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Dr. Jan Höpker

Aktualisiert am 22. August 2021


Viele Menschen sind verwirrt, weil uns von den Medien und der Werbung Lebensziele eingeredet werden, die aus biologischer Sicht völlig irrelevant sind. Wie viele langfristige Ziele braucht man wirklich im Leben? Die Antwort lautet: drei!

Lebensziele

Die meisten Texte über Zielsetzung lassen sich einer von zwei Kategorien zuordnen:

#1 Texte, die die Natur des Menschen ignorieren

Diese Texte wurden offenbar von Robotern für andere Roboter geschrieben. Sie sind sehr konkret, aber sie ignorieren menschliche Bedürfnisse und reales menschliches Verhalten auf sämtlichen Ebenen.

#2 Texte die sich wie Horoskope lesen

Diese Texte, sind zwar von Menschen geschrieben, aber sie sind unkonkret, wie ein Horoskope. Nach dem Lesen fühlt man sich irgendwie gut, aber man hat keinen Schimmer was man jetzt konkret tun soll.

Dieser Artikel ist ein Versuch, das Beste aus beiden Welten miteinander zu kombinieren: konkret und für echte Menschen.

Warum man überhaupt Ziele im Leben braucht

Im Internet stoße ich regelmäßig auf menschliche Motivationsbomben, die mir eintrichtern wollen, dass der Sinn des Lebens darin besteht, Großes zu vollbringen, eine Delle im Universum zu hinterlassen.

Unter dem Einsatz von Tränen, Schweiß und Blut soll ich ständig 110 % geben. Oder noch ein bisschen mehr.

Unter keinen Umständen darf ich zulassen, dass ich auf meinem Sterbebett bereue, nicht permanent Vollgas gegeben zu haben.

Das ist Motivation!

Wer so predigt, und es ernst meint, ist meist männlich, deutlich unter 30, und hat keine Ahnung, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Die Gegenbewegung: auch nicht besser, nur anders

Der typische Vertreter der anderen großen Fraktion ist etwas älter und sein Lebensmotto lautet:

Ich muss im Leben gar nichts!

Lasst mich bloß in Ruhe, ihr mit euren Zielen!

Woher kommen dieser Frust und das Verweigern von persönlichen Zielen?

Vielleicht aus der Enttäuschung über all die viel zu großen, und daher niemals erreichten Ziele der Vergangenheit?

Das Optimum liegt in der Mitte

Wie so oft im Leben, liegt das Optimum wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Persönliche Ziele: Ja

Es mit den Zielen übertreiben: Nein

Im Leben gar keine eigenen Ziele zu haben, ist sicherlich keine sinnvolle Option.

Jim Rohn hat den Sinn von Zielen treffend auf den Punkt gebracht:

Wenn Sie nicht ihren eigenen Lebensplan erstellen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie Teil des Plans von jemand anders werden.

Und raten sie mal, was die anderen für Sie geplant haben? Nicht viel!

Lebensziele haben die Funktion eines Ankers

Lebensziele verhindern, dass wir zum Spielball von anderen Menschen, Organisationen oder Ideologien werden. Eigene Ziele sind eine Grundvoraussetzung für Selbstbestimmung.

Menschen, die selbstbestimmt leben, geht es fast immer besser, als Menschen, die fremdbestimmt sind.

Selbstbestimmte Menschen sind gesünder und glücklicher.

Eigene Ziele zu haben, ist wichtig!

Man braucht genau 3 Ziele auf Lebenszeit

Wir kommen bereits mit Zielen auf die Welt. Ziele sind daher nicht beliebig.

Die Hauptthese dieses Artikels lautet:

Der moderne Mensch braucht genau 3 Ziele auf Lebenszeit.

Diese 3 Ziele ergeben sich aus dem Aufbau des menschlichen Gehirns

Einer Theorie zufolge, besteht das menschliche Gehirn aus drei evolutionär unterschiedlich alten Teilen:

  • Das Reptiliengehirn
  • Das soziale Gehirn
  • Der präfrontale Cortex (Großhirnrinde)

Jeder dieser drei Teile – so die Theorie– verfolgt ein eigenes Ziel.

(Unter Wissenschaftlern ist die Theorie des dreieinigen Gehirns umstritten, aber sie eignet sich sehr gut, um gewisse Sachverhalte anschaulich darzustellen.)

Das Reptiliengehirn will überleben

Das Reptiliengehirn ist für unsere Triebe und niedere Instinkte verantwortlich. Es sorgt dafür, dass wir am Leben bleiben und uns fortpflanzen wollen.

Wir können unser Reptiliengehirn unterstützen, indem wir an unserer körperlichen Gesundheit arbeiten.

Das soziale Gehirn will sich verbinden

Das soziale Gehirn baut Verbindungen zu anderen menschlichen Gehirnen auf, sodass wir Kooperationen eingehen können.

Die Arbeit des sozialen Gehirns können wir unterstützen, indem wir erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen pflegen.

Studienergebnisse legen nahe, dass es sich hierbei um das wichtigste Ziel im Leben überhaupt handelt.

Der präfrontale Cortex will sich weiterentwickeln

Der im Vergleich zu anderen Tieren riesige präfrontale Cortex von uns Menschen ist die neueste Errungenschaft der Evolution.

Vereinfacht gesprochen, handelt es sich um den bewussten Teil des Gehirns, der uns in die Lage versetzt, Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Unseren präfrontalen Cortex machen wir glücklich, wenn wir in unserem Leben einer herausfordernden Beschäftigung nachgehen, die mit unseren Fähigkeiten und Werten harmoniert.

Wer seine Fähigkeiten und Werte ignoriert, um dem schnellen Glück hinterherzujagen, macht einen großen Fehler.

Lebensziele - Artgerechte Zielsetzung für den Menschen

Kooperation macht den Unterschied

Nur wenn sich unsere drei Lebensziele gegenseitig unterstützen, anstatt sich zu behindern, kommen wir im Leben voran und bleiben gesund und glücklich.

Die Bestätigung für diese Theorie dürfte jeder ohne langes Suchen im eigenen Bekanntenkreis finden.

Jeder kennt Menschen, die ihre Beziehungen und ihre Gesundheit zugunsten einer vielversprechenden Karriere vernachlässigen, und am Ende – dem Burnout sei Dank – gar nichts mehr haben.

Wahrscheinlich fällt dir auch eine Person in deinem Umfeld ein, die vor Energie nur so strotzt und Dinge erreicht, von denen andere nur träumen.

Und was ist mit dem Glück?

Manch einer wird sich jetzt vielleicht fragen, was denn mit dem Glück sei. Ist Glücklichsein denn kein wichtiges Lebensziel?

So wie ich das sehe, kommen die Glücksgefühle ganz von alleine, sobald alles andere stimmt.

Empfundenes Glück ist letztlich nur eine Information

Glücksgefühle teilen uns mit, dass die Natur mit unserem Verhalten zufrieden ist. Natürlich kann man mit einigen Glücks-Hacks nachhelfen, aber sehr wahrscheinlich wird das gar nicht nötig sein.

Wie es weiter geht

Als Nächstes müssen die drei Lebensziele konkretisiert werden. Konkrete Ziele sind eine Grundvoraussetzung für die bewusste Persönlichkeitsentwicklung.

Schließlich müssen die Ziele noch in kleinere Etappenziele heruntergebrochen werden. Wie man dabei vorgeht, wird in meinem Artikel über persönliche Ziele erklärt.

Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler, Autor und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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  • Hi Jan,

    sehr cooler Artikel :-) Ich mag die Idee, jeder »Gehirnschicht« ein Ziel zu geben. Und teile das Gefühl, dass viele über Ziele sprechen und schreiben, als ob es entweder nur höher, schneller weiter ginge – oder man am Besten in der Hängematte meditieren sollte. 

    Fände es noch spannend, was Du zu anderen Gründen denkst, weshalb Leute unglücklich mit ihren Lebenszielen sind. Zum Beispiel weil sie sich zu viel Druck machen, Hindernisse nicht vernünftig bedenken etc. 

    Keep it up,

    Florian

  • Hallo Jan. Deine Theorie gefällt mir sehr gut und sie stimmt mit meinen Erfahrungen ziemlich gut überein. Ich glaube auch, dass es gar keine hochtrabenden Lebensziele braucht, um glücklich zu sein. Für’s Reptiliengehirn reicht es, wenn man sich einigermaßen gesund ernährt und ein wenig Sport macht. Für’s soziale Gehirn sucht man sich ein paar wenige gute Freunde und pflegt diese Freundschaften. Etwas schwieriger wird es beim präfrontalen Kortex. Ich finde es nämlich gar nicht so einfach, seine eigenen besonderen Fähigkeiten und seine wichtigsten Werte rauszufinden. Außerdem sollte man meiner Meinung nach auch noch seine Motivationsstruktur kennen. Was motiviert mich automatisch, ohne dass ich was dazu tun muss? Vielleicht kannst du zu diesen drei Dingen noch was schreiben.

    • Hallo Ewald,

      Vielen Dank für deine Rückmeldung. Über Werte, Fähigkeiten und die Motivationsstruktur kann man ja ganze Bücher schreiben, so umfangreich sind diese Themen.

      Das hier sind meine persönlichen Erfahrungen mit Werten, Fähigkeiten und Motivation:

      ## Werte ##
      Meine wichtigsten Werte wurden mir irgendwann in meinen 20ern bewusst, ohne dass ich mich aktiv darum bemüht hätte, diese ans Tageslicht zu holen. Hier gibt es eine Liste mit über 300 Werten. Wenn man die durchgeht, wird es an der einen oder anderen Stelle vielleicht »klick« machen.

      ## Fähigkeiten ##
      Hier besteht die Schwierigkeit meiner Meinung nach darin, dass uns unsere besonderen Fähigkeiten oft selbstverständlich erscheinen. Mit hat damals der StrengthsFinder-Test sehr geholfen. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Feedback-Analyse, über die Peter Drucker in »Managing oneself« geschrieben hat.

      ## Motivationsstruktur ##
      Hier kommt man meiner Erfahrung nach fürs Erste mit ehrlicher Selbstbeobachtung weiter. Außerdem helfen Gesprächen mit Personen, die einen schon lange kennen. Andere Menschen sehen uns objektiver als wir uns selbst sehen. Wichtig ist, dass man seinem Gesprächspartner erlaubt eine ehrliche Rückmeldung zu geben.
      Nicht zu unterschätzen ist hier auch das Ausschlussverfahren. »Was motiviert mich nicht?« 

      Viele Grüße,
      Jan

      PS. Ich werde wohl in naher Zukunft einen Artikel über diese Themen schreiben.

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