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Persönlichkeitsentwicklung Jumpstart: Die Essenz aus 15 beliebten Erfolgsbüchern



Geschrieben von Dr. Jan Höpker

Aktualisiert am 24. September 2021


Die Noten der meisten Schüler und Studenten hängen nicht von ihrem Fleiß und Talent ab, sondern von den Lernmethoden, die sie sich zufällig angeeignet haben. Millionen Schüler und Studenten bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, weil sie mit Lernmethoden lernen, die nicht funktionieren.

Lernmethoden - Die 7 Geheimnisse der erfolgreichsten Schüler und Studenten

Es ist doch verrückt: In der Schule, Uni oder Ausbildung lässt man uns jahrelang lernen, ohne uns jemals beizubringen, wie man richtig lernt. Kein Wunder, dass Lernen zu den am meisten missverstanden Tätigkeiten gehört.

Dabei weiß die Gehirnforschung längst, warum so viele Menschen Schwierigkeiten mit dem Lernen haben und auch, was sie besser machen könnten. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Was ist eine Lernmethode?

Eine gute Lernmethode ist eine Taktik, die deinen Lernerfolg steigert, indem sie deinen Lernprozess verbessert. Sie unterstützt dein Gedächtnis optimal bei seiner Arbeit. Dabei spielt es keine Rolle, ob du Schüler, Student, Auszubildender oder Autodidakt bist.

Worauf es beim Lernen ankommt

Etwas zu lernen heißt, es im Gedächtnis abzulegen, sodass es bei Bedarf wieder abgerufen werden kann. Dieser Prozess kann in drei Schritte unterteilt werden:

Lernmethoden für Schüler und Studenten - Worauf es beim Lernen wirklich ankommt

Lernen ist simpel: Den Stoff im Gedächtnis speichern, behalten und bei Bedarf wieder erinnern. Jeder dieser drei Schritte kann optimiert werden.

  1. Einspeichern: Der Stoff muss im Gedächtnis gespeichert werden.
  2. Behalten: Das Gelernte muss so lange wie möglich im Gedächtnis gespeichert bleiben.
  3. Erinnern: Der Gedächtnisinhalt muss bei Bedarf aus dem Gedächtnis abgerufen werden können.

Alle Schritte können optimiert werden

Optimierung lohnt sich, denn schon eine kleine Steigerung auf jeder einzelnen Stufe kann zu einer beachtlichen Verbesserung des Gesamtergebnisses führen. Dazu ein Rechenbeispiel:

Kleine Steigerung führt zu starker Verbesserung

50 % Erfolg auf jeder einzelnen Stufe bedeutet, dass der Gesamterfolg 12,5 % ist. (0,5 * 0,5 * 0,5 = 0,125)

60 % Erfolg auf jeder einzelnen Stufe bedeuten 21,6 % Gesamterfolg. (0,6 * 0,6 * 0,6 = 0,216)

Eine Steigerung um nur 20 % auf jeder einzelnen Stufe führt hier also zu einer beachtlichen Gesamtsteigerung um satte 73 %.

Was hat das zu bedeuten? Um sich deutlich zu verbessern, bedarf es keiner Revolution, im Gegenteil: Ein wenig Optimierung an mehreren Punkten könnte schon ausreichen, um einen schlechten Schüler oder Studenten in einen guten Schüler oder Studenten zu verwandeln.

Es folgen sieben Maßnahmen, die sich sofort umsetzen lassen. (Die 7 Geheimnisse der besten Schüler und Studenten.)

#1 | Glaubens­sätze über das Lernen

Viele schlechte Schüler und Studenten haben limitierende Glaubenssätze, die ihren Lernerfolg behindern. Diese drei Glaubenssätze sind besonders verbreitet:

  1. Lernen muss unangenehm sein! Viele Schüler, Studenten und deren Eltern glauben, dass Lernen nur dann zählt, wenn es eine Qual ist. Intuitiv machen sie einen großen Bogen um alle Lernmethoden, die angenehm sind.
  2. Ich soll den Stoff auswendig lernen! Sie glauben, dass ihre Lehrer und Dozenten verlangen, dass sie den Stoff stumpfsinnig auswendig lernen; Verständnis sei nicht gefragt oder sogar unerwünscht.
  3. Neu ist gut, alt ist schlecht! Sie glauben, dass moderne Lernmethoden, wie zum Beispiel Lern-Apps und Lernvideos automatisch besser sind, als altmodische Lernmethoden, wie zum Beispiel Lernen mit Karteikarten.

Diese Glaubenssätze behindern den Lernerfolg, weil sie falsch sind. Erfolgreiche Schüler und Studenten haben keine limitierenden Glaubenssätze.

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#2 | Der Unter­schied zwischen Lernen und Üben

Es gibt Schul- und Studienfächer, in denen der Stoff zu lernen ist, und es gibt Fächer, in denen der Stoff geübt werden muss. Viele schlechte Schüler und Studenten machen den Fehler, Stoff zu lernen, der jedoch geübt werden muss.

Einige Dinge können nur geübt werden

Zum Beispiel lernt man eine Fremdsprache nicht, indem man die Grammatikregeln auswendig lernt, um sie bewusst anzuwenden. Trotzdem versuchen viele Schüler und Studenten, eine Fremdsprache auf diese Art und Weise zu lernen. Der Fremdsprachenunterricht an Schulen trägt definitiv eine Mitschuld, weil er den Schülern diese kontraproduktive Lernmethode implizit vermittelt.

Das Gehirn findet die Regeln selbstständig heraus

Das Gehirn lernt eine Sprache, indem es die Grammatikregeln selbstständig aus korrekten Beispielsätzen extrahiert. Es handelt sich um einen unbewussten Lernvorgang. Ein gutes Beispiel ist unsere Muttersprache: Wir alle sind intuitiv in der Lage, grammatikalisch korrekte Sätze zu bilden und falsche Sätze als falsch zu erkennen. Die Grammatik kann jedoch fast niemand erklären. Man spricht von einer unbewussten Kompetenz.

Ein weiteres Fach, in dem der Stoff geübt werden muss, ist Mathe. Erfolgreiche Schüler und Studenten rechnen so lange Übungsaufgaben, bis das Gehirn die Regeln selbstständig extrahiert hat. Die Regeln auswendig zu lernen, um sie bewusst anzuwenden, funktioniert in den allermeisten Fällen nicht.

Wir können nicht nicht üben!

Unser Lebenserfolg hängt von unbewussten Lernvorgängen ab. Viele Menschen kritisieren die Schule, weil sie unnötiges Wissen vermittelt und angeblich nötiges Wissen vorenthält. Der tatsächliche Skandal ist ein ganz anderer: Man trainiert uns Verhaltensweisen an, die unseren Lebenserfolg nachhaltig behindern.

#3 | Das paradoxe Gedächtnis

Am Abend vor einer Prüfung oder Klausur haben viele Schüler und Studenten das Gefühl, dass sie im Grunde gar nichts wissen. Obwohl sie lange gelernt haben, scheint der Stoff einfach nicht in ihrem Kopf angekommen zu sein. Nicht selten geraten sie deswegen in Panik und lernen bis tief in die Nacht weiter. Oder sie stehen am Morgen vor der Prüfung oder Klausur extrem früh auf, um sich das Kurzzeitgedächtnis vollzupacken.

Wer verstanden hat, wie das Gedächtnis funktioniert, würde weder in Panik geraten noch auf diese Art und Weise reagieren. Wer das Gedächtnis verstanden hat, würde am Abend vor der Prüfung oder Klausur entspannen und rechtzeitig ins Bett gehen, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

Ein Lernmarathon ist immer kontraproduktiv!

Das Gelernte wandert erst im Schlaf ins Langzeitgedächtnis

Wir haben ein Kurzzeitgedächtnis, das Inhalte für einige Sekunden speichern kann, sowie ein Langzeitgedächtnis, dessen Speicherdauer nahezu unbegrenzt ist. Beim Lernen besteht das Ziel darin, den Stoff ins Langzeitgedächtnis zu bekommen.

Was leider kaum ein Schüler oder Student weiß: Was wir während eines Tages lernen, wird erst beim nächsten Mal schlafen ins Langzeitgedächtnis geschrieben. Bis dahin befindet sich das Gelernte an einem Ort im Gehirn, auf den wir nicht zugreifen können. Es ist nicht mehr Kurzzeitgedächtnis, aber noch nicht Langzeitgedächtnis.

Ein Gefühl von Unwissenheit am Abend vor einer Prüfung oder Klausur bedeutet gar nichts!

Es ist daher völlig normal, nach dem Lernen das Gefühl zu haben, dass der Stoff nicht im Gedächtnis angekommen ist, denn in gewisser Weise ist er das auch nicht – noch nicht.

Viele schlechte Schüler und Studenten stecken in einem Teufelskreis fest

Viele schlechte Schüler lernen wie verrückt und vernachlässigen das Schlafen. Dann schreiben sie schlechte Noten und glauben, sie hätten nicht genug gelernt, wobei sie in Wahrheit eher zu viel gelernt haben. Vor der nächsten Klausur lernen sie dann noch mehr und schlafen noch weniger, was alles nur noch schlimmer macht.

#4 | Timing und Glück

Über die Wahl der Lernmethode kann der Lernerfolg gesteigert werden. Das bedeutet aber nicht, dass Glück und Zufall gar keine Rolle spielen.

Die persönliche Verbindung zum Lehrer

In dem Buch Bildung braucht Persönlichkeit* erklärt der Gehirnforscher Gerhard Roth, dass wir von einem Lehrer oder Dozenten nur dann effektiv lernen können, wenn wir ihm vertrauen. Wir besitzen sozusagen feine Antennen, welche die Vertrauenswürdigkeit unserer Lehrer genau prüfen. Einem Lehrer zu vertrauen ist also keine willentliche Entscheidung.

Wer das Pech hat, an einen Lehrer oder Dozenten geraten zu sein, den das Gehirn als nicht vertrauenswürdig eingestuft hat, wird nicht die gleichen Lernerfolge erzielen können, die bei einem vertrauenswürdigen Lehrer möglich wären. Manchmal liegt das Problem also wirklich beim Lehrer.

Das Gehirn hat manchmal keinen Hunger

Auch Timing spielt eine Rolle. Es gibt Zeitfenster, in denen wir bestimmte Dinge besonders gut lernen können. Unser Gehirn hat dann sozusagen großen Hunger nach genau diesem Stoff, was sich in einem starken Interesse äußert. Auch das ist keine willentliche Entscheidung.

Einem Schüler, bei dem das Zeitfenster für ein bestimmtes Thema gerade geöffnet ist, wird das Lernen leichter fallen, als einem Mitschüler, für den der Stoff gerade nicht so interessant ist.

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#5 | Lerntyp vs. Verarbeitungstiefe

Das Konzept der Lerntypen geht davon aus, dass jeder Mensch über einen bestimmten Sinneskanal am effektivsten lernen kann. Die Anhänger dieser Idee unterscheiden meist diese vier Lerntypen:

  • Auditiver Lerntyp – er lernt am besten über das Hören.
  • Visueller Lerntyp – er lernt am besten über das Sehen.
  • Kommunikativer Lerntyp – er lernt durch den Austausch mit anderen.
  • Motorischer Lerntyp – er lernt durch Ausprobieren.

Lerntypen sind irreführend

Es mag schon sein, dass der eine über das Hören etwas besser lernt, als über das Sehen, während es bei einer anderen Person genau umgekehrt ist. Diese Idee führt aber in die Irre, denn sie suggeriert, dass man entsprechend seines Lerntyps lernen sollte.

Sollte nicht der auditive Typ den Stoff hören und der visuelle Typ den Stoff sehen? Nein!

Jeder Lerntyp sollte möglichst viele Kanäle nutzen

Bei den meisten Menschen ist der rechte Arm auch etwas stärker als der linke Arm, aber trotzdem kommt niemand auf die Idee, schwere Gegenstände immer nur mit dem starken rechten Arm anzuheben. Man nimmt beide Arme. Genau so sollte man auch die Sinneskanäle handhaben.

Auf die Verarbeitungstiefe kommt es an

Dass man möglichst viele Kanäle gleichzeitig nutzen sollte, ergibt sich aus dem Aufbau und der Funktionsweise des Gedächtnisses. Das Gehirn verfügt nicht etwa über ein einziges Langzeitgedächtnis, in dem alles gespeichert wird, sondern es gibt mehrere Gedächtnisse – eines pro Sinneskanal.

Etwas vereinfacht gesprochen, wird Gehörtes im auditives Gedächtnis gespeichert, während Gesehenes ins visuelles Gedächtnis gelangt. Schließlich gibt es noch das kinästhetisches Gedächtnis, das Körperbewegungen speichert.

Lernmethoden für Schüler und Studenten - Die verschiedenen Gedächtnisse

Das menschliche Gehirn hat mehrere Gedächtnisse, die mit den einzelnen Sinnen zusammenhängen. Um etwas tief und fest im Gedächtnis zu verankern, sollten mehrere Gedächtnisse gleichzeitig genutzt werden.

Wenn ich etwas nur höre, dann wird die Sache nur in meinem auditiven Gedächtnis gespeichert. Die Sache wird also genau einmal gespeichert. Wenn ich diese Sache aber höre und gleichzeitig sehe, dann wird sie doppelt abgespeichert. Und doppelt hält bekanntlich besser.

Je mehr Sinne gleichzeitig benutzt werden, umso größer ist die Verarbeitungstiefe

Je höher die Verarbeitungstiefe, umso zuverlässiger wird das Wissen abgespeichert und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man das gespeicherte Wissen bei Bedarf wiederfindet. Wie man die Verarbeitungstiefe erhöht, um sich Dinge besser und schneller zu merken, beschreibe ich in meinem Artikel über Gedächtnistraining.

Nur aktives Lernen führt zum Erfolg

Das sogenannte Arbeitsgedächtnis ist ein Teil des Kurzzeitgedächtnisses. Im Arbeitsgedächtnis können wir die Gedächtnisinhalte nicht nur zwischenspeichern, sondern bewusst bearbeiten. Wenn wir kopfrechnen, dann tun wir das im Arbeitsgedächtnis. Auch beim logischen Denken ist das Arbeitsgedächtnis im Spiel.

Ohne Arbeitsgedächtnis kein Langzeitgedächtnis

Der Weg ins Langzeitgedächtnis führt durch das Arbeitsgedächtnis hindurch. Einen anderen Weg gibt es nicht. Wir behalten nur diejenigen Dinge im Langzeitgedächtnis, über die wir bewusst nachgedacht haben. Es genügt nicht, den Stoff passiv zu konsumieren. Wer sich nur nebenbei mit dem Stoff berieseln lässt, zum Beispiel, indem er ein Lernvideo laufen lässt, ohne mitzudenken, wird sich nichts merken können. Lernen ist eine aktive Handlung.

Der Beweis

Hast du ein Smartphone? Beantworte diese Frage, ohne nachzusehen: Welches Icon befindet sich auf dem Startbildschirm unten rechts? Statistiken zufolge schaut der Durchschnittsdeutsche 92-mal pro Tag auf sein Smartphone. Trotzdem führt diese hohe Anzahl an Wiederholungen nicht dazu, dass wir uns die Icons auf dem Startbildschirm merken. Wir merken uns nur Dinge, über die wir bewusst nachgedacht haben!

#6 | Wiederholung, Wiederholung, …

Die Amerikaner sagen:

»Wiederholung ist die Mutter des Lernens!«

»Wiederholung ist die Mutter des Könnens!«

Das Gedächtnis ist ständig damit beschäftigt, alte Erinnerungen wieder zu löschen. Das ist völlig normal und sinnvoll, aber wenn wir etwas mühevoll gelernt haben, wollen wir natürlich nicht, dass es wieder gelöscht wird. Die Wahrscheinlichkeit, mit der das Gelernte nicht wieder gelöscht wird, hängt von diesen Faktoren ab:

  • Verarbeitungstiefe (Siehe Geheimnis #5)
  • Gefühle (Wenn beim Lernen Gefühle im Spiel waren, bleibt der Stoff eher im Gedächtnis)
  • Wiederholung

Durch Wiederholung signalisieren wir dem Gedächtnis, dass wir den entsprechenden Inhalt noch brauchen. Nach etwa sechsmaligem Wiederholen gilt ein Inhalt als dauerhaft gespeichert.

In welchen Abständen sollte wiederholt werden?

Die Abstände sollten immer länger werden. Eine Faustformel, die man sich einfach merken kann:

  • Einmal in der nächsten Minute
  • Noch ein weiteres Mal in der nächsten Stunde
  • Noch ein weiteres Mal am gleichen Tag
  • Noch ein weiteres Mal in der gleichen Woche
  • Noch ein weiteres Mal im gleichen Monat
  • Noch ein weiteres Mal im gleichen Jahr

#7 | Konzentriert lernen

Weiter oben (siehe Geheimnis #5) hatte ich erwähnt, dass der zu lernende Stoff nur dann ins Langzeitgedächtnis geschrieben wird, wenn er zuvor im Arbeitsgedächtnis war. Doch wie bekommen wir den Stoff ins Arbeitsgedächtnis? Es ist ganz einfach: Wir müssen uns bewusst konzentrieren.

Ohne Konzentration kein effektives Lernen

Unsere Konzentrationsfähigkeit bestimmt maßgeblich unseren Lernerfolg. Die gute Nachricht: Mit geeigneten Methoden und Maßnahmen kann die Konzentrationsfähigkeit wie ein Muskel gestärkt werden. Die schlechte Nachricht: Die allermeisten Lehrer und Dozenten wissen selbst nicht wie es geht.

Wie man die Konzentration steigert

In meiner Artikelserie zum Thema Fokus und Konzentration stelle ich Dutzende wirksame Maßnahmen und Übungen zur Stärkung des Konzentrationsmuskels vor:

All das und noch viel mehr zum Thema Fokus und Konzentration findest du auch in meinem Buch/Hörbuch Erfolg durch Fokus & Konzentration.

Übersicht konkrete Lernmethoden

Auf der Basis des gewonnenen Wissens können wir nun einige der beliebtesten Lernmethoden unter die Lupe nehmen.

Achtung: Dies ist keine Rangliste!

Lernmethode #1: Lesen

Lesen ist eine passive Lernmethode mit niedriger Verarbeitungstiefe und ohne Wiederholung. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas von dem gelesenen Stoff ins Gedächtnis gelangt und dortbleibt, ist gering. Lesen ist eine schlechte Lernmethode.

Lernmethode #2: Lesen und Unterstreichen

Lesen und Unterstreichen ist schon eine etwas bessere Lernmethode als nur zu lesen. Man muss sich Gedanken darüber machen, was man unterstreichen möchte und anhand der Unterstreichungen lässt sich der relevante Teil des Stoffs später noch einmal wiederholen. Trotzdem ist Lesen und Unterstreichen keine besonders gute Lernmethode.

Lernmethode #3: Notizen machen, Schreibdenken

Wer sich in eigenen Worten Notizen macht, zwingt sich dadurch selbst zum Nachdenken. Wie gut sich diese Methode als Lernmethode eignet, hängt natürlich stark davon ab, wie gut die Gedanken und Notizen sind.

(Mehr über das Schreibdenken)

Lernmethode #4: Mindmap erstellen

Um eine Mindmap erstellen zu können, muss man sich zwangsläufig Gedanken über den Stoff machen. Auch hier gilt wieder, dass die Ausführung der Übung letztlich darüber entscheidet, wie effektiv diese Lernmethode ist.

Lernmethode #5: Karteikarten schreiben und lernen

Karteikarten erst zu schreiben und dann zu lernen, ist eine Lernmethode, die darauf beruht, den Stoff mehrmals zu wiederholen. Da die Verarbeitungstiefe jedoch gering ist und die Methode außerdem noch auf stumpfes Auswendiglernen abzielt, anstatt den Stoff mit bereits vorhandenem Wissen zu verknüpfen, ist diese Lernmethode nicht besonders effektiv.

Lernmethode #6: Übungen machen

Übungen zum Stoff durchzuführen, ist eine der besten Lernmethoden überhaupt.

Lernmethode #7: Eselsbrücken bilden

Diese Lernmethode eignet sich besonders gut, um einzelne, schwer zu merkende Teile des Stoffs zu lernen. Leider ist es oft schwierig und zeitintensiv, eine geeignete Eselsbrücke zu finden. Wenn gute Eselsbrücken vorgegeben werden, funktionieren diese meist sehr gut.

Lernmethode #8: Sprechen

Sofern in eigenen Worten gesprochen wird – was einen dazu zwingt, über den Stoff nachzudenken – kann Sprechen eine gute Lernmethode sein. Wie gut das Sprechen als Lernmethode genau abschneidet, hängt natürlich maßgeblich davon ab, was genau gesagt wird und welche Gedanken dem Sprechen vorausgehen.

Lernmethode #9: Diktieren

In vielen Fällen ist das Diktieren, zum Beispiel mithilfe der Diktiergerät-Funktion des Smartphones, noch besser als das Sprechen, weil es dazu animiert, dabei zu bleiben. Man schweift also nicht so schnell ab.

Lernmethode #10: Diskutieren

Mit anderen Menschen über den zu lernenden Stoff zu diskutieren, ist eine der besten Lernmethoden überhaupt.

Lernmethode #11: Selbst unterrichten

Vermutlich die beste aller Lernmethoden.

Welche Lernmethode ist die beste?

Die ideale Lernmethode ist vermutlich, den Stoff selbst zu unterrichten, und zwar an Menschen, die viele gute Fragen stellen. Ebenfalls sehr gute Lernmethoden sind das Bearbeiten von Aufgaben sowie das Diskutieren mit Mitschülern oder Kommilitonen.

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Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler, Autor und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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  • Vielen Dank für die super Beiträge Jan! Ich habe zwei Schulkinder und versuche ihnen das Lernen so effizient und angenehm wie möglich nahe zu bringen. Ich werde bestimmt immer wieder hier vorbeischauen!

  • Hallo Jan -
    Ich bin ebenfalls an Deiner Rechnung gescheitert: Du schreibst, dass eine kleine Steigerung auf jeder einzelnen Stufe zu einer beachtlichen Verbesserung des Gesamtergebnisses führen kann. Dein Beispiel weist bei einer 50 %-igen Steigerung auf jeder Stufe aber lediglich eine Steigerung von 12,5 % aus. Eine 73 %-ige Steigerung würde erst eintreten, wenn es eine Steigerung von 90 % auf jeder Stufe gäbe. Das klingt eher nicht motivierend. Hm.
    Noch etwas: Deine Ausführungen zu den Lerntypen sind nachvollziehbar und Kritik ist berechtigt. In der Forschungsliteratur zum Lernen lernen sind die auf Lerntypen basierenden Modelle mittlerweile überholt. Sie sind von Lernstilen-Modellen abgelöst, die eine sicherere wissenschaftliche Begründung haben, als die Lerntypen-Theorie.
    Vielleicht hier auch mal aktualisieren?
    Beste Grüße
    Jochen

  • Hallo Jan,
    schöne Seite, intormativ, gut zusammengefasst und alles drin was man erst mal braucht um loszulegen. Nicht jeder möchte über das Lernen selbst so viel lernen, sondern einfach nur wissen, wie er sich selbst helfen kann. Das genau vermittelt deine Seiten. Spitze.
    Aber ich hab auch eine kleine Anmerkung: Bei deiner Rechnung kommst du bei 20% Steigerung pro Stufe zu einer Gesamtsteigerung um 73%. Nach deinen eigenen Rechenbeispielen kommt aber 8% raus (0,2*0,2*0,2=0,08). Das ist in sofern richtig doof, denn in dem Moment denkt man »Was? Das ist Quatsch! Ist der Artikel es dann überhaupt wert weitergelesen zu werden?« Ich bin sehr froh, dass ich den Artikel weiter gelesen habe, denn der Rest ist, wie schon erwähnt, sehr gut.
    Vielleicht möchtest du da was ändern ;-)
    Grüße aus Berlin
    Karin

    • Hallo Karin,
      Es freut mich, zu hören, dass dir die Seite gefällt. Danke auch für das Feedback zur Rechnung. Für mich ist die Rechnung nicht falsch, aber vielleicht schlecht erklärt? Die Rechnung besteht aus zwei Schritten. In Schritt 1 rechne ich aus, wie effizient das Lernen mit 50 % und 60 % auf jeder Stufe insgesamt ist, und in Schritt 2 vergleiche ich die beiden Ergebnisse aus Schritt 1 und komme dabei auf einen Unterschied von 73 %. Wer die Effizienz also auf jeder Stufe um 20 % steigert, steigert sich insgesamt um 73 %.
      Viele Grüße,
      Jan

  • Ich beginne mit 38 Jahren nun eine Umschulung und beschäftige mich daher intensiv mit Lernmethoden, Lernmotivatoren und Tipps hierzu.
    Danke für diesen guten Artikel!
    Ich bin schließlich über 22 Jahre aus der Schule raus und möchte einen guten IHK Abschluß erzielen.

  • Hallo Jan,

    Das ist ein wirklich sehr schöner, umfangreicher und informativer Beitrag rund ums Lernen!

    Abschnitt Nr.5 hat mir am besten gefallen und die Augen geöffnet, da ich normalerweise immer gelesen hatte, man solle sich auf einen der 4 Lerntypen konzentrieren, der einem am besten liegt. Aber wie es scheint und macht ja irgendwie auch Sinn, ist das doch nicht die richtige Art zum Lernen.

    Alles Gute und weiter so!

    Dawid

    • Hallo Dawid,
      Danke für die Blumen und fürs Kommentieren :) Bei mir hat es auch lange gedauert, bis mir die Sache mit den Lerntypen klar wurde. Es ist durchaus gut, dem eigenen Lerntyp entsprechend zu lernen, aber es ist noch besser, wenn man mit einer Lernmethode lernt, bei der viele Kanäle genutzt werden.
      Dir auch alles Gute und weiterhin viele Erfolg,
      Jan

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