Lithium

Geschrieben am 11. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

In der Psychiatrie werden Lithiumsalze schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts, unter anderem zur Behandlung von bipolarer Störung, Manie oder Depressionen, eingesetzt. Der Wirkmechanismus ist weitgehend unbekannt. Man vermutet einen Einfluss auf die Level der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin.

Die sogenannte therapeutische Breite von Lithium ist jedoch gering, d. h. eine giftige Menge ist nur leicht höher als die Menge, mit der eine therapeutische Wirkung erzielt werden kann. Von einer Selbstbehandlung ist daher dringend abzuraten. Es gibt zahlreiche Nebenwirkungen.

In mehreren Studien wurde gefunden, dass die Konzentration des natürlich in Trinkwasser vorkommenden Lithiums negativ mit der regionalen Suizidrate korreliert war. Dies deutet darauf hin, dass Lithium auch in deutlich geringeren Konzentrationen als jenen, die in der Psychiatrie eingesetzt werden, eine Wirkung zeigt.

James Greenblatt ist Psychiater, leitet eine Privatklinik und unterrichtet an der Tufts University in Massachusetts, USA. In seinem Buch Lithium – Das Supermineral für Gehirn und Seele beschreibt er, welches Potential Lithium in niedrig dosierter Form als Nahrungsergänzungsmittel haben könnte. Durch den regelmäßigen Genuss besonders lithiumhaltiger Mineralwässer, könne unser psychisches Wohlbefinden erhöht werden. Nebenwirkungen, so Greenblatt, können durch eine gehirngerechte Ernährung, die unter anderem essenzielle Fettsäuren, Vitamin E und B12 und Folsäure enthält, entschärft werden. Auch Leinöl oder gemahlenen Leinsamen schreibt er einen nebenwirkungssenkenden Effekt zu.

Einen hohen Lithiumgehalt weisen die Mineralwässer Heppinger oder Hirschquelle-Heilwasser auf. Auch in Milch, Eiern, Fleisch und pflanzlicher Nahrung ist Lithium enthalten.

Der in Deutschland bekannte Arzt, Autor und ehemalige Triathlet Dr. Ulrich Strunz bezeichnet Lithium als einen »faszinierenden Nährstoff« und macht ihn für die Langlebigkeit der Japaner mitverantwortlich, denn dort ist der Lithiumgehalt im Trinkwasser vergleichsweise hoch (Quelle). Bei Würmern, so Strunz, sei dieser Effekt nachvollzogen und bewiesen worden.

Strunz empfiehlt eine täglich Dosis von nicht mehr 2,5 mg Lithium zu supplementieren, was einer halben Tablette Lithium-Orotat entspricht. (Zum Vergleich: In der Psychiatrie werden Mengen von 100 mg bis zu mehreren Tausend Milligramm pro Tag verabreicht). Strunz empfiehlt die morgendliche Einnahme. Natürlich könne man auch einfach zu Heppinger Mineralwasser greifen. Um auf 2,5 mg Lithium zu kommen, muss man davon allerdings 3 Liter trinken!

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