Ziel­set­zung – Warum wir genau 3 Lebens­ziele brauchen

Zielsetzung---Warum-wir-genau-3-Ziele-im-Leben-brauchenViele Menschen sind verwirrt, weil uns von den Medien und der Werbung Lebens­ziele einge­redet werden, die aus biolo­gi­scher Sicht völlig irrele­vant sind.

Wie viele lang­fris­tige Ziele braucht man wirklich im Leben? Die Antwort lautet: drei!

Die meisten Texte über Ziel­set­zung lassen sich einer von zwei Kate­go­rien zuordnen:

#1 Texte die die Natur des Menschen igno­rieren

Diese Texte wurden offenbar von Robotern für andere Roboter geschrieben. Sie sind sehr konkret, aber sie igno­rieren mensch­liche Bedürf­nisse und reales mensch­li­ches Verhalten auf sämt­li­chen Ebenen.

#2 Texte die sich wie Horoskope lesen

Diese Texte, sind zwar von Menschen geschrieben, aber sie sind unkonkret wie ein Horoskope. Nach dem Lesen fühlt man sich irgendwie gut, aber man hat keinen Schimmer was man jetzt konkret tun soll.

Dieser Artikel ist ein Versuch, das Beste aus beiden Welten mitein­ander zu kombi­nieren: Konkret und für echte Menschen.

Warum man überhaupt Ziele im Leben braucht

Im Internet stoße ich regel­mäßig auf mensch­liche Moti­va­ti­ons­bomben, die mir eintrich­tern wollen, dass der Sinn des Lebens darin besteht, Großes zu voll­bringen, eine Delle im Universum zu hinter­lassen.

Unter dem Einsatz von Tränen, Schweiß und Blut soll ich ständig 110 % geben. Oder noch ein bisschen mehr.

Unter keinen Umständen darf ich zulassen, dass ich auf meinem Ster­be­bett bereue, nicht permanent Vollgas gegeben zu haben.

Das ist Moti­va­tion!

Wer so predigt, und es ernst meint, ist meist männlich, deutlich unter 30, und hat keine Ahnung, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Die Gegen­be­we­gung: auch nicht besser, nur anders

Der typische Vertreter der anderen großen Fraktion ist etwas älter und sein Lebens­motto lautet:

Ich muss im Leben gar nichts!

Lasst mich bloß in Ruhe, ihr mit euren Zielen!

Woher kommt dieser Frust und das Verwei­gern von persön­li­chen Zielen?

Viel­leicht aus der Enttäu­schung über all die viel zu großen, und daher niemals erreichten Ziele der Vergan­gen­heit?

Das Optimum liegt in der Mitte

Wie so oft im Leben, liegt das Optimum wahr­schein­lich irgendwo in der Mitte.

Persön­liche Ziele: Ja

Es mit den Zielen über­treiben: Nein

Im Leben gar keine eigenen Ziele zu haben, ist sicher­lich keine sinnvolle Option.

Jim Rohn hat den Sinn von Zielen treffend auf den Punkt gebracht:

Wenn Sie nicht ihren eigenen Lebens­plan erstellen, ist die Wahr­schein­lich­keit groß, dass Sie Teil des Plans von jemand anders werden.

Und raten sie mal, was die anderen für Sie geplant haben? Nicht viel!

Lebens­ziele haben die Funktion eines Ankers

Lebens­ziele verhin­dern, dass wir zum Spielball von anderen Menschen, Orga­ni­sa­tionen oder Ideo­lo­gien werden. Eigene Ziele sind eine Grund­vor­aus­set­zung für Selbst­be­stim­mung.

Menschen, die selbst­be­stimmt leben, geht es fast immer besser, als Menschen, die fremd­be­stimmt sind.

Selbst­be­stimmte Menschen sind gesünder und glück­li­cher.

Eigene Ziele zu haben, ist wichtig!

Man braucht genau 3 Ziele auf Lebens­zeit

Wir kommen bereits mit Zielen auf die Welt. Ziele sind daher nicht beliebig.

Die Haupt­these dieses Artikels lautet:

Der moderne Mensch braucht genau 3 Ziele auf Lebens­zeit.

Diese 3 Ziele ergeben sich aus dem Aufbau des mensch­li­chen Gehirns

Einer Theorie zufolge, besteht das mensch­liche Gehirn aus drei evolu­tionär unter­schied­lich alten Teilen:

  • Das Repti­li­en­ge­hirn
  • Das sozialen Gehirn
  • Der präfron­talen Cortex (Groß­hirn­rinde)

Jeder dieser drei Teile – so die Theorie– verfolgt ein eigenes Ziel.

(Unter Wissen­schaft­lern ist die Theorie des drei­ei­nigen Gehirns umstritten, aber sie eignet sich sehr gut, um gewisse Sach­ver­halte anschau­lich darzu­stellen.)

Das Repti­li­en­ge­hirn will überleben

Das Repti­li­en­ge­hirn ist für unsere Triebe und niedere Instinkte verant­wort­lich. Es sorgt dafür, dass wir am Leben bleiben und uns fort­pflanzen wollen.

Wir können unser Repti­li­en­ge­hirn unter­stützen, indem wir an unserer körper­li­chen Gesund­heit arbeiten.

Das soziale Gehirn will sich verbinden

Das soziale Gehirn baut Verbin­dungen zu anderen mensch­li­chen Gehirnen auf, sodass wir Koope­ra­tionen eingehen können.

Die Arbeit des sozialen Gehirns können wir unter­stützen, indem wir erfül­lende Bezie­hungen zu anderen Menschen pflegen.

Studi­en­ergeb­nisse legen nahe, dass es sich hierbei um das wich­tigste Ziel im Leben überhaupt handelt.

Der präfron­tale Cortex will sich weiter­ent­wi­ckeln

Der im Vergleich zu anderen Tieren riesige präfron­tale Cortex von uns Menschen ist die neueste Errun­gen­schaft der Evolution.

Verein­facht gespro­chen, handelt es sich um den bewussten Teil des Gehirns, der uns in die Lage versetzt Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Unseren präfron­talen Cortex machen wir glücklich, wenn wir in unserem Leben einer heraus­for­dernden Beschäf­ti­gung nachgehen, die mit unseren Fähig­keiten und Werten harmo­niert.

Wer seine Fähig­keiten und Werte ignoriert, um dem schnellen Glück hinter­her­zu­jagen, macht einen großen Fehler.

Lebensziele - Artgerechte Zielsetzung für den Menschen

Koope­ra­tion macht den Unter­schied

Nur wenn sich unsere drei Lebens­ziele gegen­seitig unter­stützen, anstatt sich zu behindern, kommen wir im Leben voran und bleiben gesund und glücklich.

Die Bestä­ti­gung für diese Theorie dürfte jeder ohne langes Suchen im eigenen Bekann­ten­kreis finden.

Jeder kennt Menschen, die ihre Bezie­hungen und ihre Gesund­heit zugunsten einer viel­ver­spre­chenden Karriere vernach­läs­sigen, und am Ende – dem Burnout sei Dank – gar nichts mehr haben.

Wahr­schein­lich fällt dir auch eine Person in deinem Umfeld ein, die vor Energie nur so strotzt und Dinge erreicht, von denen andere nur träumen.

Und was ist mit dem Glück?

Manch einer wird sich jetzt viel­leicht fragen, was denn mit dem Glück sei. Ist Glück­lich­sein denn kein wichtiges Lebens­ziel?

So wie ich das sehe, kommen die Glücks­ge­fühle ganz von alleine, sobald alles andere stimmt.

Empfun­denes Glück ist letztlich nur eine Infor­ma­tion

Glücks­ge­fühle teilen uns mit, dass die Natur mit unserem Verhalten zufrieden ist. Natürlich kann man mit einigen Glücks-Hacks nach­helfen, aber sehr wahr­schein­lich wird das gar nicht nötig sein.

Wie es weiter geht

Als nächstes müssen die drei Lebens­ziele konkre­ti­siert werden. Konkrete Ziele sind eine Grund­vor­aus­set­zung für die bewusste Persön­lich­keits­ent­wick­lung.

Schließ­lich müssen die Ziele noch in kleinere Etap­pen­ziele herun­ter­ge­bro­chen werden. Wie man dabei vorgeht, wird in meinem Artikel über persön­liche Ziele erklärt.

Ich wünsche viel Erfolg!
Jan

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Dr. Jan Höpker

Ich zeige dir, wie du fokus­sierter leben, lernen und arbeiten kannst. Tipps, Tricks und Anre­gungen dazu gebe ich in meinem kosten­losen News­letter und in meinen Büchern.

HabitGym hat über 45.000 monat­liche Besucher und mehr als 2.174 Leser empfangen meinen News­letter.

Klicke hier, um zu erfahren, warum ich HabitGym gegründet habe.

Mein Buch:

Meine Bücher

Weitere Bücher von mir:

Meine Bücher

(*) Die mit Sternchen gekenn­zeich­neten Links sind soge­nannte Affiliate-Links. Wenn du auf einen Affiliate-Link klickst und anschlie­ßend bei Amazon einkaufst, erhalte ich eine geringe Provision, die einen Teil meiner Server­kosten deckt. Für dich verändert sich der Preis natürlich nicht. Keine Sorge, dies ist keine Verkaufs­seite. Ich empfehle nur Bücher, die ich wirklich gelesen habe und die mich weiter­ge­bracht haben.

Nutze die Buttons, um den Artikel mit deinen Freunden zu teilen!

4.95/5 (19)

Dein Feedback hilft mir, diesen Artikel zu verbes­sern.

2 Antworten auf Ziel­set­zung – Warum wir genau 3 Lebens­ziele brauchen

  1. Ewald sagt:

    Hallo Jan. Deine Theorie gefällt mir sehr gut und sie stimmt mit meinen Erfah­rungen ziemlich gut überein. Ich glaube auch, dass es gar keine hoch­tra­benden Lebens­ziele braucht, um glücklich zu sein. Für’s Repti­li­en­ge­hirn reicht es, wenn man sich eini­ger­maßen gesund ernährt und ein wenig Sport macht. Für’s soziale Gehirn sucht man sich ein paar wenige gute Freunde und pflegt diese Freund­schaften. Etwas schwie­riger wird es beim präfron­talen Kortex. Ich finde es nämlich gar nicht so einfach, seine eigenen beson­deren Fähig­keiten und seine wich­tigsten Werte raus­zu­finden. Außerdem sollte man meiner Meinung nach auch noch seine Moti­va­ti­ons­struktur kennen. Was motiviert mich auto­ma­tisch, ohne dass ich was dazu tun muss? Viel­leicht kannst du zu diesen drei Dingen noch was schreiben.

    • Jan sagt:

      Hallo Ewald,

      Vielen Dank für deine Rück­mel­dung. Über Werte, Fähig­keiten und die Moti­va­ti­ons­struktur kann man ja ganze Bücher schreiben, so umfang­reich sind diese Themen.

      Das hier sind meine persön­li­chen Erfah­rungen mit Werten, Fähig­keiten und Moti­va­tion:

      ## Werte ##
      Meine wich­tigsten Werte wurden mir irgend­wann in meinen 20ern bewusst, ohne dass ich mich aktiv darum bemüht hätte, diese ans Tages­licht zu holen. Hier gibt es eine Liste mit über 300 Werten. Wenn man die durchgeht, wird es an der einen oder anderen Stelle viel­leicht «klick» machen.

      ## Fähig­keiten ##
      Hier besteht die Schwie­rig­keit meiner Meinung nach darin, dass uns unsere beson­deren Fähig­keiten oft selbst­ver­ständ­lich erscheinen. Mit hat damals der Strengths­Finder-Test sehr geholfen. Eine andere Möglich­keit ist die soge­nannte Feedback-Analyse, über die Peter Drucker in «Managing oneself» geschrieben hat.

      ## Moti­va­ti­ons­struktur ##
      Hier kommt man meiner Erfahrung nach fürs Erste mit ehrlicher Selbst­be­ob­ach­tung weiter. Außerdem helfen Gesprä­chen mit Personen, die einen schon lange kennen. Andere Menschen sehen uns objek­tiver als wir uns selbst sehen. Wichtig ist, dass man seinem Gesprächs­partner erlaubt eine ehrliche Rück­mel­dung zu geben.
      Nicht zu unter­schätzen ist hier auch das Ausschluss­ver­fahren. «Was motiviert mich nicht?»

      Viele Grüße,
      Jan

      PS. Ich werde wohl in naher Zukunft einen Artikel über diese Themen schreiben.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.