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Mit dieser cleveren Umsetzungsstrategie
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Dr. Jan Höpker

Aktualisiert am 17. September 2021


Bei dir steht eine Prüfung an? Um dir das Lernen zu erleichtern, suchst du nach einem guten Lernplan? Erstelle deinen Lernplan unbedingt selbst. Den Grund erkläre ich gleich. Zuerst müssen wir noch mit einigen Vorurteilen aufräumen, durch die viele Schüler und Studenten davon abgehalten werden, mit einem (eigenen) Lernplan zu arbeiten.

Lernplan - Tipps

3 Vor­ur­teile gegenüber Lernplänen

#1 | Ein Lernplan ist Zeitverschwendung!

Dieses Vorurteil beruht auf der falschen Vorstellung, dass das Lernen erst beginnt, nachdem der Lernplan fertiggestellt ist.

Tatsächlich lernt man schon bei der Erstellung des Lernplans, denn dabei entsteht eine Struktur im Gedächtnis, die das Lernen erleichtert

Für den Einstieg in ein neues Thema ist das genau der richtige erste Schritt: Einen Rahmen schaffen, in den anschließend die Details „eingehängt“ werden.

Zum Verständnis

Aus Sicht des Gehirns muss neues Wissen an bereits vorhandenes Wissen angeknüpft werden, sonst bleibt es nicht im Gedächtnis.

Aus strategischer Sicht macht es sehr viel Sinn, sich zunächst einen groben Überblick über das Thema zu verschaffen, um das vorhandene Wissen zu aktivieren und um erste Anknüpfungspunkte ausfindig zu machen.

Das Erstellen eines Lernplanes ist da genau die richtige Methode.

Wenn überhaupt, wäre es nur leicht übertrieben, das Erstellen eines Lernplans als Lernmethode zu bezeichnen.

Der Lernprozess beginnt, sobald man sich aktiv mit dem Stoff beschäftigt.

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#2 | Am Ende kommt es sowieso immer anders!

Wer das Erstellen des Lernplans als ersten Schritt des Lernens begreift, versteht, dass ein Lernplan gar nicht zwingend eingehalten werden muss, um einen Zweck zu erfüllen.

Ich spreche auch aus eigener Erfahrung

Da ich zu Schulzeiten oft keine Lust hatte, mit dem Lernen (darunter verstand ich das lustlose Anstarren von Papier) zu beginnen, habe ich oft tagelang Lernpläne geschrieben und Lernmaterialien zusammenzustellen, um sie anschließend zu lernen.

Für Letzteres blieb meistens keine Zeit mehr, sodass ich vermeintlich unvorbereitet in die Klausuren ging. Obwohl ich glaubte, nur prokrastiniert zu haben, waren meine Noten meist gut bis sehr gut.

Mir kam es damals so vor, als ob ich großes Glück hatte. Die Lehrer schienen zufälligerweise immer genau jene Dinge wissen zu wollen, an die ich mich aus meiner Lernvorbereitung noch erinnern konnte.

Erst später wurde mir klar, dass ich nicht prokrastiniert, sondern effektiv gelernt hatte.

#3 | Mit Lernplan läuft das Lernen wie geschmiert

Ein Lernplan ist kein Garant für effektives Lernen.

Wer streng nach Plan unter ineffektiven Bedingungen lernt, wird keinen Lernerfolg haben.

Es ist daher sinnvoll, sich bereits vor dem Erstellen eines Lernplans über effektive Lernmethoden zu informieren.

(Alles was du über effektive Lernmethoden wissen musst, findest du in meinem Artikel über Lernmethoden.)

In 5 Schritten zum effektiven Lernplan

Bevor ich mir einen Lernplan erstelle, formuliere ich eine Reihe von einfachen Regeln, die ich beim Lernen auf keinen Fall verletzten möchte:

  • In der Lernphase nicht am Schlaf sparen (lieber eine Stunde länger schlafen als eine Stunde länger lernen)
  • Spätestens alle 60 Minuten für 10 Minuten eine Pause machen (und in der Pause nicht vor dem Computer sitzen oder am Smartphone herumspielen)
  • Direkt nach dem Lernen keine aufregenden Dinge tun, wie zum Beispiel Computerspielen oder Filme gucken (ideal ist ein Spaziergang im Wald, bei dem ich das Gelernte noch einmal in Gedanken durchgehe)

Diese Regeln sind wichtiger als alles andere, denn wenn man sie verletzt, sabotiert man sich selbst. Man lernt umsonst.

  • Wer am Schlaf spart, hindert sein Gehirn daran, den gelernten Stoff ins Langzeitgedächtnis zu übertragen (diese Vorgang heißt Konsolidierung und er findet im Schlaf statt)
  • Wer keine Pausen macht, überschreibt den bereits gelernten Stoff im Kurzzeitgedächtnis, bevor dieser ins Langzeitgedächtnis übertragen werden kann. Das Gelernte ist dann einfach weg.
  • Wer direkt nach dem Lernen aufregende Dinge tut, überschreibt das zuvor Gelernte ebenfalls und verliert es dadurch.

#1 | Verschaffe dir einen Überblick über das Thema

Gehe den Stoff einmal im Schnelldurchgang durch, ohne dich lange aufzuhalten oder etwas aufzuschreiben.

Welche großen Themenblöcke gibt es?

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#2 | Zerlege den Stoff in leicht lernbare Häppchen

In kleinen Häppchen zu lernen, die sich spätestens am Abend „abhaken“ lassen, ist auf Dauer deutlich motivierender, als große Themenblöcke am Stück zu lernen, bei denen man tagelang keinen Fortschritt sieht.

Häppchen, die sich in ein paar Minuten bis wenigen Stunden lernen lassen, sind ideal.

#3 | Lege fest, wie du die Häppchen verarbeiten wirst

Einzelne Inhalte lassen sich auf verschiedene Art und Weise lernen. Welche Methode am besten ist, hängt vom Stoff und von deinen Möglichkeiten ab.

Lernen durch „Anstarren“ oder passives Lesen ist fast immer die schlechteste Wahl. Sich aktiv mit dem Stoff zu befassen, ist viel effektiver.

Ich zum Beispiel lerne sehr viel beim Schreiben meiner Artikel. Ich muss mir überlegen, wie ich den Stoff am besten präsentiere, und durch das mehrmalige Überarbeiten des Textes wiederhole ich den Stoff automatisch.

#4 | Priorisiere die Häppchen

Das Problem mit Plänen ist, dass man fast immer weniger schafft, als man sich vorgenommen hat. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: Planungsfehlschluss.

Gerade wenn man im Erstellen und im Umgang mit Plänen noch nicht so geübt ist, wird es am Ende fast zwangsläufig so sein, dass die Zeit abgelaufen ist, bevor der Plan komplett abgearbeitet ist.

Es macht daher Sinn, die Reihenfolge der Aufgaben so festzulegen, dass die wichtigsten Aufgaben auf jeden Fall abgearbeitet sind: das wichtigste zuerst!

(Siehe dazu auch meinen Artikel über das Pareto Prinzip.)

#5 | Lege fest, wann du was lernen wirst

Denk daran, den Stoff mehrmals zu wiederholen.

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Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler, Autor und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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