
Das Wichtigste in Kürze:
- Persönliche Ziele sind eine Grundvoraussetzung für Freiheit und Selbstbestimmung. Wer keine eigenen Ziele verfolgt, wird ganz schnell Teil der Ziele und Pläne von anderen.
- Erlebnis-Ziele steigern die Lebensfreude, Haben-Ziele verringern sie. Ziele, die auf erfüllende soziale Beziehungen und persönliches Wachstum ausgerichtet sind, machen uns glücklicher als solche, die sich um materiellen Besitz drehen.
- Es gibt verschiedene Arten von Zielen, die unterschiedliche strategische Herangehensweisen erfordern. Zum Beispiel sollten Zwischenziele die fünf SMART-Kriterien erfüllen: spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und terminiert. Endziele sollten dagegen vage formuliert sein.
- Die Größe eines Ziels sollte mit Bedacht gewählt werden. Beginne mit kleinen, erreichbaren Zielen, um Momentum aufzubauen. Später kannst und solltest du deine Ambitionen schrittweise erhöhen.
- Die Zielplanung muss regelmäßig angepasst werden. Umsetzungspläne müssen regelmäßig überarbeitet werden. Der Wert liegt im Planungsprozess selbst und der dadurch gewonnenen Klarheit.
- Erfolg sollte nicht an Resultaten, sondern an Handlungen gemessen werden. Fokussiere dich auf die Schritte, die du unternimmst, und betrachte Rückschläge als Lernerfahrung, die dich weiterbringt.
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Persönliche Ziele sind Bestrebungen von Privatpersonen, bei denen es darum geht, das eigene Leben zu verbessern und/oder über sich selbst hinauszuwachsen.
Im Zusammenhang mit persönlichen Zielen gibt es einige Fallstricke. Ungünstig gewählte und/oder schlecht formulierte Ziele lassen sich nur schwer erreichen (wenn überhaupt).
Laut einer Umfrage werden nur 12 Prozent aller guten Vorsätze dauerhaft umgesetzt.
In diesem Artikel zeige ich dir:
- Wie du persönliche Ziele findest, die zu dir passen.
- Wie du deine Ziele optimal formulierst.
- Wie du deine Ziele am Ende auch erreichst.
Doch zuvor sollten wir uns noch einmal anschauen, warum persönliche Ziele überhaupt sinnvoll sind.
Inhaltsverzeichnis:
- Persönliche Ziele sind eine Bereicherung
- Wie du das richtige Ziel findest
- Wie du deine Ziele richtig formulierst
- Wie du dein Ziele erreichst
Persönliche Ziele sind eine Bereicherung
Alle Menschen haben Träume.
Aber nur die wenigsten verfolgen persönliche Ziele. Denn viele Menschen gehen davon aus, dass sie am glücklichsten sind, wenn sie sich in ihrer Freizeit ziellos treiben lassen können.
Woher kommt die Abneigung gegen Ziele?
In der Kindheit werden die Ziele meist von außen vorgegeben. Viele Menschen dürften in dieser Zeit schlechte Erfahrungen gemacht haben. In ihrer Freizeit waren sie glücklicher.
Die Arbeit an fremden Zielen macht auch erwachsene Menschen nicht glücklich. Aber eigene Ziele sind eine völlig andere Kategorie.
Schauen wir uns die zahlreichen positiven Auswirkungen persönlicher Ziele einmal genauer an.
Persönliche Ziele fördern Freiheit und Selbstbestimmung
Jim Rohn hat gesagt:
„Du brauchst einen eigenen Plan.
Sonst wirst du ganz schnell Teil des Plans von anderen.
Und rate mal, was die anderen für dich geplant haben.
Nicht viel.“
Viele Menschen schuften den ganzen Tag und kommen doch nicht vom Fleck.
Die Betroffenen haben oft eines gemeinsam: Sie wissen nicht, was sie vom Leben wollen. Darum bekommen sie das, was die anderen für sie vorgesehen haben: sinnbefreite Arbeit. Betäubung. Konsum.
Wer selbstbestimmt in Freiheit leben möchte, braucht eigene Ziele.
Persönliche Ziele sorgen für Wachstum
Ambitionierte Ziele garantieren persönliches Wachstum.
Denn die Zielverfolgung zwingt uns dazu, uns immer wieder neues Wissen und neue Fähigkeiten anzueignen, die wir für die Zielerreichung brauchen. Und wer nicht an seinen Zielen wächst, entwickelt sich zurück. Denn es gibt keinen Stillstand.
Wer sich weiterentwickeln möchte, braucht eigene Ziele.
Persönliche Ziele steigern die Lebensfreude
Es gibt zwei grundverschiedene Arten von Zielen:
- Extrinsische Ziele drehen sich um unseren Besitz.
- Intrinsische Ziele drehen sich um unseren Zustand.
Dr. Katharina Tempel erklärt: Intrinsische Ziele zahlen auf unser Lebensfreude-Konto ein, extrinsische Ziele verringern unsere Lebensfreude. Wer persönliches Wachstum und/oder erfüllende soziale Beziehungen anstrebt, wird dadurch glücklicher. Wer nach Geld und Ruhm strebt, macht sich unglücklich.
Wer glücklich werden will, braucht intrinsische Ziele.
Meine Empfehlung:
1. Wie du das richtige Ziel findest
Leider kennt die deutsche Sprache nur ein Wort für „Ziel“, obwohl es verschiedene Arten von Zielen gibt.
Die englische Sprache wird der Vielfalt besser gerecht: Goal, Purpose (im Sinne von Zwischenziel), Purpose (im Sinne von Zweck), Aim, Objective, Target, Destination.
Diese Ziel-Arten sind für die Zielsetzung von Bedeutung:
- Goal (Endziel): Ein großes Ziel, das irgendwann in der nicht näher bestimmten Zukunft erreicht werden soll. Beispiel: Ein bemanntes Raumschiff mit Siedlern zum Planeten Mars schicken.
- Purpose (Zweck): Der Grund, aus dem das Endziel als sinnvoll erachtet wird. Beispiel: Um sicherzustellen, dass die Spezies Mensch nicht ausstirbt, falls die Erde von einem großen Meteoriten getroffen wird.
- Purpose (strategisches Zwischenziel): Ein Zwischenziel, an dem kein Weg vorbei führt. Beispiele: Geld auftreiben; ein Raumschiff bauen; Siedler rekrutieren.
- Target (taktisches Zwischenziel): Ein Etappenziel, das sich ergibt, wenn ein strategisches Zwischenziel weiter heruntergebrochen wird. Beispiele: Bis Ende nächster Woche eine überzeugende Präsentation erstellen. Bis zum Ende des Quartals mit zwanzig potenziellen Geldgebern sprechen.
Da es mehrere Lebensbereiche gibt und du in deinem Leben mehrere Rollen einnimmst, kannst (und solltest) du mehrere Endziele haben. Diese Ziele sollten sich gegenseitig unterstützen und sich möglichst nicht gegenseitig behindern.
Beispiele für Lebensbereiche
- Karriere
- Finanzen
- Bildung
- Familie
- Kunst
- Mindset (geistige Einstellung)
- Körper
- Wohlbefinden
- Dienst an anderen Menschen
Beispiele für Rollen
- Mensch
- Partner
- Schüler
- Student
- Angestellter
- Unternehmer
Deine Endziele sind oft schon nebulös in dir vorhanden. Damit du gezielt an ihnen arbeiten kannst, musst du sie dir bewusst machen.
Dabei kann die folgende Übung helfen:
Ergebnisorientierte Visualisierung
Das Ziel dieser Übung besteht darin, motivierende Endziele für die verschiedenen Lebensbereiche und/oder Rollen zu finden.
Konkrete Schritte
- Wähle einen Lebensbereich und/oder eine deiner Rollen aus.
- Mache es dir bequem, schließe die Augen und versuche dir bildhaft und möglichst detailreich vorzustellen, wo du dich in ferner, nicht näher bestimmter Zukunft siehst.
- Schreibe möglichst viele Details deiner Wunschvorstellung auf.
Optional: Wiederhole die Visualisierung mit weiteren Rollen und/oder Lebensbereichen.
Bei dieser Übung können ganz verschiedene Arten von Endzielen an die Oberfläche kommen. Einige haben das Potenzial, dich und dein Leben zu verbessern, andere würden dir eher schaden.
Als Nächstes solltest du die schlechten Ziele aussortieren.
Ziele hinterfragen
Diese Fragen helfen dir dabei, die schlechten Ziele zu erkennen:
- Was ist der Zweck des Ziels? (Warum willst du dieses Ziel erreichen?)
- Ist es dein eigenes Ziel? (Oder ist es die Erwartung von jemand anderem?)
- Ist das Ziel realistisch?
- Harmoniert das Ziel mit deinen Werten?
Du solltest nur erstrebenswerte Ziele verfolgen, die realistisch sind und mit deinen Werten harmonieren.
Exkurs: Wie groß sollten Ziele sein?
Einige Experten sagen, dass man sich große Ziele setzen sollte, andere raten dazu, realistisch zu bleiben. Wer hat recht?
Sowohl große als auch realistische Ziele haben Vor- und Nachteile.
Der Vorteil eines großen Ziels besteht darin, dass es zur Höchstleistung motiviert. Wer die Sterne anpeilt, aber nur den Mond erreicht, hat dennoch Beachtliches geleistet. Trotzdem wird es sich wie ein Verlust anfühlen. Denn Erfolg wird am Ziel gemessen. Und das wurden de facto nicht erreicht.
Wer sich immer wieder große Ziele setzt und sie nicht erreicht, läuft Gefahr, auszubrennen und die Motivation zu verlieren. Wozu ein Spiel spielen, das man nicht gewinnen kann?
Realistische Ziele werden fast immer erreicht. Aber absolut gemessen, schöpft man nicht das volle Potenzial aus.
Der beste Weg könnte sein, mit kleinen Zielen zu beginnen und die Größe der nächsten Ziele schrittweise zu erhöhen. Mit dieser Strategie wird zunächst Momentum, Selbstwirksamkeit und Zuversicht aufgebaut, um später das maximal Mögliche zu erreichen.
2. Wie du deine Ziele richtig formulierst
Deine Endziele können nicht auf direktem Weg erreicht werden.
Du brauchst einen Aktions- oder Umsetzungsplan. Denn ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch. Darum müssen deine Endziele in kleinere Teilziele zerlegt werden. Diese lassen sich verschiedenen Kategorien zuordnen:
- Zu beschaffende Informationen.
- Zu knüpfende Kontakte.
- Anzueignende Fähigkeiten.
- Anzueignende Gewohnheiten.
Deine Teilziele müssen dann noch in konkrete To-dos heruntergebrochen werden. Man nennt das Salamitaktik oder Reverse-Engineering.
Dein Endziel darf nicht nur, es sollte sogar vage formuliert sein. Das gilt insbesondere für den Zeitpunkt der Zielerreichung. Bei deinen Teilzielen ist das anders: Hier kommt es auf Klarheit an.
Das Maß aller Dinge zum Formulieren von Teilzielen ist die SMART-Formel.
Meine Empfehlung:
Die SMART-Formel
Das Akronym S.M.A.R.T. steht für 5 Kriterien, die deine Teilziele erfüllen sollten:
- Specific (spezifisch)
- Measurable (messbar)
- Achievable (erreichbar)
- Reasonable (realistisch)
- Time Bound (terminiert)
Wie du die SMART-Formel konkret anwendest, erkläre ich dir in einem Artikel über die SMART-Methode.
Best Practices zur Formulierung von Zielen
- Formuliere deine Ziele schriftlich, am besten handschriftlich.
- Hin-zu-Ziele sind besser als Weg-von-Ziele.
- Miss deinen Erfolg an deinen Handlungen, nicht an den Resultaten.
Weitere Hilfsmittel für die Zielverfolgung
Neben konkreten To-dos sind ausformulierte Prinzipien und Wenn-dann-Pläne nützliche Werkzeuge für die Zielverfolgung.
Im Prinzip handelt es sich um im Voraus getroffene Entscheidungen. Ein Prinzip ist allgemein gehalten, ein Wenn-dann-Plan bezieht sich auf eine konkrete Situation.
Beispiele für Prinzipien und Wenn-dann-Pläne
Prinzipien:
- Ich lasse keine Ausreden zu.
- Ich esse nach 18 Uhr keine Kohlenhydrate.
- Ich gehe vor Mitternacht ins Bett.
Wenn-dann-Pläne:
- Wenn mir eine Zigarette angeboten wird, lehne ich ab.
- Wenn der Wecker klingelt, stehe ich sofort auf.
- Wenn ich müde werde, gehe ich für 10 Minuten an die frische Luft.
3. Wie du dein Ziele erreichst
Wenn dein Plan steht, ist der Rest ein Kinderspiel. Denn alles, was konkret zu tun ist, steht ja auf dem Plan.
Schön wär’s!
Helmuth Moltke hat es treffend auf den Punkt gebracht:
„Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt.“
Schon bald werden Dinge passieren, die deinen Plan hinfällig machen. Trotzdem war es gut und richtig, dass du geplant hast. Der ehemalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower hat dazu gesagt:
„Pläne sind unwichtig, aber Planen ist alles.“
Denn wer geplant hat, hat sich Gedanken gemacht. Und diese Gedanken sind das, worauf es ankommt.
Dein Plan muss regelmäßig überarbeitet werden. Das Endziel bleibt bestehen, aber der Weg dorthin ändert sich.
Abschließende Tipps zur Zielerreichung
- Gehe heute noch den ersten Schritt. Sonst besteht die Gefahr, dass du niemals losläufst.
- Schreibe dein Endziel und das jeweils aktuelle Zwischenziel jeden Tag handschriftlich auf.
- Sorge für realistische Erwartungen (Hier erfährst du, was du auf dem Weg zum Ziel realistischerweise erwarten kannst).
- Betrachte Rückschläge als Lernerfahrung. Je mehr Fehler du machst, umso mehr lernst du.
- Feiere deine Erfolge und sei dankbar für das, was du bereits erreicht hast.
- Vermeide unnötigen Perfektionismus.
Ich wünsche dir viel Erfolg!
Meine Empfehlung:


Super Artikel :)
Zielsetzung und die Methoden dazu wirklich detailliert geschildert und erklärt. Ich finde in diesem Zusammenhang noch das IKIGAI Prinzip spannend.
Danke für deine Arbeit!
LG,
Flo von Lebensplanet
Hallo Jan,
danke für deinen tollen Beitrag, der das Thema „Ziele“ sehr umfassend behandelt. Alles sehr ausführlich und empfehlenswert :)
Viele Grüße
Lucas von Erfolgsquelle
Ziele sind der Schlüssel für langristigen Erfolg. Zusätzlich kann ich diesen Beitrag empfehlen, der u.a. eine Schritt für Schritt-Anleitung enthält, wie man seine Ziele erreicht: [Der Link wurde von der Redaktion entfernt]
Hallo Julian,
Vielen Dank für deinen Kommentar. Den von dir geposteten Link musste ich leider entfernen. (Ich habe deinen Artikel gelesen und für gut befunden, aber plumpe Eigenwerbung wird hier aus Prinzip nicht geduldet.)
Viele Grüße,
Jan