu­setzen, anstatt die Energie auf mehrere Ziele zu verteilen.

Der Unter­schied zwischen Fokus und Konzen­tra­tion

Fokus und Konzen­tra­tion sind zwei Paar Schuhe. Man kann fokus­siert sein, ohne konzen­triert zu sein, und man kann konzen­triert sein, ohne fokus­siert zu sein. Ein Schüler, der am Nach­mittag aufmerksam die Haus­auf­gaben für fünf verschie­dene Schul­fä­cher erledigt, ist konzen­triert, aber nicht fokus­siert. Ein anderer Schüler, der sich im Halb­schlaf mit den Aufgaben eines einzigen Schul­fachs beschäf­tigt, ist fokus­siert, aber nicht konzen­triert.

Um heraus­ra­gende Ergeb­nisse erzielen zu können, braucht man beides: Fokus und Konzen­tra­tion!

Fokus und Konzen­tra­tion bedingen sich gegen­seitig

Wer sich fokus­siert, kann sich auto­ma­tisch besser konzen­trieren. Und wer sich konzen­triert, wird dadurch auto­ma­tisch fokus­sierter. Im Gegensatz dazu sind Zerstreuung und Unkon­zen­triert­heit vorpro­gram­miert, wenn man auf vielen Hoch­zeiten gleich­zeitig tanzt. Je mehr Ziele du gleich­zeitig verfolgst, umso höher ist die Wahr­schein­lich­keit, dass eine Ablenkung mit einem anderen, als dem Ziel zu tun hat, mit dem du dich gerade beschäf­tigst. Ziel A lenkt dich von Ziel B ab. Ziel B lenkt dich von Ziel C ab. Und so weiter.

In naher Zukunft wird Fokus zu einer Notwen­dig­keit werden

Noch vor wenigen Jahr­zehnten musste ein Bäcker nur wenige Fehler vermeiden, um auto­ma­tisch an Kund­schaft zu kommen. Ob das Brot des Bäckers aus dem Nach­barort besser geschmeckt hat, spielte keine große Rolle, denn die Entfer­nung hat den Bäcker vor seinen (besseren) Konkur­renten geschützt.

Heut­zu­tage bieten Entfer­nungen kaum noch Schutz vor Konkur­renz. Anstatt vor Ort einzu­kaufen, bestellen wir immer mehr Waren online, die dann aus großer Entfer­nung ange­lie­fert werden. Dies führt dazu, dass immer mehr Geschäfts­be­reiche von einem einzigen großen Player dominiert werden. Wir alle kennen Google, Amazon und Facebook, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Gewinner bekommt den ganzen Kuchen

Bisher hat sich das the winner takes it all-Prinzip noch nicht überall durch­ge­setzt, aber es ist mit großen Schritten auf dem Vormarsch. Die logische Konse­quenz aus diesem Prinzip ist, dass man entweder der Gewinner oder ein Niemand ist. Mit Mittel­mä­ßig­keit lässt sich bald kein Blumen­topf mehr gewinnen. In naher Zukunft werden beispiels­weise keine mittel­mä­ßigen Rechts­an­wälte mehr gebraucht werden, weil sich der beste Rechts­an­walt digital klonen und dadurch Millionen Klienten gleich­zeitig vertreten kann. Der Rechts­an­walt der Zukunft ist kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern eine Software.

Wer als [hier belie­bigen Job einfügen] in den nächsten Jahr­zehnten irgend­eine Bedeutung haben möchte, muss zu den Besten der Besten gehören.

Es wird immer mehr Spezia­li­sie­rung geben

In Zukunft wird es zum Beispiel nicht mehr Tausende Allge­mein­ärzte geben, sondern Hunderte verschie­dene Spezia­li­sie­rungen, die von jeweils ein paar Dutzend Ärzten besetzt sein werden. Allge­mein­ärzte werden immer weniger gebraucht werden, weil dieje­nigen Patienten, die ihre Symptome gegoogelt haben, mehr über ihren Fall wissen werden, als ein Allge­mein­arzt.

Nischen werden die Zukunft sein

In Zukunft werden dieje­nigen erfolg­reich sein, die sich auf eine enge Nische fokus­sieren und innerhalb dieser Nische Spit­zen­klasse werden. Um das zu erreichen, braucht man Fokus!

Wie du deinen Fokus schärfen kannst

Ein starker Fokus setzt immer(!) ein attrak­tives Ziel voraus. Du wirst nur dann dauerhaft auf ein einziges Ziel hinar­beiten können, wenn du von deinem Ziel dauerhaft stark angezogen wirst. Dein Ziel muss attrak­tiver sein als die störenden Ablen­kungen. Und falls es Ablen­kungen gibt, die dich besonders stark anziehen, solltest du sie unbedingt abschirmen.

Der Fokus wird geschärft, indem Ablen­kungen syste­ma­tisch aus dem Weg geräumt werden!

Damit haben wir den ersten Feind des Fokus bereits ausfindig gemacht: Ablen­kungen.

5 weitere Feinde des Fokus

Unklar­heit über den Weg zum Ziel

Immer wenn du gerade verwirrt bist, weil die genauen Schritte zu deinem Ziel unklar sind, bist du besonders anfällig für Ablen­kungen. Eine wichtige Voraus­set­zung für einen scharfen Fokus ist daher Klarheit über die konkreten Schritte, die dich zum Ziel führen.

(Werbe­fi­nan­zierte) Medien

Insbe­son­dere die werbe­fi­nan­zierten Medien können als profes­sio­nelle Ablen­kungen bezeichnet werden, denn ihr Ziel besteht darin, unsere Aufmerk­sam­keit auf die Werbung zu lenken. Im Rahmen einer Medi­en­diät wird sich dein Fokus stark verbes­sern.

Stress

Der viel­leicht entschei­dende Grund, warum sich Thomas so schwertat, auf die Prüfung zu lernen, war Stress. Wenn sich immer mehr Stress­hor­mone in unserem Blut ansammeln, fällt das klare Denken zunehmend schwer. Auf ein lang­fris­tiges Ziel hinzu­ar­beiten, wird zu einem Ding der Unmög­lich­keit.

Das beste Mittel gegen Stress ist die aktive Stres­s­prä­ven­tion – den Stress gar nicht erst entstehen lassen. Zu den zweit­besten Mitteln gegen Stress zählen stress­re­du­zie­rende Maßnahmen, wie zum Beispiel Sport oder Spazier­gänge in der Natur. Leider neigen wir im Stress dazu, an genau diesen stress­re­du­zie­renden Akti­vi­täten zu sparen, um Zeit zu gewinnen. Dieser Schuss geht nach hinten los! Dass Paul so entspannt war, lag nicht etwa daran, dass er beim Lernen gut in der Zeit lag, im Gegenteil: Er lag gut in der Zeit, weil er im entspannten Stunden effektiv und effizient lernen konnte. (Der umge­kehrte Fall trifft natürlich auch zu.)

Multi­tas­king

Dass Multi­tas­king nicht nur inef­fektiv ist, sondern schadet, wurde in vielen wissen­schaft­li­chen Studien bestätigt. Multi­tasker werden von unwich­tigen Dingen abgelenkt, weil sie nicht dazu in der Lage sind, wichtige und unwich­tige Infor­ma­tionen im Kopf getrennt zu halten.

Du

Die Feinde des Fokus sind ebenso leicht zu recher­chieren, wie effektive Gegen­maß­nahmen. Dass wir (ich nehme mich da nicht aus) unfo­kus­siert sind, liegt nicht daran, dass uns Wissen fehlt, sondern daran, dass wir das Wissen nicht in die Praxis umsetzen. Der größte Feind unseres Fokus sind wir daher selbst!

P.S.: 30 TAGE MOTIVIERTER FOKUS ist eine einfache und effektive Strategie, die dich für 30 Tage an die Hand nimmt, bis dir das fokus­sierte Arbeiten zu einer Gewohn­heit geworden ist.

Die gesamte Serie

  1. Konzen­tra­tion steigern: 12 studi­en­ba­sierte Methoden.
  2. Es gibt nur 2 sinnvolle Konzen­tra­ti­ons­übungen (für Erwach­sene)
  3. Fokus­sieren – so schlägst du die 6 Feinde des Fokus!
  4. Wie du die Kontrolle über deine Aufmerk­sam­keit gewinnst
  5. Nahrungs­er­gän­zungs­mittel fürs Gehirn (in Arbeit)

Werde zur fokus­sier­testen Version von dir!

Ich wünsche dir viel Erfolg!
Jan Höpker

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Eines Tages wachte ich auf und stellte fest, dass ich über viele spannende Themen nicht nur nichts wusste, sondern nicht einmal wusste, dass ich nichts über sie wusste (trotz Studium und Promotion). Seitdem lese ich viele schlaue Bücher und mache mir Gedanken, die ich auf dieser Webseite veröf­fent­liche.

Meine Artikel gehen in die Tiefe, weil ich für Ober­fläch­lich­keit keine Zeit habe. Warum die Seite HabitGym heißt? Weil es nicht darum geht, Dinge nur zu wissen, sondern Wissen auch anzu­wenden, was einiger Übung bedarf. Auch Geld ist nur ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Zurzeit arbeite ich übrigens an meiner zweiten Million – die erste Million hat leider nicht geklappt ;)

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P.S.: Mitt­ler­weile bin ich selbst Autor mehrerer Bücher (siehe hier).

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2 Antworten auf Fokus­sieren – So schlägst du die 6 Feinde des Fokus [2019]

  1. Hi,
    das vorstellen der Feinde des Fokus hat mir wirklich sehr geholfen, denn so konnte ich diese aus meinem Alltag entfernen und fokus­siert bei meinen Aufgaben sein. Vorher hab ich mich zwar schon infor­miert gehabt doch auf die Elimi­nie­rung der Feinde hatte ich bis jetzt noch keinen Wert gelegt.

    • AvatarJan sagt:

      Hallo Nils,

      Danke für’s Kommen­tieren. Es freut mich wenn du dich jetzt besser fokus­sieren kannst. Bei vielen Problemen fragen wir Menschen uns aus irgend­einem Grund auto­ma­tisch, was wir noch so alles TUN könnten, um das Problem zu lösen. Auf die Idee, sich zu fragen, was man NICHT MEHR TUN sollte, kommen wir meist gar nicht.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg :)

      Viele Grüße,
      Jan

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