Glücklich werden – 11 Tipps aus der Glücks­for­schung

Bis vor wenigen Jahren beruhte alles Wissen über das Glück auf den subjek­tiven Erfah­rungen, die Menschen in ihrem Leben gesammelt hatten. Erst seit wenigen Jahr­zehnten widmet sich die seriöse Wissen­schaft diesem Thema.

Die Glücks­for­schung hat vieles von dem, was die Menschen über das Glück zu wissen glaubten, bestätigt. Aber die Glücks­for­schung hat auch einige neue Fakten und prak­ti­sche Anwen­dungen hervor­ge­bracht. Von ihnen handelt dieser Artikel.

Die Erkennt­nisse der Glücks­forscher

Dieser Artikel basiert zu großen Teilen auf diesen vier Büchern über das Glück­lich­sein:

Die Bücher sind zwar von Wissen­schaft­lern geschrieben, aber es wird nicht allzu theo­re­tisch.

Glücklich werden - die Glücksforschung untersucht, was Menschen glücklich macht

Das Ziel der Glücks­for­schung

Was kann man tun, damit es einem psychisch gesunden Menschen noch besser geht?

Mit dieser Frage beschäf­tigt sich die positive Psycho­logie, ein junger Teil­be­reich der Psycho­logie, der von Martin Seligman begründet wurde.

In seinem Buch Wie wir aufblühen (*) erklärt Seligman, dass es gar nicht so einfach ist, zu messen, wie glücklich jemand ist. Das Problem ist, dass das subjek­tive Glücks­emp­finden eines Menschen übermäßig stark von seiner aktuellen Stim­mungs­lage abhängt. Die Stimmung kann sich aber im Minu­ten­takt ändern. Wer guter Stimmung ist, bewertet sein Glück­lich­sein mit einer starken positiven Verzer­rung, und jemand, der in schlechter Stimmung ist, sieht sein Glücks­emp­finden viel zu pessi­mis­tisch.

Seligman verwendet übrigens nicht den Begriff Glück, sondern Wohl­be­finden.

Klei­nig­keiten beein­flussen das Glücks­emp­finden stark

Wenn man die gleichen Leute einmal bei Sonnen­schein und einmal bei Regen befragt, bekommt man komplett unter­schied­liche Ergeb­nisse. Aus diesem Grund misst Seligman das Wohl­be­finden nicht direkt, sondern er berechnet es aus insgesamt fünf Werten, die er separat misst.

Das Wohl­be­finden setzt sich aus 5 einzelnen Werten zusammen:

  • Stimmung
  • Enga­ge­ment (im Prinzip geht es um Flow, also um das Eintau­chen in eine Tätigkeit)
  • Sinn (das Gefühl, ein Teil von etwas Größerem zu sein)
  • Ziel­er­rei­chung (Erfolg. Gewinnen um des Gewinnens willen)
  • Positive Bezie­hungen zu anderen Menschen

Glücks­hor­mone

Unser Glücks­emp­finden hängt vom Vorhan­den­sein bestimmter Hormone und Neuro­trans­mit­tern ab. Die wich­tigsten sind Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Endor­phine. Diese Substanzen bestimmen nicht nur unser Empfinden, sondern auch unser Denken und Handeln. Und unser Denken und Handeln kann wiederum zur Ausschüt­tung dieser Glücks­hor­mone führen.

Das eigene Glücks­emp­finden kann durch Hand­lungen und Gedanken beein­flusst werden

Die 4 wich­tigsten Glücks­hor­mone

Im Gehirn sorgt Serotonin für Gelas­sen­heit, innere Ruhe und Zufrie­den­heit. Es reduziert Angst, Aggres­si­vität und Kummer.

Dopamin erzeugt verein­facht gespro­chen Vorfreude auf etwas und führt somit zu Moti­va­tion und einer Antriebs­stei­ge­rung.

Endor­phine werden zum Beispiel bei körper­li­cher Anstren­gung wie langem Joggen ausge­schüttet (Runner’s High). Sie wirken schmerz­lin­dernd und sind verant­wort­lich für die Entste­hung von Euphorie.

Oxytocin wird umgangs­sprach­lich auch als Kuschel­hormon bezeichnet. Oxytocin ist für Liebe, Vertrauen, Ruhe und Verbun­den­heit mitver­ant­wort­lich.

In der Realität ist die Sache mit den Hormonen und Neuro­trans­mit­tern weitaus kompli­zierter, als sie oft darge­stellt wird. Es ist keines­falls so, dass beispiels­weise Serotonin die Aufgabe hat, einen Menschen glücklich sein zu lassen. Serotonin kommt im Menschen in unter­schied­li­chen Geweben vor und erfüllt verschie­dene regu­la­to­ri­sche Aufgabe. Es ist kompli­ziert!

Serotonin ist auch in Nahrungs­mit­teln enthalten

Sehr hohe Dosen Serotonin findet man in Walnüssen, aber es kommt auch in Bananen, Tomaten und Kakao vor. Es gibt sicher­lich gute Gründe, Walnüsse und Tomaten zu essen, aber glücklich zu werden, ist keiner davon.

Damit Serotonin glücklich machen kann, muss es im Gehirn gebildet werden. Es über die Nahrung aufzu­nehmen bringt gar nichts

Die Glücks­formel

In seinem Buch Die Glücks­hy­po­these stellt der Glücks­for­scher Jonathan Haidt eine Glücks­formel vor. Diese lautet folgen­der­maßen:

Glücklich sein = S + L + A

S: Indi­vi­du­eller Basiswert
L: Lebens­be­din­gungen
A: Frei­wil­lige Akti­vi­täten

Man kann also glücklich werden, indem man mehr von den Dingen tut, die glücklich machen, und weniger von den Dingen, die unglück­lich machen

Wenn man bedenkt, dass der Glücks­level von Hormonen abhängt, die wiederum von bestimmten Akti­vi­täten und Gedanken abhängen, dann macht eine solche Formel sehr viel Sinn. Was die einzelnen Werte bedeuten, schauen wir uns als nächstes an.

Der Indi­vi­du­elle Basiswert

Der Basiswert ist bei jedem Menschen anders. Nähe­rungs­weise könnte man diesen Wert als die Konzen­tra­tion von Serotonin im Gehirn der Person verstehen. Manche Menschen sind zum Glück­lich­sein geboren, während sich andere schwer damit tun, glücklich zu sein.

Der Basiswert ist nicht in Stein gemeißelt. Durch Medi­ta­tion und kognitive Therapie kann der Basiswert positiv beein­flusst werden. Bei der kogni­tiven Therapie geht es im Grunde darum, damit aufzu­hören, alle möglichen Dinge negativ zu bewerten, und über­trieben negative Gedanken durch passen­dere Gedanken zu ersetzen.

Die Lebens­be­din­gungen

Unter die Kategorie der Lebens­be­din­gungen fallen banale Dinge wie

  • Die tägliche Lärm­be­las­tung. Lärm führt sogar im Schlaf zur Ausschüt­tung von Stress­hor­monen – das ist schlecht für die Gesund­heit und macht außerdem unglück­lich.
  • Der Weg zur Arbeit. Wer hasst es nicht im Stau zu stehen?
  • Selbst­wirk­sam­keit. Das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben.
  • Scham­ge­fühl. Mit dem eigenen Äußeren nicht zufrieden zu sein, macht unglück­lich.
  • Die Qualität der zwischen­mensch­li­chen Bezie­hungen. Gemobbt oder ausge­grenzt zu werden ist sehr schlimm. Einsam­keit ist noch schlimmer als eine Depres­sion.
  • Die aktive Ausübung einer Religion. Davon profi­tiert man aller­dings nur, wenn man intrinsisch zur Reli­gi­ons­aus­übung motiviert ist – der Glaube muss echt sein.

Die meisten dieser Lebens­be­din­gungen lassen sich – zumindest mittel­fristig – ändern. Ein entschei­dender Schritt, um glück­li­cher zu werden.

Glücklich werden durch Aktivität im Freien

Frei­wil­lige Akti­vi­täten

Diese Kategorie umfasst glücks­för­dernde und glücks­ver­hin­dernde Reize, die man sofort in sein Leben inte­grieren oder aus seinem Leben streichen kann:

  • Menschen mit denen man sich umgibt und wie man mit ihnen umgehst.
  • Medien die man konsu­miert oder nicht konsu­miert. (Facebook macht unglück­lich.)
  • Sport.
  • Sonne tanken.
  • Musik.
  • Farben.
  • Düfte.
  • Die Gute-Laune-Übung. (Jeden Abend vor dem Schla­fen­gehen 3 Dinge aufschreiben, die an dem Tag gut gelaufen sind).
  • Die eigenen beson­deren Fähigkeiten/Stärken einsetzen, anstatt Dinge zu tun, die man nicht gut kann.
  • Vermeiden von Glücks­fallen. (Die wahr­schein­lich größte Glücks­falle ist das Streben nach Luxus­gü­tern in dem Glauben, diese würden einen glück­li­cher machen.)
  • Sich bei weniger wichtigen Entschei­dungen mit guten Ergeb­nissen zufrie­den­zu­geben anstatt die absolut beste Entschei­dung treffen zu wollen. (Siehe dazu auch meinen Artikel über chro­ni­sche Unzu­frie­den­heit.)

Martin Seligman hat in seinem Buch zwar keine Glücks­formel genannt, aber prin­zi­piell sagt er genau das gleiche wie Jonathan Haidt. Seligman nennt außerdem einige Glücks-Hacks. Diese werden wir uns als nächstes ansehen.

Glücklich werden auf Knopf­druck

Der Dank­bar­keits­be­such

Martin Seligman sagt, dass unser Glück­lich­sein maßgeb­lich vom Umgang mit anderen Menschen abhängt.

Eine freund­liche Handlung einem anderen Menschen gegenüber ist der beste Glücks-Hack, den es gibt

Eine Extrem­form der freund­li­chen Handlung ist der so genannte Dank­bar­keits­be­such. Nach dieser Tat ist man angeblich einen Monat lang glücklich und weniger schlecht gelaunt.

Was konkret zu tun ist

Schreibe einer Person, die du besonders schätzt, einen persön­li­chen Brief, in dem du schil­derst, warum du dankbar bist, diese Person zu kennen. Dann stattest du der Person einen Über­ra­schungs­be­such ab und liest ihr den Brief vor.

Aktiv/konstruktive Gesprächs­füh­rung

Auch die Art und Weise, wie wir Gespräche mit anderen Menschen führen, hat einen großen Einfluss auf unser Glück­lich­sein (bzw. Wohl­be­finden).

Gespräche machen glücklich, wenn wir uns auf aktiv-konstruk­tive Weise unter­halten

Was aktiv-konstruktiv bedeutet lässt sich am besten an einem Beispiel verdeut­li­chen. Ange­nommen, ich treffe eine Freundin auf der Straße und sie erzählt mir, dass sie sich neue Schuhe gekauft hat. Sie zeigt auf einen Schuh­karton, den sie bei sich trägt. Es gibt vier prin­zi­piell unter­schied­liche Möglich­keiten, dieses Gespräch weiter­zu­führen:

  1. Passiv/destruktiv («Ich habe auch Schuhe!»)
  2. Aktiv/destruktiv («immer mit deinen Schuhen! Du ziehst die sowieso nie an!»)
  3. Passiv/konstruktiv («Cool!»)
  4. Aktiv/konstruktiv («Hey cool! Zeig mal her! Die passen gut zu dir! Wo hast du die gekauft? Wann willst du die Schuhe anziehen?»)

Jede dieser Reak­tionen löst in der Freundin ein anderes Gefühl aus. Im letzten Fall ist es ein besonders positives Gefühl: Ein Glücks­ge­fühl.

Da positive Gefühle anste­ckend sind, kann ich selbst glücklich werden, indem ich andere Menschen glücklich mache

Man muss also nicht darauf hoffen, von anderen Menschen glücklich gemacht zu werden. Man kann selbst durch andere Menschen glücklich werden.

Glücklich werden durch bessere zwischenmenschliche Beziehungen

Ehren­amt­liche Tätigkeit

Insbe­son­dere bei älteren Menschen kann auch eine ehren­amt­liche Tätigkeit stark zu einem besseren Wohl­be­finden beitragen. (In diesem Artikel erfährst du mehr zum Thema Ehrenamt und glücklich werden.)

Erleb­nis­güter (anstelle von mate­ri­ellen Gütern)

Wenn du glücklich sein möchtest, dann gebe die 50 € dafür aus, mit einer netten Person essen zu gehen, anstatt dir ein T-Shirt davon zu kaufen.

Acht­sam­keit

Sich das Hier und Jetzt bewusst zu machen, hebt die Stimmung! (In diesem Artikel erfährst du mehr darüber, wie du mit Acht­sam­keit glücklich werden kannst.)

Spenden

Auch das Spenden trägt zum Glück­lich­sein bei. (In diesem Artikel erfährst du mehr zum Thema Spenden und glücklich werden)

Gute-Laune-Übung

Jeden Abend vor dem Schla­fen­gehen 3 Dinge aufschreiben, die an dem Tag gut gelaufen sind. Mit dieser Übung trainiert man sich, mehr nach dem Positiven im Leben Ausschau zu halten. (In diesem Artikel erfährst du mehr zum Thema Dank­bar­keit und glüklich werden)

Glücklich werden durch mehr Fokus und Konzen­tra­tion

Ist dir schon einmal aufge­fallen, dass wir meistens von negativen Ablen­kungen herun­ter­ge­zogen werden, denen wir unnö­ti­ger­weise Beachtung schenken? Je weniger wir abgelenkt sind, umso glück­li­cher sind wird. Wenn du dich durch mehr Fokus und Konzen­tra­tion weniger von Negativem ablenken lassen möchtest, dann könnte mein Buch Erfolg durch Fokus und Konzen­tra­tion inter­es­sant für dich sein.

Was tun gegen negative Emotionen?

Wenn uns ein bestimmter Auslöser unglück­lich macht, dann ist es streng genommen nicht der Auslöser, der uns unglück­lich macht, sondern unsere negative Bewertung.

Wer viel negativ bewertet, bekommt viele negative Emotionen ab

Dieser Zusam­men­hang wird von vielen Menschen jedoch viel zu extrem gesehen. Es ist keines­falls so, dass man alles Negative einfach ausblenden kann, wenn man nur will. Realis­tisch betrachtet ist das soge­nannte positive Denken in der verbrei­teten naiven Form ausge­spro­chen dumm und kann sogar verhin­dern, dass man glücklich wird.

Um glücklich zu werden, genügt es meist schon, aus negativen Denk­spi­ralen auszu­bre­chen. Es lohnt sich aber auch, an den Bewer­tungen zu arbeiten. Lang­fristig können Medi­ta­tion und die kognitive Verhal­tens­the­rapie helfen.

In Notfällen kann man auch das folgende, von Martin Seligman empfoh­lene, 3-Schritte-Modell anwenden:

Die Dinge rela­ti­vieren

Wenn du merkst, dass unnötige negative Emotionen in Anmarsch sind, stelle dir die folgenden drei Fragen (in dieser Reihen­folge):

  • Was wird im schlimmsten Fall passieren?
  • Was wird im besten Fall passieren?
  • Was wird im wahr­schein­lichsten Fall passieren?

Nehmen wir folgendes Szenario als Beispiel: Ich bin auf einer Geschäfts­reise und versuche meine Frau anzurufen. Sie geht aber nicht ans Telefon. Erster Gedanken: Sie geht mir fremd oder sie wurde entführt oder ermordet.

Aus der negativen Denk­spi­rale ausbre­chen

Die negativen Gedanken lösen negative Emotionen aus, und diese negativen Emotionen lösen noch mehr negative Gedanken aus. Es entsteht ein Teufels­kreis, aus dem man schnell ausbre­chen sollte. Deswegen sollte man sich zur Gewohn­heit machen, sich die Frage zu stellen, was im wahr­schein­lichsten Fall passiert ist. Im wahr­schein­lichsten Fall ist meine Frau spontan mit Freunden ausge­gangen oder sie steht unter der Dusche, wo sie das Telefon nicht hören kann. Kein Grund gleicht in Panik auszu­bre­chen.

Häufig gestellte Fragen über Glück

Macht Geld glücklich?

Glücklich werden - Kann man durch Reichtum glücklich werdenGeld macht Glücklich – wenn man das Geld verwendet, um das Wohl­be­finden zu steigern. Tatsäch­lich steigt die Lebens­zu­frie­den­heit mit den finan­zi­ellen Möglich­keiten an. Ob es einen Sätti­gungs­punkt gibt, ist ein aktueller Streit­punkt unter Wissen­schaft­lern. Es gibt unter­schied­liche Ansichten.

Fakt ist, dass Armut die Selbst­kon­trolle und Intel­li­genz herab­setzt. Arme Menschen können häufig nicht klar denken. Dies ist durch den von Geld­sorgen verur­sachten Stress bedingt. Arme Menschen machen deswegen Fehler, die verhin­dern, dass sie aus der Armut heraus­kommen. Man spricht von einer Armuts­falle.

Armut ist übrigens eine subjektiv empfun­dene Knappheit. Man kann sich theo­re­tisch auch bei einem Monats­ge­halt von 10.000 Euro arm fühlen und unter all den negativen Konse­quenzen dieses Gefühls leiden.

Macht Konsum glücklich?

In seinem Buch Was das Haben mit dem Sein macht schreibt Jens Förster, dass Besitz das Kontroll­be­dürfnis befrie­digt und, dass Konsum eine Art von Ziel­er­rei­chung darstellt. Beides verschafft dem Konsu­menten ein positives Gefühl.

Manche Menschen versuchen sich mit Konsum ein Glücks­ge­fühl zu verschaffen. Kurz­zeitig klappt das auch. Hinterher sind die Menschen aber oft von sich selbst enttäuscht und damit weniger glücklich als vor dem Konsum. Konsum macht also wahr­schein­lich nicht glücklich.

Kann man durch Ziele glücklich werden?

Jonathan Heidt beschreibt 4 Arten von Zielen.

  • Arbeits- und Leis­tungs­ziele
  • Bezie­hungs- und Inti­mi­täts­ziele
  • Religiöse und spiri­tu­elle Ziele
  • Das Ziel, etwas zur Gesell­schaft beizu­tragen.

Nur Arbeits- und Leis­tungs­ziele machen den Menschen weniger glücklich. Die drei anderen Arten von Zielen machen den Menschen glück­li­cher. Bei der Reli­gio­sität hängt es aller­dings davon ab, ob diese ernst gemeint ist. Wer es nicht wirklich ernst mit der Religion meint, kann von Reli­gi­ons­aus­übung nicht profi­tieren.

Bei Zielen kommt es auch darauf an, wie weit man von seinem Ziel entfernt ist. Je weiter man vom Ziele entfernt ist, umso weniger glücklich ist man

Es macht außerdem einen Unter­schied, ob man die Ziele als Ideal oder als Pflicht sieht. Wer ein Pflicht-Ziel erreicht hat, wird dadurch nicht glücklich, sondern nur erleich­tert sein. Um glücklich zu werden, braucht man persön­liche Ziele.

Warum gibt es überhaupt Glück?

Emotionen sind dazu da, die Aufmerk­sam­keit des Indi­vi­duums zu lenken. Auch Glück hat diese Aufgabe. Positive Gefühle lenken den Fokus auf Dinge, die gut laufen oder das Potential haben gut zu laufen.

  • Bewun­de­rung macht uns auf Menschen aufmerksam, deren Fähig­keiten sich mögli­cher­weise zu kopieren lohnt
  • Freude macht darauf aufmerksam, dass es eine Gele­gen­heit für Wachstum gibt
  • Stolz macht auf eigene Fähig­keiten und Talente aufmerksam
  • Dank­bar­keit macht auf eine Gele­gen­heit aufmerksam, die Beziehung zu einem anderen Menschen zu vertiefen

Die Grenzen des Glück­lich­seins

Negatives gänzlich auszu­blenden oder zu igno­rieren ist weder machbar noch wünschens­wert. Auch Negatives hat seine Bedeutung!

Die Wahr­neh­mung von uns Menschen ist zugunsten von Negativem verzerrt

Wir reagieren stärker auf Negatives als auf Positives. Das hat evolu­tio­näre Gründe. Es ist wichtig, dass wir Bedro­hungen, Verlet­zungen und Rück­schläge erkennen und sofort darauf reagieren.

Man stelle sich zur Veran­schau­li­chung einen Stein­zeit­men­schen vor, der sich nicht entscheiden kann, ob er weiter von den süßen Beeren essen oder vor dem Bären davon­laufen sollte, der ihm schon in den Nacken atmet.

Klar ist es blöd, wenn uns jeder kleine Fehler an unseren Freunden sofort auffällt. Auf der anderen Seite wäre es aber auch blöd, wenn wir die tödlichen Gefahren nicht recht­zeitig erkennen würden. Chancen gibt es im Leben viele, aber sterben tut man nur einmal.

Die unter­be­wussten Systeme, die Negatives erkennen, sind deutlich schneller als unsere bewusste Wahr­neh­mung. Die Angst vor einer Schlage ist also schon da, noch bevor man die Schlange überhaupt bewusst wahr­ge­nommen hat.

Die Expo­si­ti­ons­the­rapie kann Ängste lindern

Wenn jemand panische Angst vor Schlagen hat, dann kann derjenige sich bewusst Schlangen aussetzen (am besten wendest du dich dafür an einen Experten) und die über­trie­bene Angst norma­li­siert sich.

Einige scheinbar nutzlose negative Dinge sind gar nicht so nutzlos

  • Rache­ge­lüste sind wichtig, damit Menschen in großen Gruppen (zum Beispiel in Städten) überhaupt friedlich zusam­men­leben können
  • Klatsch (Lästern) ist wichtig, weil man auf diese Weise Infor­ma­tionen über die Werte der Mitmen­schen sammeln kann, ohne selbst (schlechte) Erfah­rungen machen zu müssen
  • Soziale Vergleiche sind wichtig weil Menschen keine absoluten Werte „messen“ können. Wir können unseren eigenen Erfolg nur in Relation zum Erfolg anderer Menschen beur­teilen. Soziale Vergleiche und Neid sind also – zumindest in gesundem Maße – nötig, damit man Infor­ma­tionen über sich selbst gewinnt

Wenn man weiß, welche Bedeutung diese Verhal­tens­weisen haben und dass sie im Grunde genommen gut sind, muss man sie nicht mehr so negativ sehen.

Was nicht tötet, macht uns stärker?

Menschen die ein Trauma unbe­schadet über­stehen, sind anschlie­ßend oft stärker als vor dem Trauma. Ein zweites trau­ma­ti­sches Erlebnis macht die Person noch stärker.

Daraus könnte man die Schluss­fol­ge­rung ziehen, dass ein Mensch Krisen braucht um sich psychisch voll­ständig zu entwi­ckeln. Mit Einschrän­kungen ist dieser Schluss­fol­ge­rung richtig.

Damit ein Unglück stark machen kann, muss es aber die richtige Person zur richtigen Zeit mit der richtigen Härte treffen. Wenn das Trauma zu schwer ist, kann es zur post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung kommen.Wahrscheinlich sind Unglücke, die unbe­schadet über­standen werden, in den frühen 20ern am nütz­lichsten.

Glück ist anste­ckend

Forscher, die sehr viele Glücks­daten über Menschen in einem Ort hatten, fanden heraus, dass Glück Cluster bildet. Wer in der Nähe von glück­li­chen Menschen lebt ist mit größerer Wahr­schein­lich­keit selbst glücklich und wenn man in der Nähe von unglück­li­chen Menschen lebt, dann ist man eher unglück­lich.

Es lohnt sich immer, anderen Menschen zu mehr Glück zu verhelfen. Zum Beispiel könntest du diesen Artikel an deine Freunde weiter­leiten. Damit würdest du mich, deine Freunde und dich selbst glück­li­cher machen. :)

Fazit: Intel­li­gent mit Gefühlen umgehen

Von Emotio­naler Intel­li­genz spricht man, wenn eine Person versteht, wie positive Gefühle funk­tio­nieren und wie man sie sich zunutze machen kann.

Wer das Prinzip von Glück und Wohl­be­finden versteht, kann es schaffen, mehr und außerdem längere positive Momente im Leben zu haben

Außerdem kann jemand mit emotio­naler Intel­li­genz auch anderen Menschen zu positiven Emotionen verhelfen.

Ich wünsche viel Erfolg!
Jan

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Dr. Jan Höpker

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11 Antworten auf Glücklich werden – 11 Tipps aus der Glücks­for­schung

  1. Daria sagt:

    Sehr schöner Beitrag! Danke für die vielen tolle Tipps zum Nach­denken.
    Schau gerne auch auf unserem Blog vorbei, da haben wir einen Beitrag zum Thema, mit welchen Tipps man am besten den Herbst­blues über­windet und ganz schnell wieder glücklich wird :)

  2. Toller Artikel mit sehr schönen Inhalten, unter­haltsam und gut verständ­lich geschrieben!

  3. Lieber Jan,
    da hast du einen super ausführ­li­chen und hilf­rei­chen Artikel geschrieben! Für mich ist definitv der wich­tigste Faktor: unsere Glau­bens­sätze. Schließ­lich beginnt dort (bei unserem Denken) alles, das wird beein­flussen, wie wir die Welt sehen und das, was passiert und uns zustößt. Ich glaube fest, dass das natür­liche und echte Glück­lich­sein von allein auftaucht, wenn wir all das besei­tigen, was uns das Leben, die Gescheh­nisse und die Welt durch eine negative Brille sehen lässt. Sobal ich merke, dass in mir unglück­lich­sein da ist, schaue ich genau hin, worum es eignet­lich geht. Dann stoße ich immer auf irgend­welche alten Gefühle, die eben mit Glau­bens­sätzen und Bewer­tungen zusam­men­hängen. Wenn wir dann erkennen, dass dies nicht unbedingt der neutralen Realität entspricht, kann sich schlag­artig auch die Stimmung ändern. Liebe Grüße!

    • Jan sagt:

      Hey,

      Vielen Dank für das Lob :)

      Ich denke auch, dass wir uns mit unseren negativen Glau­bens­sätzen zum Teil selbst das Glück verbauen. Zumindest einige Menschen tun das. Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass man durch die Arbeit an Glau­bens­sätzen das «voll­kom­mene Glück» erreichen kann. Einige Menschen scheinen ja zu glauben, dass man alles Negative einfach umdeuten kann, weil es angeblich nur die Bewer­tungen sind, die uns runter­ziehen, aber nicht die Dinge selbst. Diese Ansicht halte ich für zu naiv.

      VIele Grüße,
      Jan

  4. Anika sagt:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

  5. Conny sagt:

    Toller Artikel!

  6. Deine Seite gefällt mir gut; ich werde sie auf jeden Fall des öfteren besuchen!
    VG Heinz Maier

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