Intui­tion – Ohne Ver­stand zu bes­se­ren Ent­schei­dun­gen

Intuition und Bauchgefühl, BauchentscheidungDie Welt wird kom­ple­xer. Immer mehr Ent­schei­dun­gen mit immer mehr Optio­nen müssen in immer kür­ze­rer Zeit getrof­fen werden. Ab einem gewis­sen Grad an Kom­ple­xi­tät stößt der Ver­stand an seine Grenzen.

Wie man mit Intui­tion und Bauch­ent­schei­dun­gen auch in kom­pli­zier­ten Situa­tio­nen gute Ent­schei­dun­gen treffen kann, erkläre ich in diesem Artikel.

Ent­schei­dungs­pa­ra­lyse

  • Was soll ich stu­die­ren? … Bei 18.000 ver­schie­dene Stu­di­en­gän­gen an deut­schen Hoch­schu­len.
  • Was soll aufs Brot? … Bei Hun­der­ten ver­schie­de­nen Sorten Brot­auf­strich im Super­markt.
  • Was soll ich tun? … Bei Tau­sen­den Mög­lich­kei­ten, die Frei­zeit zu gestal­ten.

Es ist ein Drama: Erst wird uns in der Schule das intui­tive Ent­schei­den abtrai­niert, und dann werden wir in eine Welt ent­las­sen, in der man ohne Intui­tion gar keine Chance hat.

Gehen wir nochmal einen Schritt zurück: Die Welt wird immer kom­ple­xer.

Pro­fes­sor Peter Kruse nennt fünf typi­sche Reak­tio­nen der Men­schen auf die immer weiter zuneh­mende Kom­ple­xi­tät:

  1. Versuch und Irrtum (nicht gut, da nicht effi­zi­ent)
  2. Die Kom­ple­xi­tät aus­blen­den oder igno­rie­ren (auch nicht gut, aber weit ver­brei­tet)
  3. Ver­su­chen, die Kom­ple­xi­tät ratio­nal zu ver­ste­hen (keine Chance!)
  4. Die Kom­ple­xi­tät bewusst vereinfachen/trivialisieren (nicht gut)
  5. Die Kom­ple­xi­tät emo­tio­nal bewer­ten und intui­tiv agieren (beste Lösung)

Die beste Antwort auf Kom­ple­xi­tät lautet: Gefühl und Intui­tion

Was Pro­fes­sor Peter Kruse sonst noch so zum Thema Intui­tion zu sagen hat, hier im Video:

Leider genie­ßen weder die Gefühle, noch die Intui­tion einen beson­ders hohen Stel­len­wert in unserer Gesell­schaft.

„Wie bist du auf diese Lösung gekom­men?“

„Intui­tion!“

Für Eltern, Lehrer und Vor­ge­setze klingt das wie:

„Ich hatte keine Lust, mich damit zu befas­sen, und des­we­gen habe ich einfach geraten.“

In einigen Fällen mag das stimmen, aber die Intui­tion pau­schal als min­der­wer­tig abzutun, tut ihr Unrecht.

Es gibt nämlich Situa­tio­nen, in denen die Intui­tion der ratio­na­len Ent­schei­dungs­fin­dung haus­hoch über­le­gen ist.

Es gibt drei Typen von Pro­ble­men: einfach, unsi­cher und komplex

Ein Bei­spiel für ein ein­fa­ches Problem ist die Frage, wie lange eine Rakete mit der Geschwin­dig­keit x braucht, um von der Erde bis zum Mond zu fliegen, der 384.000 Kilo­me­tern weit von der Erde ent­fernt ist.

Die exakte Lösung lässt sich mit Hilfe einer ein­fa­chen Formel finden. (t = s/v).

Unsi­chere Pro­bleme sind nicht ein­deu­tig, sondern nur sta­tis­tisch zu beant­wor­ten.

Wie groß ist die Geschwin­dig­keit eines ein­zel­nen Gas­mo­le­küls in einer Gas­fal­sche, in der ein Druck von 25 bar und eine Tem­pe­ra­tur von 20 °C herr­schen? Hier kann man keinen exakten Wert angeben, da dieser sich ständig ändert. Es ist aber möglich einen exakten Durch­schnitts­wert und die Wahr­schein­lich­keit für eine bestimmte Abwei­chung zu ermit­teln.

Die Mathe­ma­tik dahin­ter ist etwas kom­pli­zier­ter, als im Fall der ein­fa­chen Pro­bleme.

Kom­plexe Pro­bleme zeich­net aus, dass sie sich in der Praxis nicht berech­nen lassen.

Hätte man alle benö­tig­ten Infor­ma­tio­nen, unend­lich viel Zeit und einen Com­pu­ter mit aus­rei­chen­der Rechen­ka­pa­zi­tät, dann könnte man wohl eine Lösung findet.

Das Problem ist aber, dass diese Mittel nicht zur Ver­fü­gung stehen. In der Praxis lassen sich kom­plexe Pro­bleme nur nähe­rungs­weise lösen.

Die Evo­lu­tion hat uns Men­schen ein Gehirn geschenkt, das neben dem Bewusst­sein und dem Ver­stand noch weitere Funk­tio­nen hat.

Weil wir so kon­di­tio­niert wurden, nutzen wir aber häufig nur den Ver­stand (später mehr dazu).

Wie das Gehirn Intui­tion erzeugt

Der Nobel­preis­trä­ger Daniel Kah­ne­man erklärt, dass es in unserem Gehirn zwei grund­ver­schie­dene Systeme gibt, die er System 1 und System 2 nennt.

System 1 arbei­tet extrem schnell und mühelos. Es führt eine astro­no­misch hohe Anzahl an Rechen­ope­ra­tio­nen gleich­zei­tig aus.

System 2 arbei­tet langsam, mühe­voll und führt die Rechen­schritte nicht par­al­lel, sondern Schritt-für-Schritt aus.

System 1 ist die Grund­lage unserer Intui­tion und System 2 ist die Grund­lage unseres ratio­na­len und bewuss­ten Denkens.

(Ich möchte hier gar nicht näher auf diese beiden Systeme ein­ge­hen. Wer sich dafür inter­es­siert, dem sei das Buch Schnel­les Denken, lang­sa­mes Denken (*) wärms­tens ans Herz gelegt.)

Intui­tion ist also keine eso­te­ri­sche Spin­ne­rei, sondern eine Funk­tion unseres Gehirns, die es uns erlaubt, kom­plexe Pro­bleme nähe­rungs­weise zu lösen.

Man fühlt, wo es hin­ge­hen soll, aber man kann es nicht erklä­ren. Nur das Ziel ist im Bewusst­sein, aber nicht die Gründe. Das ist Intui­tion.

Intui­tion, Bauch­gefühl und Bauch­ent­scheidung

Wenn man der Intui­tion folgt, trifft man eine Bauch­ent­schei­dung.

Hier muss man auf­pas­sen, dass man von der Sprache nicht in die Irre gelei­tet wird, denn eine Bauch­ent­schei­dung basiert nicht zwangs­läu­fig auf dem Buch­ge­fühl.

Bauch­ge­fühl und Intui­tion ist nicht das gleiche

Hinter einem Bauch­ge­fühl, das sich oft als nega­tive (war­nende) Emp­fin­dung in der Magen­ge­gend äußert, steckt meist nicht die Intui­tion.

Intui­tion fühlt sich meist leicht und befrei­end an.

Die Vor­aus­set­zung für Intui­tion ist eine Frage

Wer keine Frage hat, erhält von der Intui­tion nur selten eine Antwort.

Und falls die Intui­tion doch mal eine Antwort auf eine nicht bewusst gestellte Frage liefert, dürfte man Pro­bleme damit haben, die Antwort zu ver­ste­hen.

Übri­gens soll sich auch Albert Ein­stein bei seinen genia­len Ideen vor allem seiner Intui­tion bedient haben:

„Alles was zählt, ist die Intui­tion. Der intui­tive Geist ist ein Geschenk und der ratio­nale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesell­schaft erschaf­fen, die den Diener ehrt und das Geschenk ver­ges­sen hat.“

Ratio­na­les Denken basiert auf Logik und Wissen – Intui­tion beruht auf Erfah­rung

Bis hierhin hört es sich so an, als ob die Intui­tion dem logi­schen Denken haus­hoch über­le­gen wäre. Dem ist nicht so.

Das logi­sche Denken ist ein Uni­ver­sal­werk­zeug, das wir auch auf solche Pro­bleme anwen­den können, mit denen wir noch nie zuvor kon­fron­tiert waren.

Logik gilt (ver­mut­lich) im gesam­ten Uni­ver­sum.

Auf die Intui­tion trifft das nicht zu. Sie muss trai­niert werden, denn sie basiert auf Erfah­rung.

In einer Situa­tion, in der wir noch nie waren, wird uns die Intui­tion keine Dienste leisten können

Und wenn sich die Welt zwi­schen dem Trai­ning der Intui­tion und ihrer Anwen­dung deut­lich ver­än­dert hat, führt uns die Intui­tion in die Irre, denn sie geht noch von den alten Bedin­gun­gen aus, unter denen sie trai­niert wurde.

Intui­tion ist ein Pri­vi­leg der Exper­ten, denn nur diese haben aus­rei­chend Erfah­rung mit dem System gesam­melt.

Wann sollte man auf die Intui­tion hören und wann lieber auf den Ver­stand?

Oben haben wir ja schon zwi­schen ein­fa­chen, unsi­che­ren und kom­ple­xen Pro­ble­men unter­schie­den.

Gerd Gige­ren­zer betrach­tet die (gleiche) Sache aus einem etwas anderen Blick­win­kel und unter­schie­det zwi­schen Risiko und Unsi­cher­heit.

(Wenn du eine Stunde lang Zeit hast, kannst du dir die Sache auch von ihm per­sön­lich erklä­ren lassen. Klicke dazu einfach auf das Video:

Risiken sind dadurch gekenn­zeich­net, dass sie sich exakt berech­nen lassen

Wenn man beim Rou­lette auf eine einzige Zahl setzt, dann beträgt das Risiko, seinen Einsatz zu ver­lie­ren 1-zu-37.

Mit Hilfe der Schul­ma­the­ma­tik sollte jeder Mensch leicht aus­rech­nen können, ob sich das Rou­let­te­spiel lohnt. (Die Antwort: Es lohnt sich, aber nur für die Bank.)

Der Unter­schied zwi­schen Risiken und Unsi­cher­heit besteht darin, dass sich die Wahr­schein­lich­keit bei einer Unsi­cher­heit nicht ein­deu­tig berech­nen lässt

Wie hoch ist die Wahr­schein­lich­keit, dass meine Ehe wieder geschie­den wird?

Diese Frage lässt sich nicht ein­deu­tig beant­wor­ten – man kann nur sagen, wie oft Ehen im Durch­schnitt geschie­den wurden.

Men­schen neigen dazu, die opti­male Ent­schei­dung auch in einer unsi­che­ren Situa­tion zu berech­nen

Wir machen eine lange Liste mit den Pros und Contras, gewich­ten diese Unter­schied­lich und rechnen aus, welche Ent­schei­dung unterm Strich die beste ist.

Sollte ich diese Frau hei­ra­ten? Soll ich den Job anneh­men?

Risi­ko­for­scher wie Pro­fes­sor Gerd Gige­ren­zer konnten zeigen, dass dieser Lösungs­an­satz grund­sätz­lich schlech­ter abschnei­det, als die Intui­tion.

Die Intui­tion ist in unsi­che­ren Sze­na­rien immer besser

Warum das so ist, lässt sich vor allem damit erklä­ren, dass wir die ein­zel­nen Fak­to­ren, die zum End­ergeb­nis bei­tra­gen, sys­te­ma­tisch falsch gewich­ten.

In den meisten Fällen liegen unsere ange­nom­me­nen Gewichte viel zu nah bei­ein­an­der, d.h. wir unter­schät­zen die Fak­to­ren, die wirk­lich wichtig sind und über­schät­zen die weniger wich­ti­gen Fak­to­ren.

Unsere Intui­tion ist klüger, denn in vielen Fällen ver­mei­det sie den Fehler mit den fal­schen Gewich­tun­gen einfach, indem sie nur einen ein­zi­gen oder zumin­dest nur ganz wenige Fak­to­ren berück­sich­tigt.

In vielen Fällen konnte Gige­ren­zer her­aus­fin­den, welche Faust­for­meln  die Intui­tion von Exper­ten, wie zum Bei­spiel Sport­lern, bei bestimm­ten Ent­schei­dun­gen nutzen.

Intui­tion ist gesell­schaft­lich wenig akzep­tiert

Wie schon gesagt, wird die Intui­tive Pro­blem­lö­sung in unserer Welt leider oft nicht akzep­tiert, und das gilt vor allem für kom­plexe bezie­hungs­weise unsi­chere Pro­bleme.

Man stelle sich einen Poli­ti­ker vor, der eine bestimmte Ent­schei­dung vor dem Volk mit „ich habe das intui­tiv ent­schie­den“ erklärt.

Die Medien würden diesen Men­schen ver­nich­ten.

Die Gefahr, in der Öffent­lich­keit aus­ein­an­der­ge­nom­men zu werden, hindert die Poli­ti­ker und Manager in Unter­neh­men natür­lich nicht daran, ihre Ent­schei­dun­gen intui­tiv zu treffen.

Es würde gar nicht anders gehen, denn die Pro­bleme sind viel zu komplex (oder unsi­cher), als dass es einen anderen, als den intui­ti­ven Lösungs­an­satz gäbe.

Anstatt ratio­nal zu ent­schei­den, ratio­na­li­sie­ren wir unsere intui­ti­ven Ent­schei­dun­gen

Was die Poli­ti­ker und Manager aber machen, ist, dass sie nach­träg­lich Gründe für ihre intui­tiv gefun­dene Lösung suchen.

Wer sich schon einmal gefragt hat, warum Unter­neh­mens­be­ra­tun­gen oft blut­junge Uniab­sol­ven­ten beschäf­ti­gen, die doch über­haupt noch kein Erfah­rungs­wis­sen über die Funk­ti­ons­weise eines Unter­neh­mens haben, erhält hier die Antwort:

Diese jungen Men­schen ent­schei­den sowieso nichts, denn die Ent­schei­dung ist längst gefal­len.

Unter­neh­mens­be­ra­ter werden häufig nur ein­ge­setzt, um eine bereits getrof­fene intui­tive Ent­schei­dung nach­träg­lich zu begrün­den.

Im End­ef­fekt ist das eine enorme Geld­ver­schwen­dung, aber in einer Welt, in der man für seine Bauch­ent­schei­dun­gen zur vollen Ver­ant­wor­tung gezogen wird, während ratio­nal getrof­fene Ent­schei­dun­gen nicht bestraft werden, geht es oft nicht anders.

Auch Ärzte treffen häufig bewusst nicht die beste Ent­schei­dung für den Pati­en­ten, um sich selbst vor Klagen zu schüt­zen

Gige­ren­zer spricht von defen­si­ven Ent­schei­dun­gen.

Genau die­je­ni­gen Men­schen, die jetzt empört auf­schreien und fordern, dass man als Arzt doch immer das beste für den Pati­en­ten tun müsse, sind die ersten, die zum Anwalt rennen, falls die opti­male The­ra­pie in ihrem Fall nicht ange­schla­gen hat.

Ver­mut­lich ist das Problem in den USA größer als hier bei uns in Europa.

Dass wir zu einer immer defen­si­ve­ren Gesell­schaft werden, liegt an unserer Feh­ler­kul­tur und daran, dass wir anderen gegen­über immer miss­traui­scher werden.

Wenn eine Ent­schei­dung nicht nach­voll­zieh­bar ist, da sie auf der Basis von Intui­tion getrof­fen wurde, wittern wir sofort Betrug.

Ins­be­son­dere auf den nied­ri­gen Hier­ar­chie­stu­fen neigen die Men­schen zu defen­si­ven Ent­schei­dun­gen

Anstatt zum Wohle der Orga­ni­sa­tion zu ent­schei­den, sichern sie sich selbst ab.

Je nachdem, welche Feh­ler­kul­tur in der jewei­li­gen Orga­ni­sa­tion herrscht, kann man es ihnen nicht ver­übeln.

Was ist die Feh­ler­kul­tur?

Die Feh­ler­kul­tur ist, wie mit Fehlern umge­gan­gen wird. Es gibt immer noch viele Orga­ni­sa­tion, die bei Fehlern grund­sätz­lich nach den Schul­di­gen suchen, um diese zur Rechen­schaft zu ziehen. Um sich vor einem Job­ver­lust oder Tadel zu schüt­zen, handeln die Mit­glie­der der Orga­ni­sa­tion defen­siv und ver­mei­den es, unbe­kann­tes Terrain zu betre­ten.

Dabei lassen sich Fehler in vielen Fällen gar nicht ver­mei­den, denn auch Fehler um jeden Preis ver­mei­den zu wollen ist ein Fehler. Fehler sind ein fester Bestand­teil von Lern­pro­zes­sen, auch wenn uns in der Schule gerne das Gegen­teil ver­mit­telt wird. Wenn Fehler gemacht wurde, sollte man nicht nach Schul­di­gen, sondern nach den Ursa­chen der Fehler suchen. Kaum jemand macht mit Absicht Fehler oder um anderen zu schaden.

Kleine Unter­nehmen haben es leich­ter als Kon­zerne

Einzeln- und Fami­li­en­un­ter­neh­mer haben einen großen Vorteil gegen­über Mana­gern in bör­sen­no­tier­ten Kon­zer­nen, denn letz­tere müssen ihre Ent­schei­dun­gen grund­sätz­lich immer recht­fer­ti­gen und erklä­ren können, während sich erstere auch mal auf ihre Intui­tion ver­las­sen können.

Men­schen ver­lieren immer mehr den Zugang zu ihrer Intui­tion

Wer sich ständig erklä­ren und recht­fer­ti­gen muss, ver­liert nach und nach den Zugang zu seiner Intui­tion.

Auch über­trie­ben lange Arbeits­tage (Über­stun­den) und lange Fahrt­wege von und zur Arbeits­stelle sind der Intui­tion abträg­lich.

Ein großer Feind er Intui­tion ist der Lärm. Wir brau­chen Ruhe um unsere Intui­tion zu hören.

Kann Intui­tion wei­ter­ge­ge­ben werden?

Ein Problem ist die Vermittlung/Weitergabe von Intui­tion, denn Intui­tion ent­zieht sich dem Ver­stand.

Wer aber ver­sucht, seinen intui­ti­ven Lösungs­fin­dungs­pro­zess anderen Men­schen zu ver­mit­teln oder zu lehren, fängt meist an zu ratio­na­li­sie­ren oder zu kon­fa­bu­lie­ren.

Es werden zwar Fak­to­ren genannt, die man für rele­vant hält, aber in vielen Fällen handelt es sich nicht um die in Wahr­heit rele­van­ten Fak­to­ren.

Wie schon gesagt basiert die Intui­tion häufig auf ein­fa­chen Faust­for­meln (Heu­ris­ti­ken,) die nur einen ein­zi­gen oder zumin­dest sehr wenige Fak­to­ren mit ein­be­zie­hen.

Wenn For­scher die Heu­ris­ti­ken und die von ihnen berück­sich­tig­ten Fak­to­ren iden­ti­fi­zie­ren, kann die Intui­tion an andere wei­ter­ge­ge­ben werden.

Hier noch einige Heu­ris­ti­ken, die Pro­fes­sor Gige­ren­zer in seinen Vor­trä­gen erwähnt

#1 Erst zuhören, dann spre­chen

Die Heu­ris­tik nutzen gute Füh­rungs­kräfte wenn sie mit ihren Unter­ge­ge­be­nen spre­chen.

Man sollte immer erst den Unter­ge­be­nen nach dessen Meinung fragen, und erst dann die eigene Meinung preis­ge­ben.

Wenn die Füh­rungs­kraft zuerst spricht, neigen Unter­ge­bene dazu, eine gegen­tei­lige Meinung zu ver­heim­li­chen, auch wenn sie in der ent­spre­chen­den Situa­tion nütz­lich wäre.

Der Unter­ge­bene muss daher erst seine eigene Meinung sagen und darf erst dann die Meinung des Chefs hören (der den Unter­ge­be­nen dann natür­lich nicht für eine „falsche“ Meinung tadeln sollte).

#2 Ver­teile dein Geld gleich­mä­ßig auf ver­schie­dene Invest­ments

Diese Art sein Geld anzu­le­gen, schlägt fast alle anderen „aus­ge­tüf­tel­ten“ Anla­ge­stra­te­gien, weil man nicht Gefahr läuft, sich vom Zufall zu Fehlern ver­lei­ten zu lassen.

Wie man seine Intui­tion optimal nutzt

  1. For­mu­liere eine Frage, auf die du eine intui­tive Antwort wünschst (schreibe die Frage auf, wenn du magst)
  2. Begib dich an einen ruhigen Ort, an dem du Ruhe hast (ein Spa­zier­gang ist gut)
  3. Suche nicht weiter nach der Intui­tion (sie wird dich finden, sobald die Lösung vor­liegt)

Fazit

Eines der größten Pro­bleme unserer Zeit scheint das man­gelnde Ver­trauen in andere Men­schen und deren Intui­tion zu sein.

Anstatt grund­sätz­lich Rechen­schaft für Ent­schei­dun­gen ein­zu­for­dern, sollte man lieber prüfen, ob die Intui­tion des Betrof­fe­nen aus­rei­chend unter den rich­ti­gen Bedin­gun­gen trai­niert hat.

Falls dem so ist, sollte man Fehler zulas­sen und ihm freie Hand geben, intui­tive Ent­schei­dun­gen zu treffen, anstatt ihn zu defen­si­ven Ent­schei­dun­gen zu zwingen.

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2 Antworten auf Intui­tion – Ohne Ver­stand zu bes­se­ren Ent­schei­dun­gen

  1. Rainer sagt:

    Warum Intui­tion so ent­schei­dend ist, zeigt auch fol­gen­des Bei­spiel: Wenn du dich als Mann zwi­schen zwei Frauen ent­schei­den willst (bzw. als Frau zwi­schen zwei Männern): Woher willst du wissen welche die/der Rich­tige ist? Erstellst du eine Tabelle, in der du alle Vor- und Nach­teile der Per­so­nen auf­lis­test und gegen­ein­an­der abwägst? Das wäre die ratio­nale und logi­sche Methode – die übri­gens der große Auf­klä­rer Ben­ja­min Fran­k­lin, Erfin­der des Blitz­ab­lei­ters und einer der Grün­dungs­vä­ter der USA, allen Ernstes einem Neffen empfahl. Doch wir wissen alle: Niemand (außer viel­leicht ein Ökonom) würde so handeln. In der Liebe ent­schei­den wir intui­tiv.

    • Jan sagt:

      Hey Rainer,

      Danke für das pas­sende Bei­spiel. Bei der Part­ner­wahl ratio­nal zu ent­schei­den, so wie Ben­ja­min Fran­k­lin das empfahl, geht wirk­lich nicht. Na gut, viel­leicht wenn man (intui­tiv) zwei poten­ti­alle Partner/innen in die engere Auswahl genom­men hat und zwi­schen denen man sich nicht ent­schei­den kann …

      Viele Grüße,
      Jan

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