Mit dem 5-Schritte-Lern­plan zu bes­se­ren Noten

Lernplan - TippsBei dir steht eine Prüfung an? Um dir das Lernen zu erleich­tern, suchst du nach einem guten Lern­plan?

Sehr gut! Mein Tipp: Erstelle deinen Lern­plan unbe­dingt selbst. Den Grund erkläre ich gleich.

Zuerst müssen wir noch mit einigen Vor­ur­tei­len auf­räu­men, durch die viele Schüler und Stu­den­ten davon abge­hal­ten werden, mit einem Lern­plan zu arbei­ten.

Wer keine Vor­ur­teile hat, kann diesen Teil natür­lich über­sprin­gen ;)

3 Vor­ur­teile gegen­über Lern­plä­nen

#1 | Ein Lern­plan ist Zeit­ver­schwen­dung!

Dieses Vor­ur­teil beruht auf der fal­schen Vor­stel­lung, dass das Lernen erst beginnt, nachdem der Lern­plan fer­tig­ge­stellt ist.

Tat­säch­lich lernt man schon bei der Erstel­lung des Lern­plans, denn dabei ent­steht eine Struk­tur im Gedächt­nis, die das Lernen erleich­tert

Für den Ein­stieg in ein neues Thema ist das genau der rich­tige erste Schritt: Einen Rahmen schaf­fen, in den anschlie­ßend die Details „ein­ge­hängt“ werden.

Zum Ver­ständ­nis

Aus Sicht des Gehirns muss neues Wissen an bereits vor­han­de­nes Wissen ange­knüpft werden, sonst bleibt es nicht im Gedächt­nis.

Aus stra­te­gi­scher Sicht macht es sehr viel Sinn, sich zunächst einen groben Über­blick über das Thema zu ver­schaf­fen, um das Vor­han­dene Wissen zu akti­vie­ren, und um erste Anknüp­fungs­punkte aus­fin­dig zu machen.

Das Erstel­len eines Lern­pla­nes ist da genau die rich­tige Methode.

Wenn über­haupt, wäre es nur leicht über­trie­ben, das Erstel­len eines Lern­plans als Lern­me­thode zu bezeich­nen.

Der Lern­pro­zess beginnt, sobald man sich aktiv mit dem Stoff beschäf­tigt.

#2 | Am Ende kommt es sowieso immer anders!

Wer das Erstel­len des Lern­plans als ersten Schritt des Lernens begreift, ver­steht, dass ein Lern­plan gar nicht zwin­gend ein­ge­hal­ten werden muss, um einen Zweck zu erfül­len.

Ich spreche auch aus eigener Erfah­rung

Da ich zu Schul­zei­ten oft keine Lust hatte, mit dem Lernen (dar­un­ter ver­stand ich das lust­lose Anstar­ren von Papier) zu begin­nen, habe ich oft tage­lang Lern­pläne geschrie­ben und Lern­ma­te­ria­lien zusam­men­zu­stel­len, um sie anschlie­ßend zu lernen.

Für letz­te­res blieb meis­tens keine Zeit mehr, sodass ich ver­meint­lich unvor­be­rei­tet in die Klau­su­ren ging. Obwohl ich glaubte, nur pro­kras­ti­niert zu haben, waren meine Noten meist gut bis sehr gut.

Mir kam es damals so vor, als ob ich großes Glück hatte. Die Lehrer schie­nen zufäl­li­ger­weise immer genau jene Dinge wissen zu wollen, an die ich mich aus meiner Lern­vor­be­rei­tung noch erin­nern konnte.

Erst später wurde mir klar, dass ich nicht pro­kras­ti­niert sondern effek­tiv gelernt hatte.

#3 | Mit Lern­plan läuft das Lernen wie geschmiert

Ein Lern­plan ist kein Garant für effek­ti­ves Lernen.

Wer streng nach Plan unter inef­fek­ti­ven Bedin­gun­gen lernt, wird keinen Lern­er­folg haben.

Es ist daher sinn­voll, sich bereits vor dem Erstel­len eines Lern­plans über effek­tive Lern­me­tho­den zu infor­mie­ren.

(Alles was du über effek­tive Lern­me­tho­den wissen musst, findest du in meinem Artikel über Lern­me­tho­den.)

In 5 Schrit­ten zum effek­ti­ven Lern­plan

Bevor ich mir einen Lern­plan erstelle, for­mu­liere ich eine Reihe von ein­fa­chen Regeln, die ich beim Lernen auf keinen Fall ver­letz­ten möchte:

  • In der Lern­phase nicht am Schlaf sparen (lieber eine Stunde länger schla­fen als eine Stunde länger lernen)
  • Spä­tes­tens alle 60 Minuten für 10 Minuten eine Pause machen (und in der Pause nicht vor dem Com­pu­ter sitzen oder am Smart­phone her­um­spie­len)
  • Direkt nach dem Lernen keine auf­re­gen­den Dinge tun, wie zum Bei­spiel com­pu­ter­spie­len oder Filme gucken (ideal ist ein Spa­zier­gang im Wald, bei dem ich das Gelernte noch einmal in Gedan­ken durch­gehe)

Diese Regeln sind wich­ti­ger als alles andere, denn wenn man sie ver­letzt, sabo­tiert man sich selbst. Man lernt umsonst.

  • Wer am Schlaf spart, hindert sein Gehirn daran, den gelern­ten Stoff ins Lang­zeit­ge­dächt­nis zu über­tra­gen (diese Vorgang heißt Kon­so­li­die­rung und er findet im Schlaf statt)
  • Wer keine Pausen macht, über­schreibt den bereits gelern­ten Stoff im Kur­zeit­ge­dächt­nis, bevor dieser ins Lang­zeit­ge­dächt­nis über­tra­gen werden kann. Das Gelernte ist dann einfach weg.
  • Wer direkt nach dem Lernen auf­re­gende Dinge tut, über­schreibt das zuvor Gelernte eben­falls und ver­liert es dadurch.

#1 | Ver­schaffe dir einen Über­blick über das Thema

Gehe den Stoff einmal im Schnell­durch­gang durch, ohne dich lange auf­zu­hal­ten oder etwas auf­zu­schrei­ben.

Welche großen The­men­blö­cke gibt es?

#2 | Zerlege den Stoff in leicht lern­bare Häpp­chen

In kleinen Häpp­chen zu lernen, die sich spä­tes­tens am Abend „abhaken“ lassen, ist auf Dauer deut­lich moti­vie­ren­der, als große The­men­blö­cke am Stück zu lernen, bei denen man tage­lang keinen Fort­schritt sieht.

Häpp­chen, die sich in ein paar Minuten bis wenigen Stunden lernen lassen, sind ideal.

#3 | Lege fest, wie du die Häpp­chen ver­ar­bei­ten wirst

Ein­zelne Inhalte lassen sich auf ver­schie­dene Art und Weise lernen. Welche Methode am besten ist, hängt vom Stoffs und von deinen Mög­lich­kei­ten ab.

Lernen durch „Anstar­ren“ oder pas­si­ves Lesen ist fast immer die schlech­teste Wahl. Sich aktiv mit dem Stoff zu befas­sen, ist viel effek­ti­ver.

Ich zum Bei­spiel lerne sehr viel beim Schrei­ben meiner Artikel. Ich muss mir über­le­gen, wie ich den Stoff am besten prä­sen­tiere, und durch das mehr­ma­lige Über­ar­bei­ten des Textes wie­der­hole ich den Stoff auto­ma­tisch.

#4 | Prio­ri­siere die Häpp­chen

Das Problem mit Plänen ist, dass man fast immer weniger schafft als man sich vor­ge­nom­men hat. Dieses Phä­no­men hat sogar einen Namen: Pla­nungs­fehl­schluss.

Gerade wenn man im Erstel­len und im Umgang mit Plänen noch nicht so geübt ist, wird es am Ende fast zwangs­läu­fig so sein, dass die Zeit abge­lau­fen ist, bevor der Plan kom­plett abge­ar­bei­tet ist.

Es macht daher Sinn, die Rei­hen­folge der Auf­ga­ben so fest­zu­le­gen, dass die wich­tigs­ten Auf­ga­ben auf jeden Fall abge­ar­bei­tet sind: das wich­tigste zuerst!

(Siehe dazu auch meinen Artikel über das Pareto Prinzip.)

#5 | Lege fest, wann du was lernen wirst

Denk daran, den Stoff mehr­mals zu wie­der­ho­len.

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Ich bin pro­mo­vier­ter Che­mi­ker. Seit 2015 schreibe ich Bücher und Artikel über Themen, die Men­schen in ihrem Leben vor­an­brin­gen.

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