Konzen­trations­probleme lassen sich meist leicht beheben

Konzen­trations­probleme, Konzen­trations­schwierigkeitenKonzen­trations­probleme lassen sich meist leicht und ohne Medi­ka­mente lösen – indem man die Ursache der Störung besei­tigt.

Hier erfährst du, was du tun kannst.

So fühlen sich Kon­zen­­trations­­probleme an

Die typi­sche Klagen der Betrof­fe­nen klingen etwa so:

Ich schaffe es nicht, meine Gedan­ken zu fokus­sie­ren – sie gehen unge­fragt auf Wan­der­schaft

Ich bin sehr leicht ablenk­bar, auch ohne äußere Ablen­kun­gen

Ist es eine Kon­zen­­trations­­störung oder eine Kon­zen­­trations­­schwäche?

Wie lange leidest du schon unter deinen Konzen­trations­problemen?

Die Symptome von Konzen­trations­problemenFalls deine Kon­zen­tra­tion nur vor­über­ge­hend gestört ist, spricht man von einer Kon­zen­tra­ti­ons­stö­rung.

Eine Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che liegt vor, wenn deine Kon­zen­tra­tion über einen län­ge­ren Zeit­raum oder dau­er­haft gestört ist.

Die Über­gänge zwi­schen einer Kon­zen­tra­ti­ons­stö­rung und einer Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che sind flie­ßend.

Hin und wieder Konzen­trations­probleme zu haben, ist völlig normal

Sich für eine längere Zeit auf eine einzige Sache zu kon­zen­trie­ren, kostet das Gehirn beson­ders viel Energie in Form von Blut­zu­cker. Außer­dem war es für unsere Vor­fah­ren gefähr­lich, sich nicht von Zeit zu Zeit in der näheren Umge­bung umzu­schauen.

Es ist daher völlig normal, dass die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit mit der Zeit nach­lässt. Ein Mensch kann sich nicht belie­big lange am Stück kon­zen­trie­ren.

Wie lange sollte man sich am Stück kon­zen­trie­ren können?

Wie lange sich ein gesun­der Mensch am Stück kon­zen­trie­ren können sollte, hängt von der Inten­si­tät der Kon­zen­tra­tion ab.

Nach einer Faust­for­mel nimmt die Auf­merk­sam­keit bei einem Erwach­se­nen nach etwa 60 bis 90 Minuten deut­lich ab.

Die Anzahl an Minuten, die sich Kinder kon­zen­trie­ren können, erhält man, indem man das Lebens­al­ter mit der Zahl zwei mul­ti­pli­ziert. Ein Zehn­jäh­ri­ger sollte sich rund 20 Minuten am Stück kon­zen­trie­ren können.

Diese Zahlen sollten nicht auf die Gold­waage gelegt werden, denn sie können unter bestimm­ten Bedin­gun­gen schwan­ken.

Es ist zum Bei­spiel völlig normal, einem lang­wei­li­gen Gespräch nicht so lange kon­zen­triert folgen zu können, wie einer span­nen­den Geschichte.

Unter diesen Umstän­den sind Konzen­trations­schwierigkeiten normal:

  • Nach einer üppigen Mahl­zeit, die einem schwer im Magen liegt
  • Wenn der Magen leer ist (und der Blut­zu­cker­spie­gel niedrig ist)
  • Bei Schlaf­man­gel
  • Unter Stress
  • Wenn man sich Sorgen macht

Wenn du ganz ohne ersicht­li­chen Grund plötz­lich starke Konzen­trations­schwierigkeiten bekom­men hast, ist das eher nicht normal.

Erste Hilfe-Video bei Kon­zen­­trations­­problemen

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Weitere Erste-Hilfe-Maß­nah­men bei Kon­zen­­trations­­schwierig­keiten

Erste-Hilfe-Maß­nah­men richten sich ins­be­son­dere gegen stress­be­dingte Konzen­trations­probleme. (Stress ist die häu­figste Ursache von Konzen­trations­schwierigkeiten.)

Stress kann mit Ent­span­nungs­tech­ni­ken effek­tiv bekämpft werden

In Frage kommen zum Bei­spiel:

  • Medi­ta­tion
  • Auto­ge­nes Trai­ning
  • Yoga
  • pro­gres­sive Mus­kel­ent­span­nung

Falls du dich dazu in der Lage fühlst, ein­fa­chen Anlei­tun­gen zu folgen, findest du unten in der grauen Box einige Links zu spe­zi­el­len Übungen, die bei akuten Konzen­trations­problemen helfen.

Falls du dich gerade nicht aus­rei­chend kon­zen­trie­ren kannst, könnte ein Spa­zier­gang in der Natur wahre Wunder wirken.

Prak­ti­sche Übungen gegen Stress – Anlei­tun­gen und Tuto­ri­als

Besei­tige die Ursache des Pro­blems, anstatt nur die Sym­ptome zu bekämp­fen

Fast immer wird man von der Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit aus­ge­rech­net dann im Stich gelas­sen, wenn man es gerade gar nicht gebrau­chen kann, und der Ter­min­druck keine Behand­lung der Ursa­chen, sondern nur noch Not­fall­maß­nah­men zulässt.

In dieser Situa­tion greifen die Men­schen gerne zu Drogen oder Medi­ka­men­ten, die ihnen kurz­fris­tig helfen:

  • Coffein
  • Ritalin
  • Moda­fi­nil
  • und was es sonst noch so gibt

Die wahren Ursa­chen der Konzen­trations­probleme bleiben aber bestehen … bis zum nächs­ten Mal. Immer wieder.

Bei wie­der­keh­ren­den Pro­ble­men ist es grund­sätz­lich besser, die Ursa­chen zu besei­ti­gen, anstatt nur die Sym­ptome zu bekämp­fen. (Wenn man das tut, kommen die Pro­bleme nämlich nicht ständig wieder.)

Die Ursa­chen von Konzen­trations­problemen lassen sich in zwei Gruppen ein­tei­len:

  1. Ursa­chen die man selbst beheben muss
  2. Ursa­chen die man gemein­sam mit einem Arzt bekämp­fen muss

Ein­fa­che Maß­nah­men zur Ursachen­bekämpfung

Meis­tens können effek­tive und in Eigen­re­gie durch­führ­bare Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit gegen Konzen­trations­probleme helfen. (Ein Klick auf den Link führt dich direkt zu den effek­ti­ven Maß­nah­men zur Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung.)

Dieser Weg wird aber nicht immer zum Ziel führen, und dann macht es Sinn, einen Arzt auf­zu­su­chen.

Wann sollte man bei Kon­zen­­trations­­problemen einen Arzt auf­su­chen?

Konzen­trations­probleme - Wann zum Arzt

Es wird emp­foh­len, einen Arzt auf­zu­su­chen, wenn deine Konzen­trations­probleme

  • uner­klär­lich sind
  • beson­ders heftig sind
  • sich ver­schlech­tern
  • über Tage/Wochen bestehen bleiben
  • du sogar von Dingen abge­lenkt wirst, die dir großen Spaß machen

Die genauen Ursa­chen von Konzen­trations­problemen

Konzen­trations­probleme können viele ver­schie­dene Ursa­chen haben. In Frage kommen:

  • bestimmte Lebens­um­stände und bestimmte Ver­hal­tens­wei­sen
  • Krank­hei­ten

Schauen wir uns die häu­figs­ten Ursa­chen einmal genauer an.

Stress­be­dingte Konzen­trations­probleme

Stress ist ein zwei­schnei­di­ges Schwert: Bis zu einer bestimm­ten Inten­si­tät ist Stress anre­gend für Körper und Geist, mit posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit. Unter leich­tem Stress können wir uns besser kon­zen­trie­ren.

Wenn der Stress aber über­hand­nimmt, kehrt sich dieser Effekt um, und die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit leidet unter dem Stress.

Stress als Ursache von Konzen­trations­problemen – Was ist Stress?

Stress ist eine kör­per­li­che Reak­tion auf bestimmte stress­aus­lö­sende Reize, soge­nannte Stres­so­ren. Man unter­schei­det äußere und innere Stres­so­ren.

Äußere Stres­so­ren können sein:

  • Lärm
  • Hitze
  • Gift­stoffe
  • soziale Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit dem Chef oder nahe­ste­hen­den Per­so­nen

Stress kann auch von Innen kommen. Wer dazu neigt, die Gescheh­nisse über­trie­ben negativ zu bewer­ten, und das (nega­tive) Ver­hal­ten seiner Umwelt und Mit­men­schen auf sich selbst zu bezie­hen, löst mit diesen Gedan­ken jedes Mal eine Stress­re­ak­tion aus.

Im Rahmen der Stress­re­ak­tion wird ein Teil des Gehirns, der für Kon­zen­tra­tion erfor­der­lich ist, aktiv unter­drückt

Dass wir uns unter Stress nicht kon­zen­trie­ren können, ist von unserem Körper gewollt!

Um das zu ver­ste­hen, müssen wir uns in die Lage unserer stein­zeit­li­chen Vor­fah­ren zurück­ver­set­zen. Damals ließen sich die aller­meis­ten Stress­si­tua­tio­nen durch eine Flucht oder eine kämp­fe­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung lösen. Logi­sches Denken war in diesen Situa­tio­nen hin­der­lich.

Obwohl wir heute mit ganz anderen Stres­so­ren kon­fron­tiert sind, als damals, tragen wir das Erbe unserer Vor­fah­ren noch immer in uns. In den meisten Fällen wären wir ohne Stress­re­ak­tion besser dran.

Stress muss nicht zwangs­weise durch ein Zuviel an irgend­et­was aus­ge­löst werden. Auch ein Zuwenig bestimm­ter stress­re­du­zie­ren­der Reize kann unterm Strich zu einem Zuviel an Stress führen.

Zu den stress­re­du­zie­ren­den Reizen gehören ins­be­son­dere Phasen der Ent­span­nung und kör­per­li­che Bewe­gung.

Auch regel­mä­ßi­ges herz­haf­tes Lachen hat eine stress­re­du­zie­rende Wirkung.

Mehr dazu in meinem Artikel über smarte Stres­s­prä­ven­tion.

Die moder­nen Medien können Kon­zen­­trations­­probleme ver­ur­sachen

Konzen­trations­probleme bedingt durch GedankenchaosDie Sozia­len Medien und das Smart­phone tragen häufig eine Mit­schuld an Konzen­trations­problemen.

Durch den wie­der­hol­ten Gebrauch werden wir darauf kon­di­tio­nie­ren, ständig nach­gu­cken zu wollen, ob wir in der digi­ta­len Welt irgend­et­was ver­passt haben.

Die ent­spre­chen­den Gedan­ken lenken uns natür­lich ab.

Mit der Zeit ent­steht ein immer stärker wer­den­des Bedürf­nis, in kurzen Abstän­den bestimmte Web­sei­ten und Apps auf­zu­ru­fen.

Und selbst wenn wir nicht bewusst an unser Smart­phone denken müssen, ent­steht uns ein Nach­teil, denn es kostet das Gehirn Energie, die ent­spre­chen­den Gedan­ken zu unter­drü­cken.

Konzen­trations­probleme aus einem Mangel an Moti­va­tion

Konzen­trations­probleme aus einem Mangel an MotivationWir Men­schen wollen uns grund­sätz­lich am liebs­ten mit den­je­ni­gen Dingen beschäf­ti­gen, für die wir moti­viert sind.

Unsere Auf­merk­sam­keit folgt daher unserer Moti­va­tion.

Es ist völlig normal, dass man sich weniger gut und lange auf Dinge kon­zen­trie­ren kann, die man nicht inter­es­sant findet und in denen man keinen Sinn sieht.

Unser Gehirn möchte sich lieber mit Dingen befas­sen, die es als wichtig und beloh­nend ein­ge­stuft.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Störung, die man wegthe­ra­pie­ren kann. Es ist völlig normal.

Wie du dich auch ohne Moti­va­tion besser kon­zen­trie­ren kannst

Wenn du dich in Zukunft besser und länger auch auf Dinge kon­zen­trie­ren können möch­test, die dich nicht moti­vie­ren, dann hast du genau zwei Mög­lich­kei­ten: Du kannst deine Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit wie einen Muskel trai­nie­ren, und du kannst die opti­ma­len Bedin­gun­gen für Kon­zen­tra­tion schaf­fen. Am besten tust du beides!

Wie du dabei vor­ge­hen kannst, erfährst du in diesen beiden Arti­keln:

Krank­heits­be­dingte Kon­zen­­trations­­probleme

Ganz ver­schie­dene Krank­hei­ten können die Ursache von Konzen­trations­problemen sein.

Die fol­gen­den Krank­hei­ten stehen in Zusam­men­hang mit Konzen­trations­problemen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit.

  • ADHS
  • Nied­ri­ger Blut­druck (Hypo­to­nie)
  • All­er­gien
  • Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion
  • Depres­sion
  • Mager­sucht
  • Demenz
  • Alz­hei­mer
  • Par­kin­son
  • Angst­stö­rung
  • Wech­sel­jahre
  • Schlag­an­fall
  • Tin­ni­tus
  • Hirn­tu­mor
  • Burnout
  • Schi­zo­phre­nie
  • Eisen­man­gel
  • Schlaf­apnoe
  • Flüs­sig­keits­man­gel
  • Nie­ren­schwä­che

(Da ich kein Arzt bin, bekommst du auf dieser Seite keine Detail­in­for­ma­tio­nen über Krank­hei­ten, die mit Konzen­trations­problemen in Ver­bin­dung stehen.

Falls du die Ursache plötz­li­cher und lang­an­hal­ten­der Konzen­trations­probleme nicht ein­deu­tig als stress- oder moti­va­ti­ons­be­dingt iden­ti­fi­zie­ren kannst, soll­test du einen Arzt auf­su­chen.)

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Hallo, ich bin Jan Höpker

Ich habe Chemie stu­diert und in Bio­che­mie pro­mo­viert. Im Mai 2015 habe ich Habit­Gym gegrün­det. Mitt­ler­weile hat die Web­seite über 25.000 monat­li­che Leser und über 1.000 Men­schen lesen meinen News­let­ter.

In meinem Buch Erfolg durch Fokus & Kon­zen­tra­tion beleuchte ich den nach­weis­lich wich­tigs­ten Erfolgs­fak­tor FOKUS tief­grün­dig und pra­xis­nah.

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4 Antworten auf Konzen­trations­probleme lassen sich meist leicht beheben

  1. Tim sagt:

    Hey Jan,
    Richtig guter Artikel. Habe ich auf jeden fall einige Sachen mit­neh­men können, die ich direkt anwen­den kann!

    Liebe Grüße

    Tim

  2. Hallo Jan,
    danke für den sehr infor­ma­ti­ven Artikel! Da ich u. a. ja zur schrei­ben­den Zunft gehöre, ist Ablen­kung durch die Berufs- und sozia­len Netz­werke natür­lich auch für mich immer ver­lo­ckend. :-( Aber: Kon­zen­tra­ti­ons­pro­bleme aus Mangel an Moti­va­tion habe ich zum Glück nicht, zumin­dest nicht beim Schrei­ben meiner Blog­ar­ti­kel. Da ist es eher so, dass ich ver­är­gert bin über andere, not­wen­dige (nicht lebens­er­hal­tende ;-)) Dinge, die mich davon abhal­ten. Ich werde also gleich mal deine Anlei­tun­gen lesen, um die Kon­zen­tra­tion wie einen Muskel trai­nie­ren zu können…

    Viele Grüße
    Gabriele

    • Jan sagt:

      Hallo Gabriele,

      danke für deinen Kom­men­tar. Was die Moti­va­tion für das Schrei­ben angeht, geht es mir zum Glück genau wie dir. Ich habe Moti­va­tion im Über­fluss :D

      Viele Grüße,
      Jan

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