Huperizin A

Geschrieben am 11. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

Huperizin A ist ein wasser­lös­li­ches Alkaloid, dass aus der in Asien behei­ma­teten Pflanze Huperzia serrate gewonnen wird. In der tradi­tio­nellen Chine­si­schen Medizin wird es gegen verschie­dene Krank­heiten, Fieber und Entzün­dungen einge­setzt. In Kapsel­form sind Extrakte der Pflanze als Nahrungs­er­gän­zungs­mittel erhält­lich.

Die effektive Dosis liegt im Mikro­gramm-Bereich. In größeren Mengen ist Huperizin A sowohl bei Verschlu­cken und Einatmen als auch bei Haut­kon­takt sehr giftig. Nicht einge­nommen werden sollte Huperizin A von Schwan­geren und Stil­lenden sowie von Menschen mit bestimmten Vorer­kran­kungen. Wer schon einen anderen Acetyl­cho­li­nester­ase­hemmer einnimmt, sollte auf Huperzin A verzichten oder zuerst den anderen Wirkstoff absetzen.

Oral aufge­nom­menes Huperizin A über­windet die Blut-Hirn-Schranke und hemmt die Acetyl­cho­li­nesterase (rever­sibel), sodass die Konzen­tra­tion des Neuro­trans­mit­ters Acetyl­cholin im synap­ti­schen Spalt effektiv erhöht wird. Angeblich führt dies unter anderem zu einem (vorüber­ge­hend) besseren Gedächtnis und einer gestei­gerten Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit. In Kombi­na­tion mit Cholinquellen wirkt Huperizin A angeblich besonders gut.

Studien zur Wirk­sam­keit von Huperizin A stammen fast ausschließ­lich aus China. Ein Review aus dem Jahr 2016, das die Ergeb­nisse von Studien zur Wirk­sam­keit von Huperizin A bei der Behand­lung von Depres­sion zusam­men­ge­fasst hat, kommt zu dem Schluss, dass viele Studien von mangel­hafter Qualität sind, etwa weil keine Kontrollen durch­ge­führt wurden (Quelle).

Die Wirkung soll nach etwa 30 Minuten einsetzen. Es wird eine zyklen­hafte Anwendung empfohlen, weil der Orga­nismus schnell eine Toleranz aufbaue.

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