Nahrungs­ergänzungs­mittel & Nootro­pika – können sie das Gehirn ver­bes­sern?

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs GehirnEinige Nahrungs­ergänzungs­mittel und soge­nannte Nootro­pika kommen mit großes Ver­spre­chen daher: eine bessere Kon­zen­tra­tion und Denk­leis­tung.

Funk­tio­niert das wirk­lich? Ist es möglich, die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und Denk­leis­tung eines gesun­den Men­schen mit­hilfe von frei ver­käuf­li­chen Pillen zu ver­bes­sern?

Ich bin Bio­che­mi­ker und kein Arzt. Dieser Artikel gibt meine per­sön­li­che Sicht­weise wider. Ich gebe aus­drück­lich keine Behand­lungs­emp­feh­lung. Das Ziel dieses Arti­kels besteht darin, den Leser zum Nach­den­ken anzu­re­gen.

Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn – Vor­über­le­gun­gen

Recht­lich betrach­tet sind Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel keine Arz­nei­mit­tel, sondern Lebens­mit­tel. Sie durch­lau­fen daher keine Zulas­sungs­ver­fah­ren, die ihre Wirkung sicher­stel­len, wie das bei Arz­nei­mit­teln der Fall ist.

Die Anbie­ter der meisten Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mitteln müssen nicht den Nach­weis erbrin­gen, dass das Mittel tat­säch­lich die auf der Ver­pa­ckung ver­spro­chene Wirkung hat.

Man kann nicht alle Mittel über einen Kamm scheren

Genau wie man nicht alle Nah­rungs­mit­tel (oder Arz­nei­mit­tel) über einen Kamm scheren kann, sollte man auch die Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel nicht alle über einen Kamm scheren.

Die Frage, ob Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel Gehirn­funk­tio­nen ver­bes­sern können, kann also nicht pau­schal beant­wor­tet werden. Jedes ein­zelne Nahrungs­ergänzungs­mittel muss separat betrach­tet werden.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Pillen und Kapseln - Produkte der Pharmaindustrie

Woher kommt das Wissen über die Wirk­sam­keit von Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mitteln?

Viele Studien sind nicht repro­du­zier­bar

Traue keiner Sta­tis­tik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ähnlich vor­sich­tig solle man auch bei wis­sen­schaft­li­chen Studien sein.

Studien sollten nur ver­öf­fent­licht werden, wenn sie zu signi­fi­kan­ten Ergeb­nis­sen geführt haben. Das bedeu­tet: Wenn andere Wis­sen­schaft­ler noch einmal die gleiche Studie durch­füh­ren, sollte in min­des­tens 19 von 20 Fällen wieder das gleiche Ergeb­nis her­aus­kom­men.

In weniger als einem von 20 Fällen sollte das Stu­di­en­ergeb­nis auf reinem Zufall basie­ren.

Tat­säch­lich lassen sich weit weniger als 95 % aller Studien repro­du­zie­ren. Einige Quellen spre­chen von knapp der Hälfte.

Die Ergeb­nisse vieler Studien geben also bloß sta­tis­ti­sche Schwan­kun­gen (Zufall), aber nicht die Rea­li­tät wider. Alle Studien sollten daher mit viel grö­ße­rer Vor­sicht und Skepsis genos­sen werden.

Gesunde Skepsis: Eine Studie ist keine Studie

Ins­be­son­dere die Medien neigen dazu, uner­war­te­ten Stu­di­en­ergeb­nis­sen über­trie­ben viel Auf­merk­sam­keit zukom­men zu lassen, denn damit lässt sich Kasse machen.

Nicht repro­du­zier­bar bedeu­tet nicht gleich bewusst mani­pu­liert!

Wie schon ange­deu­tet, müssen die nicht repro­du­zier­ba­ren Studien nicht zwangs­weise bewusst mani­pu­liert worden sein.

Wis­sen­schaft­ler sind auch nur Men­schen, und für Men­schen ist es nahezu unmög­lich, zu 100 % objek­tiv zu sein.

Eine Vor­ein­ge­nom­men­heit, auch wenn sie noch so klein ist, wird sich immer auf die Ergeb­nisse einer Studie aus­wir­ken.

Der Haupt­grund, warum viele Studien nicht repro­du­ziert werden können, dürfte sein, dass viele Studien nur dann ver­öf­fent­licht werden, wenn sie die als wahr geglaub­ten Zusam­men­hänge wider­le­gen. In genau dieser Kate­go­rie von Studien befin­den sich ver­hält­nis­mäs­sig viele sta­tis­ti­sche Aus­rei­ßer, also Studien, die dem Zufall auf den Leim gegan­gen sind.

Außer­dem: Es wird ein­sei­tig zitiert

Abge­se­hen davon, dass viele Studien schlicht nicht repro­du­zier­bar sind, werden Studien natür­lich auch ein­sei­tig zitiert.

Das pas­siert ins­be­son­dere dann, wenn der­je­nige, der die Studien zitiert, ein finan­zi­el­les Inter­esse ein einer bestimm­ten „Wahr­heit“ hat.

Viele Web­sei­ten sind Ver­kaufs­sei­ten und keine Infor­ma­ti­ons­sei­ten

Die meisten Web­sei­ten, die man über Google und Co. findet, sind nicht dazu geeig­net, um sich objek­tiv über die Sinn­haf­tig­keit von bestimm­ten Nahrungs­ergänzungs­mitteln zu infor­mie­ren.

Bei den meisten dieser Web­sei­ten handelt es sich nämlich nicht um Infor­ma­ti­ons­sei­ten, sondern um Ver­kaufs­sei­ten, die aber oft wie Infor­ma­ti­ons­sei­ten auf­ge­macht sind.

Da Nahrungs­ergänzungs­mittel von vielen Men­schen als Wun­der­pil­len ange­se­hen werden, lässt sich mit Nahrungs­ergänzungs­mitteln sehr viel Geld ver­die­nen. Es ist ein Mil­li­ar­den­ge­schäft.

Ich behaupte nicht, dass überall bewusst betro­gen wird. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Indus­trie ein großes Inter­esse daran hat, die Pro­dukte mög­lichst vor­teil­haft anzu­prei­sen, und vielen Ver­triebs­part­nern fehlt es schlicht an Fach­wis­sen.

Viel­leicht objek­ti­ver: Das Bun­des­amt für Risi­ko­be­wer­tung

Das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) ist eine wis­sen­schaft­lich unab­hän­gige Ein­rich­tung, die zum Geschäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft gehört.

Das BfR ver­tritt die Meinung, dass Nahrungs­ergänzungs­mittel bei Men­schen ohne nach­ge­wie­sene Mängel unnötig sind.

Die Stif­tung Wah­ren­test ver­tritt die gleiche Sicht­weise.

Warum die Infor­ma­ti­ons­lage so wenig ein­deu­tig ist

Der mensch­li­che Körper ist sehr viel kom­ple­xer, als den meisten Men­schen klar ist.

Auf den Ver­kaufs­sei­ten für die Nahrungs­ergänzungs­mittel werden die Zusam­men­hänge über­trie­ben einfach dar­ge­stellt: „Sub­stanz X ist wichtig für Y, also kann Y durch die Ein­nahme von X ver­bes­sert werden.“

Schluss­fol­ge­run­gen wie dieser liegt ein naives Ver­ständ­nis des mensch­li­chen Orga­nis­mus zugrunde, das in keins­ter Weise der Rea­li­tät ent­spre­chen muss.

Ein Bei­spiel: Anti­oxi­dan­tien

Da so genannte freie Radi­kale die Zellen altern lassen, glaubte man, dass Anti­oxi­dan­tien, die im Reagenz­glas dazu in der Lage waren, freien Radi­kale unschäd­lich zu machen, dazu auch im Körper in der Lage sein sollten. Man ver­sprach sich eine lebens­ver­län­gernde Wirkung von Anti­oxi­dan­tien.

Repro­du­zier­bare Studien ergaben schließ­lich, dass das Gegen­teil der Fall war: Die Sterb­lich­keit wurde durch die Ein­nah­men der Anti­oxi­dan­tien nicht ver­min­dert, sondern erhöht!

Anstatt das Leben zu ver­län­gern, wurde das Leben durch die Ein­nahme der Mittel ver­kürzt.

Der mensch­li­che Körper ist komplex

Es ist naiv, zu glauben, dass man eine Sub­stanz X, die irgendwo im Körper gemein­sam mit hun­der­ten wei­te­ren Sub­stan­zen vor­kommt, einfach in iso­lier­ter Form oral ein­neh­men kann, um die gleiche Wirkung zu erzie­len.

Jede oral auf­ge­nom­mene Sub­stanz durch­läuft einen äußerst kom­ple­xen Prozess aus aktiven und pas­si­ven Trans­port­vor­gän­gen und che­mi­schen Umwand­lun­gen.

Jede Sub­stanz hat das Poten­tial, in kör­per­ei­gene Regel­kreise ein­zu­grei­fen, also Schal­ter umzu­le­gen, die den Körper in einen anderen Zustand ver­set­zen.

Niemand kann abschät­zen, wie die lang­fris­ti­gen Folgen aus­se­hen. Was im Körper auf mole­ku­la­rer Ebene exakt abläuft, ist im Detail über­haupt noch nicht ver­stan­den.

Man schätzt, dass unsere Lebens­mit­tel etwa 10.000 ver­schie­dene Nähr­stoffe mit einem Ein­fluss auf unser Wohl­be­fin­den ent­hal­ten. Viele dieser Sub­stan­zen sind noch unbe­kannt.

Es ist wenig wahr­schein­lich, dass aus­ge­rech­net jene Mittel, die derzeit als Nahrungs­ergänzungs­mittel erhält­lich sind, eine Man­gel­er­näh­rung aus­glei­chen können. Genau das ist aber eines der Haupt­ar­gu­mente der Indus­trie.

Nahrungs­ergänzungs­mittel können viel­leicht eine Ergän­zung, aber niemals ein Ersatz für eine gesunde Lebens­weise sein

Nahrungs­ergänzungs­mitteln können niemals ein Ersatz für aus­rei­chende kör­per­li­che Bewe­gung und gesun­den Schlaf sein.

Wer sich nicht bewegt und/oder zu wenig schläft, kann das mit Nahrungs­ergänzungs­mitteln nicht kom­pen­sie­ren.

Es gibt keine Beweise für oder gegen die Wir­kungs­weise dieser Mittel fürs Gehirn

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass viele „Beweise“ und „Nach­weise“ in Wahr­heit ledig­lich Ver­mu­tun­gen und Annah­men sind.

Durch eine geschickte For­mu­lie­rung wird dem Leser der Ver­kaufstexte aber sug­ge­riert, dass nach­ge­wie­sen oder sogar bewie­sen wurde, dass die Ein­nahme eines bestimm­ten Nahrungs­ergänzungs­mittels zu einer Ver­bes­se­rung dieser oder jener Kör­per­funk­tion geführt hat.

Tat­säch­lich stammen die gewon­ne­nen Daten häufig aus Expe­ri­men­ten an Tieren, die in Gefan­gen­schaft lebten, und deren Gehirne daher sozu­sa­gen vor lauter Lan­ge­weile ver­küm­mert waren. Diese Ergeb­nisse lassen sich nicht einfach so auf den Men­schen über­tra­gen.

Außer­dem lassen sich bestimmte Para­me­ter, wie bei­spiels­weise die Gehirn­leis­tung gar nicht so einfach messen.

Eine Studie an in Gefan­gen­schaft leben­den Rhe­sus­af­fen zeigte bei­spiels­weise, dass die Ver­ab­rei­chung bestimm­ter Omega-3-Fett­säu­ren über lange Zeit­räume hinweg zu einer stär­ke­ren Ver­net­zung bestimm­ter Hirn­re­gio­nen führte.

Die ent­spre­chen­den Wer­be­texte sug­ge­rie­ren eine Ver­bes­se­rung der Gehirn­leis­tung beim Men­schen.

Hier muss bedacht werden, dass die Gehirne der Affen auf­grund ihrer langen Gefan­gen­schaft ver­mut­lich nicht beson­ders gut trai­niert waren, und sich viel­leicht nur des­we­gen unter dem Ein­fluss der Omega-3-Fett­säu­ren ver­än­dert haben.

Aus dieser Beob­ach­tung zu schlie­ßen, dass sich die Denk­leis­tung eines gesun­den Men­schen in Frei­heit durch die Ein­nahme der Fett­säure auf die gleiche Weise stei­gern lässt, ist sehr gewagt. Genau das wird in den Werbe- und Ver­kaufstex­ten aller­dings sug­ge­riert.

Die ver­deckte Gefahr von Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mitteln

Nahrungs­ergänzungs­mittel bergen eine Gefahr, die die meisten Men­schen nicht auf dem Schirm haben: Unser west­li­cher Lebens­stil begüns­tigt Faul­heit. Wir lieben es, auf dem Sofa zu gammeln und Fast Food zu essen. Außer­dem leiden viele von uns selbst­ver­schul­det unter einem chro­ni­schen Schlaf­man­gel.

Erst wenn der Lei­dens­druck in Form eines schlech­ten Gewis­sens groß genug ist, tun wir etwas für unsere Gesund­heit: Sport, gesunde Ernäh­rung, Ent­span­nung und Pausen.

Es ist ein gewis­ser Druck erfor­der­lich, damit wir uns etwas Gutes tun. Nahrungs­ergänzungs­mittel redu­zie­ren diesen Druck, weil wir glauben, dass wir uns durch die Nahrungs­ergänzungs­mittel bereits Gutes tun.

Diese Sicht­weise ent­spricht dem, was sich in der Rea­li­tät häufig beob­ach­ten lässt.

Das Problem in einem Satz: Das Gute ist der Feind des Besten

Für jedes Problem gibt es mehrere Lösun­gen. Es gibt sehr gute Lösun­gen, gute Lösun­gen, mit­tel­mä­ßige Lösun­gen und Schein­lö­sun­gen.

Am Bei­spiel von Geld lässt sich dieses Konzept am besten erklä­ren. Ich kann meine 1.000 Euro sehr gut, gut oder mit­tel­mä­ßig anlegen.

Nach ein paar Tagen wird sich mein Kon­to­stand bei jeder dieser drei Anla­ge­for­men nur unwe­sent­lich ver­än­dert haben.

Über sehr lange Zeit­räume werde ich bei der sehr guten Geld­an­lage um ein Viel­fa­ches mehr Geld ver­dient haben, als bei der mit­tel­mä­ßi­gen Geld­an­lange.

Für die Gesund­heit sollte das gleiche gelten: Die beste Inves­ti­tion in die Gesund­heit wirkt sich lang­fris­tig deut­lich besser aus, als eine mit­tel­mä­ßige Inves­ti­tion in die Gesund­heit.

Fazit

Wenn du Nahrungs­ergänzungs­mittel ein­neh­men möch­test, sei dir zumin­dest im Klaren darüber, zu welchem Zweck dies gesche­hen soll, und welche Mög­lich­kei­ten du sonst noch hättest, um diese Fähigkeit/Eigenschaft zu ver­bes­sern.

Dass viele Men­schen einfach nur irgend­et­was ein­wer­fen, ohne genau zu wissen, warum sie das tun, zeigt sehr schön, wie sehr wir doch von der Werbung beein­flusst werden.

Wenn du deine Gehirn­leis­tung (Kon­zen­tra­tion etc.) ver­bes­sern möch­test, emp­fehle ich dir die Metho­den aus meinem Über­sichts­ar­ti­kel über effek­tive Metho­den zur Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung. Mit den dort beschrie­be­nen Maß­nah­men wirst du mehr errei­chen können, als mit Nahrungs­ergänzungs­mitteln, Nootro­pika und Co.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Gehirntuning

Nur der Voll­stän­dig­keit wegen hier noch eine Auf­lis­tung ver­schie­de­ner Prä­pa­rate, die mit einer Stei­ge­rung der Gehirn­leis­tung bewor­ben werden:

Diese Mittel könnten die Kon­zen­tra­tion und Gehirn­leis­tung ver­bes­sern

Die fol­gende Auf­lis­tung erhebt keinen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit.

Dass mein Ziel mit dieser Seite nicht darin besteht, Nahrungs­ergänzungs­mittel schön­zu­re­den, sollte mitt­ler­weile klar gewor­den sein.

Asta­xan­t­hin – das super-Anti­oxi­dant

Che­misch betrach­tet ist Asta­xan­t­hin ein fett­lös­li­chen Caro­ti­noid. Es ist der Farb­stoff, der Krebs­tie­ren ihre cha­rak­te­ris­ti­sche rote Färbung ver­leiht. Her­ge­stellt wird Asta­xan­t­hin in Grün­al­gen, die von den Krebs­tie­ren gefres­sen werden.

Asta­xan­t­hin wirkt sich Studien zufolge positiv auf die Frucht­bar­keit und Immun­ab­wehr von Fischen aus. Eine neu­ro­pro­tek­tive und blut­druck­sen­kende Wirkung wurden außer­dem bei Ratten nach­ge­wie­sen.

Asta­xan­t­hin gilt als das stärkste Anti­oxi­dant der Welt. Da es die Blut-Hirn-Schranke über­win­den kann, wird ver­mu­tet, dass es in Nerven- und Gehirn­zel­len Ent­zün­dun­gen redu­zie­ren und freie Radi­kale abfan­gen könnte.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 16 €.

Es wird häufig emp­foh­len, Asta­xan­t­hin nicht in Form von Pillen, sondern auf natür­li­chem Wege auf­zu­neh­men, bei­spiels­weise in Form von Wild­lachs oder Krillöl.

Krillöl

Das aus ant­ark­ti­schem Krill iso­lierte Öl hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fett­säu­ren. Studien deuten auf eine für die Gesund­heit posi­tive Wirkung hin, aber die Ergeb­nisse sind umstrit­ten. Viel­leicht ist Krillöl „besser“ als Fischöl-Kapseln, viel­leicht aber auch nicht.

Eine Dosis von 60 Kapseln kostet etwa 25 €.

L-Tyrosin

L-Tyrosin ist eine Vor­stufe von Neu­ro­trans­mit­tern wie Dopamin. Dopamin gilt als ein „Glücks­hor­mon“. Die Ein­nahme hoher Dosen L-Tyrosin führt zu einer Senkung des Dopa­min­spie­gels.

Angeb­lich stei­gert die Ein­nahme von L-Tyrosin die Denk­leis­tung, die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und die geis­tige Fitness. Stress wird angeb­lich redu­ziert.

Eine Dosis von 120 Kapseln kostet etwa 22 €.

Guarana-Extrakt

Guarana ist eine Pflan­zen­art die im Ama­zo­nas­be­cken vor­kommt und zu den soge­nann­ten Sei­fen­baum­ge­wäch­sen zählt. Die kof­fe­in­hal­ti­gen Samen haben eine anre­gende Wirkung auf das Herz-Kreis­lauf-System.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 18 €.

Ginkgo biloba-Extrakt

Ginkgo ist eine Baumart, die ursprüng­lich aus China kommt, mitt­ler­weile aber überall auf der Welt ange­pflanzt wird. Ginkgo fördert die Durch­blu­tung und ver­bes­sert die Fließ­ei­gen­schaf­ten von Blut.

Ginkgo wird zur Behand­lung von Gedächt­nis­stö­run­gen und Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen ein­ge­setzt. Ginkgo-Extrakt soll die Gedächt­nis­leis­tung und das Lern­ver­mö­gen fördern.

Eine Dosis von 365 Kapseln kostet etwa 22 €.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Gingko biloba

Doco­sa­he­xan­säure (DHA) / Eico­sapen­tan­säure (EPA)

Bei DHA und EPA handelt es sich um mehr­fach unge­sät­tigte Omega-3-Fett­säu­ren. Sie werden von bestimm­ten Algen pro­du­ziert und kommen in allen Lebe­we­sen vor, die sich von diesen Algen (und von den Algen­fres­sern) ernäh­ren. Je weiter oben ein Lebe­we­sen in der Nah­rungs­kette steht, umso mehr DHA/EPA enthält es. Fette See­fi­sche wie Lachs und Hering ent­hal­ten große Mengen dieser Fett­säu­ren.

Da es sich bei DHA/EPA um Mem­bran­be­stand­teile, ins­be­son­dere von Nerven- und Gehirn­zel­len handelt, soll sich die Ein­nahme von DHA/EPA positiv auf die Gehirn­leis­tung aus­wir­ken.

DHA kann nach­weis­lich den Blut­druck und die Herz­fre­quenz senken. Lang­zeit­ver­su­che an Rhe­sus­af­fen deuten darauf hin, dass DHA älteren Men­schen dabei helfen könnte, ihre kogni­ti­ven Fähig­kei­ten zu erhal­ten. Eine Ver­bes­se­rung der Sym­ptome bei ADHS wurde eben­falls ver­mu­tet.

Eine Jah­res­di­sis von 120 Kapseln kostet etwa 20 €.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Vitamine

Vitamin D

Die D-Vit­amine sind eine Gruppe fett­lös­li­cher Vit­amine, deren wich­tigs­ter Ver­tre­ter Vitamin D3 ist. Tat­säch­lich ist Vitamin D kein Vitamin, sondern ein so genann­tes Pro­to­hor­mon. Der mensch­li­che Körper kann Vitamin D auf seiner Haut selbst her­stel­len, wenn diese dem Son­nen­licht aus­ge­setzt ist. Die Fähig­keit der Haut Vitamin D her­zu­stel­len hängt neben der Haut­farbe auch vom Alter der jewei­li­gen Person ab. Je heller die Haut, und je jünger der Mensch, umso leich­ter wird Vitamin D syn­the­ti­siert.

In gerin­gen Mengen ist Vitamin D auch in bestimm­ten Nah­rungs­mit­teln ent­hal­ten, aller­dings reicht die Menge des über die Nahrung auf­ge­nom­me­nen Vitamin D3 nicht aus um den Tages­be­darf zu decken.

Ein schwe­rer Vitamin D-Mangel, der in Deutsch­land selten ist, kann Demenz, Par­kin­son, Hirn­leis­tungs- und Schlaf­stö­run­gen sowie Tages­mü­dig­keit begünstigen/verursachen.

Eine Jah­res­ra­tion von 365 Kapseln kostet 17 €.

B-Vit­amine

Zu den B-Vit­ami­nen zählen ins­ge­samt acht was­ser­lös­li­che Vit­amine. Mit Aus­nahme von Vitamin B12 kann der Körper diese Vit­amine nicht spei­chern, so dass sie kon­ti­nu­ier­lich über die Nahrung auf­ge­nom­men werden müssen.

Unter anderem sind die B-Vit­amine auch an der Bildung von Neu­ro­trans­mit­ten betei­ligt. Ein Mangel von B-Vit­ami­nen kann mit Stö­run­gen des Gehirns, wie bei­spiels­weise Stim­mungs­schwan­kun­gen, sowie Gedächt­nis- und Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen ein­her­ge­hen.

Dass ein Vit­amin­man­gel einige Gehirn­funk­tio­nen beein­träch­tigt, bedeu­tet natür­lich nicht, dass ein Über­schuss der­glei­chen diese Gehirn­funk­tio­nen über das normale Maß hinaus ver­bes­sert.

Eine Dosis mit 180 Tablette (enthält alle B-Vit­amine) kostet etwa 15 €.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Schlau werden

Fazit: Sind Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel sinn­voll fürs Gehirn?

Bestimmte Nahrungs­ergänzungs­mittel können mög­li­cher­weise einen posi­ti­ven Effekt auf die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und Denk­leis­tung haben. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Zusam­men­hänge sehr komplex sind, und dass die Stu­di­en­lage längst nicht so klar und ein­deu­tig ist, wie sie von den Ver­kaufstex­ten im Inter­net gerne dar­ge­stellt wird.

Fast jede Web­seite, die Nahrungs­ergänzungs­mittel erklärt, hat ein Inter­esse daran, diese Mittel mög­lichst vor­teil­haft zu prä­sen­tie­ren, damit sie mög­lichst oft gekauft werden, sodass Geld in die Kasse gespült wird.

Es ist ver­mut­lich kein Fehler, sich wohl­über­legt die eine oder andere Kapsel ein­zu­wer­fen. Bedingt durch unseren Lebens­wan­del, der viele von uns tags­über in geschlos­se­nen Räumen gefan­gen hält, ist eine künst­li­che Ver­sor­gung mit Vitamin D vor allem im Winter ver­mut­lich keine schlechte Idee.

Wer sich vege­ta­risch oder vegan ernährt, sollte sich um seine Vitamin B12-Ver­sor­gung kümmern.

Wer sich bislang mit Kaffee wach hält, kann es ja mal mit Guarana pro­bie­ren. Guarana soll das Koffein lang­sa­mer ins Blut abgeben, als das bei Kaffee der Fall ist. Die Wirkung von Guarana hält also länger an, als die Wirkung von Kaffee.

Was man aller­dings nicht tun sollte, ist zu glauben, dass man durch die Ein­nahme von Nahrungs­ergänzungs­mitteln bereits genug für seine Gesund­heit getan hat. Genau darin liegt meiner Ansicht nach nämlich die größte Gefahr.

Ich per­sön­lich nehme übri­gens keine Nahrungs­ergänzungs­mittel. Zur Stei­ge­rung der Gehirn­leis­tung emp­fehle ich, wie schon gesagt, die Metho­den aus meinem Über­sichts­ar­ti­kel über effek­tive Maß­nah­men zur Kon­zen­tra­ti­ons­stei­ge­rung.

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Hallo, ich bin Jan Höpker

Ich habe Chemie stu­diert und in Bio­che­mie pro­mo­viert. Im Mai 2015 habe ich Habit­Gym gegrün­det. Mitt­ler­weile hat die Web­seite über 25.000 monat­li­che Leser und über 1.000 Men­schen lesen meinen News­let­ter.

In meinem Buch Erfolg durch Fokus & Kon­zen­tra­tion beleuchte ich den nach­weis­lich wich­tigs­ten Erfolgs­fak­tor FOKUS tief­grün­dig und pra­xis­nah.

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