Lern­me­thoden – 7 Geheim­nisse der besten Schüler & Studenten

Lernmethoden - Die 7 Geheimnisse der erfolgreichsten Schüler und StudentenDie Noten der meisten Schüler und Studenten hängen nicht von ihrem Fleiß und Talent ab, sondern von den Lern­me­thoden, die sie sich (zufällig) angewöhnt haben.

Millionen Schüler und Studenten bleiben hinter ihren Möglich­keiten zurück, weil sie mit Lern­me­thoden lernen, die nicht funk­tio­nieren.

Ist es nicht erstaun­lich, dass wir im ersten Lebens­drittel quasi nichts anderes tun, als Unmengen an Wissen aufzu­nehmen, ohne jemals zu lernen, wie man überhaupt richtig lernt?

Kein Wunder, dass das Lernen unter Schülern und Studenten eine der am meisten miss­ver­standen Tätig­keiten ist.

Lern- und Gedächt­nis­for­scher wissen längst, worauf es beim Lernen wirklich ankommt. Dieser Artikel fasst die wich­tigsten Punkte zusammen. (Übrigens: Die Inhalte dieses Artikels stammen aus meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen.)

Worauf es beim Lernen wirklich ankommt

Etwas zu lernen heißt, es im Gedächtnis abzulegen, sodass es bei Bedarf wieder abgerufen werden kann.

Dieser Prozess kann in drei Schritte unter­teilt werden:

Lernmethoden für Schüler und Studenten - Worauf es beim Lernen wirklich ankommt

Das Ziel beim Lernen ist simpel: Den Stoff im Gedächtnis speichern, behalten und ihn anschlie­ßend bei Bedarf wieder erinnern. Jeder einzelne der 3 Schritte kann optimiert werden.

  1. Einspei­chern – Der Stoff muss im Gedächtnis gespei­chert werden
  2. Behalten – Das Gelernte muss so lange wie möglich im Gedächtnis gespei­chert bleiben
  3. Erinnern – Der Gedächt­nis­in­halt muss bei Bedarf wieder aus dem Gedächtnis abgerufen werden können

Jeder Schritt lässt sich opti­mieren

Wie das folgende Rechen­bei­spiel (in dem grauen Kasten) zeigt, führt schon eine geringe Stei­ge­rung auf jeder einzelnen der drei Stufen zu einer insgesamt deut­li­chen Verbes­se­rung.

Kleine Stei­ge­rung, große Verbes­se­rung

Warum schon eine kleine Stei­ge­rung auf jeder einzelnen Stufe zu einer insgesamt deut­li­chen Verbes­se­rung führt:

50% Erfolg auf jeder einzelnen Stufe bedeutet, dass der Gesamt­erfolg 12,5% ist. (0,5 * 0,5 * 0,5 = 0,125)

60% Erfolg auf jeder einzelnen Stufe bedeuten 21,6% Gesamt­erfolg. (0,6 * 0,6 * 0,6 = 0,216)

Eine Stei­ge­rung um nur 20% auf jeder einzelnen Stufe führt hier also zu einer beacht­li­chen Gesamt­stei­ge­rung von 73%.

Worin genau unter­scheiden sich die Lern­me­thoden der besseren Schüler von den Lern­me­thoden der weniger guten Schüler?

Es folgen die 7 Geheim­nisse der besten Schüler und Studenten.

#1 | Glaubens­sätze über das Lernen

Viele der weniger guten Schüler und Studenten haben sich limi­tie­rende Glau­bens­sätze zu eigen gemacht, die sie in ihrem Lern­er­folg behindern. Sie sabo­tieren sich selbst.

Hier zwei der am meisten verbrei­teten limi­tie­renden Glau­bens­sätze über das Lernen:

Lernen muss unan­ge­nehm sein!

Viele Schüler und Studenten glauben, dass Lernen nur dann zählt, wenn das Lernen eine Qual ist. (Und später denken sie das gleiche über das Arbeiten.) Das führt dazu, dass sie einen großen Bogen um sämtliche Lern­me­thoden machen, die angenehm sind.

Der Lehrer/Dozent will, dass ich den Stoff 1:1 auswendig lerne!

Ein weit verbrei­teter Glau­bens­satz ist, dass der Lehrer oder Dozenten verlangt, dass der Stoff stumpf­sinnig auswendig gelernt wird. Und da viele Schüler und Studenten sich einbilden, nicht auswendig lernen zu können, lernen sie einfach gar nicht.

Die erfolg­reichsten Schüler und Studenten nehmen keine Opfer­hal­tung ein!

(Dass eine Opfer­hal­tung einge­nommen wird, liegt meist daran, dass die Betrof­fenen keinen Sinn im Lernen sehen. Wie man (wieder) Sinn im Lernen findet, wird ausführ­lich in meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen behandelt.)

#2 | Der Unter­schied zwischen Lernen und Üben

Es gibt Schul­fä­cher, in denen man den Stoff lernen muss, und es gibt Fächer, in denen man den Stoff üben muss. Wer nur eine einzige Lern­me­thode beherrscht, und diese auf sämtliche Fächer anwendet, macht logi­scher­weise mindes­tens einen Fehler.

Einige Dinge können nur geübt werden

Dazu ein Beispiel: Man lernt eine Fremd­sprache nicht, indem man zuerst die Gram­ma­tik­re­geln lernt, um sie dann – in einem zweiten Schritt – bewusst anzu­wenden. Trotzdem versuchen viele Schüler und Studenten, eine Fremd­sprache auf diese Art und Weise zu lernen.

Eine Mitschuld trägt der Fremd­spra­chen­un­ter­richt an Schulen, denn dort wird den Schülern häufig noch genau das einge­trich­tert. Die Schule trainiert den Schülern die falschen Lern­me­thoden an.

Das Gehirn findet die Regeln selbst heraus

Das Gehirn lernt eine Fremd­sprache, indem es die Gram­ma­tik­re­geln selbst­ständig aus korrekten Beispielen extra­hiert. Es handelt sich um einen unbe­wussten Lern­vor­gang.

Am Beispiel der Mutter­sprache ist das leicht zu erkennen: Wir können intuitiv gram­ma­ti­ka­lisch korrekte Sätze bilden und gram­ma­ti­ka­lisch falsche Sätze als falsch erkennen. Aber die aller­meisten Menschen können nicht erklären, warum der eine Satz richtig und der andere Satz falsch ist. Man spricht von einer unbe­wussten Kompetenz.

Ein weiteres Fach, das geübt werden muss, ist Mathe­matik. Auf die gleiche Weise, wie man eine Fremd­sprache lernen sollte, sollte man auch Mathe lernen: So lang üben, bis das Gehirn die Regeln extra­hiert hat. Dann kann man Mathe.

Man kann nicht nicht üben!

Unser Lebens­er­folg hängt stark von unbe­wussten Lern­vor­gängen ab. Viele Menschen kriti­sieren die Schule, weil sie den Schülern unnötiges Wissen vermit­telt und nötiges Wissen vorent­hält.

Der eigent­liche Skandal ist ein ganz anderer: Auf unbe­wusstem Wege bringt man uns Verhal­tens­weisen bei, die unseren Lebens­er­folg massiv behindern. (In meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen wird dieses Thema ausführ­lich bespro­chen.)

#3 | Das paradoxe Gedächtnis

Am Abend vor einer Prüfung oder Klausur haben viele Schüler und Studenten das Gefühl, dass sie sich überhaupt nichts merken können. Der Stoff will einfach nicht in ihren Kopf. Häufig führt das dazu, dass noch bis spät in die Nacht hinein gelernt wird. Oder man steht am Tag der Prüfung morgens ganz früh auf, um sich das Kurz­zeit­ge­dächtnis voll zu packen.

Ein Lern­ma­ra­thon ist kontra­pro­duktiv!

Wer verstanden hat, wie das Gedächtnis funk­tio­niert, würde niemals auf diese Art und Weise lernen. Wer das Gedächtnis verstanden hat, würde am Abend einfach entspannen, recht­zeitig ins Bett gehen und am nächsten Morgen ausschlafen.

Das Gelernte gelangt erst im Schlaf ins Lang­zeit­ge­dächtnis

Wir haben ein Kurz­zeit­ge­dächtnis und ein Lang­zeit­ge­dächtnis. Wenn wir etwas lernen, dann besteht das Ziel immer darin, den Stoff ins Lang­zeit­ge­dächtnis zu bekommen.

Was leider kaum ein Schüler oder Student wirklich weiß ist, dass das Gelernte erst im Schlaf ins Lang­zeit­ge­dächtnis geschrieben wird. Das ist einer der Gründe, warum wir schlafen müssen. Bis wir schlafen, befindet sich das Gelernte an einem Ort im Gehirn, auf den wir nicht zugreifen können.

Ein Gefühl von Unwis­sen­heit am Abend vor einer Prüfung oder Klausur bedeutet gar nichts!

Es ist völlig normal, nach dem Lernen das Gefühl zu haben, dass man sich den Stoff nicht gemerkt hat. Technisch betrachtet hat man sich den Stoff tatsäch­lich nicht gemerkt, weil man dafür erst noch schlafen muss.

Schlechte Schüler stecken in einem Teufels­kreis

Sie lernen wie verrückt und vernach­läs­sigen das Schlafen. Dann schreiben sie schlechte Noten und glauben, sie hätten nicht genug gelernt, wobei sie in Wahrheit eher zu viel gelernt haben. Vor der nächsten Klausur lernen sie dann noch mehr und schlafen noch weniger, was alles nur noch schlimmer macht.

(Wer weiß, wie das Gedächtnis funk­tio­niert, macht sich weniger Stress und unnötige Arbeit. In meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen wird die Arbeits­weise des Gedächt­nisses ausführ­lich behandelt.)

#4 | Timing und Glück

Über die Wahl der richtigen Lern­me­thode kann jeder Schüler und Student seinen Lern­er­folg zu einem großen Teil selbst bestimmen. Wer aber glaubt, seinen Erfolg zu 100% in der Hand zu haben, irrt!

Die Beziehung zum Lehrer spielt eine wichtige Rolle

Um von einem Lehrer oder Dozenten lernen zu können, muss man ihm vertrauen und ihn als Persön­lich­keit akzep­tieren. Wir haben feine Antennen, welche die Vertrau­ens­wür­dig­keit unserer Lehrer genau prüfen. Einen Lehrer zu akzep­tieren ist keine bewusste Entschei­dung.

Wer das Pech hat, an einen Lehrer oder Dozenten geraten zu sein, den das Unter­be­wusst­sein nicht akzep­tiert, wird natürlich nicht die Ergeb­nisse erreichen können, die bei einem vertrau­ens­wür­di­geren Lehrer möglich gewesen wären. Manchmal liegt das Problem also wirklich beim Lehrer.

Das Gehirn hat manchmal einfach keinen Hunger

Was außerdem noch eine große Rolle spielt, ist Timing. Für viele zu lernende Dinge gibt es Zeit­fenster in denen wir für den Stoff besonders empfäng­lich sind. Unser Gehirn hat dann sozusagen großen Hunger nach genau diesem Stoff. Auch das ist keine bewusste Entschei­dung.

Ein Schüler, bei dem dieses Zeit­fenster für ein bestimmtes Schulfach gerade geöffnet ist, wird mit deutlich weniger Aufwand Erfolg haben können, als ein Mitschüler, bei dem das Zeit­fenster gerade nicht geöffnet ist.

#5 | Lerntyp vs. Ver­arbeitungs­tiefe

Das Konzept der Lerntypen besagt, dass jeder Mensch über einen bestimmten Sinnes­kanal am effek­tivsten lernt.

Dabei werden meist diese vier Lerntypen unter­schieden:

  • Auditiver Lerntyp – er lernt am besten über das Hören
  • Visueller Lerntyp – er lernt am besten über das Sehen
  • Kommu­ni­ka­tiver Lerntyp – er lernt durch den Austausch mit anderen
  • Moto­ri­scher Lerntyp – er lernt durch Auspro­bieren

Das Konzept der Lerntypen ist irre­füh­rend

Es mag schon sein, dass der Eine über das Hören etwas besser lernt, als über das Sehen, während es bei einer anderen Person genau umgekehrt ist. Diese Erkenntnis führt uns aber leider in eine völlig falsche Richtung, denn sie bringt uns auf die Idee, dass wir unseres Lerntyps entspre­chend lernen sollten.

Sollte nicht der auditive Typ den Stoff hören und der visuelle Typ den Stoff sehen?

Nein!

Jeder Lerntyp sollte möglichst viele Kanäle nutzen

Bei den meisten Menschen ist der rechte Arm auch etwas stärker als der linke Arm, aber trotzdem kommt niemand auf die Idee, schwere Gegen­stände immer nur mit dem starken rechten Arm anzuheben. Man nimmt beide Arme.

Auf die Verar­bei­tungs­tiefe kommt es an

Dass man möglichst viele Kanäle gleich­zeitig nutzen sollte, ergibt sich aus dem Aufbau und der Funk­ti­ons­weise des Gedächtnis. Wir haben in unserem Gehirn nicht etwa ein einziges Lang­zeit­ge­dächtnis, in dem alles gespei­chert wird, sondern wir haben mehrere Gedächt­nisse.

Verein­facht gespro­chen, kann man sagen, dass wir ein auditives Gedächtnis haben, in dem wir das Gehörte abspei­chern und ein visuelles Gedächtnis, in dem wir das Gesehene abspei­chern, und schließ­lich noch ein kinäs­the­ti­sches Gedächtnis, in dem wir Körper­be­we­gungen abspei­chern.

Lernmethoden für Schüler und Studenten - Die verschiedenen Gedächtnisse

Das mensch­liche Gehirn hat mehrere Gedächt­nisse, die mit den einzelnen Sinnen zusam­men­hängen. Um etwas tief und fest im Gedächnis zu verankern, sollten mehrere Gedächt­nisse gleich­zeitig genutzt werden.

Wenn ich etwas nur höre, dann wird die Sache nur in meinem auditiven Gedächtnis gespei­chert. Die Sache wird also genau einmal gespei­chert. Wenn ich diese Sache aber höre und gleich­zeitig sehe, dann wird sie doppelt abge­spei­chert. Und doppelt hält bekannt­lich besser.

Je mehr Sinne gleich­zeitig benutzt werden, umso größer ist die Verar­bei­tungs­tiefe

Je höher die Verar­bei­tungs­tiefe, umso zuver­läs­siger wird das Wissen abge­spei­chert und umso größer ist die Wahr­schein­lich­keit, dass man das gespei­cherte Wissen bei Bedarf wieder­findet.

(Wie man die Verar­bei­tungs­tiefe in der Praxis effektiv nutzt, um sich Dinge besser und schneller zu merken, beschreibe ich in meinem Artikel über Gedächt­nis­trai­ning.)

Auch das innere Auge ist ein Kanal

Man muss die Dinge nicht mit den eigenen Augen sehen, um das visuelle Gedächtnis benutzen zu können. Sich die Bilder vor dem geistigen Auge vorzu­stellen funk­tio­niert auch.

Nur aktives Lernen führt zum Erfolg

Das so genannte Arbeits­ge­dächtnis ist ein Teil des Kurz­zeit­ge­dächtnis, in dem wir die Gedächt­nis­in­halte nicht nur zwischen­spei­chern, sondern auch bewusst bear­beiten können. Wenn wir kopf­rechnen, dann tun wir das im Arbeits­ge­dächtnis. Auch wenn wir über etwas nach­denken, ist das Arbeits­ge­dächtnis im Spiel.

Der einzige Weg ins Lang­zeit­ge­dächtnis führt durch das Arbeits­ge­dächtnis

Wir merken uns nur dieje­nigen Dinge, über die wir bewusst nach­ge­dacht haben! Es genügt nicht, der Sache einfach nur passiv ausge­setzt gewesen zu sein. Lernen ist immer eine aktive Handlung! Wer sich mit dem Stoff einfach nur passiv berieseln lässt, wird sich nichts merken können.

Der Beweis

Hast du ein Smart­phone? Beant­worte diese Frage ohne nach­zu­sehen: Welches Icon befindet sich auf der Start­seite ganz unten rechts?

Statis­tiken zufolge schaut der Durch­schnitts­deut­sche pro Tag 92mal auf sein Smart­phone. Trotzdem führt diese hohe Anzahl an Wieder­ho­lungen nicht dazu, dass wir uns die Icons auf dem Start­bild­schirm merken.

Wir merken uns nur Dinge, über die wir bewusst nach­ge­dacht haben!

#6 | Wieder­ho­lung, Wieder­ho­lung, ...

Die Ameri­kaner sagen:

«Repe­ti­tion is he mother of learning!»

«Repe­ti­tion is the mother of skill!»

Das Gedächtnis ist ständig damit beschäf­tigt, alte Erin­ne­rungen wieder zu löschen. Das ist völlig normal und sinnvoll. Die Wahr­schein­lich­keit, mit der eine bestimmte Erin­ne­rung nicht gelöscht wird, hängt von ganz bestimmten Faktoren ab:

  • Verar­bei­tungs­tiefe (Siehe Geheimnis #5)
  • Gefühle (Wenn beim Lernen Gefühle im Spiel waren, bleibt der Stoff eher im Gedächtnis)
  • Wieder­ho­lung

Durch Wieder­ho­lung signa­li­siert man dem Gedächtnis, dass man den entspre­chenden Inhalt noch braucht. Nach etwa sechs­ma­ligem Wieder­holen werden Inhalte dauerhaft im Lang­zeit­ge­dächtnis gespei­chert.

In welchen Abständen sollte wieder­holt werden?

Die Abstände sollten immer länger werden. Eine Faust­formel, die man sich einfach merken kann:

  • Einmal in der nächsten Minute
  • Noch ein weiteres mal in der nächsten Stunde
  • Noch ein weiteres mal am gleichen Tag
  • Noch ein weiteres mal in der gleichen Woche
  • Noch ein weiteres mal im gleichen Monat
  • Noch ein weiteres mal im gleichen Jahr

(Sagte ich schon, dass man in meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen so einiges Nütz­li­ches und Inter­es­santes über das Lernen lernen kann?)

#7 | Konzen­triert lernen

Wie schon gesagt, muss der zu lernende Stoff durch das Arbeits­ge­dächtnis hindurch, um seinen Weg ins Lang­zeit­ge­dächtnis finden zu können. Um den Stoff in unser Arbeits­ge­dächtnis zu bekommen, müssen wir uns auf den Stoff konzen­trieren.

Konzen­tra­tion ist eine Grund­vor­aus­set­zung effek­tiven Lernens

Eine starke Konzen­tra­tion macht vermut­lich mindes­tens die Hälfte des Lern­er­folgs aus. Die Fähigkeit zur Konzen­tra­tion ist bei den meisten Schülern und Studenten heut­zu­tage leider in einem äußerst schlechten Zustand, was man schon daran sieht, dass insbe­son­dere den Schülern immer öfters die Diagnose AD(H)S gestellt wird.

Den Menschen fällt es zunehmend schwerer, sich zu konzen­trieren!

Unsere Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit hängt von vielen verschie­denen Faktoren ab und kann außerdem von einer Vielzahl unter­schied­li­cher Faktoren gestört werden. Insbe­son­dere die Stör­fak­toren nehmen immer weiter zu.

Mit den gut gemeinten Ratschlägen und Appellen, die den konzen­tra­ti­ons­schwa­chen Schülern und Studenten oft entge­gen­ge­bracht werden, lässt sich die Situation leider nicht verbes­sern. In einem anderen Artikel stelle ich eine einfache und effektive Methode zum Entschärfen eines verbrei­tetsten Konzen­tra­ti­ons­kil­lers vor. Es geht um das Smart­phone. So einfach, wie die meisten Menschen denken, ist das mit dem Smart­phone nämlich nicht. Eine Studie hatte gezeigt, dass Menschen auch dann noch von ihrem Smart­phone beein­träch­tigt werden, wenn es mucks­mäus­chen­still mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegt oder in der Hosen­ta­sche befindet.

Eine starke Konzen­tra­tion ist kein Zufall

Mit welchen Taktiken und Methoden du dich wirklich besser konzen­trieren kannst, erfährst du in meinem Artikel über die Stei­ge­rung der Konzen­tra­tion.

Konkrete Lern­methoden im Überblick

Auf der Basis des gewon­nenen Wissens, können wir nun einige der belieb­testen Lern­me­thoden unter die Lupe nehmen.

Achtung: Dies ist keine Rangliste!

Lern­me­thode #1: Lesen

Lesen ist eine passive Lern­me­thode mit niedriger Verar­bei­tungs­tiefe und ohne Wieder­ho­lung. Die Wahr­schein­lich­keit, dass etwas von dem gelesenen Stoff ins Gedächtnis gelangt und dort bleibt, ist gering. Lesen ist eine schlechte Lern­me­thode.

Lern­me­thode #2: Lesen und Unter­strei­chen

Lesen und Unter­strei­chen ist schon eine etwas bessere Lern­me­thode als nur zu lesen. Man muss sich Gedanken darüber machen, was man unter­strei­chen möchte und anhand der Unter­strei­chungen lässt sich der relevante Teil des Stoffs später noch einmal wieder­holen. Trotzdem ist Lesen und Unter­strei­chen keine besonders gute Lern­me­thode.

Lern­me­thode #3: Notizen machen, Schreib­denken

Wer sich in eigenen Worten Notizen macht, zwingt sich dadurch selbst zum Nach­denken. Wie gut sich diese Methode als Lern­me­thode eignet, hängt natürlich stark davon ab, wie gut die Gedanken und Notizen sind.

(Mehr über das Schreib­denken)

Lern­me­thode #4: Mindmap erstellen

Um eine Mindmap erstellen zu können, muss man sich zwangs­läufig Gedanken über den Stoff machen. Auch hier gilt wieder, dass die Ausfüh­rung der Übung letztlich darüber entscheidet, wie effektiv diese Lern­me­thode ist.

Lern­me­thode #5: Kartei­karten schreiben und lernen

Kartei­karten erst zu schreiben und dann zu lernen, ist eine Lern­me­thode, die darauf beruht, den Stoff mehrmals zu wieder­holen. Da die Verar­bei­tungs­tiefe jedoch gering ist und die Methode außerdem noch auf stumpfes Auswen­dig­lernen abzielt, anstatt den Stoff mit bereits vorhan­denem Wissen zu verknüpfen, ist diese Lern­me­thode nicht besonders effektiv.

Lern­me­thode #6: Übungen machen

Übungen zum Stoff durch­zu­führen, ist eine der besten Lern­me­thoden überhaupt.

Lern­me­thode #7: Esels­brücke bilden

Diese Lern­me­thode eignet sich besonders gut, um einzelne, schwer zu merkende Teile des Stoffs zu lernen. Leider ist es oft schwierig und zeit­in­tensiv, eine geeignete Esels­brücke zu finden. Wenn gute Esels­brü­cken vorge­geben werden, funk­tio­nieren diese meist sehr gut.

Lern­me­thode #8: Sprechen

Sofern in eigenen Worten gespro­chen wird – was einen dazu zwingt, über den Stoff nach­zu­denken – kann Sprechen eine gute Lern­me­thode sein. Wie gut das Sprechen als Lern­me­thode genau abschneidet, hängt natürlich maßgeb­lich davon ab, was genau gesagt wird und welche Gedanken dem Sprechen voraus­gehen.

Lern­me­thode #9: Diktieren

In vielen Fällen ist das Diktieren, zum Beispiel mit Hilfe der Diktier­gerät-Funktion des Smart­phones, noch besser als das Sprechen, weil es dazu animiert, dabei zu bleiben. Man schweift also nicht so schnell ab.

Lern­me­thode #10: Disku­tieren

Mit anderen Menschen über den zu lernenden Stoff zu disku­tieren, ist eine der besten Lern­me­thoden überhaupt.

Lern­me­thode #11: Selbst unter­richten

Vermut­lich die beste aller Lern­me­thoden.

Welche Lern­me­thode ist die beste?

Die beste Lernmethode für Schueler und StudentenDie ideale Lern­me­thode besteht vermut­lich darin, den Stoff selbst zu unter­richten und zwar an Menschen, die viele gute Fragen stellen.

Ebenfalls sehr gute Lern­me­thoden sind das Bear­beiten von Aufgaben und das Disku­tieren mit anderen Lernenden.

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Eine Antwort auf Lern­me­thoden – 7 Geheim­nisse der besten Schüler & Studenten

  1. Hallo Jan,

    Das ist ein wirklich sehr schöner, umfang­rei­cher und infor­ma­tiver Beitrag rund ums Lernen!

    Abschnitt Nr.5 hat mir am besten gefallen und die Augen geöffnet, da ich norma­ler­weise immer gelesen hatte, man solle sich auf einen der 4 Lerntypen konzen­trieren, der einem am besten liegt. Aber wie es scheint und macht ja irgendwie auch Sinn, ist das doch nicht die richtige Art zum Lernen.

    Alles Gute und weiter so!

    Dawid

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