Kon­zen­tra­tion stei­gern – Nur so klappt es wirk­lich! (5 smarte Tipps)

Konzentration steigernWie lässt sich die Kon­zen­tra­tion stei­gern – schnell, effek­tiv und ohne die Gesund­heit zu gefähr­den?

Ich habe mich lange und inten­siv mit dem Ver­bes­sern der Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit beschäf­tigt, und in diesem Artikel verrate ich dir die meiner Meinung nach wir­kungs­volls­ten Metho­den.

Kennst du das: Deine Arbeit will drin­gend erle­digt werden, doch deine Gedan­ken sprin­gen wild umher. Es gelingt dir einfach nicht, dich zu fokus­sie­ren.

Ohne es gewollt zu haben, hast du plötz­lich dein Smart­phone in der Hand und bist direkt im Inter­net gelan­det. Du hast dich einfach nicht unter Kon­trolle.

Die Stunden ziehen ins Land, aber das nächste Etap­pen­ziel ist noch kein Stück näher gekom­men. Das bedeu­tet: Schon wieder Über­stun­den, weniger Frei­zeit und kaum ein Sozi­al­le­ben. Ver­flucht!

Es gibt wohl nie­man­den, der noch nie mit Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­men zu kämpfen hatte.

So schlecht es auch laufen mag, eine Bes­se­rung scheint immer fast in greif­ba­rer Nähe zu sein: Da ist dieses Gefühl, dass man min­des­tens doppelt so pro­duk­tiv sein könnte, wenn man doch nur seine Gedan­ken und Hand­lun­gen besser kon­trol­lie­ren könnte.

Stu­di­en­ergeb­nisse bestä­ti­gen es: da ist noch einiges an Luft nach oben – bei fast allen Men­schen.

Ich selbst kenne das Problem nur zu gut. Bis zum Zusam­men­schrei­ben meiner Dok­tor­ar­beit hatte ich oft diese Durch­hän­ger.

Wie ich meine Kon­zen­tra­tion stei­gern konnte

Von Lei­dens­ge­nos­sen wurde ich öfters und halb im Scherz gefragt, ob ich nicht irgend­ein Wun­der­mit­tel her­stel­len kann. Klar, dass man mir diese Frage stellt, denn ich bin ja Che­mi­ker.

Natür­lich konnte ich kein Mittel zur Leis­tungs­stei­ge­rung her­stel­len, aber eine andere Lösun­gen fielen mir damals auch nicht ein.

Heute wünschte ich mir, dass ich mir schon  sehr viel früher die Zeit genom­men und mich mit dem Thema Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung aus­ein­an­der­ge­setzt hätte.

Mein Gefühl sagt mir: Wenn ich schon vor zehn Jahren gewusst hätte, was ich heute weiß, dann wäre einiges in meinem Leben sehr viel ein­fa­cher gewesen: Weniger Stress, mehr Frei­zeit, mehr Erfolg …

Damals gab es im Inter­net und in Zeit­schrif­ten auch schon diese Artikel mit ver­lo­cken­den Über­schrif­ten wie:

„10 genial ein­fa­che Tricks zur Stei­ge­rung der Kon­zen­tra­tion – so kannst du näch­te­lang fokus­siert durch­ar­bei­ten!“

Ein paar dieser Tipps hatte ich dann auch mal aus­pro­biert.

Rück­bli­ckend ist mir klar, dass ich mir durch das schnelle und hek­ti­sche Lösen meiner Pro­bleme immer wieder neue Pro­bleme geschaf­fen hatte.

An einer Stelle ging es einen Schritte vor­wärts, aber dafür musste ich an einer anderen Stelle wieder ein bis zwei Schritte zurück. Unterm Strich also Still­stand.

Dank irgend­wel­cher Vit­amin­pil­len fühlte ich mich zwar besser, aber meine Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit blieb unver­än­dert. Hallo Placebo-Effekt! Na gut, viel­leicht war ich um fünf oder zehn Prozent kon­zen­trier­ter, wer weiß das schon so genau. Die gewünschte Ver­dop­pe­lung ergab sich jeden­falls nicht.

Auch mit Zeit­ma­nage­ment hatte ich mich beschäf­tigt, aber gehol­fen hat es mir wenig, was in meinem Fall wohl auch daran lag, dass ich nicht einsah, mir blind irgend­ein starres System über­zu­stül­pen. Der Rebell in mir wollte das nicht.

Irgend­wann hat es „klick“ gemacht …

.. aber nicht weil ich ein starres System fand, das zu mir passte, sondern weil ich an ganz anderer Stelle einige Erkennt­nisse gewann, die mir dabei halfen, den Sinn der vielen ein­zel­nen Puz­zle­teile besser zu ver­ste­hen.

Auf einmal ver­stand ich, warum eine bestimmte Taktik an einem Tag tat­säch­lich zu einer Ver­bes­se­rung der Kon­zen­tra­tion führte, während sie am nächs­ten Tag genau das Gegen­teil bewirkte.

Eine wich­tige Erkennt­nis war, dass alles mit allem zusam­men­hängt: Ernäh­rung, Schlaf, Stress, Moti­va­tion, Kon­zen­tra­tion, und so weiter. Alle diese Dinge hängen wech­sel­sei­tig von­ein­an­der ab, und wenn man an einer Stelle etwas ver­än­dert, dann ver­än­dert sich einiges von dem anderen auch, meist zeit­ver­zö­gert.

Die zweite Erkennt­nis war, dass das Optimum nicht gleich das Maximum ist. Eine Akti­vi­tät, die in einer bestimm­ten Dosie­rung hilft, die Kon­zen­tra­tion zu stei­gern, hilft in der dop­pel­ten Dosie­rung nicht zwangs­weise mehr. (Oft schadet die dop­pelte Dosie­rung sogar.)

In Fach­bü­chern über Psy­cho­lo­gie und über das Gehirn fand ich schließ­lich noch drei ent­schei­dende Puz­zle­teile, mit denen ich alle anderen Puz­zle­teile, zu einem großen Bild ver­ei­nen konnte:

  1. Die uni­ver­selle mentale Energie: Wenn man sich nicht kon­zen­trie­ren (oder kon­trol­lie­ren) kann, dann liegt das oft daran, dass man die dafür erfor­der­li­che Energie an anderer Stelle bereits ver­schwen­det hat – meist ohne sich dessen bewusst zu sein.
  2. Der Tür­ste­her zum Bewusst­sein: Ob wir von ein und der­sel­ben Sache abge­lenkt werden, hängt vom Tür­ste­her zum Bewusst­sein ab. Mit einem Trick kann der Tür­ste­her dazu gebracht werden, bestimmte Ablen­kun­gen gar nicht erst zuzu­las­sen.
  3. Das Arbeits­ge­dächt­nis: Eine Art Werk­statt in unserem Kopf, in der sich alles abspielt.

Um hier keinen fal­schen Ein­druck zu erwe­cken: Ich bin immer noch manch­mal abge­lenkt und unkon­zen­triert, aber wenn das so ist, dann weiß ich jetzt, woran es liegt, und wie ich das Problem lösen kann (ob ich das dann auch tat­säch­lich tue, ist eine ganz andere Fragen).

Das beste ist, dass ich aus­sichts­lose Situa­tio­nen nun sehr viel früher kenne, und ent­spre­chend reagie­ren kann. Ich ver­schwende nicht mehr meine Zeit, indem ich immer wieder ver­su­che, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.

Heute schaffe ich das, was ich früher in neun oder zehn Stunden geschafft habe, in fünf Stunden, und dann höre ich auf, weil ich diese Sache mit dem Optimum und dem Maximum ver­stan­den habe.

(In zehn Stunden würde ich heute immer noch nicht viel mehr schaf­fen, als ich früher in zehn Stunden geschafft habe.)

Es gibt so viel Inter­es­san­tes und Wis­sens­wer­tes über Kon­zen­tra­tion, dass man ein ganzes Buch damit füllen könnte …

… und das tat ich dann auch. Ich habe es für alle Men­schen geschrie­ben, die in der glei­chen Lage sind, in der ich damals war.

Erfolg durch Fokus und Konzentration (Cover flat)Der Titel ist: Erfolg durch Fokus und Kon­zen­tra­tion.

Das Buch ist für Men­schen gedacht, die trotz des Gefühls, dass da noch Luft nach oben ist, fest­ste­cken, oder sich im Kreis drehen, weil sie sich nicht so gut kon­zen­trie­ren und kon­trol­lie­ren können, wie sie gerne würden.

Bisher sind die Leser sehr zufrie­den, was wohl auch daran liegt, dass das Buch kein tro­cke­nes Fach­buch, sondern unter­halt­sam geschrie­ben ist. Das hoffe ich jeden­falls.

(Hier findest du eine Lese­probe, um dir selbst ein Bild zu machen.)

Kommen wir nun zu den prak­ti­schen Tipps. Diese sind als Auszug aus dem Buch zu ver­ste­hen.

5 Tipps zum Stei­gern der Kon­zen­tra­tion

Konzentrationshacks steigern die Konzentration

Wie schon gesagt, habe ich selbst immer wieder die Erfah­rung gemacht, dass das blinde Anwen­den irgend­wel­cher Tipps aus Listen à la „die 10 besten Tipps …“ zu keiner nen­nens­wer­ten Stei­ge­rung der Kon­zen­tra­tion führen kann.

Das einzige, was wirk­lich hilft, ist ein tie­fe­res Ver­ständ­nis der Zusam­men­hänge.

Nur dann weiß man nämlich, welchen der vielen Tipps man wann (und in welcher Dosie­rung) anwen­den muss, um nicht für jeden Schritt vor­wärts, an einer anderen Stelle einen Schritt rück­wärts­ge­hen zu müssen.

Eine gestei­gerte Kon­zen­tra­tion ist das Ergeb­nis von neuen Denk- und Ver­hal­tens­wei­sen, und von einer kon­zen­tra­ti­ons­för­dern­den Umge­bung.

(Die Umge­bung wird oft über­se­hen, aber sie ist mit das wich­tigste, weil sie unser Denken und Handeln maß­geb­lich beein­flusst.)

#1 | Regel­mä­ßi­ger aktiver Stress­ab­bau ver­bes­sert die Kon­zen­tra­tion

Der wohl größte Ver­hin­de­rer von Kon­zen­tra­tion ist starker Stress, denn in diesem Zustand ist die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit schlicht und einfach deak­ti­viert. Die Über­le­bens­wahr­schein­lich­keit unserer stein­zeit­li­chen Vor­fah­ren wurde durch diese Kör­per­funk­tion wahr­schein­lich ver­bes­sert.

Offen­sicht­lich haben sich die Zeiten geän­dert: Wir moder­nen Men­schen könnten fast alle unsere Pro­bleme sehr viel ein­fa­cher lösen, wenn unsere Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit unter starkem Stress erhal­ten bliebe. Leider müssen wir mit unserem evo­lu­tio­nä­ren Erbe leben.

Um das Funk­tio­nie­ren der Kon­zen­tra­tion unter Stress zu ver­bes­sern, sollten Stress­hor­mone (Adre­na­lin, Cor­ti­sol und weitere) regel­mä­ßig aus der Blut­bahn ent­fernt werden, sodass der Stress­le­vel dau­er­haft niedrig ist.

Der Abbau von Stress­hor­mo­nen ist ein aktiver Vorgang, der durch bestimmte Maß­nah­men ein­ge­lei­tet werden kann: Sport, Wald­spa­zier­gänge, Medi­ta­tion, auto­ge­nes Trai­ning und Ent­span­nungs­übun­gen eignen sich glei­cher­ma­ßen.

Durch pas­si­ves Ent­span­nen wird der kör­per­ei­gene Stress­ab­bau leider nicht akti­viert. Auf dem Sofa zu liegen, ist aus Sicht des Körpers keine Ent­span­nung und trägt nicht zum Stress­ab­bau bei. (Auf dem Sofa wird höchs­tens ver­hin­dert, dass noch mehr Stress­hor­mone dazu­kom­men.)

Eine große Quelle von Stress ist übri­gens Schlaf­man­gel (siehe Tipp #4).

#2 | Das Auf­spa­ren men­ta­ler Energie fördert die Kon­zen­tra­tion

Kon­zen­tra­tion ist eine Gehirn­funk­tion, die uns Energie in Form von Blut­zu­cker kostet.

Beim kon­zen­trier­ten Arbei­ten nimmt der Blut­zu­cker­spie­gel stetig ab, und sobald eine bestimmte Blut­zu­cker-Kon­zen­tra­tion unter­schrit­ten ist, ver­lässt uns die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit.

Es ist wichtig, zu wissen, dass der Blut­zu­cker auch einer Reihe wei­te­rer men­ta­ler Funk­tio­nen und Akti­vi­tä­ten als Ener­gie­quelle dient: Immer wenn wir unseren Willen anstren­gen, wenn wir Ent­schei­dun­gen treffen oder wenn wir uns beherr­schen müssen, um Ver­su­chun­gen zu wider­ste­hen, wird unser Blut­zu­cker ver­braucht, und steht dann nicht mehr für die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit zur Ver­fü­gung.

Wer sich länger kon­zen­trie­ren möchte, sollte daher Ent­schei­dun­gen ver­mei­den und sich mög­lichst keinen Ver­su­chun­gen aus­set­zen.

Nur eines von vielen mög­li­chen Anwen­dungs­bei­spie­len aus dem Alltag: Wer morgens eine halbe Stunde lang vor dem Klei­der­schrank steht, um zu ent­schei­den, was er anzie­hen möchte, hat später weniger Energie für die Kon­zen­tra­tion übrig. Eine mög­li­che Lösung: Die Ent­schei­dung schon am Abend vor dem Zubett­ge­hen treffen.

#3 | Kon­zen­tra­tion stei­gern durch Planung der Pausen

Bei inten­si­vem Gebrauch nimmt unsere Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit stetig ab. Nach einer gewis­sen Zeit (Grö­ßen­ord­nung: eine Stunde) ist die Luft kom­plett raus.

Erst im Rahmen einer Erho­lungs­pause kann sich der Auf­merk­sam­keits­mus­kel  rege­ne­rie­ren. Für die meisten Leser dürfte das nicht neu sein.

Neu könnte aber die Idee sein, Pau­sen­zei­ten (wann eine Pause beginnt) und Pau­sen­ak­ti­vi­tä­ten (was man in den Pausen tut, und was man nicht tut) schon im Voraus fest­zu­le­gen, um sicher­zu­stel­len, dass man die Pausen auch tat­säch­lich einhält und erhol­sam gestal­tet.

Warum? Weil uns mit zuneh­men­der Ermü­dung der Auf­merk­sam­keit auch die Fähig­keit abhan­den­kommt, unat­trak­tive Ent­schei­dun­gen zu treffen, und uns schlech­ten Ange­wohn­hei­ten zu wider­set­zen.

Wer aus Gewohn­heit dazu neigt, ent­we­der keine Pausen zu machen, oder Pausen so zu gestal­ten, dass sie im Grunde nutzlos sind, wird immer wieder so handeln. Pau­sen­zei­ten und Pau­sen­ak­ti­vi­tä­ten im Voraus fest­zu­le­gen, löst dieses Problem.

#4 | Gesun­der Schlaf von aus­rei­chen­der Länge stei­gert die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit

Ich fürchte ja, dass dieser Rat­schlag bei vielen Lesern so etwas wie Lage­weile her­vor­ru­fen könnte. Tau­send­mal schon haben sie ’s gehört.

Da der gesunde Schlaf von aus­rei­chen­der Länge aber die wich­tigste Grund­vor­aus­set­zung für eine starke Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit ist, muss ich an dieser Stelle schon wieder darauf hin­wei­sen.

Wer nicht aus­rei­chend schläft, kann alle anderen Rat­schläge zum Stei­gern der Kon­zen­tra­tion getrost ver­ges­sen, und wird sich damit abfin­den müssen, tags­über nicht bei der Sache und leicht ablenk­bar zu sein.

Der wahre Grund, warum viele Men­schen diesen Rat­schlag nicht mehr hören wollen, dürfte ein anderer sein: Ihnen ist klar, dass aus­rei­chen­der Schlaf so wichtig ist, aber sie kriegen ihn einfach nicht dau­er­haft umge­setzt. Ich weiß das, weil es mir selbst jah­re­lang nicht anders ging.

Appelle sind leider nutzlos, wenn sie nicht bei den Ursa­chen der Pro­bleme anset­zen. Genau wie „kon­zen­triere dich!“ nicht zu Kon­zen­tra­tion führt, führt „schlafe aus­rei­chend!“ leider nicht dazu, dass man aus­rei­chend schläft.

(Wie man es schafft, durch das Umlegen eines ein­zi­gen Hebels, sofort mehr und vor allem viel erhol­sa­mer zu schla­fen, erkläre ich im Buch.)

#5 | Die Kon­zen­tra­tion stei­gern durch den smarten Umgang mit Ablen­kun­gen

Die meisten Men­schen haben schon ver­stan­den, dass sie ihre Kon­zen­tra­tion stei­gern können, indem sie Ablen­kun­gen ver­mei­den.

Viele Men­schen unter­neh­men sogar aktiv etwas gegen Ablen­kun­gen und wähnen sich in Sicher­heit. In Wahr­heit sind sie `s aber nicht.

Hier nur eines von vielen mög­li­chen Bei­spie­len: Das Smart­phone auf lautlos oder in den Flug­mo­dus zu schal­ten, ent­schärft diese Ablen­kung nur auf den ersten Blick.

Erst kürz­lich hatte eine Studie gezeigt, dass sich das Smart­phone auch dann noch negativ auf die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit aus­wirkt, wenn es mucks­mäus­chen­still und mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegt. Sogar wenn sich das Smart­phone (still und leise) in der Hosen­ta­sche befin­det, raubt es uns per­ma­nent Anteile unserer kost­ba­ren men­ta­len Energie.

Die Wis­sen­schaft­ler erklä­ren es so: Es kostet uns mentale Energie, nicht an die Benut­zung des Gerätes zu denken. Es kostet uns Energie, den Impuls zu unter­drü­cken, es zu benut­zen.

Wer ver­stan­den hat, dass sowohl die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, als auch die Selbst­kon­trolle vom Blut­zu­cker mit Energie ver­sorgt werden (Siehe Tipp #2) sollte von diesem Stu­di­en­ergeb­nis wenig über­rascht sein.

Was auch nur wenige Men­schen über Ablen­kun­gen wissen, ist, dass uns jede größere Ablen­kung, auch wenn sie nur eine Minute lang dauert, zusätz­lich etwa acht bis zehn Minuten, meist aber sogar 20 bis 30 Minuten unserer Zeit raubt.

Und kleine Stö­run­gen, wie zum Bei­spiel das Geräusch einer erhal­te­nen Text­nach­richt, führen dazu, dass wir in den kom­men­den Minuten doppelt so viele Fehler bei der Arbeit machen (auch wenn wir die Text­nach­richt igno­rie­ren).

Das fatale an Ablen­kun­gen

Ablen­kun­gen können sprich­wört­lich unter dem Radar fliegen. Schon ein paar Minuten nach einer Ablen­kung haben wir wieder ver­ges­sen, dass wir abge­lenkt waren.

Viele Men­schen glauben daher, dass Ablen­kun­gen nicht ihr Thema sind, obwohl sie in Wahr­heit ständig abge­lenkt sind.

Übri­gens: Es ist möglich, Ablen­kun­gen wie das Smart­phone oder den Com­pu­ter so zu ent­schär­fen, dass sie einem gar keine Energie mehr rauben können.

Auch Ablen­kun­gen durch andere Men­schen und sogar die ablen­ken­den Gedan­ken aus dem eignen Kopf lassen sich deut­lich redu­zie­ren.

Dem Thema Ablen­kun­gen, und wie man sie unschäd­lich macht, habe ich ein ganzes Kapitel (über 40 Seiten) im Buch gewid­met.

Bonus: Lade dir hier 5 weitere Tipps zum Stei­gern deiner Kon­zen­tra­tion kos­ten­los her­un­ter. 3 dieser Tipps kannst du SOFORT ein­set­zen, um direkt kon­zen­triert durch­zu­star­ten. (Die beiden anderen Tipps sind für’s Mindset.)

Download 5 weitere Tipps zum steigern der Konzentration

2 Dinge, die man seiner Kon­zen­tra­tion zuliebe nicht tun sollte

Wer seine Kon­zen­tra­tion stei­gern möchte, sollte nicht nur bestimmte Dinge für seine Kon­zen­tra­tion tun. Man sollte auch einige Dinge nicht tun.

#1 | Nicht auf „Wun­der­pil­len“ zur Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung her­ein­fal­len

Die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit wird nicht durch das Ein­neh­men bestimm­ter Mittel in Kapsel- oder Tablet­ten­form gestei­gert, sondern durch neue Ein­sich­ti­gen und eine ver­än­derte Ver­hal­tens­weise.

Leider gibt es immer wieder Ver­spre­chun­gen und Pro­dukte, die mehr Schaden anrich­ten, als zu nutzen.

Dass einige Pro­dukte der Kon­zen­tra­tion schaden, ist erklä­rungs­be­dürf­tig: Die wenigs­ten Pro­dukte schaden der Kon­zen­tra­tion aktiv, aber sie schaden dem Vor­ha­ben, die Kon­zen­tra­tion zu stei­gern. Wer ein Mittel oder eine Technik für sich ent­deckt hat, die ihm ein gutes Gefühl ver­mit­teln, ohne die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit tat­säch­lich zu ver­bes­sert, hört in den meisten Fällen damit auf, weitere Tak­ti­ken zur Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung aus­zu­pro­bie­ren.

Wir Men­schen ver­wech­seln ein gutes Gefühl mit einem guten Ergeb­nis.

Ich behaupte nicht, dass Pro­dukte wie zum Bei­spiel bestimmte Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel oder der Fidget Spinner über­haupt nicht dazu bei­tra­gen können, die Kon­zen­tra­tion zu stei­gern, aber als allei­nige Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Kon­zen­tra­tion sind sie meiner Meinung nach unge­eig­net.

#2 | Nicht ver­su­chen, die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit an den Lebens­stil anzu­pas­sen (sondern umge­kehrt)

Wir Men­schen neigen dazu, uns und unseren Rhyth­mus an die äußeren Bedin­gun­gen anzu­pas­sen.

Manch­mal geht es nicht anders, zum Bei­spiel in der Schule: Es ist längst bekannt, dass die Schule viel zu früh am Morgen beginnt, aber das System ist träge, und den Schü­lern bleibt keine andere Wahl, als sich anzu­pas­sen.

Wer aber die Mög­lich­keit hat, die äußere Umge­bung an den eigenen Rhyth­mus anzu­pas­sen, sollte immer diesen Weg wählen.

Warum? Weil die kör­per­ei­ge­nen Rhyth­men nicht belie­big ver­än­dert werden können, ohne dass man Schaden nimmt.

Der Mensch ist kein Auto. Unsere Leis­tungs­fä­hig­keit vari­iert im Laufe des Tages und sie nimmt dabei keine Rück­sicht auf Wünsche und Termine. Wünsche und Termine können leich­ter ange­passt werden.

Häufige Fragen zum Thema Kon­zen­tra­tion stei­gern (Q & A)

Q: Kann ich meine Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit trai­nie­ren oder mit Übungen ver­bes­sern?

A: Die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit lässt sich wie ein Muskel trai­nie­ren. Die beste Methode zum Kon­zen­tra­ti­ons­trai­ning scheint Medi­ta­tion zu sein.

(Mehr über das Trai­ning der Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und weitere geeig­nete Übungen findest du in meinem Artikel über Kon­zen­tra­ti­ons­übun­gen.)

Q: Mit welchen Lebens­mit­teln kann ich meine Kon­zen­tra­tion stei­gern?

A: Die Ernäh­rung hat einen großen Ein­fluss auf die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, aber nicht, weil bestimmte Nah­rungs­mit­tel Stoffe ent­hal­ten, die das Gehirn ver­bes­sern, sondern, weil sich ver­schie­dene Nah­rungs­mit­tel in unter­schied­li­cher Weise auf den Blut­zu­cker­spie­gel aus­wir­ken. (Der Blut­zu­cker­spie­gel dient der Kon­zen­tra­tion als Ener­gie­quelle.)

Es würde den Rahmen spren­gen, an dieser Stelle tief in die Details zu gehen. Nur so viel: Der oft geprie­sene Trau­ben­zu­cker ist kein geeig­ne­tes Mittel zur Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung. Stu­den­ten­fut­ter hin­ge­gen eignet sich sehr gut, um ein hohes Kon­zen­tra­ti­ons­ni­veau auf­recht­zu­er­hal­ten.

Q: Mit welchen Tablet­ten (Medi­ka­men­ten) kann ich meine Kon­zen­tra­tion stei­gern?

Konzentration steigern - ganzheitliche SichtweiseA: Ritalin, Moda­fi­nil und Co. sind keine Wun­der­pil­len für gesunde Men­schen, sie wurden gegen Krank­hei­ten ent­wi­ckelt.

Meiner Meinung nach ist es dumm, wenn gesunde Men­schen ver­su­chen, ihre Kon­zen­tra­tion mit ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Medi­ka­men­ten zu stei­gern.

Diese Medi­ka­mente greifen in die Bio­che­mie des Gehirns ein, und über die Lang­zeit­wir­kung ist bisher noch wenig bekannt.

Wenn gesunde Men­schen auf Ritalin und Co. zurück­grei­fen, um ihre Kon­zen­tra­tion zu stei­gern, damit sie noch mehr lernen können, haben sie meist ein ganz anderes Problem: inef­fek­tive Lern­me­tho­den und/oder ein schlech­tes Selbst­ma­nage­ment.

(Hier gibt es die effek­ti­ven Lern­me­tho­den und hier eine Anlei­tung zum effek­ti­ven Selbst­ma­nage­ment.)

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Ich bin pro­mo­vier­ter Che­mi­ker. Seit 2015 schreibe ich Bücher und Artikel über Themen, die Men­schen in ihrem Leben vor­an­brin­gen.

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4 Antworten auf Kon­zen­tra­tion stei­gern – Nur so klappt es wirk­lich! (5 smarte Tipps)

  1. Moin Jan,
    ich finde deinen Ansatz sehr gut. Die Grund­lage für Kon­zen­tra­tion bilden das rich­tige Mindset sowie eine geeig­nete Stra­te­gie mit Tech­ni­ken um sich nachts gut zu erholen und den sub­jek­tiv emp­fun­de­nen Stress­pe­gel dau­er­haft niedrig zu halten. Regel­mä­ßige Bewe­gungs­pau­sen (zB Pomo­doro) um den Kreis­lauf in Schwung zu halten und aus­rei­chend Flüs­sig­keit helfen dabei, die Kon­zen­tra­tion auf einem maxi­ma­len Level zu halten. Ein paar deiner Ideen sind auch in unseren Artikel zum Thema Kon­zen­tra­tion stei­gern(*) geflos­sen. Wie denkst du als Bio­che­mi­ker über den geziel­ten Einsatz von bestimm­ten Nähr­stof­fen zur wei­te­ren Stei­ge­rung der men­ta­len Leis­tungs­fä­hig­keit? Ich denke zB an Vor­stu­fen des Neu­ro­trans­mit­ters Ace­tyl­cho­lin in Ver­bin­dung mit Huper­zin A oder auch an C8-MCT Öl + Koffein für mehr Energie :-)

    (*) Der Link wurde von der Redak­tion ent­fernt.

    • Jan sagt:

      Hey Johan­nes,

      Ich per­sön­lich glaube, dass Körper und Gehirn nach Mil­lio­nen Jahren Evo­lu­tion schon ganz gut selbst wissen, wie sie die für den Betrieb nötigen Nähr­stoffe aus der Nahrung ziehen können. Wenn ich pro­duk­ti­ver werden wollte, wären die Nähr­stoffe so unge­fähr der letzte Punkt, an dem ich anset­zen würde, zumin­dest für den Fall, dass ich mich aus­ge­wo­gen ernähre. Aber letzt­lich muss das jeder selbst wissen. Wer sich mit den von dir genann­ten Stoffen besser fühlt und von diesem Gefühl moti­viert wird, mehr zu leisten, der kann diesen Weg natür­lich gehen. Mein Weg ist es nicht. Mich moti­viert eher, ohne Hilfs­mit­tel aus­zu­kom­men.

      Viele Grüße,
      Jan

  2. Hey Jan,

    toller Artikel, sehr anschau­lich geschrie­ben, liest sich super gut.

    Zum Thema Kon­zen­tra­tion passt fokus­sie­ren sehr gut. Ich meine, wenn ich fokus­siert arbeite, bin ich kon­zen­trier­ter auf eine Aufgabe fixiert und erle­dige diese effek­ti­ver.

    Wei­ter­hin viel Erfolg dir beim Bloggen.

    Beste Grüße

    Denise

    • Jan sagt:

      Hallo Denis,
      danke fürdie Blumen. Es freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefal­len hat.
      Ich wünsche dir auch wei­ter­hin viel Erfolg mit deinem Blog.
      Viele Grüße,
      Jan

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