Konzen­tra­tion steigern – Nur so klappt es wirklich! (5 smarte Tipps)

Konzentration steigernWie lässt sich die Konzen­tra­tion steigern – schnell, effektiv und ohne die Gesund­heit zu gefährden?

Ich habe mich lange und intensiv mit dem Verbes­sern der Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit beschäf­tigt. In diesem Artikel verrate ich dir die wirkungs­vollsten Methoden.

Kennst du das: Deine Arbeit will dringend erledigt werden, doch deine Gedanken springen wild umher. Es gelingt dir einfach nicht, dich zu fokus­sieren.

Ohne es gewollt zu haben, hast du plötzlich dein Smart­phone in der Hand und bist direkt im Internet gelandet. Du hast dich einfach nicht unter Kontrolle.

Die Stunden ziehen ins Land, aber das nächste Etap­pen­ziel ist noch kein Stück näher gekommen. Das bedeutet: Schon wieder Über­stunden, weniger Freizeit und kaum ein Sozi­al­leben. Verflucht!

Es gibt wohl niemanden, der noch nie mit Konzen­tra­ti­ons­pro­blemen zu kämpfen hatte.

So schlecht es auch laufen mag, eine Besserung scheint immer fast in greif­barer Nähe zu sein: Da ist dieses Gefühl, dass man mindes­tens doppelt so produktiv sein könnte, wenn man doch nur seine Gedanken und Hand­lungen besser kontrol­lieren könnte.

Studi­en­ergeb­nisse bestä­tigen es: da ist noch einiges an Luft nach oben – bei fast allen Menschen.

Ich selbst kenne das Problem nur zu gut. Bis zum Zusam­men­schreiben meiner Doktor­ar­beit hatte ich oft diese Durch­hänger.

Wie ich meine Konzen­tra­tion steigern konnte

Von Leidens­ge­nossen wurde ich öfters und halb im Scherz gefragt, ob ich nicht irgendein Wunder­mittel herstellen kann. Klar, dass man mir diese Frage stellt, denn ich bin ja Chemiker.

Natürlich konnte ich kein Mittel zur Leis­tungs­stei­ge­rung herstellen, aber eine andere Lösungen fielen mir damals auch nicht ein.

Heute wünschte ich mir, dass ich mir schon  sehr viel früher die Zeit genommen und mich mit dem Thema Konzen­tra­ti­ons­stei­ge­rung ausein­an­der­ge­setzt hätte.

Mein Gefühl sagt mir: Wenn ich schon vor zehn Jahren gewusst hätte, was ich heute weiß, dann wäre einiges in meinem Leben sehr viel einfacher gewesen: Weniger Stress, mehr Freizeit, mehr Erfolg …

Damals gab es im Internet und in Zeit­schriften auch schon diese Artikel mit verlo­ckenden Über­schriften wie:

«10 genial einfache Tricks zur Stei­ge­rung der Konzen­tra­tion – so kannst du näch­te­lang fokus­siert durch­ar­beiten!»

Ein paar dieser Tipps hatte ich dann auch mal auspro­biert.

Rück­bli­ckend ist mir klar, dass ich mir durch das schnelle und hektische Lösen meiner Probleme immer wieder neue Probleme geschaffen hatte.

An einer Stelle ging es einen Schritte vorwärts, aber dafür musste ich an einer anderen Stelle wieder ein bis zwei Schritte zurück. Unterm Strich also Still­stand.

Dank irgend­wel­cher Vitamin­pillen fühlte ich mich zwar besser, aber meine Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit blieb unver­än­dert. Hallo Placebo-Effekt! Na gut, viel­leicht war ich um fünf oder zehn Prozent konzen­trierter, wer weiß das schon so genau. Die gewünschte Verdop­pe­lung ergab sich jeden­falls nicht.

Auch mit Zeit­ma­nage­ment hatte ich mich beschäf­tigt, aber geholfen hat es mir wenig, was in meinem Fall wohl auch daran lag, dass ich nicht einsah, mir blind irgendein starres System über­zu­stülpen. Der Rebell in mir wollte das nicht.

Irgend­wann hat es „klick“ gemacht …

.. aber nicht weil ich ein starres System fand, das zu mir passte, sondern weil ich an ganz anderer Stelle einige Erkennt­nisse gewann, die mir dabei halfen, den Sinn der vielen einzelnen Puzzle­teile besser zu verstehen.

Auf einmal verstand ich, warum eine bestimmte Taktik an einem Tag tatsäch­lich zu einer Verbes­se­rung der Konzen­tra­tion führte, während sie am nächsten Tag genau das Gegenteil bewirkte.

Eine wichtige Erkenntnis war, dass alles mit allem zusam­men­hängt: Ernährung, Schlaf, Stress, Moti­va­tion, Konzen­tra­tion, und so weiter. Alle diese Dinge hängen wech­sel­seitig vonein­ander ab, und wenn man an einer Stelle etwas verändert, dann verändert sich einiges von dem anderen auch, meist zeit­ver­zö­gert.

Die zweite Erkenntnis war, dass das Optimum nicht gleich das Maximum ist. Eine Aktivität, die in einer bestimmten Dosierung hilft, die Konzen­tra­tion zu steigern, hilft in der doppelten Dosierung nicht zwangs­weise mehr. (Oft schadet die doppelte Dosierung sogar.)

In Fach­bü­chern über Psycho­logie und über das Gehirn fand ich schließ­lich noch drei entschei­dende Puzzle­teile, mit denen ich alle anderen Puzzle­teile, zu einem großen Bild vereinen konnte:

  1. Die univer­selle mentale Energie: Wenn man sich nicht konzen­trieren (oder kontrol­lieren) kann, dann liegt das oft daran, dass man die dafür erfor­der­liche Energie an anderer Stelle bereits verschwendet hat – meist ohne sich dessen bewusst zu sein.
  2. Der Türsteher zum Bewusst­sein: Ob wir von ein und derselben Sache abgelenkt werden, hängt vom Türsteher zum Bewusst­sein ab. Mit einem Trick kann der Türsteher dazu gebracht werden, bestimmte Ablen­kungen gar nicht erst zuzu­lassen.
  3. Das Arbeits­ge­dächtnis: Eine Art Werkstatt in unserem Kopf, in der sich alles abspielt.

Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken: Ich bin immer noch manchmal abgelenkt und unkon­zen­triert, aber wenn das so ist, dann weiß ich jetzt, woran es liegt, und wie ich das Problem lösen kann (ob ich das dann auch tatsäch­lich tue, ist eine ganz andere Fragen).

Das beste ist, dass ich aussichts­lose Situa­tionen nun sehr viel früher kenne, und entspre­chend reagieren kann. Ich verschwende nicht mehr meine Zeit, indem ich immer wieder versuche, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.

Heute schaffe ich das, was ich früher in neun oder zehn Stunden geschafft habe, in fünf Stunden, und dann höre ich auf, weil ich diese Sache mit dem Optimum und dem Maximum verstanden habe.

(In zehn Stunden würde ich heute immer noch nicht viel mehr schaffen, als ich früher in zehn Stunden geschafft habe.)

Es gibt so viel Inter­es­santes und Wissens­wertes über Konzen­tra­tion, dass man ein ganzes Buch damit füllen könnte …

… und das tat ich dann auch. Ich habe es für alle Menschen geschrieben, die in der gleichen Lage sind, in der ich damals war.

Erfolg durch Fokus und Konzentration (Cover flat)Der Titel ist: Erfolg durch Fokus und Konzen­tra­tion.

Das Buch ist für Menschen gedacht, die trotz des Gefühls, dass da noch Luft nach oben ist, fest­ste­cken, oder sich im Kreis drehen, weil sie sich nicht so gut konzen­trieren und kontrol­lieren können, wie sie gerne würden.

Bisher sind die Leser sehr zufrieden, was wohl auch daran liegt, dass das Buch kein trockenes Fachbuch, sondern unter­haltsam geschrieben ist. Das hoffe ich jeden­falls.

(Hier findest du eine Leseprobe, um dir selbst ein Bild zu machen.)

Kommen wir nun zu den prak­ti­schen Tipps. Diese sind als Auszug aus dem Buch zu verstehen.

5 Tipps zum Steigern der Konzen­tra­tion

Konzentrationshacks steigern die Konzentration

Wie schon gesagt, habe ich selbst immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das blinde Anwenden irgend­wel­cher Tipps aus Listen à la „die 10 besten Tipps …“ zu keiner nennens­werten Stei­ge­rung der Konzen­tra­tion führen kann.

Das einzige, was wirklich hilft, ist ein tieferes Verständnis der Zusam­men­hänge.

Nur dann weiß man nämlich, welchen der vielen Tipps man wann (und in welcher Dosierung) anwenden muss, um nicht für jeden Schritt vorwärts, an einer anderen Stelle einen Schritt rück­wärts­gehen zu müssen.

Eine gestei­gerte Konzen­tra­tion ist das Ergebnis von neuen Denk- und Verhal­tens­weisen, und von einer konzen­tra­ti­ons­för­dernden Umgebung.

(Die Umgebung wird oft übersehen, aber sie ist mit das wich­tigste, weil sie unser Denken und Handeln maßgeb­lich beein­flusst.)

#1 | Regel­mä­ßiger aktiver Stress­abbau verbes­sert die Konzen­tra­tion

Der wohl größte Verhin­derer von Konzen­tra­tion ist starker Stress, denn in diesem Zustand ist die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit schlicht und einfach deak­ti­viert. Die Über­le­bens­wahr­schein­lich­keit unserer stein­zeit­li­chen Vorfahren wurde durch diese Körper­funk­tion wahr­schein­lich verbes­sert.

Offen­sicht­lich haben sich die Zeiten geändert: Wir modernen Menschen könnten fast alle unsere Probleme sehr viel einfacher lösen, wenn unsere Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit unter starkem Stress erhalten bliebe. Leider müssen wir mit unserem evolu­tio­nären Erbe leben.

Um das Funk­tio­nieren der Konzen­tra­tion unter Stress zu verbes­sern, sollten Stress­hor­mone (Adrenalin, Cortisol und weitere) regel­mäßig aus der Blutbahn entfernt werden, sodass der Stress­level dauerhaft niedrig ist.

Der Abbau von Stress­hor­monen ist ein aktiver Vorgang, der durch bestimmte Maßnahmen einge­leitet werden kann: Sport, Wald­spa­zier­gänge, Medi­ta­tion, autogenes Training und Entspan­nungs­übungen eignen sich glei­cher­maßen.

Durch passives Entspannen wird der körper­ei­gene Stress­abbau leider nicht aktiviert. Auf dem Sofa zu liegen, ist aus Sicht des Körpers keine Entspan­nung und trägt nicht zum Stress­abbau bei. (Auf dem Sofa wird höchstens verhin­dert, dass noch mehr Stress­hor­mone dazu­kommen.)

Eine große Quelle von Stress ist übrigens Schlaf­mangel (siehe Tipp #4).

#2 | Das Aufsparen mentaler Energie fördert die Konzen­tra­tion

Konzen­tra­tion ist eine Gehirn­funk­tion, die uns Energie in Form von Blut­zu­cker kostet.

Beim konzen­trierten Arbeiten nimmt der Blut­zu­cker­spiegel stetig ab, und sobald eine bestimmte Blut­zu­cker-Konzen­tra­tion unter­schritten ist, verlässt uns die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit.

Es ist wichtig, zu wissen, dass der Blut­zu­cker auch einer Reihe weiterer mentaler Funk­tionen und Akti­vi­täten als Ener­gie­quelle dient: Immer wenn wir unseren Willen anstrengen, wenn wir Entschei­dungen treffen oder wenn wir uns beherr­schen müssen, um Versu­chungen zu wider­stehen, wird unser Blut­zu­cker verbraucht, und steht dann nicht mehr für die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit zur Verfügung.

Wer sich länger konzen­trieren möchte, sollte daher Entschei­dungen vermeiden und sich möglichst keinen Versu­chungen aussetzen.

Nur eines von vielen möglichen Anwen­dungs­bei­spielen aus dem Alltag: Wer morgens eine halbe Stunde lang vor dem Klei­der­schrank steht, um zu entscheiden, was er anziehen möchte, hat später weniger Energie für die Konzen­tra­tion übrig. Eine mögliche Lösung: Die Entschei­dung schon am Abend vor dem Zubett­gehen treffen.

#3 | Konzen­tra­tion steigern durch Planung der Pausen

Bei inten­sivem Gebrauch nimmt unsere Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit stetig ab. Nach einer gewissen Zeit (Größen­ord­nung: eine Stunde) ist die Luft komplett raus.

Erst im Rahmen einer Erho­lungs­pause kann sich der Aufmerk­sam­keits­muskel  rege­ne­rieren. Für die meisten Leser dürfte das nicht neu sein.

Neu könnte aber die Idee sein, Pausen­zeiten (wann eine Pause beginnt) und Pausen­ak­ti­vi­täten (was man in den Pausen tut, und was man nicht tut) schon im Voraus fest­zu­legen, um sicher­zu­stellen, dass man die Pausen auch tatsäch­lich einhält und erholsam gestaltet.

Warum? Weil uns mit zuneh­mender Ermüdung der Aufmerk­sam­keit auch die Fähigkeit abhan­den­kommt, unat­trak­tive Entschei­dungen zu treffen, und uns schlechten Ange­wohn­heiten zu wider­setzen.

Wer aus Gewohn­heit dazu neigt, entweder keine Pausen zu machen, oder Pausen so zu gestalten, dass sie im Grunde nutzlos sind, wird immer wieder so handeln. Pausen­zeiten und Pausen­ak­ti­vi­täten im Voraus fest­zu­legen, löst dieses Problem.

#4 | Gesunder Schlaf von ausrei­chender Länge steigert die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit

Ich fürchte ja, dass dieser Ratschlag bei vielen Lesern so etwas wie Lageweile hervor­rufen könnte. Tausendmal schon haben sie ’s gehört.

Da der gesunde Schlaf von ausrei­chender Länge aber die wich­tigste Grund­vor­aus­set­zung für eine starke Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit ist, muss ich an dieser Stelle schon wieder darauf hinweisen.

Wer nicht ausrei­chend schläft, kann alle anderen Ratschläge zum Steigern der Konzen­tra­tion getrost vergessen, und wird sich damit abfinden müssen, tagsüber nicht bei der Sache und leicht ablenkbar zu sein.

Der wahre Grund, warum viele Menschen diesen Ratschlag nicht mehr hören wollen, dürfte ein anderer sein: Ihnen ist klar, dass ausrei­chender Schlaf so wichtig ist, aber sie kriegen ihn einfach nicht dauerhaft umgesetzt. Ich weiß das, weil es mir selbst jahrelang nicht anders ging.

Appelle sind leider nutzlos, wenn sie nicht bei den Ursachen der Probleme ansetzen. Genau wie „konzen­triere dich!“ nicht zu Konzen­tra­tion führt, führt „schlafe ausrei­chend!“ leider nicht dazu, dass man ausrei­chend schläft.

(Wie man es schafft, durch das Umlegen eines einzigen Hebels, sofort mehr und vor allem viel erhol­samer zu schlafen, erkläre ich im Buch.)

#5 | Die Konzen­tra­tion steigern durch den smarten Umgang mit Ablen­kungen

Die meisten Menschen haben schon verstanden, dass sie ihre Konzen­tra­tion steigern können, indem sie Ablen­kungen vermeiden.

Viele Menschen unter­nehmen sogar aktiv etwas gegen Ablen­kungen und wähnen sich in Sicher­heit. In Wahrheit sind sie ‘s aber nicht.

Hier nur eines von vielen möglichen Beispielen: Das Smart­phone auf lautlos oder in den Flugmodus zu schalten, entschärft diese Ablenkung nur auf den ersten Blick.

Erst kürzlich hatte eine Studie gezeigt, dass sich das Smart­phone auch dann noch negativ auf die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit auswirkt, wenn es mucks­mäus­chen­still und mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegt. Sogar wenn sich das Smart­phone (still und leise) in der Hosen­ta­sche befindet, raubt es uns permanent Anteile unserer kostbaren mentalen Energie.

Die Wissen­schaftler erklären es so: Es kostet uns mentale Energie, nicht an die Benutzung des Gerätes zu denken. Es kostet uns Energie, den Impuls zu unter­drü­cken, es zu benutzen.

Wer verstanden hat, dass sowohl die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, als auch die Selbst­kon­trolle vom Blut­zu­cker mit Energie versorgt werden (Siehe Tipp #2) sollte von diesem Studi­en­ergebnis wenig über­rascht sein.

Was auch nur wenige Menschen über Ablen­kungen wissen, ist, dass uns jede größere Ablenkung, auch wenn sie nur eine Minute lang dauert, zusätz­lich etwa acht bis zehn Minuten, meist aber sogar 20 bis 30 Minuten unserer Zeit raubt.

Und kleine Störungen, wie zum Beispiel das Geräusch einer erhal­tenen Text­nach­richt, führen dazu, dass wir in den kommenden Minuten doppelt so viele Fehler bei der Arbeit machen (auch wenn wir die Text­nach­richt igno­rieren).

Das fatale an Ablen­kungen

Ablen­kungen können sprich­wört­lich unter dem Radar fliegen. Schon ein paar Minuten nach einer Ablenkung haben wir wieder vergessen, dass wir abgelenkt waren.

Viele Menschen glauben daher, dass Ablen­kungen nicht ihr Thema sind, obwohl sie in Wahrheit ständig abgelenkt sind.

Übrigens: Es ist möglich, Ablen­kungen wie das Smart­phone oder den Computer so zu entschärfen, dass sie einem gar keine Energie mehr rauben können.

Auch Ablen­kungen durch andere Menschen und sogar die ablen­kenden Gedanken aus dem eignen Kopf lassen sich deutlich redu­zieren.

Dem Thema Ablen­kungen, und wie man sie unschäd­lich macht, habe ich ein ganzes Kapitel (über 40 Seiten) im Buch gewidmet.

2 Dinge, die man seiner Konzen­tra­tion zuliebe nicht tun sollte

Wer seine Konzen­tra­tion steigern möchte, sollte nicht nur bestimmte Dinge für seine Konzen­tra­tion tun. Man sollte auch einige Dinge nicht tun.

#1 | Nicht auf Wunder­pillen zur Konzen­tra­ti­ons­stei­ge­rung herein­fallen

Die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit wird nicht durch das Einnehmen bestimmter Mittel in Kapsel- oder Tablet­ten­form gestei­gert, sondern durch neue Einsich­tigen und eine verän­derte Verhal­tens­weise.

Leider gibt es immer wieder Verspre­chungen und Produkte, die mehr Schaden anrichten, als zu nutzen.

Dass einige Produkte der Konzen­tra­tion schaden, ist erklä­rungs­be­dürftig: Die wenigsten Produkte schaden der Konzen­tra­tion aktiv, aber sie schaden dem Vorhaben, die Konzen­tra­tion zu steigern. Wer ein Mittel oder eine Technik für sich entdeckt hat, die ihm ein gutes Gefühl vermit­teln, ohne die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit tatsäch­lich zu verbes­sert, hört in den meisten Fällen damit auf, weitere Taktiken zur Konzen­tra­ti­ons­stei­ge­rung auszu­pro­bieren.

Wir Menschen verwech­seln ein gutes Gefühl mit einem guten Ergebnis.

Ich behaupte nicht, dass Produkte wie zum Beispiel bestimmte Nahrungs­er­gän­zungs­mittel oder der Fidget Spinner überhaupt nicht dazu beitragen können, die Konzen­tra­tion zu steigern, aber als alleinige Maßnahmen zur Stei­ge­rung der Konzen­tra­tion sind sie meiner Meinung nach unge­eignet.

#2 | Nicht versuchen, die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit an den Lebens­stil anzu­passen (sondern umgekehrt)

Wir Menschen neigen dazu, uns und unseren Rhythmus an die äußeren Bedin­gungen anzu­passen.

Manchmal geht es nicht anders, zum Beispiel in der Schule: Es ist längst bekannt, dass die Schule viel zu früh am Morgen beginnt, aber das System ist träge, und den Schülern bleibt keine andere Wahl, als sich anzu­passen.

Wer aber die Möglich­keit hat, die äußere Umgebung an den eigenen Rhythmus anzu­passen, sollte immer diesen Weg wählen.

Warum? Weil die körper­ei­genen Rhythmen nicht beliebig verändert werden können, ohne dass man Schaden nimmt.

Der Mensch ist kein Auto. Unsere Leis­tungs­fä­hig­keit variiert im Laufe des Tages und sie nimmt dabei keine Rücksicht auf Wünsche und Termine. Wünsche und Termine können leichter angepasst werden.

Häufige Fragen zum Thema Konzen­tra­tion steigern (Q & A)

Q: Kann ich meine Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit trai­nieren oder mit Übungen verbes­sern?

A: Die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit lässt sich wie ein Muskel trai­nieren. Die beste Methode zum Konzen­tra­ti­ons­trai­ning scheint Medi­ta­tion zu sein.

(Mehr über das Training der Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und weitere geeignete Übungen findest du in meinem Artikel über Konzen­tra­ti­ons­übungen.)

Q: Mit welchen Lebens­mit­teln kann ich meine Konzen­tra­tion steigern?

A: Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, aber nicht, weil bestimmte Nahrungs­mittel Stoffe enthalten, die das Gehirn verbes­sern, sondern, weil sich verschie­dene Nahrungs­mittel in unter­schied­li­cher Weise auf den Blut­zu­cker­spiegel auswirken. (Der Blut­zu­cker­spiegel dient der Konzen­tra­tion als Ener­gie­quelle.)

Es würde den Rahmen sprengen, an dieser Stelle tief in die Details zu gehen. Nur so viel: Der oft geprie­sene Trau­ben­zu­cker ist kein geeig­netes Mittel zur Konzen­tra­ti­ons­stei­ge­rung. Studen­ten­futter hingegen eignet sich sehr gut, um ein hohes Konzen­tra­ti­ons­ni­veau aufrecht­zu­er­halten.

Q: Mit welchen Tabletten (Medi­ka­menten) kann ich meine Konzen­tra­tion steigern?

Konzentration steigern - ganzheitliche SichtweiseA: Ritalin, Modafinil und Co. sind keine Wunder­pillen für gesunde Menschen, sie wurden gegen Krank­heiten entwi­ckelt.

Meiner Meinung nach ist es dumm, wenn gesunde Menschen versuchen, ihre Konzen­tra­tion mit verschrei­bungs­pflich­tigen Medi­ka­menten zu steigern.

Diese Medi­ka­mente greifen in die Biochemie des Gehirns ein, und über die Lang­zeit­wir­kung ist bisher noch wenig bekannt.

Wenn gesunde Menschen auf Ritalin und Co. zurück­greifen, um ihre Konzen­tra­tion zu steigern, damit sie noch mehr lernen können, haben sie meist ein ganz anderes Problem: inef­fek­tive Lern­me­thoden und/oder ein schlechtes Selbst­ma­nage­ment.

(Hier gibt es die effek­tiven Lern­me­thoden und hier eine Anleitung zum effek­tiven Selbst­ma­nage­ment.)

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4 Antworten auf Konzen­tra­tion steigern – Nur so klappt es wirklich! (5 smarte Tipps)

  1. Moin Jan,
    ich finde deinen Ansatz sehr gut. Die Grundlage für Konzen­tra­tion bilden das richtige Mindset sowie eine geeignete Strategie mit Techniken um sich nachts gut zu erholen und den subjektiv empfun­denen Stress­pegel dauerhaft niedrig zu halten. Regel­mä­ßige Bewe­gungs­pausen (zB Pomodoro) um den Kreislauf in Schwung zu halten und ausrei­chend Flüs­sig­keit helfen dabei, die Konzen­tra­tion auf einem maximalen Level zu halten. Ein paar deiner Ideen sind auch in unseren Artikel zum Thema Konzen­tra­tion steigern(*) geflossen. Wie denkst du als Bioche­miker über den gezielten Einsatz von bestimmten Nähr­stoffen zur weiteren Stei­ge­rung der mentalen Leis­tungs­fä­hig­keit? Ich denke zB an Vorstufen des Neuro­trans­mit­ters Acetyl­cholin in Verbin­dung mit Huperzin A oder auch an C8-MCT Öl + Koffein für mehr Energie :-)

    (*) Der Link wurde von der Redaktion entfernt.

    • Jan sagt:

      Hey Johannes,

      Ich persön­lich glaube, dass Körper und Gehirn nach Millionen Jahren Evolution schon ganz gut selbst wissen, wie sie die für den Betrieb nötigen Nähr­stoffe aus der Nahrung ziehen können. Wenn ich produk­tiver werden wollte, wären die Nähr­stoffe so ungefähr der letzte Punkt, an dem ich ansetzen würde, zumindest für den Fall, dass ich mich ausge­wogen ernähre. Aber letztlich muss das jeder selbst wissen. Wer sich mit den von dir genannten Stoffen besser fühlt und von diesem Gefühl motiviert wird, mehr zu leisten, der kann diesen Weg natürlich gehen. Mein Weg ist es nicht. Mich motiviert eher, ohne Hilfs­mittel auszu­kommen.

      Viele Grüße,
      Jan

  2. Hey Jan,

    toller Artikel, sehr anschau­lich geschrieben, liest sich super gut.

    Zum Thema Konzen­tra­tion passt fokus­sieren sehr gut. Ich meine, wenn ich fokus­siert arbeite, bin ich konzen­trierter auf eine Aufgabe fixiert und erledige diese effek­tiver.

    Weiterhin viel Erfolg dir beim Bloggen.

    Beste Grüße

    Denise

    • Jan sagt:

      Hallo Denis,
      danke fürdie Blumen. Es freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefallen hat.
      Ich wünsche dir auch weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog.
      Viele Grüße,
      Jan

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