Nahrungs­er­gän­zungs­mittel

Geschrieben am 11. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Stoffe, die den eigenen Körper­zellen helfen, in der Regel auch Krebs­zellen helfen.

Es ist bekannt, dass Menschen, die über die Nahrung mehr Beta-Carotin aufnahmen, seltener an bestimmten Krebs­arten wie zum Beispiel Lungen­krebs erkrankten. Man schluss­fol­gerte, dass die Supple­men­ta­tion von isoliertem Beta-Carotin vor der Entste­hung von Lungen­krebs schützen würde. Wie sich im Rahmen von Studien jedoch uner­war­te­ter­weise heraus­stellte, erkrankten Personen, die Beta-Carotin supple­men­tierten nicht seltener, sondern häufiger an Lungen­krebs (Quelle1 Quelle2).

Einen ähnlichen Effekt musste man bei reinen Vitamin-E- und Vitamin-A-Präpa­raten fest­stellen: Die Probanden mehrerer Vitamin-Studien erkrankten und verstarben nicht seltener, sondern häufiger an kardio­vasku­lären Erkran­kungen oder Krebs (Quelle1 Quelle2 Quelle3 Quelle4 Quelle5 Quelle6 Quelle7).

Viel­leicht waren dieje­nigen, die über ihre Nahrung mehr Beta-Carotin (und/oder Vitamin A und Vitamin E) aufnahmen nicht gesünder, weil sie mehr Beta-Carotin aufnahmen, sondern obwohl sie mehr Beta-Carotin aufnahmen!? Wer über seine Ernährung mehr Vitamine aufnimmt, isst einfach mehr Obst und Gemüse. In Obst und Gemüse sind tausende Stoffe enthalten. Warum sollte der positive gesund­heit­liche Effekt ausge­rechnet von den paar Substanzen ausgehen, wir bereits kennen? Sehr wahr­schein­lich kommt es auf das Zusam­men­spiel bzw. die Kombi­na­tion mehrerer Substanzen an.

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