Wie man große Projekte einfach bewältigt (die Sala­mi­taktik)

Du stehst vor einer großen Aufgabe und weißt nicht, wie du sie angehen sollst? Viel­leicht hast du sogar schon einen Versuch unter­nommen, aber die Größe deiner Aufgabe hat dich vor Ehrfurcht erstarren lassen? Hier erfährst du, wie du deine große Aufgabe einfach und motiviert bewäl­tigst – mit der soge­nannten Sala­mi­taktik.

Die Salamitaktik

„Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück!“

Klingt trivial. Ist es auch!

Ein chine­si­sches Sprich­wort bringt es sehr schön auf den Punkt:

„Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzu­tragen.“

Die Sala­mi­taktik

Die Sala­mi­taktik ist ein beliebtes Konzept aus dem Projekt- und Zeit­ma­nage­ment.

Tatsäch­lich kann man gar nicht anders, als die Sala­mi­taktik anzu­wenden. Der Trick besteht darin, sie bewusst anzu­wenden, denn dadurch umgehen wir ein psycho­lo­gi­sches Problem.

Die Psycho­logie der großen Aufgaben

Um die Macht der kleinen Schritte verstehen zu können, müssen wir uns die Funk­ti­ons­weise unseres Gehirns klar machen.

Vor jeder anste­henden Handlung prüft das Gehirn, ob diese Handlung tatsäch­lich durch­ge­führt werden sollte. Das Gehirn simuliert sozusagen die Handlung durch, um in Erfahrung zu bringen, wie wir emotional auf das Ergebnis reagieren würden.

Wird die entspre­chende Handlung zu einem erstre­bens­werten Ergebnis führen? Etwas verein­facht gespro­chen erzeugt das Gehirn nur dann Moti­va­tion, wenn die Handlung voraus­sicht­lich zu einem Ergebnis führt, das sich gut anfühlt. Dabei gilt: Keine Moti­va­tion – keine Handlung.

  • Eine Süßigkeit in den Mund stecken. Gute Emotion!
  • Eine Tasse gegen die Wand werfen. Schlechte Emotion!

Der entschei­dende Punkt ist, dass das Gehirn nur solche Hand­lungen simu­lieren kann, die es sich vorstellen kann. Was zu abstrakt ist, kann nicht simuliert werden. Wir werden daher nur selten motiviert sein, abstrakte Projekte anzugehen, wie zum Beispiel …

  • Den Keller aufzu­räumen.
  • Auf eine Prüfung zu lernen.
  • Uns einen neuen Partner zu suchen.
  • Etc.

Der Simulator in unserem Kopf weiß einfach nicht, was das bedeutet. Der Simulator weiß nicht, wie unsere Hände und Füße beim Aufräumen des Kellers konkret bewegt werden müssen? Entspre­chend weiß er nicht, wie es sich anfühlen wird und ob Moti­va­tion erzeugt werden sollte.

Nur mit Hilfe unseres Bewusst­seins können wir komplexe Aufgaben in Teil­auf­gaben herun­ter­bre­chen, die der Simulator verar­beiten kann.

Was muss beim Aufräumen des Kellers konkret getan werden?

  • Erstmal runter gehen und gucken.
  • Dann Entscheiden, was wegge­worfen werden kann.
  • Die entspre­chenden Gegen­stände nach draußen tragen.
  • Usw.

Wie man die Sala­mi­taktik konkret anwendet

Breche die abstrakten Aufgaben so lange in Teil­auf­gaben herunter, bis du nur noch Aufgaben hast, deren Durch­füh­rung du dir vor deinem inneren Auge bildlich vorstellen kannst.

Schreibe alle Schritte der Reihe nach unter­ein­ander auf.

Fang an die einzelnen Schritte durch­zu­führen!

Nicht jeder abstrakte Schritt muss zerlegt werden

Bestimmt gibt es bei deinen Projekten Teil­schritte, die zwar abstrakt sind, die du aber schon derart oft durch­ge­führt hast, dass sie von deinem Simulator verar­beitet werden können. Ein Beispiel wäre das Einkaufen.

Klar ist Einkaufen eine abstrakte Aufgabe, aber da wir sie auf die immer gleiche Art und Weise durch­führen, wird sie im Gehirn konkret verar­beitet. Beim Aufräumen des Kellers sieht das vermut­lich anders aus. Wie oft räumt man schon seinen Keller auf?

P.S. Wenn dir deine Zeit wichtig ist, dann schaue dir meinen Über­sichts­ar­tikel über Zeit­ma­nage­ment an. Dort wirst du weitere Methoden und Prin­zi­pien des Zeit­ma­nage­ments kennen­lernen, die dich noch produk­tiver machen werden.

Falls du gerade keine Zeit für weitere Artikel hast, dann bestelle dir doch zumindest kurz mein Buch Erfolg durch Fokus & Konzen­tra­tion, damit du demnächst wieder mehr Zeit hast!

Ich wünsche dir viel Erfolg!
Jan Höpker

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Über Dr. Jan Höpker

Eines Tages wachte ich auf und stellte fest, dass ich über viele spannende Themen nicht nur nichts wusste, sondern nicht einmal wusste, dass ich nichts über sie wusste (trotz Studium und Promotion). Seitdem lese ich viele schlaue Bücher und mache mir Gedanken, die ich auf dieser Webseite veröf­fent­liche.

Meine Artikel gehen in die Tiefe, weil ich für Ober­fläch­lich­keit keine Zeit habe. Warum die Seite HabitGym heißt? Weil es nicht darum geht, Dinge nur zu wissen, sondern Wissen auch anzu­wenden, was einiger Übung bedarf. Auch Geld ist nur ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Zurzeit arbeite ich übrigens an meiner zweiten Million – die erste Million hat leider nicht geklappt ;)

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P.S.: Mitt­ler­weile bin ich selbst Autor mehrerer Bücher (siehe hier).

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