Hans Rosling – Factfulness

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Über den Autor

Hans Rosling (1948−2017) war Professor für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm. Außerdem war er Direktor der Gapminder-Stiftung, die er zusammen mit seinem Sohn Ola und seiner Schwiegertochter Anna gegründet hat. Die Mission der Gapminder-Stiftung besteht darin, »der verheerenden Unwissenheit [über die Welt] eine auf Fakten gestützte Weltsicht entgegenzusetzen«.

Zusammenfassung

Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.

Das Buch beginnt mit einem Multiple-choice Quiz, bestehend aus 13 Fragen über den derzeitigen Zustand der Welt. Im Einzelnen geht es Themen wie Armut, Bildung, Gesundheit und Lebenserwartung. (Klicke hier, um das Quiz online auf Englisch durchzuführen. Es lohnt sich wirklich und es dauert nur 1–2 Minuten.)

Schon vor der Veröffentlichung des Buches wurden die 13 Fragen von über 12.000 Menschen aus 14 Ländern beantwortet; mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass fast alle Antworten falsch waren. Sogar Affen schneiden besser ab als Menschen. (Bei 13 Fragen mit je 3 Antwortoptionen wird der durchschnittliche Affe 4,3 Fragen richtig beantworten. Im Durchschnitt hatten die Menschen weniger richtige Antworten gegeben.)

Rosling betont, dass das schlechte Abschneiden der Menschen nichts mit Intelligenz zu tun haben kann, denn eine Gruppe von Nobelpreisträgern, denen er das Quiz vorlegte, schnitt besonders schlecht ab. Die einzig logische Erklärung lautet: Das Weltbild von uns Menschen ist systematisch verzerrt, und zwar negativ verzerrt. Je mehr wir über die Welt zu wissen glauben, umso weniger scheinen wir tatsächlich zu wissen.

Rosling könnte es sich einfach machen und den Medien die alleinige Schuld an unserem verzerrten Weltbild geben, aber das tut er nicht. Die wahren Schuldigen sind unsere Instinkte. Instinktiv teilen wir die Welt in gegensätzliche Lager ein: gut und böse; Arm und Reich; gebildet und ungebildet; technologisiert und noch-in-der-Steinzeit-lebend. Aber so ist die Welt nicht aufgebaut.

Das Weltbild der Menschen hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert, während die Welt in dieser Zeit tatsächlich immer »besser« geworden ist.

Rosling definiert dann insgesamt vier Entwicklungsstufen, auf denen sich die einzelnen Menschen befinden können. Auf Stufe 1 herrscht bitterste Armut. Diese Menschen haben weniger als ein Dollar pro Tag zur Verfügung und sie haben keinen Zugang zu Elektrizität oder medizinischer Versorgung. Hungrig schlafen zu gehen, gehört zum Alltag. Auf Stufe 2 beträgt das durchschnittliche Einkommen etwa vier Dollar pro Tag. Zwar haben diese Menschen Zugang zu Elektrizität, aber die Stromversorgung ist unzuverlässig. Wenn ein Familienmitglied krank wird und Medikamente braucht, muss die Familie Hab und Gut verkaufen, um die Medikamente bezahlen zu können. Auf Stufe 3 stehen etwa 16 Dollar pro Tag zur Verfügung, wofür diese Menschen allerdings 16 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche arbeiten müssen. Es gibt fließendes Wasser, elektrischen Strom und schulische Bildung für die Kinder. Stufe 4 bedarf keiner Beschreibung, denn diese Stufe ist uns vertraut.

Aus der Perspektive eines Stufe-4-Menschen erscheinen alle anderen Stufen etwa gleich arm. Dabei macht es für diese Menschen einen riesigen Unterschied, ob sie von einem oder von sechzehn Dollar pro Tag leben. Rosling erklärt, dass vor einigen Tausend Jahren alle Menschen auf Stufe 1 waren; und vor 200 Jahren traf das auf 85 % der Weltbevölkerung zu. Heute sind es nur noch rund 15 % der Menschen von bitterer Armut betroffen. Die größte Teil der Weltbevölkerung ist heute auf den Stufen 2 und 3 angekommen. Leider, so Rosling, glauben die meisten Menschen, dass die Verhältnisse nicht besser, sondern immer schlimmer werden.

Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich in der vergangenen 200 Jahren mehr als verdoppelt, was allerdings nicht daran liegt, dass die meisten Menschen früher nur 40 Jahre alt wurden, sondern daran, dass die Kindersterblichkeit massiv zurückgegangen ist. (Wer im Alter von null Jahren stirbt, zieht den Schnitt gewaltig nach unten.)

Rosling führt 16 schlechte Dinge an, die in den letzten Jahrzehnten abgenommen haben, darunter Kriegstote, Zwangsarbeit, Todesstrafe, Hunger und Kinderarbeit. Auf der nächsten Seite gibt es 16 gute Dinge, die sich verbessert haben, darunter Naturschutzgebiete, Alphabetisierung, Demokratie und Impfungen.

Ein Problem, so Rosling, bestünde darin, dass es »hartherzig oder gewissenlos wäre, von Verbesserung zu sprechen, solange es immer noch schlimme Dinge gibt.« Da kaum jemand auf die vielen Verbesserungen hinweist, entstünde der Eindruck, »dass bislang nichts von dem, was wir bisher versucht haben, geklappt hat«. Rosling möchte nicht missverstanden werden; es geht ihm nicht darum, zu sagen, dass wir uns entspannt zurücklehnen sollten, weil die Welt jetzt »gut« sei.

Viele Menschen fürchten, dass die Weltbevölkerung (derzeit sind wir 7,7 Milliarden) in naher Zukunft explodieren könnte. Rosling setzt dem entgegen, dass das Bevölkerungswachstum bei etwa 11 Milliarden aufhören und anschließend sogar negativ werden dürfte. Der Grund: Es sind vor allem die Menschen auf Stufe 1, die zum Wachstum der Bevölkerung beitragen, aber immer weniger Menschen befinden sich auf Stufe 1. Das Problem sei, dass unsere Gehirne davon ausgehen, dass Trends für immer anhalten.

Terrorismus? Spielt insbesondere auf den Stufen 1, 2 und 3 eine Rolle. Auf Stufe 4 gehen die Zahlen der Opfer von Terrorismus zurück.

Die Probleme der Welt verschieben sich: Mittlerweile sterben mehr Menschen an den Folgen von Übergewicht als an Mangelernährung.

Der Rest des Buches befasst sich intensiv mit unseren Instinkten. Inwiefern verzerren sie unser Weltbild, und wie lassen sie sich korrigieren? Insgesamt werden zehn verschiedene Instinkte angesprochen.

Fazit

Factfulness ist ein wichtiges Buch, denn es kann uns alle davor schützen, in Panik zu verfallen und Schnellschüsse abzugeben. Wie Rosling selbst sagt, geht es ihm nicht darum, zu behaupten, dass wir uns zurücklehnen können, sondern darum, zu zeigen, dass wir uns auf einem guten Weg befinden.

Leider wurde bei Hans Rosling im Jahr 2016 ein unheilbarer Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, an dem er wenig später gestorben ist.

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