Die Sala­mi­taktik – große Projekte problemlos bewäl­tigen

Zuletzt aktua­li­siert am 26. Juni 2019 von Dr. Jan Höpker.

Die Sala­mi­taktik ist ein Konzept aus dem Projekt- und Zeit­ma­nage­ment, mit dem sich große Projekte effektiv bewäl­tigen lassen. Die Gesamt­auf­gabe wird in kleinere Teil­auf­gaben zerlegt, die anschlie­ßend der Reihe nach abge­ar­beitet werden. Durch diese Vorge­hens­weise wird das Problem gelöst, dass Menschen bei größeren Projekten oft einfach nicht wissen, womit sie anfangen sollen. Ein sinn­voller erster Schritt ist, einen Plan zu erstellen, der auf der Sala­mi­taktik basiert.

„Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück!“

Das klingt trivial, und ist es auch!

Ein chine­si­sches Sprich­wort besagt:

„Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzu­tragen.“

Die Sala­mi­taktik

Tatsäch­lich können wir gar nicht anders, als die Sala­mi­taktik anzu­wenden. Der Trick besteht darin, sie bewusst anzu­wenden, denn auf diese Weise wird ein psycho­lo­gi­sches Problem umgangen.

Die Psycho­logie der großen Aufgaben

Um die Macht der kleinen Schritte zu verstehen, müssen wir uns die Arbeits­weise des Gehirns bewusst machen. Vor jeder anste­henden Aufgabe überprüft das Gehirn, ob diese sinnvoll und unge­fähr­lich ist. Es führt eine Simu­la­tion der Aufgabe durch, um in Erfahrung zu bringen, wie wir emotional auf die Durch­füh­rung und das Ergebnis reagieren würden. Nur, wenn die entspre­chende Handlungsoption voraus­sicht­lich zu einem positiven Ergebnis führen wird, gibt das Gehirn »grünes Licht« und erzeugt Moti­va­tion. Dabei gilt: Keine Moti­va­tion bedeutet keine Handlung.

  • Ein Stück Kuchen in den Mund stecken: positives Ergebnis.
  • Die Lieb­lings­tasse des Chefs an die Wand werfen: negatives Ergebnis.

Der entschei­dende Punkt ist, dass das Gehirn nur solche Aufgaben simu­lieren kann, die wir uns bildhaft vorstellen können. Was zu abstrakt ist, kann nicht simuliert werden. Wenn das der Fall ist, werden wir kaum motiviert sein, die abstrakte Aufgaben anzugehen.

  • Früh­jahrs­putz.
  • Prüfungs­vor­be­rei­tung.
  • Part­ner­suche.

Bei diesen abstrakt formu­lierten Aufgaben wird der Simulator im Gehirn sehr wahr­schein­lich streiken. In meinem Kopf läuft da jeden­falls kein kompletter Kurzfilm ab, und ich wette, dass es bei dir genauso ist. Das heißt: keine Moti­va­tion!

Nur mithilfe unseres Bewusst­seins können wir abstrakte Groß­pro­jekte in Teil­auf­gaben herun­ter­bre­chen, mit denen der Simulator etwas anfangen kann.

  • Was muss beim Früh­jahrs­putz konkret getan werden?
  • Was genau muss für die Prüfung gelernt werden?
  • Usw.

Wie man die Sala­mi­taktik konkret anwendet

  1. Breche die abstrakten Aufgaben so lange in Teil­auf­gaben herunter, bis du nur noch Aufgaben vorliegen hast, deren Durch­füh­rung du dir vor deinem geistigen Auge von Anfang bis Ende vorstellen kannst.
  2. Schreibe alle Teil­schritte in einer logischen Reihen­folge auf.
  3. Führe die einzelnen Schritte der Reihe nach durch.

Nicht jede abstrakte Aufgabe muss zerlegt werden

Es wird immer wieder Schritte geben, die zwar abstrakt sind, die für die Planung aber nicht weiter herun­ter­ge­bro­chen werden müssen, weil du sie in der Vergan­gen­heit bereits oft genug durch­ge­führt hast. Ein typisches Beispiel wäre das Einkaufen. Natürlich ist »einkaufen« abstrakt, aber da wir in der Regel auf die immer gleiche Art und Weise einkaufen, muss das Gehirn nicht simu­lieren – es kann auf Erin­ne­rungen im emotio­nalen Gedächtnis zurück­greifen.

Mehr zum Thema Zeit­ma­nage­ment

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Ich wünsche dir viel Erfolg!
Jan Höpker

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Eines Tages wachte ich auf und stellte fest, dass ich über viele spannende Themen nicht nur nichts wusste, sondern nicht einmal wusste, dass ich nichts über sie wusste (trotz Studium und Promotion). Seitdem lese ich viele schlaue Bücher und mache mir Gedanken, die ich auf dieser Webseite veröf­fent­liche.

Meine Artikel gehen in die Tiefe, weil ich für Ober­fläch­lich­keit keine Zeit habe. Warum die Seite HabitGym heißt? Weil es nicht darum geht, Dinge nur zu wissen, sondern Wissen auch anzu­wenden, was einiger Übung bedarf. Auch Geld ist nur ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Zurzeit arbeite ich übrigens an meiner zweiten Million – die erste Million hat leider nicht geklappt ;)

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