Glück­lich werden – 11 Tipps aus der Glücks­for­schung

Was muss ich tun, um glück­lich zu sein?

Wie kann ich glück­lich werden?

Bis vor wenigen Jahren beruhte sämt­li­ches Wissen über das Glück­lich­sein nur auf den per­sön­li­chen Erfah­run­gen, die die Men­schen in ihrem Leben gesam­melt hatten.

Erst seit wenigen Jahr­zehn­ten widmet sich die Wis­sen­schaft dem Glück­lich­sein.

Die Glücks­for­schung hat vieles von dem, was die Men­schen über das Glück­lich­sein zu wissen glaub­ten, bestä­tigt.

Aber die Glücks­for­schung hat auch einige neue Fakten und prak­ti­sche Anwen­dun­gen her­vor­ge­bracht. Von ihnen handelt dieser Artikel.

Die Erkennt­nisse der Glücks­forscher

Dieser Artikel basiert zu großen Teilen auf diesen vier Büchern über das Glück­lich­sein:

Die Bücher sind zwar von Glücks­for­schern geschrie­ben, aber es wird nicht allzu theo­re­tisch.

Glücklich werden - die Glücksforschung untersucht, was Menschen glücklich macht

Was kann man tun, damit es einem psy­chisch gesun­den Men­schen noch besser geht?

Mit dieser Frage beschäf­tigt sich die posi­tive Psy­cho­lo­gie, ein junger Teil­be­reich der Psy­cho­lo­gie, der von Martin Selig­man begrün­det wurde.

In seinem Buch Wie wir auf­blü­hen erklärt Selig­man, dass es gar nicht so einfach ist, zu messen, wie glück­lich jemand ist:

Das Problem ist, dass das sub­jek­tive Glücks­emp­fin­den eines Men­schen über­mä­ßig stark von seiner aktu­el­len Stim­mungs­lage abhängt. Die Stim­mung kann sich aber im Minu­ten­takt ändern

Selig­man ver­wen­det übri­gens nicht den Begriff Glück, sondern Wohl­be­fin­den.

Wer guter Stim­mung ist, bewer­tet sein Glück­lich­sein mit einer starken posi­ti­ven Ver­zer­rung, und jemand, der in schlech­ter Stim­mung ist, sieht sein Glücks­emp­fin­den viel zu pes­si­mis­tisch.

Klei­nig­kei­ten haben einen großen Ein­fluss auf das Glücks­emp­fin­den

Wenn man die glei­chen Leute einmal bei Son­nen­schein und einmal bei Regen befragt, bekommt man kom­plett unter­schied­li­che Ergeb­nisse.

Aus diesem Grund misst Selig­man das Wohl­be­fin­den nicht direkt, sondern er berech­net es aus ins­ge­samt fünf Werten, die er separat misst.

Das Wohl­be­fin­den setzt sich aus 5 ein­zel­nen Werten zusam­men:

  1. Stim­mung
  2. Enga­ge­ment (im Prinzip geht es um Flow, also um das Ein­tau­chen in eine Tätig­keit)
  3. Sinn (das Gefühl, ein Teil von etwas Grö­ße­rem zu sein)
  4. Ziel­er­rei­chung (Erfolg. Gewin­nen um des Gewin­nens willen)
  5. Posi­tive Bezie­hun­gen zu anderen Men­schen

Tech­nisch betrach­tet ist glück­lich zu sein das Vor­han­den­sein von Glücks­hor­mo­nen

Im End­ef­fekt ist das, was wir als Glücks­ge­fühl emp­fin­den nur das Vor­han­den­sein von bestimm­ten Hor­mo­nen und Neu­ro­trans­mit­tern.

Die wich­tigs­ten sind Sero­to­nin, Dopamin, Oxy­to­cin und Endor­phine.

Diese Hormone und Neu­ro­trans­mit­ter bestim­men nicht nur unser Glücks­emp­fin­den, sondern auch unser Denken und Handeln.

Und unser Denken und Handeln kann wie­derum zur Aus­schüt­tung dieser Glücks­hor­mone führen.

Diese 4 Glücks­hor­mone spielen eine wich­tige Rolle in unserem Leben

  • Im Gehirn sorgt Sero­to­nin für Gelas­sen­heit, innere Ruhe und Zufrie­den­heit. Es redu­ziert Angst, Aggres­si­vi­tät und Kummer.
  • Dopamin erzeugt ver­ein­facht gespro­chen Vor­freude auf etwas und führt somit zu Moti­va­tion und einer Antriebs­stei­ge­rung.
  • Endor­phine werden zum Bei­spiel bei kör­per­li­cher Anstren­gung wie langem Joggen aus­ge­schüt­tet (Runner’s High). Sie wirken schmerz­lin­dernd und sind ver­ant­wort­lich für die Ent­ste­hung von Eupho­rie.
  • Oxy­to­cin wird umgangs­sprach­lich auch als „Kuschel­hor­mon“ bezeich­net. Oxy­to­cin ist für Liebe, Ver­trauen, Ruhe und Ver­bun­den­heit mit­ver­ant­wort­lich.

Es ist möglich, das eigene Glücks­emp­fin­den durch Denken und Handeln zu beein­flus­sen

In der Rea­li­tät ist die Sache mit den Hor­mo­nen und Neu­ro­trans­mit­tern weitaus kom­pli­zier­ter, als sie oft dar­ge­stellt wird

Es ist kei­nes­falls so, dass bei­spiels­weise Sero­to­nin die Aufgabe hat, einen Men­schen glück­lich sein zu lassen.

Sero­to­nin kommt im Men­schen in unter­schied­li­chen Geweben vor und erfüllt ver­schie­dene regu­la­to­ri­sche Aufgabe. Es ist kom­pli­ziert!

Sero­to­nin ist auch in Nah­rungs­mit­teln ent­hal­ten

Sehr hohe Dosen Sero­to­nin findet man in Wal­nüs­sen, aber es kommt auch in Bananen, Tomaten und Kakao vor.

Es gibt sicher­lich gute Gründe, Wal­nüsse und Tomaten zu essen, aber glück­lich zu werden, ist keiner davon.

Damit Sero­to­nin glück­lich machen kann, muss es im Gehirn gebil­det werden. Es über die Nahrung auf­zu­neh­men bringt gar nichts

Die Glücks­for­mel (Das Glücks­empfinden lässt sich berech­nen)

In seinem Buch Die Glücks­hy­po­these stellt der Glücks­for­scher Jona­than Haidt eine Glücks­for­mel vor.

Diese lautet fol­gen­der­ma­ßen:

Glück­lich sein = S + L + A

S: Indi­vi­du­el­ler Basis­wert
L: Lebens­be­din­gun­gen
A: Frei­wil­lige Akti­vi­tä­ten

Man kann also glück­lich werden, indem man mehr von den Dingen tut, die glück­lich machen, und weniger von den Dingen, die unglück­lich machen

Wenn man bedenkt, dass der Glücks­le­vel von Hor­mo­nen abhängt, die wie­derum von bestimm­ten Akti­vi­tä­ten und Gedan­ken abhän­gen, dann macht eine solche Formel sehr viel Sinn.

Was die ein­zel­nen Werte bedeu­ten, schauen wir uns als nächs­tes an.

Der Indi­vi­du­elle Basis­wert

Der Basis­wert ist bei jedem Men­schen anders. Nähe­rungs­weise könnte man diesen Wert als die Kon­zen­tra­tion von Sero­to­nin im Gehirn der Person ver­ste­hen.

Manche Men­schen sind zum Glück­lich­sein geboren, während sich andere schwer damit tun, glück­lich zu sein.

Der Basis­wert ist nicht in Stein gemei­ßelt. Durch Medi­ta­tion und kogni­tive The­ra­pie kann der Basis­wert positiv beein­flusst werden.

Bei der kogni­ti­ven The­ra­pie geht es im Grunde darum, damit auf­zu­hö­ren, alle mög­li­chen Dinge negativ zu bewer­ten, und über­trie­ben nega­tive Gedan­ken durch pas­sen­dere Gedan­ken zu erset­zen.

Die Lebens­be­din­gun­gen tragen maß­geb­lich zum Glück­lich­sein bei

Unter die Kate­go­rie der Lebens­be­din­gun­gen fallen banale Dinge wie

  • Die täg­li­che Lärm­be­las­tung (Lärm führt sogar im Schlaf zur Aus­schüt­tung von Stress­hor­mo­nen – das ist schlecht für die Gesund­heit und macht außer­dem unglück­lich)
  • Der Weg zur Arbeit (wer hasst es nicht im Stau zu stehen?)
  • Selbst­wirk­sam­keit (das Gefühl, die Kon­trolle über das eigene Leben zu haben)
  • Scham­ge­fühl (mit dem eigenen Äußeren nicht zufrie­den zu sein, macht unglück­lich)
  • Die Qua­li­tät der zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen (Gemobbt oder aus­ge­grenzt zu werden ist sehr schlimm. Ein­sam­keit ist noch schlim­mer als eine Depres­sion)
  • Die aktive Aus­übung einer Reli­gion (davon pro­fi­tiert man aller­dings nur, wenn man intrin­sisch zur Reli­gi­ons­aus­übung moti­viert ist – man muss schon wirk­lich glauben)

Die meisten dieser Lebens­be­din­gun­gen lassen sich – zumin­dest mit­tel­fris­tig – ändern. Ein ent­schei­den­der Schritt, um glück­lich zu werden.

Glücklich werden durch Aktivität im Freien

Frei­wil­lige Akti­vi­tä­ten

Diese Kate­go­rie umfasst glücks­för­dernde und glücks­ver­hin­dernde Reize, die man sofort in sein Leben inte­grie­ren oder aus seinem Leben strei­chen kann:

  • Men­schen die man trifft und wie man mit ihnen umgehst
  • Medien die man kon­su­mierst oder nicht kon­su­mierst (eine Studie aus dem Jahr 2015 hat zum Bei­spiel gezeigt, dass Face­book unglück­lich macht)
  • Sport
  • Sonne tanken
  • Musik
  • Farben
  • Düfte
  • Die Gute-Laune-Übung (jeden Abend vor dem Schla­fen­ge­hen 3 Dinge auf­schrei­ben, die an dem Tag gut gelau­fen sind)
  • Die eigenen beson­de­ren Fähigkeiten/Stärken ein­set­zen, anstatt Dinge zu tun, die man nicht gut kann.
  • Ver­mei­den von Glücks­fal­len (die, wahr­schein­lich, größte Glücks­falle ist das Streben nach Luxus­gü­tern in dem Glauben, diese würden einen glück­li­cher machen)
  • Sich bei weniger wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen mit guten Ergeb­nis­sen zufrie­den­zu­ge­ben anstatt die absolut beste Ent­schei­dung treffen zu wollen (Siehe dazu auch meinen Artikel über chro­ni­sche Unzu­frie­den­heit.)

Martin Selig­man hat in seinem Buch zwar keine Glücks­for­mel genannt, aber prin­zi­pi­ell sagt er genau das gleiche wie Jona­than Haidt.

Selig­man nennt außer­dem einige Glücks-Hacks. Diese werden wir uns als nächs­tes ansehen.

Glück­lich werden auf Knopf­druck

Der Dank­bar­keits­be­such

Martin Selig­man sagt, dass unser Glück­lich­sein maß­geb­lich vom Umgang mit anderen Men­schen abhängt.

Eine freund­li­che Hand­lung einem anderen Men­schen gegen­über ist der beste Glücks-Hack, den es gibt

Eine Extrem­form der freund­li­chen Hand­lung ist der so genannte Dank­bar­keits­be­such.

Nach dieser Tat ist man angeb­lich einen Monat lang glück­lich und weniger schlecht gelaunt.

Was konkret zu tun ist

Schreibe einer Person, die du beson­ders schätzt, einen per­sön­li­chen Brief, in dem du schil­derst, warum du dankbar bist, diese Person zu kennen.

Dann stat­test du der Person einen Über­ra­schungs­be­such ab und liest ihr den Brief vor.

Aktiv/konstruktive Gesprächs­füh­rung

Auch die Art und Weise, wie wir Gesprä­che mit anderen Men­schen führen, hat einen großen Ein­fluss auf unser Glück­lich­sein (bzw. Wohl­be­fin­den).

Gesprä­che machen glück­lich, wenn wir uns auf aktiv-kon­struk­tive Weise unter­hal­ten

Was aktiv-kon­struk­tiv bedeu­tet lässt sich am besten an einem Bei­spiel ver­deut­li­chen.

Ange­nom­men, ich treffe eine Freun­din auf der Straße und sie erzählt mir, dass sie sich neue Schuhe gekauft hat. Sie zeigt auf einen Schuh­kar­ton, den sie bei sich trägt.

Es gibt vier prin­zi­pi­ell unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten, dieses Gespräch wei­ter­zu­füh­ren:

  1. Passiv/destruktiv („Ich habe auch Schuhe!“)
  2. Aktiv/destruktiv („Du immer mit deinen Schuhen! Du ziehst die sowieso nie an!“)
  3. Passiv/konstruktiv („Cool!“)
  4. Aktiv/konstruktiv („Hey cool! Zeig mal her! Die passen gut zu dir! Wo hast du die gekauft? Wann willst du die Schuhe anzie­hen?“)

Jede dieser Reak­tio­nen löst in der Freun­din ein anderes Gefühl aus. Im letzten Fall ist es ein beson­ders posi­ti­ves Gefühl: Ein Glücks­ge­fühl.

Da posi­tive Gefühle anste­ckend sind, kann ich selbst glück­lich werden, indem ich andere Men­schen glück­lich mache

Man muss also nicht darauf hoffen, von anderen Men­schen glück­lich gemacht zu werden.

Man kann selbst durch andere Men­schen glück­lich werden.

Glücklich werden durch bessere zwischenmenschliche Beziehungen

Ehren­amt­li­che Tätig­keit

Ins­be­son­dere bei älteren Men­schen kann auch eine ehren­amt­li­che Tätig­keit stark zu einem bes­se­ren Wohl­be­fin­den bei­tra­gen.

(In diesem Artikel erfährst du mehr zum Thema Ehren­amt und glück­lich werden.)

Erleb­nis­gü­ter (anstelle von mate­ri­el­len Gütern)

Wenn du glück­lich sein möch­test, dann gebe die 50 € dafür aus, mit einer netten Person essen zu gehen, anstatt dir ein T-Shirt davon zu kaufen.

Acht­sam­keit

Sich das Hier und Jetzt bewusst zu machen, hebt die Stim­mung!

(In diesem Artikel erfährst du mehr darüber, wie du mit Acht­sam­keit glück­lich werden kannst.)

Spenden

Auch das Spenden trägt zum Glück­lich­sein bei.

(In diesem Artikel erfährst du mehr zum Thema Spenden und glück­lich werden)

die Gute-Laune-Übung

Jeden Abend vor dem Schla­fen­ge­hen 3 Dinge auf­schrei­ben, die an dem Tag gut gelau­fen sind.

Mit dieser Übung trai­niert man sich, mehr nach dem Posi­ti­ven im Leben Aus­schau zu halten.

(In diesem Artikel erfährst du mehr zum Thema Dank­bar­keit und glüklich werden)

Glück­lich werden durch mehr Fokus und Kon­zen­tra­tion

Ist dir schon einmal auf­ge­fal­len, dass wir meis­tens von nega­ti­ven Ablen­kun­gen her­un­ter­ge­zo­gen werden, denen wir unnö­ti­ger­weise Beach­tung schen­ken?

Je weniger wir abge­lenkt sind, umso glück­li­cher sind wird.

Wenn du dich durch mehr Fokus und Kon­zen­tra­tion weniger von Nega­ti­vem ablen­ken lassen möch­test, dann könnte mein gratis eBook-Bundle ein guter Ein­stieg für dich sein.

Was zu tun ist, wenn man von nega­ti­ven Emo­tio­nen über­schwemmt wird

Wenn uns ein bestimm­ter Aus­lö­ser unglück­lich macht, dann ist es streng genom­men nicht der Aus­lö­ser, der uns unglück­lich macht, sondern unsere nega­tive Bewer­tung.

Wer viel negativ bewer­tet, bekommt viele nega­tive Emo­tio­nen ab

Dieser Zusam­men­hang wird von vielen Men­schen jedoch viel zu extrem gesehen. Es ist kei­nes­falls so, dass man alles Nega­tive einfach aus­blen­den kann, wenn man nur will.

Rea­lis­tisch betrach­tet ist das soge­nannte posi­tive Denken in der ver­brei­te­ten naiven Form aus­ge­spro­chen dumm und kann sogar ver­hin­dern, dass man glück­lich wird.

Um glück­lich zu werden, genügt es meist schon, aus nega­ti­ven Denk­spi­ra­len aus­zu­bre­chen.

Es lohnt sich aber auch, an den Bewer­tun­gen zu arbei­ten. Lang­fris­tig können Medi­ta­tion und die kogni­tive Ver­hal­tens­the­ra­pie helfen.

In Not­fäl­len kann man auch das fol­gende, von Martin Selig­man emp­foh­lene, 3-Schritte-Modell anwen­den:

Die Dinge rela­ti­vie­ren

Wenn du merkst, dass unnö­tige nega­tive Emo­tio­nen in Anmarsch sind, stelle dir die fol­gen­den drei Fragen (in dieser Rei­hen­folge):

  • Was wird im schlimms­ten Fall pas­sie­ren?
  • Was wird im besten Fall pas­sie­ren?
  • Was wird im wahr­schein­lichs­ten Fall pas­sie­ren?

Nehmen wir fol­gen­des Sze­na­rio als Bei­spiel: Ich bin auf einer Geschäfts­reise und ver­su­che meine Frau anzu­ru­fen. Sie geht aber nicht ans Telefon.

Erster Gedan­ken: Sie geht mir fremd oder sie wurde ent­führt oder ermor­det.

Aus dem Teu­fels­kreis aus­bre­chen

Die nega­ti­ven Gedan­ken lösen nega­tive Emo­tio­nen aus, und diese nega­ti­ven Emo­tio­nen lösen noch mehr nega­tive Gedan­ken aus.

Es ent­steht ein Teu­fels­kreis, aus dem man schnell aus­bre­chen sollte.

Des­we­gen sollte man sich zur Gewohn­heit machen, sich die Frage zu stellen, was im wahr­schein­lichs­ten Fall pas­siert ist.

Im wahr­schein­lichs­ten Fall ist meine Frau spontan mit Freun­den aus­ge­gan­gen oder sie steht unter der Dusche, wo sie das Telefon nicht hören kann.

Kein Grund gleicht in Panik aus­zu­bre­chen.

Häufig gestellte Fragen über das Glück­lich­sein

Kann man durch Reich­tum glück­lich werden?

Man kann durch Reich­tum glück­lich werden, wenn man das Geld ver­wen­det, um das Wohl­be­fin­den zu stei­gern.

Glücklich werden - Kann man durch Reichtum glücklich werdenTat­säch­lich steigt die Lebens­zu­frie­den­heit mit zuneh­men­dem Reich­tum an (die Stim­mung ver­bes­sert sich aber nicht).

Ob es einen Sät­ti­gungs­punkt gibt, ist ein aktu­el­ler Streit­punkt. Es gibt unter­schied­li­che Ansich­ten.

Fakt ist, dass Armut die Selbst­kon­trolle und Intel­li­genz her­ab­setzt. Arme Men­schen können wegen ihrer Armut nicht klar denken.

Dies wird durch den von Geld­sor­gen ver­ur­sach­ten Stress bedingt.

Arme Men­schen machen des­we­gen Fehler, die ver­hin­dern, dass sie aus der Armut her­aus­kom­men. Man spricht von einer Armuts­falle.

Armut ist übri­gens eine sub­jek­tiv emp­fun­dene Knapp­heit. Man kann sich theo­re­tisch auch bei einem Monats­ge­halt von 10.000 Euro arm fühlen und unter all den nega­ti­ven Kon­se­quen­zen dieses Gefühls leiden.

Finan­zi­elle Sicher­heit ist demnach eine not­wen­dige Vor­aus­set­zung für klares Denken.

Kann man durch Konsum glück­lich werden?

In seinem Buch Was das Haben mit dem Sein macht schreibt Jens Förster, dass Besitz das Kon­troll­be­dürf­nis befrie­digt und, dass Konsum eine Art von Ziel­er­rei­chung dar­stellt.

Beides ver­schafft dem Kon­su­men­ten ein posi­ti­ves Gefühl.

Manche Men­schen ver­su­chen sich mit Konsum ein Glücks­ge­fühl zu ver­schaf­fen. Kurz­zei­tig klappt das auch.

Hin­ter­her sind die Men­schen aber oft von sich selbst ent­täuscht und damit weniger glück­lich als vor dem Konsum. Konsum macht also wahr­schein­lich nicht glück­lich.

Kann man durch Ziele glück­lich werden?

Jona­than Heidt beschreibt 4 Arten von Zielen.

  • Arbeits- und Leis­tungs­ziele
  • Bezie­hungs- und Inti­mi­täts­ziele
  • Reli­giöse und spi­ri­tu­elle Ziele
  • Das Ziel, etwas zur Gesell­schaft bei­zu­tra­gen.

Nur Arbeits- und Leis­tungs­ziele machen den Men­schen weniger glück­lich.

Die drei anderen Arten von Zielen machen den Men­schen glück­li­cher.

Bei der Reli­gio­si­tät hängt es aller­dings davon ab, ob diese ernst gemeint ist. Wer es nicht wirk­lich ernst mit der Reli­gion meint, kann von Reli­gi­ons­aus­übung nicht pro­fi­tie­ren.

Bei Zielen kommt es auch darauf an, wie weit man von seinem Ziel ent­fernt ist. Je weiter man vom Ziele ent­fernt ist, umso weniger glück­lich ist man

Es macht außer­dem einen Unter­schied, ob man die Ziele als Ideal oder als Pflicht sieht.

Wer ein Pflicht-Ziel erreicht hat, wird dadurch nicht glück­lich, sondern nur erleich­tert sein.

Um glück­lich zu werden, braucht man per­sön­li­che Ziele.

Warum gibt es über­haupt Glück?

Emo­tio­nen sind dazu da, die Auf­merk­sam­keit des Indi­vi­du­ums zu lenken. Auch Glück hat diese Aufgabe.

Posi­tive Gefühle lenken den Fokus auf Dinge, die gut laufen oder das Poten­tial haben gut zu laufen.

  • Bewun­de­rung macht uns auf Men­schen auf­merk­sam, deren Fähig­kei­ten sich mög­li­cher­weise zu kopie­ren lohnt
  • Freude macht darauf auf­merk­sam, dass es eine Gele­gen­heit für Wachs­tum gibt
  • Stolz macht auf eigene Fähig­kei­ten und Talente auf­merk­sam
  • Dank­bar­keit macht auf eine Gele­gen­heit auf­merk­sam, die Bezie­hung zu einem anderen Men­schen zu ver­tie­fen

Die Grenzen des Glück­lich­seins

Nega­ti­ves gänz­lich aus­zu­blen­den oder zu igno­rie­ren ist weder machbar noch wün­schens­wert. Auch Nega­ti­ves hat seine Bedeu­tung!

Die Wahr­neh­mung von uns Men­schen ist zuguns­ten von Nega­ti­vem ver­zerrt

Wir reagie­ren stärker auf Nega­ti­ves als auf Posi­ti­ves. Das hat evo­lu­tio­näre Gründe.

Es ist wichtig, dass wir Bedro­hun­gen, Ver­let­zun­gen und Rück­schläge erken­nen und sofort darauf reagie­ren.

Man stelle sich zur Ver­an­schau­li­chung einen Stein­zeit­men­schen vor, der sich nicht ent­schei­den kann, ob er weiter von den süßen Beeren essen oder vor dem Bären davon­lau­fen sollte, der ihm schon in den Nacken atmet.

Klar ist es blöd, wenn uns jeder kleine Fehler an unseren Freun­den sofort auf­fällt.

Auf der anderen Seite wäre es aber auch blöd, wenn wir die töd­li­chen Gefah­ren nicht recht­zei­tig erken­nen würden.

Chancen gibt es im Leben viele, aber sterben tut man nur einmal.

Die unter­be­wuss­ten Systeme, die Nega­ti­ves erken­nen, sind deut­lich schnel­ler als unsere bewusste Wahr­neh­mung.

Die Angst vor einer Schlage ist also schon da, noch bevor man die Schlange über­haupt bewusst wahr­ge­nom­men hat.

Mit einer Expo­si­ti­ons­the­ra­pie kann man über­trie­ben starke Ängste lindern

Wenn jemand pani­sche Angst vor Schla­gen hat, dann kann der­je­nige sich bewusst Schlan­gen aus­set­zen (am besten wendest du dich dafür an einen Exper­ten) und die über­trie­bene Angst nor­ma­li­siert sich.

Einige schein­bar nutz­lose nega­tive Dinge sind gar nicht so nutzlos

  • Rache­ge­lüste sind wichtig, damit Men­schen in großen Gruppen (zum Bei­spiel in Städten) über­haupt fried­lich zusam­men­le­ben können
  • Klatsch (Lästern) ist wichtig, weil man auf diese Weise Infor­ma­tio­nen über die Werte der Mit­men­schen sammeln kann, ohne selbst (schlechte) Erfah­run­gen machen zu müssen
  • Soziale Ver­glei­che sind wichtig weil Men­schen keine abso­lu­ten Werte „messen“ können. Wir können unseren eigenen Erfolg nur in Rela­tion zum Erfolg anderer Men­schen beur­tei­len. Soziale Ver­glei­che und Neid sind also – zumin­dest in gesun­dem Maße – nötig, damit man Infor­ma­tio­nen über sich selbst gewinnt

Wenn man weiß, welche Bedeu­tung diese Ver­hal­tens­wei­sen haben und dass sie im Grunde genom­men gut sind, muss man sie nicht mehr so negativ sehen.

Post­trau­ma­ti­sches Wachs­tum – Was uns nicht tötet, macht uns stärker?

Men­schen die ein Trauma unbe­scha­det über­ste­hen, sind anschlie­ßend oft stärker als vor dem Trauma. Ein zweites trau­ma­ti­sches Erleb­nis macht die Person noch stärker.

Daraus könnte man die Schluss­fol­ge­rung ziehen, dass ein Mensch Krisen braucht um sich psy­chisch voll­stän­dig zu ent­wi­ckeln.

Mit Ein­schrän­kun­gen ist dieser Schluss­fol­ge­rung richtig.

Wahr­schein­lich sind Unglü­cke, die unbe­scha­det über­stan­den werden, in den frühen 20ern am nütz­lichs­ten.

Damit ein Unglück stark machen kann, muss es aber die rich­tige Person zur rich­ti­gen Zeit mit der rich­ti­gen Härte treffen.

Wenn das Trauma zu schwer ist, kann es zur post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung kommen.

Emo­tio­nale Intel­li­genz – intel­li­gent mit Gefüh­len umgehen

Von Emo­tio­na­ler Intel­li­genz spricht man, wenn eine Person ver­steht, wie posi­tive Gefühle funk­tio­nie­ren und wie man sie sich zunutze machen kann.

Wenn du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, ist deine emo­tio­nale Intel­li­genz viel­leicht schon um einige Punkte gestie­gen.

Wer das Prinzip von Glück und Wohl­be­fin­den ver­steht, kann es schaf­fen, mehr und außer­dem längere posi­tive Momente im Leben zu haben

Das Wissen aus diesem Artikel kann also zu einer Zunahme an Glück bei­tra­gen.

Außer­dem kann jemand mit emo­tio­na­ler Intel­li­genz auch anderen Men­schen zu posi­ti­ven Emo­tio­nen ver­hel­fen.

Glück­lich sein ist anste­ckend

For­scher, die sehr viele Glücks­da­ten über Men­schen in einem Ort hatten, fanden heraus, dass Glück Cluster bildet.

Wer in der Nähe von glück­li­chen Men­schen lebt ist mit grö­ße­rer Wahr­schein­lich­keit selbst glück­lich und wenn man in der Nähe von unglück­li­chen Men­schen lebt, dann ist man eher unglück­lich.

Es lohnt sich immer, anderen Men­schen zu mehr Glück zu ver­hel­fen. Zum Bei­spiel könn­test du diesen Artikel an deine Freunde wei­ter­lei­ten. Damit würdest du mich, deine Freunde und dich selbst glück­li­cher machen. :)

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Hallo, ich bin Jan Höpker

Ich bin pro­mo­vier­ter Che­mi­ker. Seit 2015 schreibe ich Bücher und Artikel über Themen, die Men­schen in ihrem Leben vor­an­brin­gen.

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In meinem Buch Erfolg durch Fokus & Kon­zen­tra­tion beleuchte ich den nach­weis­lich wich­tigs­ten Erfolgs­fak­tor FOKUS tief­grün­dig und pra­xis­nah.

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10 Antworten auf Glück­lich werden – 11 Tipps aus der Glücks­for­schung

  1. Toller Artikel mit sehr schönen Inhal­ten, unter­halt­sam und gut ver­ständ­lich geschrie­ben!

  2. Lieber Jan,
    da hast du einen super aus­führ­li­chen und hilf­rei­chen Artikel geschrie­ben! Für mich ist defi­nitv der wich­tigste Faktor: unsere Glau­bens­sätze. Schließ­lich beginnt dort (bei unserem Denken) alles, das wird beein­flus­sen, wie wir die Welt sehen und das, was pas­siert und uns zustößt. Ich glaube fest, dass das natür­li­che und echte Glück­lich­sein von allein auf­taucht, wenn wir all das besei­ti­gen, was uns das Leben, die Gescheh­nisse und die Welt durch eine nega­tive Brille sehen lässt. Sobal ich merke, dass in mir unglück­lich­sein da ist, schaue ich genau hin, worum es eig­net­lich geht. Dann stoße ich immer auf irgend­wel­che alten Gefühle, die eben mit Glau­bens­sät­zen und Bewer­tun­gen zusam­men­hän­gen. Wenn wir dann erken­nen, dass dies nicht unbe­dingt der neu­tra­len Rea­li­tät ent­spricht, kann sich schlag­ar­tig auch die Stim­mung ändern. Liebe Grüße!

    • Jan sagt:

      Hey,

      Vielen Dank für das Lob :)

      Ich denke auch, dass wir uns mit unseren nega­ti­ven Glau­bens­sät­zen zum Teil selbst das Glück ver­bauen. Zumin­dest einige Men­schen tun das. Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass man durch die Arbeit an Glau­bens­sät­zen das „voll­kom­mene Glück“ errei­chen kann. Einige Men­schen schei­nen ja zu glauben, dass man alles Nega­tive einfach umdeu­ten kann, weil es angeb­lich nur die Bewer­tun­gen sind, die uns run­ter­zie­hen, aber nicht die Dinge selbst. Diese Ansicht halte ich für zu naiv.

      VIele Grüße,
      Jan

  3. Anika sagt:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

  4. Conny sagt:

    Toller Artikel!

  5. Deine Seite gefällt mir gut; ich werde sie auf jeden Fall des öfteren besu­chen!
    VG Heinz Maier

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