Verbes­sern Nahrungs­ergänzungs­mittel und Nootro­pika das Gehirn?

Nahrungs­ergänzungs­mittel und Nootro­pika kommen mit großen Verspre­chen daher. Angeblich können sie die Konzen­tra­tion und Denk­leis­tung steigern. Funk­tio­niert das wirklich?

Nahrungsergänzungsmittel fürs Gehirn

Ich bin Bioche­miker und kein Arzt. Dieser Artikel gibt meine persön­liche Sicht­weise wider. Ich gebe ausdrück­lich keine Behand­lungs­emp­feh­lung. Das Ziel dieses Artikels besteht darin, den Leser zum Nach­denken anzuregen.

Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn – Vorüber­le­gungen

Rechtlich betrachtet sind Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel keine Arznei­mittel, sondern Lebens­mittel. Sie durch­laufen daher keine Zulas­sungs­ver­fahren, die ihre Wirkung sicher­stellen, wie das bei Arznei­mit­teln der Fall ist.

Die Anbieter der meisten Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mitteln müssen nicht den Nachweis erbringen, dass das Mittel tatsäch­lich die auf der Verpa­ckung verspro­chene Wirkung hat.

Man kann nicht alle Mittel über einen Kamm scheren

Genau wie man nicht alle Nahrungs­mittel (oder Arznei­mittel) über einen Kamm scheren kann, sollte man auch die Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel nicht alle über einen Kamm scheren.

Die Frage, ob Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel Gehirn­funk­tionen verbes­sern können, kann also nicht pauschal beant­wortet werden. Jedes einzelne Nahrungs­ergänzungs­mittel muss separat betrachtet werden.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Pillen und Kapseln - Produkte der Pharmaindustrie

Woher kommt das Wissen über die Wirk­sam­keit von Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mitteln?

Viele Studien sind nicht repro­du­zierbar

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ähnlich vorsichtig solle man auch bei wissen­schaft­li­chen Studien sein.

Studien sollten nur veröf­fent­licht werden, wenn sie zu signi­fi­kanten Ergeb­nissen geführt haben. Das bedeutet: Wenn andere Wissen­schaftler noch einmal die gleiche Studie durch­führen, sollte in mindes­tens 19 von 20 Fällen wieder das gleiche Ergebnis heraus­kommen.

In weniger als einem von 20 Fällen sollte das Studi­en­ergebnis auf reinem Zufall basieren.

Tatsäch­lich lassen sich weit weniger als 95 % aller Studien repro­du­zieren. Einige Quellen sprechen von knapp der Hälfte.

Die Ergeb­nisse vieler Studien geben also bloß statis­ti­sche Schwan­kungen (Zufall), aber nicht die Realität wider. Alle Studien sollten daher mit viel größerer Vorsicht und Skepsis genossen werden.

Gesunde Skepsis: Eine Studie ist keine Studie

Insbe­son­dere die Medien neigen dazu, uner­war­teten Studi­en­ergeb­nissen über­trieben viel Aufmerk­sam­keit zukommen zu lassen, denn damit lässt sich Kasse machen.

Nicht repro­du­zierbar bedeutet nicht gleich bewusst mani­pu­liert!

Wie schon ange­deutet, müssen die nicht repro­du­zier­baren Studien nicht zwangs­weise bewusst mani­pu­liert worden sein.

Wissen­schaftler sind auch nur Menschen, und für Menschen ist es nahezu unmöglich, zu 100 % objektiv zu sein.

Eine Vorein­ge­nom­men­heit, auch wenn sie noch so klein ist, wird sich immer auf die Ergeb­nisse einer Studie auswirken.

Der Haupt­grund, warum viele Studien nicht repro­du­ziert werden können, dürfte sein, dass viele Studien nur dann veröf­fent­licht werden, wenn sie die als wahr geglaubten Zusam­men­hänge wider­legen. In genau dieser Kategorie von Studien befinden sich verhält­nis­mässig viele statis­ti­sche Ausreißer, also Studien, die dem Zufall auf den Leim gegangen sind.

Außerdem: Es wird einseitig zitiert

Abgesehen davon, dass viele Studien schlicht nicht repro­du­zierbar sind, werden Studien natürlich auch einseitig zitiert.

Das passiert insbe­son­dere dann, wenn derjenige, der die Studien zitiert, ein finan­zi­elles Interesse ein einer bestimmten »Wahrheit« hat.

Viele Webseiten sind Verkaufs­seiten und keine Infor­ma­ti­ons­seiten

Die meisten Webseiten, die man über Google und Co. findet, sind nicht dazu geeignet, um sich objektiv über die Sinn­haf­tig­keit von bestimmten Nahrungs­ergänzungs­mitteln zu infor­mieren.

Bei den meisten dieser Webseiten handelt es sich nämlich nicht um Infor­ma­ti­ons­seiten, sondern um Verkaufs­seiten, die aber oft wie Infor­ma­ti­ons­seiten aufge­macht sind.

Da Nahrungs­ergänzungs­mittel von vielen Menschen als Wunder­pillen angesehen werden, lässt sich mit Nahrungs­ergänzungs­mitteln sehr viel Geld verdienen. Es ist ein Milli­ar­den­ge­schäft.

Ich behaupte nicht, dass überall bewusst betrogen wird. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Industrie ein großes Interesse daran hat, die Produkte möglichst vorteil­haft anzu­preisen, und vielen Vertriebs­part­nern fehlt es schlicht an Fach­wissen.

Viel­leicht objek­tiver: Das Bundesamt für Risi­ko­be­wer­tung

Das Bundes­in­stitut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) ist eine wissen­schaft­lich unab­hän­gige Einrich­tung, die zum Geschäfts­be­reich des Bundes­mi­nis­te­riums für Ernährung und Land­wirt­schaft gehört.

Das BfR vertritt die Meinung, dass Nahrungs­ergänzungs­mittel bei Menschen ohne nach­ge­wie­sene Mängel unnötig sind.

Die Stiftung Wahren­test vertritt die gleiche Sicht­weise.

Warum die Infor­ma­ti­ons­lage so wenig eindeutig ist

Der mensch­liche Körper ist sehr viel komplexer, als den meisten Menschen klar ist.

Auf den Verkaufs­seiten für die Nahrungs­ergänzungs­mittel werden die Zusam­men­hänge über­trieben einfach darge­stellt: »Substanz X ist wichtig für Y, also kann Y durch die Einnahme von X verbes­sert werden.«

Schluss­fol­ge­rungen wie dieser liegt ein naives Verständnis des mensch­li­chen Orga­nismus zugrunde, das in keinster Weise der Realität entspre­chen muss.

Ein Beispiel: Anti­oxi­dan­tien

Da so genannte freie Radikale die Zellen altern lassen, glaubte man, dass Anti­oxi­dan­tien, die im Reagenz­glas dazu in der Lage waren, freien Radikale unschäd­lich zu machen, dazu auch im Körper in der Lage sein sollten. Man versprach sich eine lebens­ver­län­gernde Wirkung von Anti­oxi­dan­tien.

Repro­du­zier­bare Studien ergaben schließ­lich, dass das Gegenteil der Fall war: Die Sterb­lich­keit wurde durch die Einnahmen der Anti­oxi­dan­tien nicht vermin­dert, sondern erhöht!

Anstatt das Leben zu verlän­gern, wurde das Leben durch die Einnahme der Mittel verkürzt.

Der mensch­liche Körper ist komplex

Es ist naiv, zu glauben, dass man eine Substanz X, die irgendwo im Körper gemeinsam mit hunderten weiteren Substanzen vorkommt, einfach in isolierter Form oral einnehmen kann, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Jede oral aufge­nom­mene Substanz durch­läuft einen äußerst komplexen Prozess aus aktiven und passiven Trans­port­vor­gängen und chemi­schen Umwand­lungen.

Jede Substanz hat das Potential, in körper­ei­gene Regel­kreise einzu­greifen, also Schalter umzulegen, die den Körper in einen anderen Zustand versetzen.

Niemand kann abschätzen, wie die lang­fris­tigen Folgen aussehen. Was im Körper auf mole­ku­larer Ebene exakt abläuft, ist im Detail überhaupt noch nicht verstanden.

Man schätzt, dass unsere Lebens­mittel etwa 10.000 verschie­dene Nähr­stoffe mit einem Einfluss auf unser Wohl­be­finden enthalten. Viele dieser Substanzen sind noch unbekannt.

Es ist wenig wahr­schein­lich, dass ausge­rechnet jene Mittel, die derzeit als Nahrungs­ergänzungs­mittel erhält­lich sind, eine Mangel­er­näh­rung ausglei­chen können. Genau das ist aber eines der Haupt­ar­gu­mente der Industrie.

Nahrungs­ergänzungs­mittel können viel­leicht eine Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für eine gesunde Lebens­weise sein

Nahrungs­ergänzungs­mitteln können niemals ein Ersatz für ausrei­chende körper­liche Bewegung und gesunden Schlaf sein.

Wer sich nicht bewegt und/oder zu wenig schläft, kann das mit Nahrungs­ergänzungs­mitteln nicht kompen­sieren.

Es gibt keine Beweise für oder gegen die Wirkungs­weise dieser Mittel fürs Gehirn

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass viele „Beweise“ und „Nachweise“ in Wahrheit lediglich Vermu­tungen und Annahmen sind.

Durch eine geschickte Formu­lie­rung wird dem Leser der Verkaufstexte aber sugge­riert, dass nach­ge­wiesen oder sogar bewiesen wurde, dass die Einnahme eines bestimmten Nahrungs­ergänzungs­mittels zu einer Verbes­se­rung dieser oder jener Körper­funk­tion geführt hat.

Tatsäch­lich stammen die gewon­nenen Daten häufig aus Expe­ri­menten an Tieren, die in Gefan­gen­schaft lebten, und deren Gehirne daher sozusagen vor lauter Lange­weile verküm­mert waren. Diese Ergeb­nisse lassen sich nicht einfach so auf den Menschen über­tragen.

Außerdem lassen sich bestimmte Parameter, wie beispiels­weise die Gehirn­leis­tung gar nicht so einfach messen.

Eine Studie an in Gefan­gen­schaft lebenden Rhesus­affen zeigte beispiels­weise, dass die Verab­rei­chung bestimmter Omega-3-Fett­säuren über lange Zeiträume hinweg zu einer stärkeren Vernet­zung bestimmter Hirn­re­gionen führte.

Die entspre­chenden Werbe­texte sugge­rieren eine Verbes­se­rung der Gehirn­leis­tung beim Menschen.

Hier muss bedacht werden, dass die Gehirne der Affen aufgrund ihrer langen Gefan­gen­schaft vermut­lich nicht besonders gut trainiert waren, und sich viel­leicht nur deswegen unter dem Einfluss der Omega-3-Fett­säuren verändert haben.

Aus dieser Beob­ach­tung zu schließen, dass sich die Denk­leis­tung eines gesunden Menschen in Freiheit durch die Einnahme der Fettsäure auf die gleiche Weise steigern lässt, ist sehr gewagt. Genau das wird in den Werbe- und Verkaufstexten aller­dings sugge­riert.

Die verdeckte Gefahr von Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mitteln

Nahrungs­ergänzungs­mittel bergen eine Gefahr, die die meisten Menschen nicht auf dem Schirm haben: Unser west­li­cher Lebens­stil begüns­tigt Faulheit. Wir lieben es, auf dem Sofa zu gammeln und Fast Food zu essen. Außerdem leiden viele von uns selbst­ver­schuldet unter einem chro­ni­schen Schlaf­mangel.

Erst wenn der Leidens­druck in Form eines schlechten Gewissens groß genug ist, tun wir etwas für unsere Gesund­heit: Sport, gesunde Ernährung, Entspan­nung und Pausen.

Es ist ein gewisser Druck erfor­der­lich, damit wir uns etwas Gutes tun. Nahrungs­ergänzungs­mittel redu­zieren diesen Druck, weil wir glauben, dass wir uns durch die Nahrungs­ergänzungs­mittel bereits Gutes tun.

Diese Sicht­weise entspricht dem, was sich in der Realität häufig beob­achten lässt.

Das Problem in einem Satz: Das Gute ist der Feind des Besten

Für jedes Problem gibt es mehrere Lösungen. Es gibt sehr gute Lösungen, gute Lösungen, mittel­mä­ßige Lösungen und Schein­lö­sungen.

Am Beispiel von Geld lässt sich dieses Konzept am besten erklären. Ich kann meine 1.000 Euro sehr gut, gut oder mittel­mäßig anlegen.

Nach ein paar Tagen wird sich mein Konto­stand bei jeder dieser drei Anla­ge­formen nur unwe­sent­lich verändert haben.

Über sehr lange Zeiträume werde ich bei der sehr guten Geld­an­lage um ein Viel­fa­ches mehr Geld verdient haben, als bei der mittel­mä­ßigen Geld­an­lange.

Für die Gesund­heit sollte das gleiche gelten: Die beste Inves­ti­tion in die Gesund­heit wirkt sich lang­fristig deutlich besser aus, als eine mittel­mä­ßige Inves­ti­tion in die Gesund­heit.

Fazit

Wenn du Nahrungs­ergänzungs­mittel einnehmen möchtest, sei dir zumindest im Klaren darüber, zu welchem Zweck dies geschehen soll, und welche Möglich­keiten du sonst noch hättest, um diese Fähigkeit/Eigenschaft zu verbes­sern.

Dass viele Menschen einfach nur irgend­etwas einwerfen, ohne genau zu wissen, warum sie das tun, zeigt sehr schön, wie sehr wir doch von der Werbung beein­flusst werden.

Wenn du deine Gehirn­leis­tung (Konzen­tra­tion etc.) verbes­sern möchtest, empfehle ich dir die Methoden aus meinem Über­sichts­ar­tikel über effektive Methoden zur Konzen­tra­ti­ons­stei­ge­rung. Mit den dort beschrie­benen Maßnahmen wirst du mehr erreichen können, als mit Nahrungs­ergänzungs­mitteln, Nootro­pika und Co.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Gehirntuning

Nur der Voll­stän­dig­keit wegen hier noch eine Auflis­tung verschie­dener Präparate, die mit einer Stei­ge­rung der Gehirn­leis­tung beworben werden:

Diese Mittel könnten die Konzen­tra­tion und Gehirn­leis­tung verbes­sern

Die folgende Auflis­tung erhebt keinen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit.

Dass mein Ziel mit dieser Seite nicht darin besteht, Nahrungs­ergänzungs­mittel schön­zu­reden, sollte mitt­ler­weile klar geworden sein.

Asta­xan­thin – das super-Anti­oxi­dant

Chemisch betrachtet ist Asta­xan­thin ein fett­lös­li­chen Caro­ti­noid. Es ist der Farbstoff, der Krebs­tieren ihre charak­te­ris­ti­sche rote Färbung verleiht. Herge­stellt wird Asta­xan­thin in Grünalgen, die von den Krebs­tieren gefressen werden.

Asta­xan­thin wirkt sich Studien zufolge positiv auf die Frucht­bar­keit und Immun­ab­wehr von Fischen aus. Eine neuro­pro­tek­tive und blut­druck­sen­kende Wirkung wurden außerdem bei Ratten nach­ge­wiesen.

Asta­xan­thin gilt als das stärkste Anti­oxi­dant der Welt. Da es die Blut-Hirn-Schranke über­winden kann, wird vermutet, dass es in Nerven- und Gehirn­zellen Entzün­dungen redu­zieren und freie Radikale abfangen könnte.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 16 €.

Es wird häufig empfohlen, Asta­xan­thin nicht in Form von Pillen, sondern auf natür­li­chem Wege aufzu­nehmen, beispiels­weise in Form von Wildlachs oder Krillöl.

Krillöl

Das aus antark­ti­schem Krill isolierte Öl hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fett­säuren. Studien deuten auf eine für die Gesund­heit positive Wirkung hin, aber die Ergeb­nisse sind umstritten. Viel­leicht ist Krillöl „besser“ als Fischöl-Kapseln, viel­leicht aber auch nicht.

Eine Dosis von 60 Kapseln kostet etwa 25 €.

L-Tyrosin

L-Tyrosin ist eine Vorstufe von Neuro­trans­mit­tern wie Dopamin. Dopamin gilt als ein „Glücks­hormon“. Die Einnahme hoher Dosen L-Tyrosin führt zu einer Senkung des Dopa­min­spie­gels.

Angeblich steigert die Einnahme von L-Tyrosin die Denk­leis­tung, die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und die geistige Fitness. Stress wird angeblich reduziert.

Eine Dosis von 120 Kapseln kostet etwa 22 €.

Guarana-Extrakt

Guarana ist eine Pflan­zenart die im Amazo­nas­be­cken vorkommt und zu den soge­nannten Seifen­baum­ge­wächsen zählt. Die koffe­in­hal­tigen Samen haben eine anregende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.

Eine Dosis von 30 Kapseln kostet etwa 18 €.

Ginkgo biloba-Extrakt

Ginkgo ist eine Baumart, die ursprüng­lich aus China kommt, mitt­ler­weile aber überall auf der Welt ange­pflanzt wird. Ginkgo fördert die Durch­blu­tung und verbes­sert die Fließ­ei­gen­schaften von Blut.

Ginkgo wird zur Behand­lung von Gedächt­nis­stö­rungen und Konzen­tra­ti­ons­stö­rungen einge­setzt. Ginkgo-Extrakt soll die Gedächt­nis­leis­tung und das Lern­ver­mögen fördern.

Eine Dosis von 365 Kapseln kostet etwa 22 €.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Gingko biloba

Doco­sa­he­xan­säure (DHA) / Eico­sapen­tan­säure (EPA)

Bei DHA und EPA handelt es sich um mehrfach unge­sät­tigte Omega-3-Fett­säuren. Sie werden von bestimmten Algen produ­ziert und kommen in allen Lebewesen vor, die sich von diesen Algen (und von den Algen­fres­sern) ernähren. Je weiter oben ein Lebewesen in der Nahrungs­kette steht, umso mehr DHA/EPA enthält es. Fette Seefische wie Lachs und Hering enthalten große Mengen dieser Fett­säuren.

Da es sich bei DHA/EPA um Membran­be­stand­teile, insbe­son­dere von Nerven- und Gehirn­zellen handelt, soll sich die Einnahme von DHA/EPA positiv auf die Gehirn­leis­tung auswirken.

DHA kann nach­weis­lich den Blutdruck und die Herz­fre­quenz senken. Lang­zeit­ver­suche an Rhesus­affen deuten darauf hin, dass DHA älteren Menschen dabei helfen könnte, ihre kogni­tiven Fähig­keiten zu erhalten. Eine Verbes­se­rung der Symptome bei ADHS wurde ebenfalls vermutet.

Eine Jahres­disis von 120 Kapseln kostet etwa 20 €.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Vitamine

Vitamin D

Die D-Vitamine sind eine Gruppe fett­lös­li­cher Vitamine, deren wich­tigster Vertreter Vitamin D3 ist. Tatsäch­lich ist Vitamin D kein Vitamin, sondern ein so genanntes Proto­hormon. Der mensch­liche Körper kann Vitamin D auf seiner Haut selbst herstellen, wenn diese dem Sonnen­licht ausge­setzt ist. Die Fähigkeit der Haut Vitamin D herzu­stellen hängt neben der Hautfarbe auch vom Alter der jewei­ligen Person ab. Je heller die Haut, und je jünger der Mensch, umso leichter wird Vitamin D synthe­ti­siert.

In geringen Mengen ist Vitamin D auch in bestimmten Nahrungs­mit­teln enthalten, aller­dings reicht die Menge des über die Nahrung aufge­nom­menen Vitamin D3 nicht aus um den Tages­be­darf zu decken.

Ein schwerer Vitamin D-Mangel, der in Deutsch­land selten ist, kann Demenz, Parkinson, Hirn­leis­tungs- und Schlaf­stö­rungen sowie Tages­mü­dig­keit begünstigen/verursachen.

Eine Jahres­ra­tion von 365 Kapseln kostet 17 €.

B-Vitamine

Zu den B-Vitaminen zählen insgesamt acht wasser­lös­liche Vitamine. Mit Ausnahme von Vitamin B12 kann der Körper diese Vitamine nicht speichern, so dass sie konti­nu­ier­lich über die Nahrung aufge­nommen werden müssen.

Unter anderem sind die B-Vitamine auch an der Bildung von Neuro­trans­mitten beteiligt. Ein Mangel von B-Vitaminen kann mit Störungen des Gehirns, wie beispiels­weise Stim­mungs­schwan­kungen, sowie Gedächtnis- und Konzen­tra­ti­ons­stö­rungen einher­gehen.

Dass ein Vitamin­mangel einige Gehirn­funk­tionen beein­träch­tigt, bedeutet natürlich nicht, dass ein Über­schuss derglei­chen diese Gehirn­funk­tionen über das normale Maß hinaus verbes­sert.

Eine Dosis mit 180 Tablette (enthält alle B-Vitamine) kostet etwa 15 €.

Nahrungs­ergänzungs­mittel fürs Gehirn - Schlau werden

Fazit: Sind Nootro­pika und Nahrungs­ergänzungs­mittel sinnvoll fürs Gehirn?

Bestimmte Nahrungs­ergänzungs­mittel können mögli­cher­weise einen positiven Effekt auf die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und Denk­leis­tung haben. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Zusam­men­hänge sehr komplex sind, und dass die Studi­en­lage längst nicht so klar und eindeutig ist, wie sie von den Verkaufstexten im Internet gerne darge­stellt wird.

Fast jede Webseite, die Nahrungs­ergänzungs­mittel erklärt, hat ein Interesse daran, diese Mittel möglichst vorteil­haft zu präsen­tieren, damit sie möglichst oft gekauft werden, sodass Geld in die Kasse gespült wird.

Es ist vermut­lich kein Fehler, sich wohl­über­legt die eine oder andere Kapsel einzu­werfen. Bedingt durch unseren Lebens­wandel, der viele von uns tagsüber in geschlos­senen Räumen gefangen hält, ist eine künst­liche Versor­gung mit Vitamin D vor allem im Winter vermut­lich keine schlechte Idee.

Wer sich vege­ta­risch oder vegan ernährt, sollte sich um seine Vitamin B12-Versor­gung kümmern.

Wer sich bislang mit Kaffee wach hält, kann es ja mal mit Guarana probieren. Guarana soll das Koffein langsamer ins Blut abgeben, als das bei Kaffee der Fall ist. Die Wirkung von Guarana hält also länger an, als die Wirkung von Kaffee.

Was man aller­dings nicht tun sollte, ist zu glauben, dass man durch die Einnahme von Nahrungs­ergänzungs­mitteln bereits genug für seine Gesund­heit getan hat. Genau darin liegt meiner Ansicht nach nämlich die größte Gefahr.

Ich persön­lich nehme übrigens keine Nahrungs­ergänzungs­mittel. Zur Stei­ge­rung der Gehirn­leis­tung empfehle ich, wie schon gesagt, die Methoden aus meinem Über­sichts­ar­tikel über effektive Maßnahmen zur Konzen­tra­ti­ons­stei­ge­rung.

Ich wünsche dir viel Erfolg!
Jan Höpker

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Eines Tages wachte ich auf und stellte fest, dass ich über viele spannende Themen nicht nur nichts wusste, sondern nicht einmal wusste, dass ich nichts über sie wusste (trotz Studium und Promotion). Seitdem lese ich viele schlaue Bücher und mache mir Gedanken, die ich auf dieser Webseite veröf­fent­liche.

Meine Artikel gehen in die Tiefe, weil ich für Ober­fläch­lich­keit keine Zeit habe. Warum die Seite HabitGym heißt? Weil es nicht darum geht, Dinge nur zu wissen, sondern Wissen auch anzu­wenden, was einiger Übung bedarf. Auch Geld ist nur ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Zurzeit arbeite ich übrigens an meiner zweiten Million – die erste Million hat leider nicht geklappt ;)

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P.S.: Mitt­ler­weile bin ich selbst Autor mehrerer Bücher (siehe hier).

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