Die Zerstö­rung der Fake-Ratgeber (auf Amazon)

Zuletzt aktua­li­siert am 14. Juni 2020 von Dr. Jan Höpker.

Nun wird auch Amazon Deutsch­land mit Schrott­bü­chern von Fake-Experten über­flutet. Dahinter stecken Schrott­buch-Unter­nehmer, die am Fließband produ­zieren und nicht einmal vor ernsten Themen wie Krank­heiten zurück­schre­cken. Inhalt­lich sind diese Bücher unter­ir­disch schlecht, aber dank unfairer Tricks verkaufen sie sich irre gut. Einige Themen­be­reiche werden bereits von Schrott dominiert.

Wie Johannes Haupt in einem ähnlichen Artikel dargelegt hat, wird allen Lesern, Verlagen und ehrlichen Autoren großer Schaden zugefügt.

Dass das Problem existiert, ist dem welt­größten Online­händler aus Seattle offen­sicht­lich bekannt. Jeff Bezos‘ eigene Zeitung, The Washington Post, hatte schon 2015 in einem ausführ­li­chen Artikel auf das Problem der Fake-Experten aufmerksam gemacht.

Wo der Schrott herkommt

Das Prinzip, nach dem die Schrott­buch-Unter­nehmer vorgehen, ist simpel: Zuerst wählt man ein Thema, mit dem man glaubt, Geld verdienen zu können. Dann rekru­tiert man einen Ghost­writer, der sich einen Text aus den Fingern saugt und/oder diesen aus dem Internet zusam­men­ko­piert. Wenn der Text (eigent­lich) zu kurz für ein Buch ist, wählt man einfach eine über­trieben große Schrift und große Zeilen­ab­stände, um auf eine Anzahl von Seiten zu kommen, die gerade so als Buch durchgeht. Und damit das Werk gekauft wird, erfindet man schließ­lich noch einen Experten, der es angeblich geschrieben haben soll.

Da die Schrott­buch-Unter­nehmer an allem, außer an der Aufma­chung (Produkt­prä­sen­ta­tion) sparen, erreichen sie hohe Gewinn­spannen. Und wenn sie die Gewinne in neuen Schrott reinves­tieren, kann ihr Kindle-Business expo­nen­tiell wachsen.

Im Folgenden beschreibe ich die Entste­hung der Schrott­bü­cher noch einmal detail­lierter. Wer mag, kann diesen Teil über­springen, um weiter unten zu erfahren, warum Schrott­bü­cher ein großes Problem sind und woran man sie leicht erkennen kann.

Schritt 1: Nischen­fin­dung

Da der Schrott­buch-Unter­nehmer nicht an guten Büchern, sondern nur am schnellen und bequemen Geld inter­es­siert ist, greift er nur solche Nischen an, bei denen er halbwegs sicher ist, dass er die bereits exis­tie­renden Bücher schlagen kann. Daten­kraken wie Helium10 stellen ihm alle erdenk­li­chen Markt­daten und Infor­ma­tionen über die Konkur­renz zur Verfügung.

Schritt 2: Einen Ghost­writer rekru­tieren

Schrott­buch-Unter­nehmer schreiben nicht selbst – sie lassen schreiben. Günstige Ghost­writer findet man online, zum Beispiel auf Markt­plätzen wie content​.de oder text​broker​.de. Zu Einstiegs­preisen von nur einem Cent pro Wort kann man sich für weniger als 200 € ein komplettes Schrott­buch schreiben lassen.

Dass Ghost­writer, die ihre Dienst­leis­tung zu solchen Preisen anbieten, wahrlich keine Experten auf irgend­einem Gebiet sein können, geschweige denn einen Anreiz haben, intensiv zu recher­chieren, versteht sich von selbst. Zu diesem Preis kann man kaum mehr erwarten als wört­li­ches oder sinn­ge­mäßes Kopieren aus Blog­ar­ti­keln oder Wikipedia. Außerdem wimmelt es in diesen Büchern meist nur so von Recht­schreib- und Satz­bau­feh­lern.

Schritt 3: Ein Cover designen lassen

Cover­de­si­gner lassen sich auf Markt­plätzen wie fiverr​.com finden, wo die Preise schon bei fünf Euro anfangen. Tatsäch­lich dürften aber einige Schrott­buch-Unter­nehmer mehr Geld in die Cover inves­tieren, als ihnen die Inhalte der Bücher wert sind. Am Cover zu sparen wäre dumm, denn bei Amazon entscheidet nichts so sehr wie das Cover darüber, ob die Ziel­gruppe anbeißt.

Schritt 4: Einen Experten-Autor erfinden

Wenn die Ziel­gruppe wüsste, wer das Buch geschrieben hat und wie es entstanden ist, wäre das Interesse nahe null. Der Schrott­buch-Unter­nehmer braucht daher unbedingt ein Pseudonym, an dem die Ziel­gruppe Gefallen findet. Zu den wich­tigsten Elementen gehören ein Autoren­foto und eine Autoren­bio­grafie.

Für das Autoren­foto kauft der Schrott­buch-Unter­nehmer soge­nannte Stock­fotos, die Kompetenz ausstrah­lende Models zeigen. Diese gibt es schon für kleines Geld bei Anbietern wie depo​sit​photos​.com oder sogar kostenlos bei pixabay​.com. Der zum Foto passende Autoren­name wird genauso frei erfunden wie dessen Lebens­lauf. Letzterer wird mit erfun­denen Erfolgen und Abschlüssen aufge­wertet.

Der frei erfundene Experten-Autor Konrad Sewell (Screen­shot) | Das Foto zeigt ein Model (Quelle des Stock­fotos) und der Lebens­lauf dürfte ebenso frei erfunden sein, wie der Doktor­titel. (Das Erfinden eines Doktor­ti­tels ist übrigens eine Straftat, für die man sogar ins Gefängnis kommen kann.)

Schritt 5: Für positive Rezen­sionen sorgen

Der Schrott­buch-Unter­nehmer weiß: Um den Großteil seiner Ziel­gruppe zu über­zeugen, braucht er positive Rezen­sionen. Leider können aber Wochen oder sogar Monate verstrei­chen, ehe die ersten Rezen­sionen auf natür­li­chem Wege entstanden sind, und negative Rezen­sionen würden sein Buch zu diesem Zeitpunkt regel­recht vernichten. Dieses Risiko kann und will ein Schrott­buch-Unter­nehmer natürlich nicht eingehen. Um weitere Schrott­bü­cher finan­zieren zu können, müssen sich seine Werke zumindest amor­ti­sieren.

Der Schrott­buch-Unter­nehmer kennt einen Ausweg: Er »generiert« die seiner Meinung nach notwen­dige Anzahl an positiven Rezen­sionen einfach selbst. Soge­nannte Rezi-Tausch­gruppen, in denen sich die Schrott­buch-Unter­nehmer verab­reden, um sich gegen­seitig positive Rezen­sionen zuzu­schieben, gibt es zum Beispiel bei Facebook.

Rezi-Tausch­partner gesucht (Screen­shot aus Facebook) | In einschlä­gigen Facebook-Gruppen werden Rezen­sionen zum Kauf und Tausch angeboten.

Noch vor wenigen Jahren hat man pro Buch typi­scher­weise um die 20 Rezen­sionen generiert – heute haben viele Schrott­bü­cher schon an die 100 oder sogar noch mehr lobhu­delnde 5‑Sterne-Rezen­sionen, die größ­ten­teils von Personen stammen, die das Buch gar nicht gelesen haben.

Schritt 6: Bezahlte Werbung schalten

Seit Oktober 2019 haben nicht nur Verlage, sondern alle Self­pu­blisher die Möglich­keit, ihre Werke über bezahlte Werbung direkt auf Amazon bekannt zu machen. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann ein Schrott­buch innerhalb kürzester Zeit in den Markt pressen. Die Gewinne kommen früher und das Kindle-Business wächst noch schneller.

Schritt 7: Den Gewinn reinves­tieren

Der Gewinn aus den Schrott­bü­chern wird in neue Schrott­bü­cher gesteckt. So lassen die erfolg­reichsten Schrott­buch-Unter­nehmer in immer kürzeren Abständen immer mehr Schrott­bü­cher schreiben, die sie unter einer wach­senden Anzahl von Pseud­onymen veröf­fent­li­chen.

Wenn ein Buch aufge­flogen ist, wird es mitunter einfach mit einem anderen Titel und Cover versehen und erneut veröf­fent­licht. In letzter Zeit erschienen vermehrt Bundles, in denen meist vier ältere Schrott­bü­cher zu ähnlichen Themen enthalten sind. Vorteil für den entspre­chenden Schrott­buch-Unter­nehmer: Er ist die negativen Rezen­sionen los, die die im Bundle enthal­tenen Einzel­titel inzwi­schen von enttäuschten Käufern erhalten hatten.

Das Geschäfts­mo­dell verbreitet sich wie ein Virus

Einige Kindle-Unter­nehmer haben bereits zu einem anderen Geschäfts­mo­dell gewech­selt, mit dem sich noch mehr Geld verdienen lässt: Sie bringen anderen Menschen bei, wie man mit einem E‑Book-Business durch­startet. Stefan James von Project­Li­fe­Mas­tery hat schon mehr als eine Million Follower auf seinen englisch­spra­chigen Social-Media-Kanälen.

Im deutsch­spra­chigen Raum gehört Grigori Kalinski, der sich selbst »der E‑Book Coach« nennt, zu den Vorrei­tern. In einem Interview mit dem TV-Sender Hamburg1 (siehe Video) erklärt er seine Idee: Jeder kann ins E‑Book-Business einsteigen, auch wenn er wenig Zeit und kein Start­ka­pital hat. Man muss nicht einmal schreiben können.

Das Interview und die Werbe­vi­deos, die Kalinski auf Facebook schaltet, dürften vor allem solche Menschen anziehen, die am schnellen und bequemen Geld inter­es­siert sind. Den gleichen Effekt werden auch die zahl­rei­chen YouTube-Inter­views haben, in denen er mit seinen fort­ge­schrit­tenen Schülern über deren angeblich hohes vier­stel­liges Einkommen (es handelt sich wohl eher um den Umsatz) im Kindle-Business spricht.

Dass vom »Kindle-« oder »E‑Book-Business« die Rede ist, dürfte histo­ri­sche Gründe haben. Das meiste Geld verdienen diese Leute längst mit gedruckten Büchern. (Print-on-Demand macht es möglich.)

Screen­shot aus YouTube | Die Inter­views, die »der E‑Book Coach« Grigori Kalinski mit seinen Schülern führt, dürften vor allem solche Menschen anziehen, die am schnellen Geld inter­es­siert sind.

Was sind das für Menschen, die ins Kindle-Business einsteigen? Anhand der Fragen, die diese in einschlä­gigen Inter­net­foren stellen, lässt sich unschwer erkennen, dass zumindest einige von ihnen keine Ahnung haben, was sie da überhaupt tun:

Typische Fragen von Kindle-Unter­neh­mern in einschlä­gigen Foren (Screen­shots aus Facebook) | Wie man sieht wissen diese Leute einfach nicht, was sie tun. Und diesen beiden muss man noch zugute heißen, dass sie wenigsten nach­fragen. Andere machen einfach, ohne sich zu infor­mieren ...

Was am beun­ru­hi­gendsten ist: Es kommen ständig neue Schrott­bü­cher dazu und sie sind immer schwerer zu erkennen, weil die Schrott­buch-Unter­nehmer schnell dazu­lernen. Längst werden auch schlechte Rezen­sionen generiert, aber so, dass sie das entspre­chende Buch trotz weniger Sterne wärmstens empfehlen. Außerdem werden vernich­tende negative Rezen­sionen aktiv versteckt, indem man einfach bei einem Dutzend zufällig ausge­wählter positiver Rezen­sionen zigmal auf den nützlich-Button klicken lässt.

Die neueste Waffe der Schrott­buch-Unter­nehmer: Nützlich-Klicks (Screen­shot aus einschlä­giger Facebook-Gruppe) | Indem man ausge­wählte positive Rezen­sionen mehrfach »nützlich« klicken lässt, vermit­telt man dem Algo­rithmus von Amazon, dass diese besonders relevant sind. Vernich­tende negative Rezen­sionen, die ein Buch von echten Lesern bekommen hat, lassen sich mit diesem Trick nach hinten schieben, sodass sie auf der Verkaufs­seite nicht mehr angezeigt werden.

Nur drei Sterne, aber positiver Text (Screen­shots) | Zu den Schrott­bü­chern der mutmaß­li­chen Fake-Experten gibt es vermehrt Rezen­sionen, die zwar nur drei Sterne vergeben, das Buch aber trotzdem wärmstens empfehlen. So können Kunden überzeugt werden, die 5‑Sterne-Rezen­sionen nicht trauen und daher bewusst nur die Rezen­sionen mit zwei, drei oder vier Sternen lesen.

Man hat das Gefühl, es mit Kindern zu tun zu haben, für die das Kindle-Business eine Art Compu­ter­spiel ist, und die gar nicht zu reali­sieren scheinen, dass hinter ihren Verkaufs­zahlen echte Menschen mit echten Nöten und Problemen stehen.

Da der Übergang zwischen ehrlichen Büchern und Schrott fließend ist, muss jeder Leser selbst entscheiden, wo er die Grenze ziehen möchte. Bei Sach- und Ratge­ber­bü­chern verläuft meine Grenze dort, wo Pseud­onyme einge­setzt werden. Bei Romanen stören mich Pseud­onyme hingegen nicht.

Warum Pseud­onyme mit erfun­denen Lebens­läufen im Ratge­ber­be­reich nichts verloren haben (sollte)

Bevor ich mir neues Wissen aneigne, möchte ich über­prüfen können, aus wessen Kopf dieses Wissen stammt. Das Wissen von erfah­renen Experten (mit oder ohne Uni-Abschluss) inter­es­siert mich sehr. Vor den Ergüssen irgend­eines ausschließ­lich monetär moti­vierten Billig-Ghost­wri­ters, der sehr wahr­schein­lich nicht über Exper­ten­wissen verfügt, möchte ich mich schützen können.

Wenn Laien als Ghost­writer einge­setzt und zur Verkaufs­för­de­rung Dutzende Fake-Rezen­sionen und Exper­ten­bio­gra­fien erfunden werden, ist meine Grenze daher weit über­schritten. Ich kenne niemanden, der das akzep­tabel findet. Dabei spielt es keine Rolle, dass diese Art der Rezen­sions-Beschaf­fung sowie erfundene Experten von Amazon nicht ausdrück­lich verboten werden.

Es geht nicht nur um Recht, sondern auch um Moral!

Woran ich Schrott und Fake erkenne

Es folgen einige ganz konkrete Merkmale, an denen ich Schrott­bü­cher und Fake-Experten erkenne. Diese Merkmale sollten nicht als Beweise, sondern als Indizien verstanden werden. Je mehr Merkmale auf ein Buch zutreffen, umso größer ist die Wahr­schein­lich­keit, dass es sich um ein Schrott­buch bzw. einen Fake-Experten handelt. Mit etwas Übung erkennt man den Schrott auf den ersten Blick.

#1 | Unge­wöhn­lich viele Veröf­fent­li­chungen in kurzer Zeit

Etwas zu produ­zieren, was die Bezeich­nung »Buch« verdient, dauert mehrere Monate oder sogar noch länger. Bei Experten, die im Monats- oder gar Wochen­rhythmus neue Sach- und/oder Ratge­ber­bü­cher veröf­fent­li­chen, ist sehr wahr­schein­lich etwas faul.

Hinter dem Pseudonym Viktoria Lakefield steckt ein Unter­nehmer, der es besonders eilig hatte: Zwischen dem 23. Juni 2019 und dem 1. Dezember 2019 sind 12 Bücher unter ihrem Namen erschienen.

Viktoria Lakefield ist nicht nur selbst ein Fake, sie hat auch einen Fake-Ehemann: William Lakefield. Dieser wird als Selfmade-Multi­mil­lionär und Finanz-Experte (incl. frei erfun­dener Univer­si­täts­ab­schlüsse) präsen­tiert. Weil er angeblich Phil­an­troph ist, gibt er sein Exper­ten­wissen nun in Form von Finanz­rat­ge­bern weiter.

Die Masche zieht: William Lakefields erfolg­reichstes Buch Aktien für Einsteiger rankt zum Zeitpunkt des Erschei­nens dieses Artikels auf Platz 73 der Amazon-Charts und dürfte damit zwischen 500 und 1.000 € pro Tag einspielen.

(Diesen Trick nach­zu­ma­chen, empfiehlt sich aller­dings nicht, denn die frei erfun­denen Univer­si­täts­ab­schlüsse des William Lakefield könnten den Verant­wort­li­chen zumindest theo­re­tisch sogar ins Gefängnis bringen.)

#2 | Völlig unpas­sende Kate­go­rien

Bei Amazon können E‑Books und Taschen­bü­cher in jeweils bis zu zehn Kate­go­rien einge­ordnet werden, wobei die Auswahl der Kate­go­rien nicht von Amazon, sondern vom Publisher selbst getroffen wird. Fast immer sind die Schrott­bü­cher in völlig sinnfreie Kate­go­rien einsor­tiert. Der Screen­shot zeigt die Kate­go­rien zweiter Bücher zum Thema Selbst­dis­zi­plin:

Völlig sinnfreie Kate­go­rien | Screen­shots der Kate­go­rien zweier Bücher zum Thema Selbst­dis­zi­plin. Gezeigt sind jeweils drei (von bis zu zehn) völlig sinnfreie Kate­go­rien, in welche die Bücher einge­ordnet wurden, um den Best­sel­ler­status zu erlangen.

Nicht nur sinnfrei, sondern auch pietätlos (Screen­shot) | Das Buch Der grosse Uni-Ratgeber Bestnote auf Knopf­druck des Pseud­onyms Matthias Brandt ist Best­seller in der Kategorie Wider­stand im Dritten Reich.

Dahinter steckt Kalkül. Dasjenige Buch, welches sich innerhalb irgend­einer Kategorie, in die es einge­ordnet ist, am öftesten verkauft, erhält die orange hinter­legte Kenn­zeich­nung »Best­seller« bzw. »Best­seller Nr. 1«. Diese Kenn­zeich­nung (Best­seller-Tag) taucht nicht nur innerhalb der Kategorie, sondern überall auf Amazon neben dem Cover des Buches auf.

Der Best­seller-Tag wirkt sich signi­fi­kant positiv auf die Verkäufe aus. Schrott­buch-Unter­nehmer wählen die Kate­go­rien ihrer Bücher daher so, dass diese möglichst leicht den Best­seller-Tag erhalten. Wenn es den Verkauf fördert, landet ein Buch über Selbst­dis­zi­plin schon mal in Kate­go­rien wie Oper, Indus­trie­ge­bäude und Kfz-Technik.

Der Best­seller-Tag (Screen­shot) | So erscheint ein Buch, das in mindes­tens einer Kategorie »Best­seller« ist, überall in den Such­ergeb­nissen. Der mit oranger Farbe hinter­legte Best­seller-Tag (links oben) wirkt sich positiv auf die Verkäufe aus, weshalb die Schrott­bü­cher mitunter in völlig unpas­sende Kate­go­rien einsor­tiert werden. Das Buch auf dem Screen­shot ist unter anderem in der Kategorie Pop (Musik) Best­seller.

#3 | Dünnes Heftchen, aber 3D-Mockup zeigt dickes Buch

Schrott­bü­cher sind oft (aber nicht immer) so dünn, dass sie kaum die Bezeich­nung »Buch« verdienen. Um von der geringen Seiten­zahl abzu­lenken, werden soge­nannte 3D-Mockups, die ein dickes Buch zeigen, in die Buch­be­schrei­bung eingefügt.

Ein Beispiel: Das Buch Selbst­be­wusst­sein von Julius Loewen­stein hat nur 61 Seiten, aber das 3D-Mockup sugge­riert ein Buch von mindes­tens 200 Seiten:

Irre­füh­rendes 3D-Mockup (Screen­shot) | Das Buch Selbst­be­wusst­sein von Julius Loewen­stein hat nur 61 Seiten (siehe roter Pfeil), aber das 3D-Mockup sugge­riert ein Buch von mindes­tens 200 Seiten.

Inter­es­san­ter­weise gibt es zu den entspre­chenden Büchern auffal­lend oft noch eine (und nur eine!) 5‑Sterne-Rezension mit Kunden­fotos, auf denen man die Dicke des Buches nicht erkennen kann:

Eine Rezension mit Kunden­fotos (Screen­shot) | Auf den Fotos, die der Rezensent hoch­ge­laden hat, ist nicht zu erkennen, dass es nur ein dünnes Heft von 61 Seiten ist.

#4 | Das Autoren­foto ist ein gekauftes Stockfoto

Hier hilft die umge­kehrte Bilder­suche von Google. Dazu einfach auf das kleine Kamera-Symbol rechts neben dem Suchfeld klicken und dann die URL des frag­wür­digen Autoren­fotos in das dafür vorge­se­hene Feld kopieren. Google zeigt dann alle Webseiten an, auf denen das gleiche Foto zu finden ist. Wenn dieses auf Stockfoto-Seiten wie shut­ter­stock, pixabay oder depo­sit­photos gefunden wird, ist es ein gekauftes Stockfoto, welches nicht den Autor, sondern ein Model zeigt. In dem Fall ist es eindeutig: Der Autor ist Fake!

Es folgen einige konkrete Beispiele (zum Üben):

Laut Autoren­be­schrei­bung soll Matthias Brandt »Spezia­list für effi­zi­entes Selbst­ma­nage­ment und Projekt­orga­ni­sa­tion« sein und haupt­be­ruf­lich Menschen coachen. Dass er in weniger als sechs Monaten (22. Juni bis 13. Dezember 2019) sieben Bücher veröf­fent­licht hat, die fast alle in völlig unpas­senden Kate­go­rien Best­seller sind, lässt bereits vermuten, dass es sich um einen Fake-Experten handelt, hinter dem ein Schrott­buch-Unter­nehmer steckt. Tatsäch­lich wurde das Autoren­foto bei depo­sit­photos gekauft (siehe hier).

Konrad Sewell, ein angeblich »promo­vierter Jurist«, der eine »Weiter­bil­dung im Bereich Psycho­logie und Verhal­tens­weisen« absol­viert haben soll, bringt es auf zehn Bücher in weniger als zehn Monaten (18. Februar bis 27. November 2019). Das Autoren­foto wurde bei shut­ter­stock gekauft (siehe hier).

Das Autoren­foto von Anthony Richards wurde nicht gekauft, sondern geklaut: Der Mann auf dem Foto heißt in Wirk­lich­keit Dr. Craig Considine und er ist Islam­wis­sen­schaftler an der Rise Univer­sity in Houston, Texas. Auf Amazon UK nutzt Considine das gleiche Foto in seinem eigenen Autoren­profil. Der Diebstahl war Irene Gronegger aufge­fallen. Auf ihrer Webseite berichtet die Jour­na­listin, welche Antwort sie von Dr. Craig Considine bekam, nachdem sie ihn wegen des geklauten Fotos ange­schrieben hatte.

Inter­es­san­ter­weise ist die Autoren­be­schrei­bungen von Anthony Richards mit derje­nigen von Chris­to­pher Lodge aufs Wort identisch (nur der Name wurde ausge­tauscht). Und wie Irene Gronegger in ihrem oben bereits erwähnten Artikel schreibt, ist im Impressum eines der Bücher von Sophie Baker der Anthony Richards – Verlag aus Düssel­dorf angegeben (der aller­dings weder Google noch der Deutschen Natio­nal­bi­blio­thek bekannt ist).

Hinter Anthony Richards, Sophie Baker und Chris­to­pher Lodge scheinen die gleichen Personen zu stecken. Im Impressum eines der Bücher von Chris­to­pher Lodge ist eine Firma angegeben: RPS Handel UG. Funfact: Die beiden Geschäfts­führer hatten 2017 einen Auftritt in der bekannten TV-Show Die Höhle der Löwen.

Einige Stock­fotos scheinen besonders beliebt zu sein:

Drei Pseud­onyme, aber das gleiche Model (Screen­shots von Amazon) | Gehen den Schrott­buch-Unter­neh­mern etwa die Stock­fotos für ihre Fake-Experten Pseud­onyme aus? Die Anzahl der Fake-Experten-Pseud­onyme dürfte in die Hunderte gehen.

Weitere Kandi­daten:

Noch mehr verrückte Beispiele gibt es in diesem Artikel.

#5 | Rezen­sionen nur zur Kindle-Ausgabe

Für die Schrott­buch-Unter­nehmer ist es sehr viel einfacher und günstiger, Rezen­sionen zu den Kindle-Ausgaben ihrer Bücher zu gene­rieren. In der Regel verkaufen sich die Taschen­buch-Ausgaben ihrer Ratge­ber­bü­chern aber besser.

Daher gilt: Wenn so gut wie alle 5‑Sterne-Rezen­sionen eines Buches den Zusatz »Format: Kindle Ausgabe« tragen, ist Vorsicht geboten. Bei vielen Schrott­bü­chern gibt es nur eine einzige 5‑Sterne-Rezension zur Taschen­buch-Ausgabe, nämlich die mit den Kunden­fotos (siehe #3).

#6 | Erst viele Rezen­sionen und dann gar keine mehr

Wenn ein Buch (oder sogar alle Bücher des entspre­chenden Experten) bald nach der Veröf­fent­li­chung über wenige Tage oder Wochen regel­mäßig positive Rezen­sionen erhalten hatte und die Serie von einem auf den anderen Tag beendet war, ist Vorsicht geboten.

Mein Tipp: Man braucht nicht alle Rezen­sionen händisch durch­zu­gehen. Einfach die URL der Verkaufs­seite des Buches in das dafür vorge­se­hene Feld bei Review­Meta kopieren und in der Auswer­tung zur entspre­chenden Stelle scrollen. Die blau­grauen Balken zeigen die Anzahl an Rezen­sionen an, die das Buch in dem entspre­chenden Zeitraum erhalten hat. Dazu ein unver­däch­tiges und ein verdäch­tiges Beispiel:

Wann sind die Rezen­sionen entstanden? (Screen­shots der Auswer­tungen von Review­Meta) | Oben: Die 39 Rezen­sionen dieses Buches (blaugraue Balken) sind gleich­mäßig über die gesamte Lebens­dauer des Buches entstanden. Unten: Fast alle der insgesamt 96 Rezen­sionen dieses Buches wurden in den ersten zwei Monaten generiert, dann passierte nichts mehr.

Bei diesem Indiz ist insofern Vorsicht geboten, als dass es durchaus die Möglich­keit gibt, auf legale und moralisch vertret­bare Art und Weise in begrenztem Umfang ehrliche Rezen­sionen zu gene­rieren. Zum Beispiel kann man eine soge­nannte Leserunde bei lovely­books veran­stalten. Der Schrott­buch-Unter­nehmer scheut diesen Weg jedoch, denn er bietet keine Möglich­keit, den Inhalt einer Rezension und die Anzahl der Sterne zu beein­flussen. Da seine Bücher Schrott sind, wäre die Gefahr eines Verrisses für ihn viel zu hoch.

#7 | Über­wie­gend frag­wür­dige Rezen­senten

Wenn ein hoher Prozent­satz der positiven Rezen­sionen von Rezen­senten stammt, die am laufenden Band (täglich oder sogar mehrmals täglich) mutmaß­liche Schrott­bü­cher mit ausschließ­lich fünf Sternen und Lobhu­delei bewerten (meist ohne auf den Inhalt des Buches einzu­gehen), ist höchste Vorsicht geboten.

Welche Produkte ein Rezensent zuletzt rezen­siert hat und/oder wie viele Rezen­sionen er insgesamt geschrieben hat, lässt sich leicht heraus­finden: Einfach auf das kleine Icon oberhalb der entspre­chenden Rezension klicken. Zahlen im mittleren drei­stel­ligen Bereich sind sehr verdächtig.

Ein Rezen­senten-Profil (Screen­shot) | Dieser Rezensent hat schon 1.074 Rezen­sionen verfasst. Wenn ein Rezensent viele Rezen­sionen schreibt und über­wie­gend mutmaß­liche Schrott­bü­cher (fast) immer mit fünf Sternen und Lobhu­delei bewertet hat, ist höchste Vorsicht geboten. Mit einiger Wahr­schein­lich­keit handelt es sich um das Profil eines Schrott­buch-Unter­neh­mers, der fleissig Rezi-Tausch betreibt, um Rezen­sionen für seine eigenen Bücher zu gene­rieren.

(Auf gekaufte Rezen­sionen gehe ich in einem separaten Artikel vom 15.05.2020 noch ausführ­li­cher ein: Die Zersörung der gekauften Rezen­sionen.)

Wie man mit Schrott­bü­chern umgehen sollte

Ganz einfach: Nicht kaufen!

Außerdem: Fehlkäufe retour­nieren und/oder die entspre­chenden Bücher ehrlich rezen­sieren.

Wer schweigt, unter­stütz den Schrott!

Wichtig: Beim Rezen­sieren unbedingt sachlich bleiben und auf die Einhal­tung der Richt­li­nien achten, damit die Rezension von Amazon nicht wieder gelöscht wird.

Ganz besonders effektiv sind übrigens Rezen­sionen mit Kunden­fotos, denn die Fotos werden bei Amazon gut sichtbar oberhalb der Rezen­sionen angezeigt. Ich rufe ausdrück­lich nicht dazu auf, irgend­welche Fotos hoch­zu­laden, nur um Fotos hoch­zu­laden, aber wenn an dem entspre­chenden Buch ganz offen­sicht­lich etwas faul ist, könnte man ein Foto zumindest in Erwägung ziehen. Die gleiche Taktik wird übrigens von einigen Schrott­buch-Unter­neh­mern einge­setzt, um Konkur­renten zu schaden. Mehr dazu später.

Mein Bezug zum Thema: Ich schreibe selbst erfolg­reich Ratge­ber­bü­cher, in die ich sehr viel Zeit und Mühe inves­tiere. Außerdem liebe ich es, gute Bücher zu lesen.

Dieser Beitrag darf gerne im Netz verbreitet werden. Je mehr Leser von den oben darge­legten wett­be­werbs­wid­rigen und die Leser täuschenden Praktiken der Schrott­buch-Unter­nehmer erfahren, umso besser.


Update (20.01.2020) – Rache­ak­tionen gegen meine Person und meine Bücher

Zwei Wochen nach der Erst­ver­öf­fent­li­chung dieses Artikels kam es am heutigen Morgen zu einigen Rache­ak­tionen gegen meine Person und meine Bücher:

  1. Ein gewisser Peter greift mich in einem belei­di­genden Kommentar persön­lich an (siehe Kommen­tar­be­reich unter dem Artikel).
  2. Ein Rezensent Leseratte veröf­fent­licht bei Amazon zwei negative (Rache-)Rezensionen mit frei erfun­denen Behaup­tungen und irre­füh­renden Fotos zu meinen Bücher (siehe Screen­shots).
  3. Dieser Blog-Artikel wird innerhalb weniger Minuten 230-mal negativ bewertet.

Die beiden Rezen­sionen von Leseratte:

(Rache-)Rezension zu meinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzen­tra­tion als Antwort auf diesen Artikel (Screen­shot) | Eine Anein­an­der­rei­hung frei erfun­dener Behaup­tungen, mit denen man mir schaden und/oder drohen möchte.

(Rache-)Rezension zu meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen als Antwort auf diesen Artikel (Screen­shot) | Eine Anein­an­der­rei­hung frei erfun­dener Behaup­tungen, mit denen man mir schaden und/oder drohen möchte.

Update (22.01.2020) – Weitere Rache­ak­tionen

Dieser Artikel wurde erneut mehr als 300-mal negativ bewertet und es wurden zwei belei­di­gende Kommen­tare unter dem Artikel veröf­fent­licht (siehe unten). Außerdem wurden die beiden (Rache-)Rezensionen von Leseratte jeweils fünfmal mit nützlich bewertet, um sie auf Amazon sicht­barer zu machen.

Welche Schrott­buch-Unter­nehmer auch immer dahin­ter­ste­cken, mit ihren kindi­schen Aktionen bestä­tigen sie genau das im Artikel beschrie­bene rechts- und wett­be­werbs­wid­rige Verhalten und schaden sich und ihres­glei­chen dadurch nur noch mehr. (Update 14.03.2020: Es wird immer klarer, wer dahin­ter­steckt. Siehe neueste Updates weiter unten.)


Update (09.03.2020) – Löwen­stein wurde beim Klauen erwischt

Sehr dubios: In meiner Antwort auf einen Kommentar unter diesem Artikel hatte ich am 4. März eine Stel­len­an­zeige verlinkt, in der die Loewen­stein Bücher&Medien GmbH einen Billig-Ghost­writer für Ratge­ber­bü­cher gesucht hatte.

(Die Loewen­stein Bücher&Medien GmbH steckt hinter den Pseud­onymen Julius Löwen­stein, Matthias Brandt, Kristin Berger-Loewen­stein und Annika Durand.)

Kurze Zeit später musste ich zu meiner Verwun­de­rung fest­stellen, dass es auf der von mir verlinkten Seite nicht mehr um einen Nebenjob als Ghost­writer, sondern um eine Fest­an­stel­lung als Finanz­buch­halter ging. Hatte ich eine falsche Seite verlinkt?

Nein, denn mein Screen­shot, den ich vor der Verlin­kung gemacht hatte, zeigte eindeutig, dass ein Ghost­writer gesucht wurde. Außerdem: Wer sucht denn auf einem Jobportal für Studenten nach einem ausge­lernten Finanz­buch­halter?

Da mir die Sache seltsam vorkam, habe ich Teile des neuen Joban­ge­botes für eine Google-Suche verwendet. Und was habe ich gefunden? Das exakt wort­gleiche Joban­gebot, aber auf einem anderen Jobportal und nicht von der Loewen­stein Bücher&Medien GmbH, sondern von einer anderen Firma.

Beweise (Screen­shots öffnen in neuem Tab):

Wie lässt sich das erklären? Jemand von der Loewen­stein Bücher&Medien GmbH hatte anschei­nend meinen Artikel besucht und meine Verlin­kung entdeckt. Um zu vertu­schen, dass die Bücher von Billig-Ghost­wri­tern geschrieben werden und um mir obendrein eins auszu­wi­schen (Motto: »Schaut mal, wie der gehässige Doktor schon wieder seine Konkur­renten durch den Kakao zieht!«), hat derjenige das Joban­gebot aber nicht gelöscht, sondern mit einem anderen Text über­schrieben, den er zu diesem Zweck von einem x‑beliebigen Joban­gebot aus dem Internet geklaut hat.

Passend zu diesem vermeint­li­chen Sieg über mich – aber natürlich nicht zwingend damit in Zusam­men­hang stehend –, tauchte schon einen Tag später (7. März) diese Rezension zu meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen bei Amazon auf:

Droh-Rezension zu meinem Buch (Screen­shot) | Welche Autoren soll ich denn bitte durch den Dreck gezogen haben? Fake-Experten-Pseud­onyme mit Stock­fotos und Fake-Rezen­sionen sind doch keine Autoren. Und wenn es so schlimm für euch ist, dass ich die Wahrheit über euch und euer Verhalten erzähle, warum verhaltet ihr euch dann nicht einfach anders? Link zur Rezension | Link zum Rezen­sen­ten­profil

Könnte die Loewen­stein Bücher&Medien GmbH auch etwas mit der Rufmord­kam­pagne zu tun haben, die seit dem 20. Januar gegen mich und meine Bücher geführt wird? Ein Motiv wäre jeden­falls vorhanden.

In einem Kommentar vom 25. Februar hatte ich bereits einen leisen Verdacht dies­be­züg­lich ange­deutet (diesen Teil des Kommen­tars habe ich inzwi­schen wieder gelöscht). Daraufhin hat ein gewisser Dirk am 27. Februar in einem Kommentar das hier geschrieben:

»[…] glaubst du wirklich gerade diese großen Unter­nehmer und Firmen scheren sich um den Blog­ar­tikel oder deine Bücher?«

»Ich selbst bin in einigen Kindle Gruppen auf Facebook unterwegs und auch aktiv und ich sehe vermehrt die kleinen Publisher, oder von Coaching Gruppen gegen dich wettern […]. Leider haben schon etliche Leute aus den Gruppen nichts gutes über dich zu sagen und ich habe mitbe­kommen, dass sich viele gegen dich verschworen haben. […] viele machen sich einen Spaß daraus Dinge über dich zu erzählen.«

Also doch nicht die Loewen­stein Bücher&Medien GmbH, sondern irgend­welche Leute aus irgend­wel­chen Gruppen bei Facebook? (Meiner Bitte, mir Screen­shots aus den Facebook-Gruppen zu schicken, ist Dirk leider nicht nach­ge­kommen.)

Fakt ist: In dem relativ kurzen Zeit­fenster zwischen meiner Verlin­kung des Joban­ge­botes und dem Zeitpunkt, als ich bemerkt hatte, dass dieses von der Loewen­stein Bücher&Medien GmbH editiert worden war, war mein Artikel von einem Besucher mit einer IP-Adresse aus Hamburg innerhalb weniger Sekunden mehrfach negativ bewertet worden.

Diese mehrfache Nega­tiv­be­wer­tung aus Hamburg ist insofern inter­es­sant, als dass mehrfache Nega­tiv­be­wer­tungen (auch von Besuchern mit IP-Adressen aus Hamburg) in der Vergan­gen­heit immer wieder parallel zu den straf­baren Kommen­taren unter dem Artikel aufge­taucht waren. (Hierbei handelt es sich um ein sehr starkes Signal, fast schon um eine Signatur des Täters, denn in den Jahren davor war es auf meiner gesamten Webseite nicht ein einziges Mal zu negativen Mehr­fach­be­wer­tungen gekommen, obwohl Hundert­tau­sende Besucher theo­re­tisch die Möglich­keit dazu gehabt hätten.)

Aber wie passt das mit der Aussage von Dirk zusammen? Ganz einfach: Der Kommentar von Dirk – der zufäl­li­ger­weise auch von einer IP-Adresse aus Hamburg abgegeben wurde – dürfte ein Ablen­kungs­ma­növer des Täters gewesen sein. Dazu passt, dass Dirks Argu­men­ta­tion unglaub­würdig ist und auch der Zeitpunkt, zu dem er seinen Kommentar abgegeben hat: an einem Wochentag mitten in der Nacht.

Zurück zum Thema. Konkret passierte immer wieder Folgendes: Der Täter kam auf den Artikel (oft mitten in der Nacht), bewertete diesen bis zu 357-mal negativ (was großen Unmut vermuten lässt) und postete zeitnah einen Kommentar mit zum Teil rechts­wid­rigen Inhalten. Am gleichen Tag, an dem er das zum ersten Mal gemacht hatte (20. Januar 2020), tauchten auch die ersten beiden verleum­de­ri­schen Rezen­sionen von Leseratte bei Amazon auf (siehe die beiden Screen­shots weiter oben auf dieser Seite).

Einige der Kommen­tare, die seit dem 20. Januar unter diesem Artikel hinter­lassen wurden, sind so offen­sicht­lich strafbar, dass ich sie nicht einmal zu Beweis­zwe­cken öffent­lich stehen lassen konnte. Zum Beispiel wurde von einem Kommen­tator der Führer gegen Juden gehetzt. In einem anderen Kommentar gab sich der Kommen­tator als meine Mutter aus und behaup­tete, dass ich wütend auf meine Konkur­renten sei, weil ich in meiner Kindheit angeblich von meinem Onkel miss­braucht wurde. Ein Kommentar von jemandem, der sich als mein Onkel ausgab, folgte vier Tage später. (Ein Tritt­brett­fahrer kann ausge­schlossen werden, weil der Vorgän­ger­kom­mentar, auf den sich der besagte Kommentar bezog, zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr öffent­lich sichtbar war.)

Am 23. Februar hat ein gewisser Detlef Sieben­hoch eine weitere verleum­de­ri­sche Rezension zu meinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzen­tra­tion bei Amazon veröf­fent­licht. Genauer gesagt scheint die verleum­de­ri­sche Rezension von Leseratte durch die inhalt­lich ähnliche, aber besser durch­dachte, verleum­de­ri­sche Rezension von Detlef Sieben­hoch ausge­tauscht worden zu sein:

Rezension von Detlef Sieben­hoch zu meinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzen­tra­tion (Screen­shot) | Schmäh­kritik und unwahre Tatsa­chen­be­haup­tungen (Verleum­dungen). Link zur Rezension | Link zum Rezen­sen­ten­profil von Detlef Sieben­hoch.

Könnte die Rezension von Leseratte nicht zufällig genau in dem Moment durch Amazon gelöscht worden sein, als die Rezension von Detlef Sieben­hoch veröf­fent­licht wurde? Unmöglich, denn ich hatte Amazon kurz zuvor in einer E‑Mail darum gebeten, die Rezen­sionen von Leseratte zu löschen, aber Amazon hat sich geweigert, das zu tun.

Dass die Rezension von einem enttäuschten Leser stammt, ist auch mehr als unwahr­schein­lich, denn enttäuschte Leser haben keinen Grund, unwahre Tatsachen über ein Buch zu erfinden oder Fotos von einem Buch hoch­zu­laden, das sie selbst mutwillig beschä­digt haben. Nein, mit dieser Rezension will man mir schaden und/oder mir drohen.

Wer ist Detlef Sieben­hoch? Auf Amazon ist sein Profil auf anonym gestellt, d. h. man kann zwar sehen, dass er bisher (nur) sechs Rezen­sionen veröf­fent­licht hat, aber man sieht nicht, welche Produkte von ihm bewertet wurden. Mit einer Google-Suche habe ich Detlef Sieben­hoch jedoch bei der Amazon-Tochter Audible finden können, wo er das Hörbuch Rhetorik von Julius Löwen­stein, einem Pseudonym der Loewen­stein Bücher&Medien GmbH, in den Himmel gelobt und in allen Kate­go­rien mit der Bestnote (5 Sterne) bewertet hat. Welch inter­es­santer Zufall!

Rezension von Detlef Sieben­hoch zum Hörbuch Rhetorik von Julius Löwen­stein (Screen­shot) | Link zum Rezen­sen­ten­profil von Detlef Sieben­hoch bei Audible

Was ist mit den anderen Rezen­senten, die mich bzw. meine Bücher bei Amazon verleumdet haben? Gibt es bei ihnen auch eine Verbin­dung zu Löwen­stein?

Wie schon erwähnt, liegt der Verdacht nahe, dass zwischen Leseratte und Detlef Sieben­hoch eine Absprache stattfand. Ein weiterer Rezensent, Amasohn Kunde, scheint ebenfalls dazu zu gehören. Amasohn Kunde hatte die meisten der zum Teil schon seit über einem Jahr exis­tie­renden negativen Bewer­tungen zu allen(!) meinen Büchern ausge­rechnet an dem Tag mit Schmäh­kritik und Belei­di­gungen kommen­tiert, als die Rezen­sionen von Leseratte von Dritten kommen­tiert wurden. Die Rezen­senten Leseratte, Detlef Sieben­hoch und Amasohn Kunde stecken sehr wahr­schein­lich unter einer Decke.

Wer ist Amasohn Kunde? Das Profil ist auf anonym gestellt, aber über Google konnte ich etwas über ihn finden: In seiner einzigen(!) Rezension auf Amazon verun­glimpft Amasohn Kunde ein Buch mit dem Titel Fett verbrennen am Bauch (incl. Foto, welches das Buch in einem Mülleimer zeigt). Und diese Rezension hat den exakt gleichen Titel, den auch die mitt­ler­weile verschwun­dene Rezension von Leseratte zu meinem Buch hatte: »Absolute Frechheit!«.

Rezension zum Buch Fett verbrennen am Bauch von Dennis Koch (Screen­shot) | Link zur Rezension | Link zum Rezen­sen­ten­profil von Amasohn Kunde bei Amazon

Jetzt wird es inter­es­sant: Bei Amazon gibt es noch ein Buch mit dem Titel Fett verbrennen am Bauch. Dieses wird unter dem Pseudonym Vital Experts verkauft. Laut Impressum steckt ein gewisser Stefan Mähleke dahinter. Inter­es­san­ter­weise ist Stefan Mähleke ein Geschäfts­partner von Noah Malik, der wiederum einer der beiden Geschäfts­führer der Loewen­stein Bücher&Medien GmbH ist.

Räumt Mähleke unlieb­same Konkur­renten aus dem Weg, indem er ihnen negative Rezen­sionen verpasst oder verpassen lässt? Dafür spricht, dass genau an dem Tag, an dem die Rufmord­kam­pagne gegen mich begann unter anderem mit einer verleum­de­ri­schen Rezension zu meinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzen­tra­tion durch Leseratte – Mählekes Pseudonym Vincent Mattiesen ein Schrott­buch mit dem Titel Fokus & Konzen­tra­tion auf den Markt gebracht hat.

(Nur am Rande: Wie nicht anders zu erwarten, hatte Matt­hie­sens Buch Fokus & Konzen­tra­tion nur sechs Wochen nach der Veröf­fent­li­chung bereits 71 lobhu­delnde Rezen­sionen von den üblichen Rezen­senten erhalten.)


Update (13.04.2020) – Ein drittes Verleum­dungs­opfer

Durch Zufall bin ich bei Amazon auf eine neue Rezension von Leseratte gestoßen (siehe Screen­shot). Es ist eine Verleum­dung nach altbe­kanntem Muster. Der Titel der Rezension ist sogar exakt der gleiche wie bei der Rezension zu meinem Buch Erfolg durch selbst­be­stimmtes Lernen: »Achtung, Finger weg!«. Wieder wurden irre­füh­rende Screen­shots als Kunden­bilder hoch­ge­laden, um der Rezension mehr Sicht­bar­keit zu verleihen.

Das neue Opfer ist ein Ratgeber, der sich an angehende Führungs­kräfte richtet. Beim Autor handelt es sich um einen real exis­tie­renden Experten.

Leseratte verleumdet ein Buch für angehende Führungs­kräfte (Screen­shot) | Link zur Rezension | Link zum Rezen­sen­ten­profil von Leseratte bei Amazon

Wie passt das ins Bild? Ganz einfach: Zufäl­li­ger­weise haben die beiden Fake-Experten-Pseud­onyme Konrad Sewell und Vincent Matt­hiesen ebenfalls Ratgeber mit dem Titel Führungs­kraft im Programm. Damit ist auch das dritte Verleum­dungs­opfer des Rezen­senten-Trios (Leseratte, Detlef Sieben­hoch, Amasohn Kunde) ein direkter Konkur­rent von Stefan Mähleke.

(Mähleke steckt hinter den Pseud­onymen Konrad Sewell, Vincent Matt­hiesen, Victoria Lakefield, William Lakefield, Marie Sommer, Vital Experts und Theodor Roswell.)

Und wie schon gesagt, ist die Loewen­stein Bücher&Medien GmbH nur einen Schritt weit entfernt: Stefan Mähleke führt zusammen mit Noah Malik die Malik & Mähleke GmbH und Noah Malik hat gemeinsam mit Jan Sergienko die Loewen­stein Bücher&Medien GmbH. Beide GmbHs sitzen in Hamburg und waren zumindest zeitweise sogar unter der gleichen Adresse gemeldet.

Ein Schelm, wer zwischen all den Zufällen irgend­welche Zusam­men­hänge sieht und/oder sich Böses dabei denkt.


Update (09.06.2020) – Amazon wurde endlich aktiv

In den letzten Tagen sind jeweils Tausende mutmaß­lich gekaufte Fake-Rezen­sionen zu Schrott­bü­chern von Amazon entfernt worden – und die Lösch­ak­tion scheint noch nicht beendet zu sein. Einige Rezen­senten haben Hunderte Rezen­sionen verloren. Die Konten scheinen gesperrt worden zu sein. Viele Schrott­bü­cher haben mehr als die Hälfte aller positiven Rezen­sionen eingebüßt, während die negativen Bewer­tungen stehen­ge­blieben sind. Aus 5‑Sterne-Büchern wurden 3‑Sterne-Bücher.

Für ein abschlie­ßendes Fazit ist es noch zu früh. Es bleibt abzu­warten, ob die betrof­fenen Rezen­senten und Schrott­buch-Unter­nehmer von Amazon auf Scha­dens­er­satz verklagt werden. In den USA hatte Amazon im Jahr 2015 mehr als 1.000 Personen aus vergleich­baren Gründen verklagt.


Update (14.06.2020) – Zu früh gefreut

Leider sind viele der gelöscht geglaubten Rezen­sionen der Schrott­bü­cher wieder aufge­taucht.

P.S.: Auf das Thema der gekauften Rezen­sionen bin ich in einem separaten Artikel noch ausführ­li­cher einge­gangen: Die Zersörung der gekauften Rezen­sionen.

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110 Antworten auf Die Zerstö­rung der Fake-Ratgeber (auf Amazon)

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