Magnesium

Geschrieben am 10. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

Magnesium erfüllt lebens­wich­tige Funk­tionen im Körper. Es ist wichtig für die Kommu­ni­ka­tion zwischen Nerven­zellen und für die Muskel­kon­trak­tion. Außerdem ist Magnesium an über 300 enzy­ma­ti­schen Reak­tionen beteiligt, darunter auch jenen, bei denen der univer­selle Ener­gie­träger ATP produ­ziert wird.

Der mensch­liche Körper hat insgesamt etwa 20 bis 25 g an Magnesium gespei­chert – rund 60 Prozent davon befinden sich in unseren Knochen. Da wir täglich Magnesium durch Ausschei­dung verlieren, müssen die Speicher regel­mäßig wieder aufge­füllt werden. Der tägliche Bedarf liegt zwischen 300 mg und 400 mg pro Tag. Bei starkem Schwitzen, zum Beispiel im Rahmen von Sport, sowie bei Stress kann der Bedarf auch höher sein.

Magnesium kommt natür­li­cher­weise in Mine­ral­wasser, Gemüse, Bananen, Nüssen, Käse und Voll­korn­pro­dukten vor. Der Orga­nismus braucht Vitamin B1, B6, E sowie Selen und Zink, um Magnesium aus der Nahrung aufnehmen zu können.

Schät­zungen zufolge leiden zwischen 15 und 40 Prozent der deutschen Bevöl­ke­rung an einem Magne­si­um­mangel. Ein Magne­si­um­mangel kann unter anderem Konzen­tra­ti­ons­mangel auslösen.

Die Werbe­bot­schaft »Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nerven­sys­tems bei« ist von der Euro­päi­schen Behörde für Lebens­mit­tel­si­cher­heit zuge­lassen.

Sollte man Magnesium supple­men­tieren?

Dies macht nur dann Sinn, wenn ein Mangel vorliegt, denn über die Besei­ti­gung eines Mangels hinaus führen Magnesium-Präparate nicht zu einer Stei­ge­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit, im Gegenteil: Eine Über­do­sie­rung kann unan­ge­nehme Folgen haben.

Wann sollte man Magnesium einnehmen?

Ich selbst habe Magnesium vor einigen Jahren gegen Rücken­be­schwerden einge­nommen. Aufgrund seiner entspan­nenden Wirkung wurde mir dazu geraten, das Magnesium abends einzu­nehmen, was ich auch tat. Ich schlief tatsäch­lich tief und fest, hatte am nächsten Morgen aber Probleme, aus dem Bett zu kommen. Ich wurde einfach nicht richtig wach.

Magnesium ist ein Mineral, dessen Spiegel im Tages­ver­lauf schwankt. Der Höchst­stand wird natür­li­cher­weise gegen Mittag erreicht. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 steuert Magnesium im Tages­ver­lauf die Zell­energie und beein­flusst unsere innere Uhr, die den Tag-Wach-Rhythmus steuert (Quelle). Aufgrund dieser Erkenntnis würde es Sinn machen, das Magnesium um die Mittags­zeit einzu­nehmen.

Magnesium wird in verschie­denen Formen angeboten (Citrat, Malat, Glycinat etc.). Welche davon man einnimmt, ist egal. Wichtiger ist, dass das Präparat über einen längeren Zeitraum einge­nommen wird. Die Auswir­kungen einer Supple­men­ta­tion von Magnesium stellen sich nämlich erst nach einiger Zeit ein (Tage bis Wochen), weil es einiger Anpas­sungen seitens des Orga­nismus bedarf, um das höhere Angebot an Magnesium nutzen zu können.

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