Menschen ändern – An diesen 3 Rädchen muss man drehen

Wie können Menschen geändert werden – andere Menschen und man selbst? Wie können Menschen dazu gebracht werden, ihr Verhalten zu ändern – ohne Zwang? In diesem Artikel möchte ich ein einfaches Modell vorstelle, das Verhal­tens­än­de­rungen einfacher macht. Es stammt aus dem sehr zu empfeh­lenden Buch Switch (*) von Chip und Dan Heath

Menschen ändern mit dem Reiter-Elefant-Weg-Modell

Das schöne am Reiter-Elefant-Weg-Modell ist, dass es einprägsam und selbst­er­klä­rend ist.

Genau da liegt meiner Meinung nach der Schwach­punkt vieler Selbst­hil­fe­bü­cher über persön­liche Verän­de­rung: Sie sind unkonkret und schwammig. Switch ist anders.

Die Verän­de­rungs­si­tua­tion wird durch einen Reiter auf einem Elefanten reprä­sen­tiert

Das Verhalten von Menschen zu ändern, bedeutet, den Elefanten samt Reiter in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Der Reiter steht für das Bewusst­sein des Menschen, und der Elefant reprä­sen­tiert das Unbe­wusste.

Beide Prot­ago­nisten haben Stärken und Schwächen:

Stärken und Schwächen des Reiters

Die Stärke des Reiters ist seine Fähigkeit, voraus­zu­schauen und zu planen. Der Reiter kann Beloh­nungen aufschieben und Probleme kommen sehen.

Die Schwächen des Reiters sind seine begrenzte Ausdauer und, dass er dazu neigt, sich zu verzet­teln. Der Reiter denkt lieber noch eine Weile lang nach, bevor er endlich ins Handeln kommt.

Stärken und Schwächen des Elefanten

Die Stärken des Elefanten sind seine ungeheure Kraft und Ausdauer. Der Elefant kann durch Wände gehen.

Leider kann der Elefant aber weder planen, noch voraus­schauen. Sein Verhalten ist wird von Trieben bestimmt, und er lässt sich von Beloh­nungen leicht ablenken.

Einen Menschen ändern heißt den Elefanten zu bewegen

Dabei kann man an drei Rädchen drehen. Das dritte Rädchen ist der berittene Weg.

Dieser dritte Faktor wird oft übersehen, was mit dem soge­nannten funda­men­tale Attri­bu­ti­ons­fehler erklärt werden kann.

Wir Menschen neigen dazu, die Ursache für ein bestimmtes Verhalten fast immer nur in den Köpfen der Menschen vermuten. Der Situation trauen wir nur wenig Macht zu.

In Wahrheit ist aber umgekehrt: In vielen Fällen ist unser Verhal­tens­re­per­toire durch die Situation stark einge­schränkt. Wir sind Sklaven der Situation, in der wir uns befinden.

Wie man dauer­hafte Verän­de­rungen anstößt

Eine dauer­hafte Verän­de­rung ist umso wahr­schein­li­cher, je mehr Hebel in Bewegung gesetzt werden.

Ange­sichts der Tatsache, dass etwa 90 % aller guten Vorsätze auf Dauer scheitern, tut man gut daran, alle zur Verfügung stehenden Knöpfe zu drücken.

1. Maßnahme: den Reiter infor­mieren

Um sinnvoll planen und voraus­schauen zu können, braucht der Reiter Infor­ma­tionen.

Der Reiter braucht klare Anwei­sungen, was in welcher Situation zu tun ist.

2. Maßnahme: den Elefanten moti­vieren

Der Elefant braucht einen Anreiz, um sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen.

Der Anreiz muss die Bedürf­nisse des Elefanten anspre­chen.

3. Maßnahme: den Weg ebnen

Der Elefant wird lieber bergauf, als bergab laufen, vor Gräben und Hinder­nissen schreckt er zurück. Diese Tatsachen sollten ziel­füh­rend ausge­nutzt werden.

Durch die Gestal­tung des Weges sollte es dem Elefanten möglichst leicht gemacht werden, in die gewünschte Richtung zu laufen, während die uner­wünschte Richtung versperrt werden sollte.

Die Wahr­schein­lich­keit für eine dauer­hafte Verän­de­rung ist dann am größten, wenn alle drei Hebel gleich­zeitig in Bewegung gesetzt werden

Die meisten Menschen betätigen nur einen der Hebel

Vermut­lich ist das der Haupt­grund, warum etwa 90 % aller guten Vorsätze lang­fristig scheitern.

Anhand des Reiter-Elefant-Weg-Modells werden in dem Buch Switch (*) ganz verschie­dene Verän­de­rungs­si­tua­tionen bespro­chen.

An verschie­denen Stellen fließen weitere kluge Konzepte und Taktiken ein.

Das Buch ist ein absolutes Muss für jeden, der nicht auf der Stelle treten möchte, denn sich selbst ändern zu können, ist eine Grund­vor­aus­set­zung für die bewusste Persön­lich­keits­ent­wick­lung.

Ich wünsche dir viel Erfolg!
Jan Höpker

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Eines Tages wachte ich auf und stellte fest, dass ich über viele spannende Themen nicht nur nichts wusste, sondern nicht einmal wusste, dass ich nichts über sie wusste (trotz Studium und Promotion). Seitdem lese ich viele schlaue Bücher und mache mir Gedanken, die ich auf dieser Webseite veröf­fent­liche.

Meine Artikel gehen in die Tiefe, weil ich für Ober­fläch­lich­keit keine Zeit habe. Warum die Seite HabitGym heißt? Weil es nicht darum geht, Dinge nur zu wissen, sondern Wissen auch anzu­wenden, was einiger Übung bedarf. Auch Geld ist nur ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Zurzeit arbeite ich übrigens an meiner zweiten Million – die erste Million hat leider nicht geklappt ;)

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4 Antworten auf Menschen ändern – An diesen 3 Rädchen muss man drehen

  1. Vielen Dank Jan. Verän­de­rung im eigenen Leben schaffen: Der Weg, auf dem ich gehe ist als gleich­be­rech­tigter Faktor zu den bewussten Aspekten, vornehm­lich des Wollens, Denkens und Handelns anzu­nehmen? Die unbe­wussten Aspekte aus Empfin­dungen und Erin­ne­rungen ebenso. Kann es die eine oder andere Ziel­set­zung blockieren, weil es mitunter so ist, dass das ange­strebte Ziel nicht auf dem einge­schla­genen Lebensweg liegt? Kann ein Ziel, was abseis oder weit ab von dem jetzigen Lebensweg liegt, überhaupt eine Chance einge­räumt werden? Ich finde es wertvoll über den Ausgangs­punkt einer Lebens­ver­än­de­rung nach­zu­denken und besonders auch mit dem Elefanten nach­zu­emp­finden, wo ich gerade stehe und mit welchem Kraft­auf­wand die Reise zu jedwedem Ziel verbunden wäre. Liebe Grüße von Karin

    • AvatarJan sagt:

      Hallo Karin,

      Danke für deinen Kommentar. Mit »Weg« ist in dem Buch nicht der Lebensweg gemeint. Es geht dabei ganz konkret um die äußeren Bedin­gungen.

      Wenn jemand beispiels­weise abnehmen möchte, dann sind die Lebens­mit­tel­vor­räte und Mitmen­schen der »Weg«. All diese Sachen haben einen Einfluss auf den Erfolg. Wenn keine unge­sunden Versu­chungen in Form von Süßig­keiten in den Schränken vorhanden sind, steigt die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit. Wenn unsere Mitmen­schen ein Auge auf uns haben und uns in schwachen Momenten unter­stützen, steigt die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit.

      Viele Grüße,
      Jan

  2. AvatarRonja sagt:

    Hey Jan,

    das ist echt ein gutes Bild! :) Im ersten Moment denkt man »Ja, klar muss ich das so machen..« Aber wenn man wirklich mal eine Situation damit durch­spielt, merkt man, dass man viel­leicht einen oder zwei Faktoren vergessen hat.

    Danke für den Input! :)

    Liebe Grüße,
    Ronja

    • AvatarJan sagt:

      Hallo Ronja,

      Da gebe ich dir absolut Recht. Ich selbst habe bei meinen »Verän­de­rungen« (die meistens nicht geklappt haben – man fragt sich »warum« ;) ) eigent­lich immer nur mit dem Reiter gear­beitet. Einfach beschlossen, dass sich ab jetzt etwas ändert. Der Elefant hat mich daraufhin ausge­lacht :D

      Viele Grüße,
      Jan

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