Frauen verstehen (Paarungs­ver­halten der Menschen aus Sicht der Evolution)

Männer verstehen - Frauen verstehen - Männer und Frauen aus Sicht der evolutionären PsychologieFrauen verstehen: In diesem Artikel erfährst du, was die evolu­tio­näre Psycho­logie über das Paarungs­ver­halten von Männern und Frauen heraus­ge­funden hat.

Das Wissen kann dir dabei helfen, das Verhalten und die Psyche von Männern und Frauen besser zu verstehen (auch dein eigenes Verhalten).

(Martin und Sven vom Blog Männ­lich­keit stärken hatten zu einer Blog­pa­rade zum Thema Männ­lich­keit & Weib­lich­keit einge­laden. Dieser Artikel ist mein Beitrag.)

Die Infor­ma­tionen in diesem Artikel stammen größ­ten­teils aus dem sehr zu empfeh­lenden Buch Evolu­tio­nary Psycho­logy: The New Science of the Mind (*) von David Buss.

Mit dem Wissen der evolu­tio­nären Psycho­logie Männer und Frauen besser verstehen

Die evolu­tio­näre Psycho­logie ist ein span­nender Forschungs­zweig, der einpräg­same Erklä­rungen für das Paarungs- und Sozi­al­ver­halten von Männern und Frauen anzu­bieten hat.

Warum verlieben sich Frauen in Arsch­lö­cher ...

... obwohl sie am Ende doch nur unter ihnen leiden, und sogar offen zugeben, dass sie lieber Gefühle für die netten Jungs hätten?

Warum wird jede zweite Ehe geschieden ...

... obwohl jedes einzelne Paar am Tag der Hochzeit absolut sicher ist, dass es für immer zusammen bleiben wird?

Achtung: Dieser Artikel könnte dein Weltbild zerstören

Wenn du weiterhin an die große Liebe und fürein­ander bestimmte Seelen (oder Topf und Deckel) glauben möchtest, solltest du den Artikel lieber nicht lesen.

Anstatt den Artikel zu lesen, kannst du dir übrigens auch einfach das folgende Video anschauen:

Weitere empfeh­lens­werte Artikel zum Thema Männ­lich­keit und Weib­lich­keit

Im Rahmen der Blog­pa­rade wurden über 80 lesens­werte Artikel geschrieben.

Hier ist eine kleine Auswahl:

Was ist evolu­tio­näre Psycho­logie?

Bestimmt hast du schon von der Paläo-Diät oder Stein­zeit­er­näh­rung gehört.

Diese Ernäh­rungs­weise basiert auf der Theorie, dass sich der mensch­liche Körper nur langsam an die sich wandelnden Lebens­be­din­gungen anpasst, sodass der Stoff­wechsel heutiger Menschen immer noch an das Nahrungs­mit­tel­an­gebot unserer stein­zeit­li­chen Vorfahren angepasst ist.

Die evolu­tio­näre Psycho­logie überträgt den Paläo-Gedanken auf unsere Psyche

Die evolu­tio­näre Psycho­logie geht davon aus, dass unsere Instinkte und Gefühle, die unser Paarungs- und Sozi­al­ver­halten maßgeb­lich mitbe­ein­flussen, noch an die alten Tage angepasst sind, und sich daher einfach erklären lassen, wenn man sich überlegt, wie sich Männlein und Weiblein in der Steinzeit verhalten haben.

Der evolu­tionär-psycho­lo­gi­sche Ansatz ist umstritten

Die evolu­tio­näre Psycho­logie steht auf wackligen Beinen. Ich möchte an dieser Stelle aber nicht näher auf die einzelnen Kritik­punkte eingehen.

(Wer sich dafür inter­es­siert, sollte den Artikel bei Wikipedia und insbe­son­dere den Abschnitt über die Modu­la­rität des Geistes lesen.)

Mann und Frau gehen bei der Part­ner­wahl unter­schied­lich vor

Das Theo­rie­ge­rüst der evolu­tio­nären Psycho­logie baut auf der Tatsache auf, dass die Frau deutlich mehr Zeit und Energie in die Produk­tion von Nachwuchs inves­tieren muss, als der Mann.

Ein Mann könnte theo­re­tisch einfach eine Frau schwän­gern und danach gleich mit der nächsten Frau anbändeln. Das Invest­ment: zwei Minuten seiner Zeit.

Die Frau inves­tiert neun Monate in eine Schwan­ger­schaft plus ein paar Jahre, um den Nachwuchs groß­zu­ziehen.

Aus diesem Ungleich­ge­wicht folgt, dass die Paarungs­stra­te­gien von Männern und Frauen unter­schied­lich sind.

Was wir im realen Leben beob­achten, ist ein Kompro­miss

Die Frau lässt sich von einem Mann nur dann schwän­gern, wenn er sie davon überzeugt hat, dass er nach voll­brachter Tat nicht sofort das Weite sucht.

Die Frauen wollen einen Mann dauerhaft binden.

Die Part­ner­wahl der Männer

Der Mann denkt sich:

Wenn ich mich schon für eine einzige Frau entscheiden muss, dann möchte ich mit dieser einen Frau möglichst oft Nachwuchs zeugen können

Natürlich denkt der Mann diese Gedanken nicht bewusst.

Die Über­le­gung ist tief in der männ­li­chen Natur verwur­zelt und lenken sein Verhalten, indem sie Instinkte und Gefühle erzeugt, die ihn in diese Richtung lenken.

Männer wollen junge Frauen

Der Mann bevorzugt eine Partnerin, die möglichst oft von ihm schwanger werden kann. Jung und gesund muss sie daher sein.

Da Frauen nicht so gerne über ihr Alter reden, achtet der Mann auf Indi­ka­toren, die ihm das Alter und den gesund­heit­li­chen Zustand der Frau verraten:

  • Jugend­li­ches Aussehen (klare Augen, jugend­liche Haut)
  • Ein Verhältnis von Taille zu Hüfte von etwa 0,7
  • Ein allgemein hoher Ener­gie­level

Wenn sie die freie Wahl hätten, würden sich Männer immer für eine 20-Jährige entscheiden

  • 16-jährige Jungs fühlen sich von 20-jährigen Frauen angezogen
  • 20-jährige Männer werden von 20-jährigen Frauen angezogen
  • und für 40-jährige, 60-jährige und 80-jährige Männer gilt genau das gleiche

Da die Frauen auch ein Wörtchen mitzu­reden haben, können die meisten Männer ihrer Präferenz für 20-jährige Frauen nicht folgen.

Männer verstehen - Frauen verstehen - Auf diese Signale achten Männer bei einer Frau

Männer verstehen | Auf diese Indi­ka­toren für Frucht­bar­keit achten Männer bei einer Frau: Jugend­li­ches Aussehen, Verhältnis von Taille zu Hüfte (0.7 gefällt ihm am besten), hoher Ener­gie­level.

Einige Männer können tatsäch­lich frei wählen

Männer mit vielen Ressourcen können mehr oder weniger frei wählen. Das wohl bekann­teste Beispiel für diese Sorte Mann ist der kürzlich verstor­bene Hugh Hefner.

Hefner war zuletzt mit einem 60 Jahre jüngeren Modell verhei­ratet, nachdem er jahrelang mehrere Frauen gleich­zeitig hatte.

Das heißt nicht, dass jeder Mann seine Frau sofort für eine 20-Jährige verlassen würde

Ein Mann kann seinen eigenen Marktwert instinktiv gut einschätzen, und entwi­ckelt eine Präferenz für Frauen, bei denen er eine realis­ti­sche Chance hat.

Männer haben es bei der Part­ner­wahl vergleichs­weise einfach: Sie gucken auf das Äußere und könnten so innerhalb weniger Sekunden entscheiden, ob eine Frau für sie als Partnerin inter­es­sant ist, oder nicht.

Männer zu verstehen ist entspre­chend einfach.

Die Part­ner­wahl der Frauen

Frauen haben es bei der Part­ner­wahl schwerer als die Männer. Letztlich besteht ihre Aufgabe darin, sich für einen Mann zu entscheiden, der für den gemein­samen Nachwuchs sorgen wird.

Die Frau muss das zukünf­tige Verhalten eines poten­ti­ellen Gatten möglichst gut vorher­sagen

Auch hier gilt wieder, dass die Frau diese Über­le­gungen nicht bewusst durch­führt. Ihre Instinkte und Gefühle zeigen ihr den Weg.

Diese Tatsache kann erklären, warum Frauen allgemein besser auf ihre Gefühle achten, als Männer: Sie sind einfach mehr auf ihren Gefühlen ange­wiesen.

Die Frau möchte einen Gatten, der den gemein­samen Nachwuchs versorgen kann (Ressourcen) und es auch tatsäch­lich tut (Groß­zü­gig­keit)

Beides erkennt sie an bestimmten Indi­ka­toren. Ressourcen erkennt die Frau an Indi­ka­toren wie zum Beispiel

  • Macht
  • einem guten Job
  • einem teuren Auto
  • Geld

Frauen fühlen sich von Männern mit teuren Autos angezogen, obwohl ihnen die Autos im Grunde egal sind.

Ob der Mann bereit ist, seine Ressourcen mit ihr und dem poten­ti­ellen Nachwuchs zu teilen, erkennt die Frau an groß­zü­gigem Verhalten.

Macht er ihr Geschenke?

Ist er großzügig zu anderen Menschen?

Letzteres erkennt sie zum Beispiel daran, ob er im Restau­rant ausrei­chend Trinkgeld gibt.

Männer verstehen - Frauen verstehen - Auf diese Indikatoren achten Frauen bei Männern

Frauen verstehen | Auf diese Indi­ka­toren für Ressourcen und Groß­zü­gig­keit achten Frauen bei Männern: Geschenke, beruf­li­cher Status, Status­sym­bole.

Frauen brauchen bei der Part­ner­wahl mehr Zeit als Männer

Frauen müssen bei der Part­ner­wahl viele Faktoren berück­sich­tigen, die nicht gleich auf den ersten Blick von außen zu erkennen sind. Sie brauchen daher länger, um eine Wahl zu treffen, als ein Mann.

Führen Frauen an den Männern Tests durch?

Frauen sollen hin und wieder Tests durch­führen, um den Mann zu einer Reaktion zu zwingen, aus der sie Rück­schlüsse über ihn und sein künftiges Verhalten ziehen können.

Je unsicher sie sich in ihrer Wahl ist, umso stärker ist der Anreiz zu solchen Tests. Das alles passiert unbewusst und rein instinktiv.

Sind Menschen monogam?

Die westliche Kultur geht davon aus, dass Menschen monogam sind. Männer und Frauen verpflichten sich durch Eheschlie­ßung zu einer lebens­langen Part­ner­schaft.

Obwohl sie wissen, dass viele Ehen wieder geschieden werden, ist jedes einzelne Paar am Tag der Hochzeit davon überzeugt, dass die Ehe halten wird.

Aus biolo­gi­scher Sicht ist Monogamie nicht optimal

Aus biolo­gi­scher Sicht sollten auch die Frauen nach einer bestimmten Zeit den Partner wechseln: wenn der Nachwuchs aus dem Gröbsten heraus ist.

Mit mathe­ma­ti­schen Modellen lässt sich zeigen, dass Frauen einen Wett­be­werbs­vor­teil haben, die sich auf diese Art und Weise verhalten.

Menschen sind von Natur aus auf die soge­nannte serielle Monogamie ausgelegt

Menschen sind ein paar Jahre lang monogam und haben dann das Bedürfnis, den Partner zu wechseln.

Was den Menschen vom Tier unter­scheidet, ist die Tatsache, dass er seinen Trieben und Impulsen nicht zwangs­weise nach­kommen muss.

Der Mensch hat die Möglich­keit, sich bewusst gegen seine Natur zu entscheiden. Das erklärt, warum nicht alle Ehen wieder geschieden werden.

Affären und andere kurz­zei­tige Bezie­hungen

Die evolu­tio­näre Psycho­logie unter­scheidet zwischen lang­fris­tigen und kurz­fris­tigen Paar­be­zie­hungen. Bisher haben wir uns mit den lang­fris­tigen Bindungen befasst, deren Ziel darin besteht, Nachwuchs zu zeugen, um die eigenen Gene zu konser­vieren.

Eine kurz­zei­tige Beziehung (es geht um Bezie­hungen, die von Anfang an darauf ausgelegt sind, nur für eine kurze Zeit zu bestehen) hat ein anderes Ziel, der bisher aller­dings noch wenig verstanden ist.

Warum gehen Frauen Affären ein?

Unklar ist, warum Frauen diese Sorte von Bezie­hungen eingehen, obwohl sie eher der Vorstel­lung der Männer entspre­chen.

Hier einige Theorien, über dieses Verhalten der Frauen:

  • Frauen gelangen auf diese Art und Weise an Ressourcen von Männern, mit denen sie keine Lang­zeit­be­zie­hung eingehen möchten
  • Frauen werden auf diese Art und Weise ihre Lang­zeit­partner wieder los. Für Frauen war es gefähr­lich, mit einem Lang­zeit­partner Schluss zu machen, ohne sich vorher einen Beschützer zugelegt zu haben
  • Die Affären seiner (noch) Ehefrau moti­vieren den (noch) Ehemann dazu, sich in der Beziehung mehr anzu­strengen.

Warum gehen Männer Affären ein?

Männer sind hinsicht­lich ihrer Kurz­zeit­part­ne­rinnen überhaupt nicht wähle­risch. Sprich­wört­lich ausge­drückt erlegen sie alles, was ihnen vor die Flinte läuft.

Da sind wir wieder beim Ausgangs­punkt der ganzen Geschichte: Wer so gut wie nichts inves­tiert, ist auch nicht wähle­risch.

Wie Männer Frauen verstehen und Frauen Männer verstehen

Wir müssen zwischen instink­tivem und ratio­nalem Verständnis unter­scheiden.

Auf einer instink­tiven Ebene wissen die Männer, worauf die Frauen bei der Part­ner­wahl achten

In Anwe­sen­heit von attrak­tiven Frauen entwi­ckeln Männer einen beson­deren Ehrgeiz, beruflich voran­zu­kommen und ihre Macht zu vergrö­ßern.

Dass sie das tun, um die Frauen zu beein­dru­cken, ist ihnen vermut­lich nicht bewusst.

Auf einer ratio­nalen Ebene glauben viele Männer, dass Frauen auf die gleichen Merkmale achten, wie sie selbst

Viele junge Männer glauben, dass die Frauen (auch) haupt­säch­lich auf das Äußere achten. In Wahrheit achten Frauen aber nur so lange auf das Äußere, bis sie auf bessere Daten zurück­greifen können: Ressourcen und Groß­zü­gig­keit.

Warum stehen Frauen auf Arsch­lö­cher?

Die Wahrheit ist: Frauen stehen nicht auf Arsch­lö­cher. Frauen haben einfach nur das Pech, dass viele Arsch­lö­cher Ressourcen besitzen und Macht haben. Nur Männer mit Macht und Ressourcen können es sich nämlich leisten, Arsch­lö­cher zu sein.

Aus dem gleichen Grund entwi­ckeln Frauen keine Gefühle für die netten Kerle: keine Ressourcen.

Fazit – was kann man aus all dem lernen

Die evolu­tio­näre Psycho­logie kann uns dabei helfen Männer und Frauen besser zu verstehen.

Es macht Sinn, die ganze Paarungs­ge­schichte nicht bloß aus der Egoper­spek­tive zu betrachten, sondern auch mal einen Perspek­tiv­wechsel vorzu­nehmen.

Hinter vielen nervigen Verhal­tens­weisen des anderen Geschlechts steht ein von der Natur diktiertes Programm. Wer das versteht, kommt damit viel­leicht besser klar.

Ein besseres Verständnis des eigenen Verhal­tens bedeutet einen großen Schritt in der Persön­lich­keits­ent­wick­lung.

Wie schon gesagt, spiegelt dieser Artikel nicht so sehr meine persön­li­chen Beob­ach­tungen und Meinung wieder, sondern die Erkennt­nisse der evolu­tio­nären Psycho­logie, wie sie in dem Buch Evolu­tio­nary Psycho­logy: The New Science of the Mind (*) von David Buss beschrieben werden.

In dem Buch geht es übrigens nicht nur um Männlein-Weiblein-Geschichten, sondern auch um ein paar weitere Themen, die aber den Rahmen dieses Artikels gesprengt hätten.

Ich wünsche viel Erfolg!
Jan

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17 Antworten auf Frauen verstehen (Paarungs­ver­halten der Menschen aus Sicht der Evolution)

  1. Einer der wenigen, der die Biologie in den Vorder­grund einer Verfüh­rung und das Verlangen eines Menschen aufzählt. Die meinsten «Dating-Coaches» beruhen sich auf die meist gängigen Dingen, die sich auf den Kauf orien­tieren anstatt den Kunden zu helfen.

    Sehr schön und sehr gut erklärt. Danke für einen super Beitrag!

  2. R sagt:

    Häh, hatte wohl an falscher Stelle geant­wortet, egal. Naja, manche Männer sollen auch Brust- fixiert sein, denen wäre die da oben zu flach :D ! Zu viel Energie wirkt auf viele eher abschre­ckend.
    Nee nee, bitte keine Pauscha­li­sie­rungen.

  3. R sagt:

    Ok, dann bin ich ein Mann. Spaß beiseite. Männer sehen mit 20 zum Teil am besten aus, wenige auch noch später. Als junges Mädchen wirst du als Chick wahr­ge­nommen. Es geht nicht nur um Biologie.
    Mein Mann fühlt sich inzwi­schen zu alt für weitere Kinder, da macht es Sinn, mir nun einen jüngeren Mann zu suchen. Warum ist ein Jason Momoa mit einer 11 Jahre Älteren zusammen, warum gibt es das Caroline- Beil- Phänomen, immer mehr Frauen haben einen jüngeren Partner.
    Junge Mädchen nerven einen alten Sack schnell, der will eigent­lich seine Ruhe haben. Mir sagte, als ich 25 war, ein Apotheker: vom Hormon- Level, vom Sex her, passen junge Männer mit Frauen Ende 30 am besten zusammen.
    Ich glaube, alles wird immer indi­vi­du­eller. Es kommt zuerst auf den Menschen an, nicht nur auf‘s Alter.
    Buss scheint mir dann doch sehr verein­facht trivial zu sein. ; )

    • Jan sagt:

      Hey R,

      Du hast voll­kommen recht, bei uns Menschen geht es in der Praxis nicht nur um Biologie, sondern auch um Kultur und außerdem noch um ein paar andere Dinge, wie zum Beispiel Prak­ti­ka­bi­lität. Es gibt schlicht und einfach nicht genug 20jährige Mädels, damit jeder Mann eine haben könnte ;)

      Was Buss unter­sucht hat, sind Tendenzen, die in Form von Instinkten zwar mitschwingen, aber so leise, dass sich die Folgen nur statis­tisch nach­weisen lassen. Statis­tisch betrachtet sind Männer etwas Älter als ihre Part­ne­rinnen, aber es gibt genug Gegen­bei­spiele wo es andersrum ist.

      Viele Grüße,
      Jan

  4. Pingback: Mehr Erfolg bei Frauen? Mehr Erfolg als Mann!

  5. ovi sagt:

    Das sind einige erstaun­liche Zitate. Vielen Dank für das Teilen mit uns! Wahre Liebe wünscht das Glück für die Person, die du liebst, ob du es machst, dass diese Person glücklich oder jemand anderes ist. Wirklich toller Beitrag! Jeder einzelne Zitat ist hilfreich und inspi­rie­rend.

  6. Pingback: Konzentration! Wie konzentrierst Du Dich? Wissens- u Erfahrungsnetzwerk

  7. Pingback: Mann sein | Frau sein - deine Individualität stärken

  8. Mir fehlt beim Fazit, dass das genau so einfach abzu­le­gende «Prägungen» sind wie die Reaktion, auf schlan­gen­ähn­liche Dinge reflex­artig mit dem Stock einzu­schlagen, sich nachts zum Schlafen in Bäume zurück zu ziehen oder auf der Autobahn sein Revier mit der Lichthupe abzu­ste­cken. ;)
    Soll heißen: ja, super, olle Kamellen – aber da wir mitt­ler­weile seit ein paar zehn­tau­send Jahren das Feuer gezähmt haben, hat niemand eine Entschul­di­gung, sich auf so einen Atavismus zurück­zu­ziehen. (Ich spreche hier als jemand, der in einer poly­amoren Beziehung lebt, deren Betei­ligte sich nie aufs Bankkonto geschaut haben)
    Versor­ger­sche­mata haben sich zum Glück mitt­ler­weile überlebt und niemand ist seinen Trieben ausge­lie­fert.
    Ich finde Bücher, die derart ausge­latschte Allge­mein­plätze als «neue Erkennt­nisse der Verhal­tens­for­schung» propa­gieren (erinnert sich noch jemand an diese unsäg­li­chen «Warum Frauen immer Schuhe kaufen....»-Bücher aus den Neun­zi­gern? Selbe Chose), suspekt. Mir kommt dann immer der leise Verdacht, dass da ein Autor die patri­ar­chale Anspruchs­hal­tung der Fünfziger gern zemen­tiert hätte. ;) Gerade Quark wie das «nice Guy»-Schema und die Red Pill-Typen zeigen, dass das bei den (mögli­cher­weise sogar frei­willig) Abge­hängten der sozialen Verän­de­rungen durchaus auf frucht­baren Boden fallen kann. Und das ist sehr bedenk­lich! (Disc­laimer: Ich habe das Buch nicht gelesen, ich schöpfe aus Deiner Zusam­men­fas­sung. Sollte ich dem Autor damit Unrecht tun, täte mir das Leid!)

    • Guten Tag Madame, David Buss zeigt in dem Buch Versuchs­er­geb­nisse, die auf ererbte Verhal­tens­ten­denzen hinweisen. Er schreibt nicht, ob das gut, schlecht oder wünschens­wert ist. Und, gerade je mehr ich über meine Verhal­tens­ten­denzen weiß, desto weniger bin ich ihnen «ausge­lie­fert». Eine Diskus­sion über das Stanley-Milgram-Expe­ri­ment hat mich auch stärker imprä­gniert gegenüber «Auto­ri­täten» (grie­chisch für: armes Würstchen mit Profil­neu­rose). Ich lebe übrigens auch poly.

    • Jan sagt:

      Hallo Madame Graphisme,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das Buch ist ein Lehrbuch, mitt­ler­weile in der 5ten Auflage, also nicht ganz neu. Der Autor ist Professor David Buss, einer der «Erfinder» dieses Forschungs­zweigs. Dass er irgend­welche Ansprüche zemen­tieren will, glaube ich nicht.

      Wenn du dich mit dem Thema schon auskennst, erfährst du hier vermut­lich nicht viel Neues. Die Erkennt­nisse (eigent­lich sind es nur Theorien) sind nicht neu. Aber muss denn immer alles neu sein?

      Ich glaube übrigens nicht, dass man diese «Prägungen» so einfach ablegen kann. Und von welchen Prägungen sprechen wir überhaupt? Davon, dass Männer die Attrak­ti­vität einer Frau haupt­säch­lich an ihrem Äußeren fest­ma­chen, und dass sich Frauen eher in das reiche Arschloch, als in den netten Versager von nebenan verlieben (über­spitzt formu­liert)?

      Im Grunde ist es das das gleiche wie mit dem Zucker: Die Evolution hat uns darauf abge­richtet, Zucker zu mögen. Unser Beloh­nungs­zen­trum fährt da voll drauf ab. Man MUSS diesen Gelüsten natürlich nicht zwangs­weise folgen, aber geh mal in den Super­markt und schau, was die Leute in den Einkaufs­wagen packen.

      Der Punkt ist: Uns den Impulsen und Trieben zu wider­setzen, kostet jedes Mal Willens­kraft, die nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Wir können uns also einzelnen Impulsen und Trieben wider­setzen, aber nicht allen Trieben und Impulsen. Außer viel­leicht man meditiert fünf Stunden täglich.

      Finde es übrigens sehr inter­es­sant, dass du persön­lich einen Weg gefunden zu haben scheinst. Hast du dich wirklich mithilfe deines Verstandes deiner Triebe und Impulse wider­setzt? Oder hast du einfach nur andere Triebe und Impulse, als die meisten anderen Menschen und bist eben nur diesen gefolgt. Menschen sind ja nicht alle baugleich.

      Über Homo­se­xua­lität hat man bis vor kurzem ja auch geglaubt, dass das nur eine Art «Denk­fehler» sei, dem sich die «Betrof­fenen» wider­setzen können, wenn man sie per Gesetz dazu zwingt. Heute weiß man es besser.

      Viele Grüße,
      Jan

      • Ich würde Homo­se­xua­lität nicht neben ein Denk­mo­dell stellen, das in der Grauzone zwischen Sozio­logie und Psycho­logie mäandert. Denn gerade die Fehl­ur­teile über sexuelle Devianzen (jede!) sind ja mit die gran­dio­sesten Beispiele für «das ist im Menschen eben so drin!», die man sich denken kann. Oder habe ich deine Aussage dies­be­züg­lich exakt um 180° gedreht aufge­fasst?
        Ich halte eben die Willens­kraft und die Fähigkeit zur aufge­scho­benen Trieb­be­frie­di­gung für einen Kern der Zivi­li­sa­tion. Natürlich leben wir nicht in einer idealen Welt – aber man sollte sich dennoch bemühen, die eigenen Entschei­dungen nicht von Drüsen treffen zu lassen. ;)
        Insofern ist das Buch vermut­lich nicht verkehrt – um zu zeigen, was man besser NICHT auf den Fahrer­sitz der Körper­kut­sche lässt.
        (Dennoch halte ich viele dieser Blanket State­ments für stark zeit­geist­ge­färbt und würde sie mit einem ganz, ganz großen Salzkorn nehmen!)

      • Jan sagt:

        Da ich dir gerade nicht wirklich folgen kann, kann ich dir auch nicht sagen, ob du meine Aussage richtig aufge­fasst hast :D

        Was ich mit dem Homo­se­xua­li­täts­bei­spiel sagen wollte: Meiner Auffas­sung nach neigen Menschen dazu, die Macht des Willens massiv zu über­schätzen. Wir gehen davon aus, dass ein Mensch grund­sätz­lich alles anders machen könnte, wenn er nur auf einer ratio­nalen Ebene wollte. Ich glaube, dass dieser Irrglaube daher rührt, dass wir bezüglich unseres eigenen Verhal­tens der Illusion aufsitzen, wir würden uns völlig frei entscheiden. Und diese Illusion über­tragen wir auf andere Menschen. Tatsäch­lich ratio­na­li­sieren wir aber oft nur. Wir handeln erst gemäß unserer Triebe und Impulse und reden uns dann nach­träg­lich ein, dass wir das so gewollt haben. Das Gedächtnis passt Erin­ne­rungen nach­träg­lich so an, dass sie besser zu den aktuellen Tatsachen passen. Zu diesem Thema hatte ich
        hier mal ein inter­es­santes Buch vorge­stellt.

        Dass man sich bemühlen sollte, die Entschei­dungen nicht «von der Drüse» treffen zu lassen, sehe ich übrigens nicht anders als du. «Man sollte» heißt aber nicht zwangs­läufig, dass es immer möglich ist. Die Drüsen haben Millionen Jahre lang das Verhalten aller Lebewesen diktiert. Warum sollten wir davon befreit sein, nur weil wir jetzt in Häusern wohnen, Autos fahren und Regie­rungen wählen? Wenn nicht Drüse unser Verhalten bestimmt, wer bestimmt bestimmt es dann?

        Meine Sicht der Dinge muss natürlich nicht den Tatsachen entspre­chen. Sie basiert auf dem, was ich über das Thema gelesen und beob­achtet habe.

  9. Hallo Jan, herz­li­chen Glück­wunsch dafür, dass Du es geschafft hast, das Buch von David Buss zu lesen. Inter­es­san­ter­weise habe ich es jetzt gerade im Urlaub dabei und unter­nehme meinen dritten Versuch, mich hindurch zu arbeiten. Ich finde es inhalt­lich sehr inter­es­sant und relevant, aber sehr schwer­gängig zu lesen.

    • Jan sagt:

      Hallo Alexander,

      Danke :) das Buch von Buss ist tatsäch­lich nicht gerade das einfachste Buch. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem dritten Anlauf und einen schönen Urlaub.

      Viele Grüße,
      Jan

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