Selbst­mo­ti­va­tion – 20 einfache Methoden für mehr Drive

Selbstmotivation lernen - 20-mal mehr Motivation für Lernen, Sport und alles AndereDu möchtest Selbst­mo­ti­va­tion lernen, um dich selbst moti­vieren zu können?

Hier bekommst du 20 einfache Methoden zur Selbst­mo­ti­va­tion.

Übrigens: In meinem Buch Prak­ti­sche Selbst­mo­ti­va­tion (*) werden die in diesem Artikel vorge­stellten Methoden zur Selbst­mo­ti­va­tion auf ca. 100 Seiten ausführ­lich bespro­chen.

Inhalts­ver­zeichnis

#1 | Lasse dich nicht ablenken

Dass wir uns nicht für unsere Aufgaben moti­vieren können, liegt oft daran, dass andere Tätig­keiten in Reich­weite sind, für die wir moti­vierter sind.

Wenn wir mehrere Optionen haben, werden wir uns immer für diejenige Tätigkeit entscheiden, für die wir am moti­vier­testen sind.

Wenn du daran gewöhnt bist, alle fünf Minuten mit dem Smart­phone deine Emails zu checken, wirst du es sehr schwer haben, dich auf deine Aufgabe zu konzen­trieren, solange dein Smart­phone vor dir auf dem Tisch liegt.

Bringe alle Geräte und Gegen­stände, die dich von deiner Aufgabe ablenken könnten außer Sicht­weite.

Selbstmotivation durch Reduktion von Ablenkungen

Deine Selbst­mo­ti­va­tion lässt sich durch die Entfer­nung von Ablen­kungen steigern.


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Selbst­mo­ti­va­tion ist die Fähigkeit, aus eigenem Antrieb heraus Aufgaben anzugehen und konse­quent zu Ende zu bringen.

Viel zu oft gelingt uns dieses konse­quente Handeln nicht. Wir fühlen uns unmo­ti­viert.

Tatsäch­lich sind wir aber gar nicht unmo­ti­viert, sondern bloß für die falschen Dinge motiviert.

Die Kunst bei der Selbst­mo­ti­va­tion besteht darin, die vorhan­dene Moti­va­tion ganz auf die zu erle­di­gende Aufgabe zu fokus­sieren, anstatt sie auf Neben­schau­plätzen zu verschwenden.

Meine Küche stielt meine Selbst­mo­ti­va­tion

Kommt dir die folgende Geschichte bekannt vor?

Schon seit einigen Minuten sitze ich mit meinem Laptop am Küchen­tisch und möchte diesen Text schreiben. Das Thema des Artikels ist mir klar. Es soll darum gehen, wie Ablen­kungen unsere Selbst­mo­ti­va­tion sabo­tieren.

Anstatt mit dem Schreiben zu beginnen, habe ich erst einmal Musik angemacht: Ruhige Musik direkt aus dem Internet. Kann ja nicht schaden. Als ich den Browser offen hatte um die Musik auszu­wählen, habe ich kurz nochmal bei Twitter rein­ge­schaut. Und tatsäch­lich: Ich hatte einen neuen Follower. Der Name klang inter­es­sant; die Webseite des Typen hat mich aber nicht ange­spro­chen. Meine eigene Webseite wollte ich auch mal wieder über­ar­beiten.

Irgendwie gefiel mir die ausge­wählte Musik nicht … die neue ist schon besser. Diesmal kein neuer Follower.

Rechts neben der Spüle steht noch die schmut­zige Auflauf­form von heute Mittag. Ich nehme mir vor sie später zu spülen.

Links neben der Spüle steht der Kaffee­au­tomat. Jetzt habe ich direkt Lust auf einen Kaffee bekommen. Soviel Zeit muss sein. Dauert ja nur eine Minute. Der Kaffee­au­tomat will schon seit gestern gereinigt werden. Auch das mache ich lieber erst später.

Ich erfinde diese Dinge übrigens nicht. Ich schreibe nur auf, was hier in meiner Küche mit mir passiert. Ohne diese Dinge wäre das Papier jetzt immer noch ziemlich unbe­schrieben.

In den letzten 2 Minuten übrigens keine neuen Follower bei Twitter. 

Warum ich mich so unmo­ti­viert verhalte

Versteh mich nicht falsch: Ich habe durchaus Lust, diesen Artikel zu schreiben und ich weiß auch sehr genau, was ich schreiben möchte. Man könnte sagen, dass ich grund­sätz­lich ziemlich motiviert bin.

Das Problem ist aber, dass das Schreiben des Artikels nicht die einzige Sache ist, für die ich motiviert bin. Anschei­nend bin ich auch motiviert, die Küche sauber zu halten und außerdem bin ich motiviert, eine Gefolg­schaft bei Twitter aufzu­bauen. Was den Kaffee angeht, könnte man eher von Sucht sprechen. Das ist nicht ganz das Gleiche wie Moti­va­tion, aber es geht grob in dieselbe Richtung.

Musik, Twitter, Kaffee, eine aufge­räumte Küche, Artikel schreiben … für alle diese Dinge bin ich motiviert. Und da ich für alle diese Dinge motiviert bin, kämpfen alle diese Dinge um meine Aufmerk­sam­keit. Wenn man produktiv arbeiten möchte, dann ist das natürlich nicht gerade hilfreich.

Ich kann leider nicht einfach beschließen, vorüber­ge­hend keine Musik und keinen Kaffee mehr zu mögen. In den letzten 10 Minuten übrigens kein neuer Follower auf Twitter.

Wie man dieses Moti­va­ti­ons­pro­blem löst

Um mein Moti­va­ti­ons­pro­blem elegant lösen zu können, muss man ein wenig über Moti­va­tion Bescheid wissen. Zu diesem Zweck kann ich das Buch „Unser Autopilot“ von Jens Förster weiter­emp­fehlen.

In dem Buch lernt man zum Beispiel, dass unsere Moti­va­tion unsere Aufmerk­sam­keit steuert: Sobald eine Sache in meinem Blickfeld auftaucht, die mit etwas zu tun hat, wofür ich motiviert bin, dann drängt sich mir diese Sache penetrant ins Bewusst­sein. Sie springt mir förmlich ins Gesicht. Sobald ich das Brow­ser­fenster sehe, muss ich an Twitter denken. Viel­leicht reicht auch schon der Anblick meines Computers. Wenn ich rüber zur Spüle blicke, fällt mir sofort die schmut­zige Auflauf­form auf.

Es ist wichtig, zu verstehen, dass ich daran nichts ändern kann. Sobald einer dieser „Auslöser“ in mein Blickfeld gelangt, ist die volle Konzen­tra­tion auf das Schreiben dieses Artikels dahin. Wenn es an einem Ort viele Auslöser gibt, dann kann es passieren, dass man ständig von einem Auslöser zu einem neuen Auslöser springt und am Ende wieder beim ersten Auslöser ange­kommen ist. Dann dreht man sich endlos im Kreis und kommt nie dazu, die Dinge zu tun, die man eigent­lich tun sollte.

Es gibt nur eine Möglich­keit, diesen Ablen­kungen zu entkommen: Die Auslöser dürfen nicht in Blick­weite sein. Man muss einen auslö­ser­freien Ort kreieren. Heut­zu­tage ist das natürlich ganz schön schwer. 

Ablenkung kann Moti­va­tion dauerhaft zerstören

Man könnte jetzt natürlich fragen: Was ist so schlimm daran, von Zeit zu Zeit abgelenkt zu werden? Trotz all der Ablen­kungen wird auch dieser Artikel früher oder später fertig sein.

Das Problem ist, dass unser Gehirn nach Gründen für unser Verhalten „sucht“ und notfalls auch einfach Gründe „erfindet“.

Wenn das Blatt Papier auch nach Stunden noch leer ist, weil ich mit zig anderen Dingen beschäf­tigt bin, dann wird mein Gehirn daraus die Schluss­fol­ge­rung ziehen, dass ich es doof finde, Artikel zu schreiben, obwohl das eigent­lich gar nicht stimmt. Und dann „macht“ das Gehirn, dass ich das Schreiben irgend­wann wirklich doof finde.

Ablen­kungen sorgen also nicht nur dafür, dass man länger braucht um die Sache zu erledigen. Ablen­kungen könnten auf Dauer und in extremen Fällen auch dafür sorgen, dass die Moti­va­tion lang­fristig ganz verloren geht. Dann wird es natürlich noch schwie­riger, die Sache zu erledigen. Am Ende macht es gar keinen Spaß mehr.

Was du konkret tun kannst

Wenn du eine Aufgabe zu erledigen hast, solltest dich so wenigen Auslösern wie möglich aussetzen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Auslöser aufge­räumt oder unor­dent­lich auf dem Schreib­tisch liegen. Auslöser ist Auslöser.

Mögliche Auslöser sind:

  • Fern­be­die­nungen
  • Smart­phone
  • Icons auf dem Desktop oder in der Taskleiste
  • offene Brow­ser­fenster
  • Gesang in Musik (wenn man die Sprache versteht)
  • Bücher im Regal
  • Fotos von Orten oder Personen, die einem wichtig sind
  • etc.

Achte eine Weile lang bewusst darauf, wie deine Gedanken am Arbeits­platz fließen und wodurch diese Gedanken ausgelöst wurden. Wie das bei mir heute ablief, steht ja weiter oben.

Ablenkung ist übrigens nicht in 100 Prozent der Fälle schlecht. Gerade bei kreativen Tätig­keiten ist ein gewisses Maß an Ablenkung manchmal sogar gut.


#2 | Mache regel­mä­ßige Aufgaben zu Ritualen

Am schwie­rigsten ist das Anfangen. Nutze die Macht der Rituale, um dir das Anfangen zu erleich­tern.

  • Erledige wieder­keh­rende unan­ge­nehme Tätig­keiten immer zur gleichen Zeit oder im gleichen Kontext.
  • Putze die Wohnung zum Beispiel immer am gleichen Wochentag und fange immer direkt nach dem Frühstück damit an.
  • Fange immer direkt nach dem Mittag­schlaf an zu lernen.

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Aus reiner Gewohn­heit führen wir jeden Tag auto­ma­tisch Hand­lungen aus, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Bei den meisten Menschen beginnt jeder Morgen mit der immer gleichen Routine: Aufstehen, ins Bad, anziehen, Frühstück.

Routinen wie diese können dir dabei helfen, stress­frei unlieb­same Aufgaben zu erledigen und erfolg­reich neue Gewohn­heit zu bilden .

Das Gegenteil von anstren­gend: Gewohn­heiten

Mir ist aufge­fallen, dass ich jeden Morgen exakt gleich lang dusche. Ich mache das nicht mit Absicht, aber wenn ich morgens aus der Dusche komme, dann zeigt die Uhr im Bad sehr oft exakt die gleiche Zeit an.

Noch etwas ist inter­es­sant: Hier im Haus schwankt die Wasser­tem­pe­ratur sehr stark, so dass man beim Duschen oft nach­re­gu­lieren muss um sich nicht zu verbrennen. Wirklich bewusst wurde mir das erst, als meine Freundin mich darauf ansprach. Erst hatte ich ihr sogar wider­spro­chen: „Nein, bei mir ist die Wasser­tem­pe­ratur immer gleich.“ Erst am nächsten Morgen unter der Dusche bemerkte ich, dass das gar nicht stimmte. Mir war einfach nicht bewusst, dass ich die Wasser­tem­pe­ratur ständig nach­re­gu­liere. Ich mache das voll­kommen unbewusst.

Beides ist typisch für Gewohn­heiten:

  • Sie laufen größ­ten­teils unbewusst ab
  • Sie laufen immer auf die gleiche Weise ab

Ich dusche jeden Morgen nach dem Aufstehen dreizehn Minuten lang und reguliere dabei auto­ma­tisch die Wasser­tem­pe­ratur.

Wäre es nicht toll, wenn man unlieb­same Aufgaben ebenso auto­ma­tisch und unbewusst erledigen könnte?

Routinen sind anein­an­der­ge­reihte Gewohn­heiten

Einige Dinge tut man einfach nicht so gerne und deswegen schiebt man sie oft lange Zeit unmo­ti­viert vor sich her. Das blöde daran ist, dass man die Dinge auf diese Weise nicht nur nicht erledigt, sondern dass man sich beim Aufschieben meist auch nicht so gut fühlt.

Für mich war Putzen lange Zeit ein solcher Problem­fall. Als Student habe ich mein WG-Zimmer nur geputzt, wenn ich gerade „Lust“ dazu hatte. Das war etwa alle drei bis vier Wochen der Fall.

Lust auf Putzen hatte ich erst, nachdem ich schon mit dem Finger meinen Namen in die Staub­schichten schreiben konnte. Viel­leicht ist es über­trieben, von Lust zu sprechen. Es war eher so, dass ich mich nicht länger vor der Notwen­dig­keit verste­cken konnte.

Seit ein paar Jahren brauche ich keine Moti­va­tion mehr um putzen zu können.

Heute putze ich die Wohnung an einem fixen Wochentag direkt nach dem Frühstück.

Schon nach wenigen Wochen stellte sich für mich gar nicht mehr die Frage, ob ich Lust auf Putzen habe. Es ist einfach Putztag. Basta.

Beim Putzen höre ich mir über Kopfhörer Hörbücher und Podcasts an.

Ich glaube, dass meine Routine vor allem deswegen so erfolg­reich ist, weil ich sie direkt an eine bereits bestehende Routine (Frühstück) angehängt habe. Hätte ich mir vorge­nommen, irgend­wann nach­mit­tags zu putzen, wäre es bestimmt nicht so leicht gewesen, mir regel­mä­ßiges Putzen zu Gewohn­heit zu machen.

Dass ich zum Putzen (und nur zum Putzen) Hörbücher und Podcasts höre, erleich­tert mir die neue Gewohn­heit noch zusätz­lich.

Fazit: Routine führt zu Selbst­mo­ti­va­tion

Wenn du dich mit bestimmten Aufgaben unnötig schwer tust, solltest du versuchen, diese in bereits bestehende Routinen zu inte­grieren.

Die Zeit nach dem Frühstück ist dafür noch aus einem anderen Grund präde­sti­niert: Zu dieser Tageszeit steht uns ausrei­chend Willens­kraft zur Verfügung. Willens­kraft wird zwar nicht mehr nötig sein wenn die Routine erst einmal funk­tio­niert, aber bis es soweit ist, muss man sich schon ein wenig anstrengen.

Könntest du schon einige Routinen in dein Leben inte­grieren? Welche Erfah­rungen hast du damit gemacht? Hinter­lasse doch einen Kommentar unter dem Artikel. Ich würde mich freuen.

P.S.: Viel­leicht fragst du dich, warum ich als Titelbild diesen Tunnel ausge­wählt habe. Ich finde, dass ein Tunnel sehr viel mit einer Routine gemeinsam hat: Es führt nur ein Weg hindurch. Um seitlich aus dem Tunnel auszu­bre­chen, müsste man sich durch den Fels bohren. Für einge­fah­rene Routinen gilt das gleiche. Deswegen sind Routinen so mächtig.


#3 | Kopple Ätzendes an Ange­nehmes

  • Höre nur während dem Putzen oder beim Sport deine Lieb­lings­musik.
  • Gucke deine Lieb­lings­serie, während du auf dem Home­trainer trai­nierst.

Auf dieser Webseite gibt es bereits einen ausführ­li­chen Artikel zur Kombi­na­tions-Strategie zur Stei­ge­rung der intrin­si­schen Moti­va­tion.

#4 | Erleich­tere dir das Anfangen

Wenn du nicht sofort mit deiner Aufgabe beginnen kannst, wird deine Selbst­mo­ti­va­tion schnell verpuffen.

Auf der anderen Seite reicht schon ein Minimum an Selbst­mo­ti­va­tion aus, wenn das Anfangen super einfach ist.

  • Stelle die Weichen für den leichten Einstieg schon am Vortag.
  • Packe deine Sport­sa­chen schon am Vortag und stelle die Sport­ta­sche neben die Wohnungstür.
  • Lege die Sachen, die du zum Lernen brauchst schon am Vortag offen auf den Tisch.
  • Verabrede dich für den nächsten Tag zum Sport.
  • Stelle dir in Gedanken schon am Vortag im Detail vor, wie du deine Aufgabe erledigen wirst.

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Einfälle wie „ich sollte mal wieder Sport treiben“ oder „ich müsste dringend mit der Haus­ar­beit anfangen“, kommen uns oft in einem Moment, in dem es nicht möglich ist, sofort zur Tat zu schreiten – Zum Beispiel kurz vor dem Zubett­gehen oder wenn wir ganz dringend los müssen.

Nicht selten endet es damit, dass man sich schnell noch fest vornimmt, die Sache am nächsten Tag in Angriff zu nehmen … und dann kommt der nächste Tag und es passiert gar nichts. Kennst du das?

Moti­va­tion ist Wahr­schein­lich­keit

Von außen betrachtet ist Moti­va­tion nichts anderes als eine Wahr­schein­lich­keit.

  • Eine hohe Moti­va­tion bedeutet, dass die Sache mit hoher Wahr­schein­lich­keit umgesetzt werden wird
  • Eine niedrige Moti­va­tion bedeutet, dass eine Umsetzung eher nicht zu erwarten ist

Der Übergang ist natürlich fließend.

In diesem Sinne kann die Moti­va­tion für eine Tätigkeit erhöht werden, indem man dafür sorgt, dass die Umset­zungs­wahr­schein­lich­keit steigt. Wer sich auf diesem Wege selbst moti­vieren möchte, hat prin­zi­piell zwei Möglich­keiten:

  1. Faktoren besei­tigen, die sich negativ auf die Umset­zungs­wahr­schein­lich­keit auswirken
  2. Faktoren schaffen, die sich positiv auf die Umset­zungs­wahr­schein­lich­keit auswirken

Die im vorlie­genden Artikel beschrie­bene Strategie bewirkt Letzteres.

Nur so kann die Umset­zungs­wahr­schein­lich­keit erhöht werden

Der erste Schritt, eine Sache erfolg­reich zu tun, besteht darin, eine möglichst unver­fälschte Sicht auf den Status quo und die betei­ligten Kräfte zu bekommen.

Außerdem ist es wichtig, einzu­sehen, dass wir oft genau auf diese Weise handeln: Fest vornehmen, dann aber nicht in die Tat umsetzen. Sich die Sache nur vorzu­nehmen reicht also nicht aus.

Der einzig mögliche Lösungs­an­satz besteht darin, in dem Moment, in dem man sich die Sache vornimmt, bereits den ersten Schritt zu tun.

Was du konkret tun kannst

Ich nutze den folgenden einfachen Trick wenn ich etwas auf keinen Fall versäumen möchte. Zum Beispiel später den Müll mit runter zu nehmen.

Wenn ich mir einfach nur vornehme, den Müll mit runter zu nehmen, dann vergesse ich es sehr oft. Wahr­schein­lich liegt das daran, dass sich der Müll in der Küche unter der Spüle befindet und ich ihn dort bei geschos­sener Schrank­türe nicht sehen kann. Wenn ich den Müll aber nicht sehe, dann denke ich nicht an den Müll. Nicht daran zu denken ist das gleiche wie nicht motiviert zu sein.

Um den Müll nicht zu vergessen, hänge ich den zuge­kno­teten Müll­beutel daher von innen an die Wohnungstür. Und schon bin ich motiviert.

Wenn du einen Plan schmie­dest, diesen aber nicht sofort umsetzen kannst, dann solltest du das gleiche mit deinen Sport-, Lern- oder Putz­sa­chen machen. Mit dem Plan in deinem Kopf ist es nämlich das gleiche wie mit dem Müll hinter der geschlos­senen Schrank­türe.

Folgende Schritte eignen sich, um den Plan in deinem Kopf länger sichtbar zu halten:

  • Das Equipment bereit­legen (Lern­sa­chen, Putz­sa­chen, Sport­sa­chen, etc.)
  • Jemanden benachrichtigen/Sich mit jemandem verab­reden
  • Einen Zettel schreiben
  • Den Plan visua­li­sieren (in Gedanken durch­gehen, wie du deinen Plan durch­führst)

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#5 | Nutze zum Anfangen einen Trick

Das Anfangen ist oft am schwie­rigsten.

Es ist leichter, eine kurze unan­ge­nehme Tätigkeit in Angriff zu nehmen, als eine unan­ge­nehme Mammut­auf­gabe.

Wenn du Schwie­rig­keiten hast, mit dem Lernen anzu­fangen, nimm dir keine Mara­thon­ses­sion vor.

Nimm dir vor, nur 15 Minuten lang zu lernen (oder Sport zu treiben) um dann zu entscheiden, ob du weiter machst oder wieder aufhörst.

Selbstmotivation durch leichten Anfang mit Trick

Motiviere dich selbst, indem du ausnutzt, dass wir für kleine Aufgaben oft weniger unmo­ti­viert sind.


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Du warst mal motiviert, aber jetzt bist du es nicht mehr? Du möchtest deine verlo­ren­ge­gan­gene Moti­va­tion wieder­finden? In diesem Artikel zeige ich dir einen einfachen Trick, der sehr gut funk­tio­niert.

Eigent­lich macht mir das Schreiben großen Spaß. Trotzdem drücke ich mich manchmal davor, mit einem neuen Artikel zu beginnen. Nach längeren Schreib­pausen kommt das besonders häufig vor. Anstatt zu schreiben prokras­ti­niere ich. Es scheint, als hätte ich meine Moti­va­tion verloren.

Mit dem Sport ist es das gleiche: Seit über 15 Jahren jogge ich prin­zi­piell sehr gerne. In guten Zeiten fast täglich. Nach einer längeren Pause – zum Beispiel nach einer Erkältung – fällt es mir aber unglaub­lich schwer, mich für den ersten Lauf zu moti­vieren. Meine Moti­va­tion scheint schon ohne mich losge­laufen zu sein. Hier bei mir ist sie jeden­falls nicht.

Sicher­lich kommt dir dieses Moti­va­ti­ons­pro­blem bekannt vor: Die Moti­va­tion war mal da, aber jetzt ist sie weg. Wie kann man die verlo­ren­ge­gan­gene Moti­va­tion wieder­finden?

Die Moti­va­tion wieder­finden

Es gibt eine Strategie, die in diesen Situa­tionen sehr gut hilft. Diese Strategie zielt darauf ab, verlo­ren­ge­gan­gene Moti­va­tion wieder zu finden. Sie funk­tio­niert also vor allem bei Tätig­keiten, für die man in der Vergan­gen­heit bereits motiviert war. Der Trick besteht darin, einen kleinen ersten Schritt zu tun.

Für einen langen Blog­ar­tikel brauche ich teilweise einen ganzen Tag. Auch ein kurzer Artikel schreibt sich nicht in unter zwei Stunden. Bei der Aussicht, mehrere Stunden vor dem Rechner zu sitzen, reicht meine Moti­va­tion einfach nicht aus, um mit dem schreiben zu beginnen. Ich bin einfach nicht motiviert, so lange vor dem Rechner zu sitzen. In vielen Fällen bin ich für einen kleinen ersten Schritt aber ausrei­chend motiviert. Meine Moti­va­tion reicht aus um den Rechner hoch­zu­fahren, mich in WordPress einzu­loggen und mit dem ersten Absatz zu beginnen. Ganz unver­bind­lich. Ohne Stress.

Mit dem Joggen ist es das gleiche: Nach 3 Wochen Pause gleich ein einstün­diger 10-Kilometer-Lauf? Lieber nicht. Warum nicht statt­dessen die Sport­sa­chen anziehen und sich nur einen halben Kilometer vornehmen? Dafür reicht die Moti­va­tion fast immer aus. 

… und dann passiert ein Wunder

Du fragst dich jetzt viel­leicht, was es bringen soll, einen halben Absatz zu schreiben, wenn die Haus­ar­beit 30 Seiten umfassen und bis Anfang nächster Woche fertig sein soll. Oder du fragst dich, was es bringen soll, einen halben Kilometer zu joggen.

Probiere es einfach aus!

Du wirst fest­stellen, dass es in vielen Fällen nicht bei einem halben Absatz oder bei einem halben Kilometer bleiben wird. Während du nämlich den ersten halben Absatz schreibst oder den ersten halben Kilometer läufst, wirst du sehr oft deine alte Moti­va­tion wieder­finden … und dann bleibst du sitzen bis der Artikel fertig ist oder läufst eine mittlere bis große Runde.

Wichtig ist, dass du dir selbst die Möglich­keit einräumst, nach dem halben Absatz oder dem halben Kilometer aufzu­hören ohne von dir selbst enttäuscht zu sein.

Dein Ziel ist der halbe Absatz. Dein Ziel ist der halbe Kilometer.

Alles was darüber hinaus­geht ist ein Bonus und lässt sich nicht erzwingen. Der Bonus wird aber öfters ausge­schüttet als du viel­leicht glaubst. Glaub mir!

Warum diese Strategie funk­tio­niert

Dass diese Strategie funk­tio­niert hat einen einfachen Grund: Anzu­fangen und weiter­zu­ma­chen ist nicht dasselbe.

Bei Tätig­keiten, die in der Vergan­gen­heit bereits gut funk­tio­niert haben, betrifft das Moti­va­ti­ons­pro­blem nur das Anfangen. Die Tätigkeit selbst ist – verein­facht gespro­chen – bereits zu einer Gewohn­heit geworden und läuft daher eini­ger­maßen mühelos ab. Worauf es also ankommt ist das Anfangen.

Je weniger man sich selbst unter Druck setzt, umso einfacher ist das Anfangen.

Falls diese Strategie nicht funk­tio­niert

In vielen Fällen lässt sich die eigene Moti­va­tion durch verschie­denste Methoden noch zusätz­lich steigern, insbe­son­dere durch die Kombi­na­tion mehrerer Methoden.


#6 | Motiviere dich mit einem Gedan­ken­spiel

  • Frage dich zuerst, was passieren wird, wenn du die Aufgabe nicht erledigst.
  • Frage dich als nächstes, was passieren wird, wenn du die Aufgabe erledigst.

#7 | Nutze Vorbilder um dich zu moti­vieren

Nach dem Vergleich erscheint dir deine eigene Aufgabe nicht mehr so unschaffbar groß.


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In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Selbst­mo­ti­va­tion durch einfache Vergleiche steigern kannst.

Wie zufrieden wir mit unserem Auto sind, hängt maßgeb­lich davon ab, welches Auto vor der Garage unseres Nachbarn steht.

Ob wir einen 8-Stunden-Arbeitstag als besonders stressig empfinden, hängt auch davon ab, wie lange die Menschen um uns herum arbeiten müssen.

Wir Menschen bewerten die meisten Dinge nicht absolut, sondern in Relation zu anderen Dingen.

Unsere Vorliebe für derartige Vergleiche können wir uns zunutze machen, um uns selbst zu moti­vieren: Wenn uns unsere Aufgabe als zu groß erscheint, müssen wir sie nur mit einer Extrem-Aufgabe verglei­chen, die von anderen Menschen bewältigt werden konnte. Plötzlich erscheint uns unsere eigene Aufgabe dann nicht mehr so unschaffbar groß zu sein.

Für diesen Trick schlage ich die folgenden mensch­li­chen Höchst­leis­tungen vor:

Den Bau der Cheops-Pyramide

Die Pyramide hat eine Grund­fläche von 230 x 230 Metern und war ursprüng­lich ca. 150 Meter hoch. Sie besteht aus 2,3 Millionen Steinen, von denen jeder mindes­tens 2,5 Tonnen wiegt. Mit dem Bau waren mehrere zehn­tau­send Mann mehrere Jahr­zehnte lang beschäf­tigt.

Wenn du genau hinschaust, kannst du auf dem Foto vor der Pyramide Menschen erkennen. So groß ist das Ding:

Das Apollo-Programm der NASA

Das Apollo-Programm lief von 1961 bis 1972 und hatte das Ziel, Menschen auf den Mond zu bringen. Nach heutigen Maßstäben kostete das Programm insgesamt 120 Milli­arden US-$ und beschäf­tigte bis zu 400.000 Menschen. Der Start der Saturn V Rakete soll das am zweit­wei­testen zu hörende von Menschen verur­sachte Geräusch gewesen sein. Noch in 20 Kilometer Entfer­nung zerbra­chen regel­mäßig Fens­ter­scheiben. Nur Atom­bomben sind lauter.

Ja, dass Apollo Programm ist schon extrem teuer gewesen. Übrigens hatte der Wal-Mart-Gründer Sam Walton vor seinem Tod im Jahre 1992 ein Privat­ver­mögen von etwa 160 Milli­arden US-$. Damit hätte er das gesamte Apollo-Programm aus eigener Tasche bezahlen können (und wäre dann trotzdem noch der reichste Mensch der Erde gewesen).

Elon Musk

Der gebürtige (Jahrgang 1971) Südafri­kaner ist CEO von zwei Multi-Milli­arden-Dollar-Unter­nehmen (Tesla und SpaceX), von denen sich eines in San Francisco und eines in Los Angeles befindet. Er pendelt ständig hin und her und kümmert sich nebenbei auch noch regel­mäßig um seine fünf Söhne.

Thomas Edison’s 1.000 Expe­ri­mente

Thomas Alva Edison musste etwa 1.000 Expe­ri­mente durch­führen, bis er ein Material fand, welches sich für den Glühfaden einer Glühbirne eignete. (Diese Geschichte dürfte vor allem Menschen beein­dru­cken, die noch nie selbst eine Doktor­ar­beit oder vergleich­bares geschrieben haben.)

Neben dem in diesem Artikel vorge­stellten Framing-Trick, gibt es noch viele weiterer Methoden, die du nutzen kannst, um dich selbst zu moti­vieren.


#8 | Mache deinen Kopf frei

Je mehr uner­le­digte Aufgaben dir im Kopf umher­schwirren, umso demo­ti­vierter bist du. Das ist ganz normal.

Wissen­schaftler haben heraus­ge­funden, dass wir ständig an uner­le­digte Aufgaben denken müssen.

Es gibt zwei Möglich­keiten, diese Gedanken abzu­stellen: Die Aufgabe erledigen oder die Aufgabe auf eine To-do-Liste schreiben.

Wenn du morgen motiviert lernen möchtest, erledige heute noch so viele Aufgaben wie möglich, um morgen nicht von den Gedanken daran abgelenkt zu werden.

Wenn du nicht alles erledigen kannst, schreibe die Aufgaben zumindest auf deine To-do-Liste.


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Bei der (Selbst)Motivation geht es nicht nur darum, sich selbst zu moti­vieren, sondern es geht vor allem auch darum, damit aufzu­hören, sich selbst unbemerkt zu demo­ti­vieren.

Wir könnten für viele unserer Aufgaben ausrei­chend motiviert sein, wenn unsere Moti­va­tion nicht unter einem großen Berg von Schrott begraben wäre.

Wie du diesen Schrott­haufen, der höchst­wahr­schein­lich auch deine Moti­va­tion unter­drückt, besei­tigen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Betrachte Moti­va­tion als Wahr­schein­lich­keit und alles wird einfacher

Ich stelle mir Moti­va­tion gerne als eine Wahr­schein­lich­keit vor: Die Wahr­schein­lich­keit, eine bestimmte Handlung durch­zu­führen. Zum Beispiel mit dem Schreiben der Haus­ar­beit oder mit dem Lernen zu beginnen.

Je höher die Moti­va­tion, umso wahr­schein­li­cher ist es, dass man die Sache auch tatsäch­lich anpackt. Wenn man Moti­va­tion auf diese Weise betrachtet, wird klar, was man tun kann um sich selbst zu moti­vieren: Stra­te­gien anwenden, die die Wahr­schein­lich­keit erhöhen!

Die meisten Leute stellen sich Moti­va­tion etwas anders vor: Sie verstehen darunter eher das angenehme Gefühl der Vorfreude, welches sie erleben, wenn sie Dinge tun können, die sie gerne tun. Diese Vorstel­lung ist natürlich nicht falsch. Wenn dieses Gefühl vorhanden ist, dann ist das super! In diesem Fall würdest du diesen Artikel hier aber wahr­schein­lich nicht lesen, oder? Dein Problem ist doch, dass du dieses angenehme Gefühl gerade nicht hast und, dass sich deine Haus­ar­beit aber auch nicht von selbst schreibt.

Im Grunde hast du zwei Möglich­keiten:

  1. Warten und hoffen, dass die moti­vie­rende Vorfreude noch kommt
  2. Mit dem arbeiten, was schon da ist

Welchen Weg du gehst, bleibt dir selbst über­lassen. Gewinner entscheiden sich in der Regel für Option Nr. 2, während die meisten anderen Menschen lieber warten, warten, warten.

Du hast dich für Option Nr. 2 entschieden? Super! Dann werde ich dir jetzt das Geheimnis der Menschen verraten, die so unglaub­lich produktiv sind. Moti­va­tion in Form von (Vor)Freude spielt dort sicher­lich auch eine große Rolle, aber das große Geheimnis, welches die meisten Menschen nicht wahrhaben wollen ist ein anderes. Das Geheimnis lautet: Wissen und Strategie. 

Wissen und Strategie

Wie schon gesagt: Betrachte Moti­va­tion einfach als Wahr­schein­lich­keit. Das schöne, an diesem Modell ist, dass es eine Tatsache verdeut­licht, die im Zusam­men­hang mit der Moti­va­tion oft übersehen wird: Die Ober­grenze.

In der Praxis ergibt sich die Ober­grenze daraus, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur eine Sache gleich­zeitig machen können. Wenn wir den Abwasch machen, dann können wir nicht gleich­zeitig auch noch die Haus­ar­beit schreiben.

Diese Tatsache überträgt sich direkt auf die Moti­va­tion: Egal wie groß die Anzahl der Tätig­keiten ist, für die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt motiviert sind: die Summe all dieser Wahr­schein­lich­keiten ist immer genau 100%. Mehr geht nicht! (Keine Angst, du musst nichts rechnen um dieses Konzept anwenden zu können)

Falls du dich jetzt fragst, wie es dann sein kann, dass man manchmal für gar nichts motiviert ist: Betrachte das Nichtstun einfach als eine Tätigkeit. Wenn du zu nichts motiviert bist, dann bist du eben für das Nichtstun motiviert. So zu denken macht die ganze Sache unglaub­lich einfach.

Wenn wir zu einem bestimmten Zeitpunkt für nur eine einzige Sache motiviert sind, dann werden wir diese eine Sache garan­tiert auch in die Tat umsetzen.

Wenn wir für zwei Tätig­keiten etwa gleich stark motiviert sind, dann teilen sich die 100% auf diese beiden Tätig­keiten auf: Zweimal je 50% – mal werden wir das eine tun (den Film angucken) und mal werde wir das andere tun (die Haus­ar­beit schreiben).

Und was ist, wenn wir für eine Sache (die Haus­ar­beit) 70% und für eine andere Sache (den Film) 30% motiviert sind? Was genau dann passiert ist eigent­lich gar nicht so wichtig. Wichtig ist nur, dass uns diese 30%-Sache auf irgend­eine Art und Weise davon abhalten wird, motiviert mit der Haus­ar­beit anzu­fangen um dann konzen­triert für ein paar Stunden zu schreiben.

Nun kommen wir zum wich­tigsten Satz in diesem Artikel:

Der Trick, sich selbst für eine bestimmte Tätigkeit zu moti­vieren, besteht darin, sich für alle anderen Tätig­keiten zu demo­ti­vieren. Ich wette du hast die Sache noch nie aus diesem Blick­winkel gesehen.

Wie du dich selbst gezielt stra­te­gisch demo­ti­vierst

Moti­va­tion für eine bestimmte Sache äußert sich dadurch, dass wir an sie denken müssen (und dabei auch ein mehr oder weniger starkes Gefühl von „Los jetzt!“ verspüren). Genau das müssen wir bei den Dingen, für die wir nicht motiviert sein wollen, verhin­dern.

Jetzt kommt Wissen ins Spiel: Der Zeigarnik-Effekt

Der Zeigarnik-Effekt ist ein psycho­lo­gi­scher Effekt, der beschreibt, wann wir an bestimmte Aufgaben denken müssen. Wie die russische Psycho­login Seigarnik (anschei­nend schreibt man ihren Namen mit „S“, während er im Effekt mit „Z“ geschrieben wird) im Jahr 1927 heraus­ge­funden hat, ist dies für unter­bro­chene uner­le­digte Aufgaben der Fall.

Wir sind also motiviert, Dinge fertig zu machen, die wir bereits begonnen haben. Diese Moti­va­tion mag viel­leicht nicht mega hoch sein, aber zumindest reicht sie aus, um uns von unserer eigent­li­chen Arbeit abzu­lenken. Aus Selbst­be­ob­ach­tung kann ich diesen Effekt durchaus bestä­tigen.

Inter­es­sant ist, dass das Gehirn (welches natürlich für den Zeigarnik-Effekt verant­wort­lich ist) eine Aufgabe als erledigt betrachtet, wenn man sie auf eine To-Do-Liste geschrieben hat.

Was du konkret tun kannst

Nach dieser zuge­ge­be­ner­maßen etwas langen Herlei­tung ergibt sich eine recht einfache Strategie:

  • Wenn du für eine bestimmte Tätigkeit motiviert sein möchtest, dann beginne vorher möglichst keine anderen Tätig­keiten (ohne diese zu beenden).
  • Beende alle Aufgaben, die du schnell beenden kannst, bevor du mit der Tätigkeit beginnst, für die du motiviert sein möchtest.
  • Schreibe alle ange­fan­genen Tätig­keiten, die du nicht schnell noch beenden kannst, auf eine To-Do-Liste.

Wenn du all das tust, wird dein Gehirn dich mit demo­ti­vie­renden Gedanken verschonen.


#9 | Mache aus einem ich muss ein ich will

Dir wird schon übel wenn du das Wort «lernen» hörst?

Sprache hat einen großen Einfluss auf deine Moti­va­tion. Insbe­son­dere negative Sprache kann dich demo­ti­vieren.

Achte darauf, nicht negativ über deine Aufgabe zu sprechen.

Vermeide Mitmen­schen, die negativ über deine Aufgaben sprechen.

Wenn du in der Biblio­thek lernst, stell dich in der Pause nicht zu den Leuten, die darüber schimpfen, wie sehr sie vom Lernen genervt sind.

Versuche heraus­zu­finden, welche Wörter für dich negativ besetzt sind und dann meide oder ersetze diese Wörter.

Sage nicht «ich muss ... » sondern «ich will ...» oder zumindest «ich werde ...»

Selbstmotivation durch Wahl der Sprache

Unsere Sprache wirkt sich auf unsere Moti­va­tion aus (und umgekehrt). Nutze deine Sprache zur Selbst­mo­ti­va­tion.

#10 | Schaffe dir Klarheit

Selbst­mo­ti­va­tion kommt zum Teil aus der Klarheit darüber, was genau zu tun ist.

Wenn du weißt, was du zu tun hast, wirst du dich eher selbst moti­vieren können, als wenn du erst noch heraus­finden musst, was du eigent­lich genau machen musst.

Erstelle dir für länger­fris­tige Aufgaben einen detail­lierten Trainings- oder Lernplan.

Nutze möglichst konkrete To-do-Listen.

Selbstmotivation durch Klarheit

Klarheit hat einen großen Einfluss auf unsere Moti­va­tion, weil Unklar­heit Moti­va­tion verhin­dert.

Mehr zu diesem Thema erfährst du in meinem Artikel über das Über­winden von Prokras­ti­na­tion.

#11 | Setze dir konkrete Ziele

Je konkreter und klarer dein Ziel formu­liert ist, umso weniger Selbst­mo­ti­va­tion brauchst du um dieses Ziel verfolgen zu können.

Wenn du planlos auf eine Prüfung lernst, die erst in sechs Wochen statt­findet, wirst du dich weniger fürs Lernen moti­vieren können, als wenn du für jeden Tag ein Etap­pen­ziel fest­ge­legt hast.

  • Ein Ziel muss immer messbar sein. Also nicht ich werde mehr trai­nieren oder öfter lernen, sondern ab heute werde ich jeden Tag (messbar) für eine Stunde (messbar) trainieren/lernen, oder ab jetzt werde ich jeden Mittwoch und Sonntag mindes­tens 5 km joggen
  • Setze dir dabei ein Tagesziel, welches du auch erreichen kannst. Nichts ist demo­ti­vie­render als uner­reichbar große Ziele.

#12 | Übernimm Verant­wor­tung

Du wirst moti­vierter sein, Aufgaben zu erledigen, für die du die Verant­wor­tung über­nommen hast.

Sich bewusst für etwas zu entscheiden, bedeutet Verant­wor­tung zu über­nehmen.

Entscheide dich bewusst, die zu erle­di­gende Aufgabe anzugehen.

Finde jemanden/etwas, gegenüber dem du verant­wort­lich bist, der dich überprüft.

#13 | Umgib dich mit Menschen die schon da sind wo du hin möchtest

Menschen nehmen unbewusst die Verhal­tens- und Denk­weisen ihrer Mitmen­schen an. Dieser Effekt funk­tio­niert in beide Rich­tungen.

Das Verhalten anderer Menschen kann dich moti­vieren, aber auch demo­ti­vieren.

Wenn du dich gesund ernähren möchtest, umgib dich mit Menschen, die sich gesund ernähren und meide Menschen, die sich ungesund ernähren.

Wenn du dich zum Lernen moti­vieren möchtest, geh in die Biblio­thek wo du von anderen Lernern umgeben sein wirst.

Zum Lernen ins Schwimmbad zu gehen ist keine gute Idee.

#14 | Nutze dein Scham­ge­fühl zur Selbst­mo­ti­va­tion

Als Arnold Schwar­zen­egger mit seiner Waden­mus­ku­latur unzu­frieden war, hat er einen netten Trick ange­wendet, um sich selbst zum Trai­nieren seiner Waden zu moti­vieren.

Was hat er gemacht?

Er hat sich kurze Hosen und dazu sehr weite Oberteile angezogen. So konnten die anderen Menschen nur seine Waden­mus­keln, aber nicht die rest­li­chen Muskeln seines Körpers sehen.

Er hat seine Schwach­stellen möglichst offen präsen­tiert und seine Stärken gleich­zeitig versteckt.

Die meisten gewöhn­li­chen Menschen würden es genau andersrum machen.

#15 | Setze deine Willens­kraft optimal ein

Um mit einer Aufgabe beginnen zu können, brauchst du Moti­va­tion. Um die Aufgabe zu Ende bringen zu können, brauchst du Willens­kraft.

Wissen­schaftler haben heraus­ge­funden, dass Willens­kraft wie ein Muskel funk­tio­niert.

Wie ein echter Muskel wird auch die Willens­kraft durch längere Bean­spru­chung müde.

Außerdem funk­tio­niert die Willens­kraft besser, wenn man zuvor gut gegessen hat (Willens­kraft ist vom Blut­zu­cker­spiegel abhängig).

Wenn du hungrig oder müde bist, ist deine Willens­kraft nicht zu gebrau­chen.

Wie einen echten Muskel kann man übrigens auch die Willens­kraft trai­nieren.

  • Erledige Aufgaben, die viel Willens­kraft benötigen immer sofort am Morgen.
  • Wenn du dir klar machst, dass deine Willens­kraft morgens am stärksten ist, wirst du auch merken, dass das Aufschieben unan­ge­nehmer Tätig­keiten oft purer Selbst­be­trug ist. Wer eine Aufgabe morgens nicht erledigen kann, wird sie später am Tag erst recht nicht erledigen können. Die Aufgabe auf den Nach­mittag zu schieben ist also Blödsinn. Außerdem wird diese uner­le­digte Aufgabe den ganzen Tag deine Gedanken vergiften.

#16 | Trainiere deine Willens­kraft

Willens­kraft ist nötig, um unan­ge­nehme Aufgaben zu Ende zu bringen. Willens­kraft lässt sich trai­nieren.

Räume nicht immer gleich sofort alle Unan­nehm­lich­keiten aus dem Weg (oder bitte andere Menschen darum, das für dich zu tun). So gewöhnst du dich daran, Dinge «auszu­halten», die dir unan­ge­nehm sind.

Dusche kalt.

Setz dich auf den unbe­quemen Stuhl.

Arbeite im Stehen!

Lasse das Auto stehen und gehe zu Fuß.

#17 | Belohne dich für erledigte Aufgaben

Du hast sicher­lich schon selbst fest­ge­stellt, dass dich die Aussicht auf eine Belohnung moti­vieren kann.

Es macht Sinn, eine Belohnung einzu­setzen, um dich selbst davon zu über­zeugen, dass dein Leben unterm Strich besser ist, wenn du die zu erle­di­gende Aufgabe erledigst.

Einige Menschen machen aber den Fehler sich eine Sache erst wegzu­nehmen, um sich später genau damit zu belohnen. Das ist kontra­pro­duktiv.

Wenn du norma­ler­weise abends immer Videos guckst, dann macht es keinen Sinn, dir das Video­gu­cken in der Lernphase zu verbieten, um Videos zu deiner Belohnung zu machen.

Auf diese Weise lernt dein Unter­be­wusstes nämlich nur, dass die Lernphase unan­ge­nehm ist.

Selbstmotivation durch Belohnung

Sich selbst für erledigte Aufgaben zu belohnen sorgt für dauer­hafte Moti­va­tion, weil das Unter­be­wusst­sein lernt, dass es sich lohnt, Aufgaben zu erledigen.

Verwende zur Selbst­mo­ti­va­tion Beloh­nungen, die du dir sonst nicht gönnst

Achte auch darauf, dass deine Beloh­nungen nicht deinen Lern­er­folg sabo­tieren. Nach dem Lernen zur Belohnung Alkohol zu trinken ist keine gute Idee.

Die Belohnung sollte möglichst direkt auf die Tätigkeit erfolgen, die du belohnen möchtest.

Vermeide es, dich für Tätig­keiten zu belohnen, für die du bereits intrin­sisch motiviert bist. Wenn es dir bereits Spaß macht zu lernen, dann kannst du dir diesen Spaß mit einer Belohnung dauerhaft zerstören. Das wäre schade.

#18 | Nutze die vorhan­dene Moti­va­tion

Für einige Tätig­keiten ist man bereits von Natur aus motiviert.

Ein besonders schönes Beispiel für extrem hohe, dauer­hafte und sogar anste­ckende Moti­va­tion ist Elon Musk mit seiner Vision, die Mensch­heit auf den Mars zu bringen.

  • Finde heraus, was dich heute bereits motiviert und plane dein Leben so, dass du von dieser Moti­va­tion profi­tierst.
  • Studiere lieber etwas, was dich wirklich inter­es­siert, als etwas, was du lang­weilig findest, womit man später aber viel Geld verdienen kann.

#19 | Achte auf deine Gesund­heit und Fitness

Je gesünder und fitter du bist ist, umso mehr Energie hast du und umso belast­barer bist du. Insbe­son­dere ausrei­chend gesunder Schlaf ist sehr wichtig (und wird massiv unter­schätzt).

#20 | Bleibe realis­tisch

Ein Job, der dir für 2.000 Euro keinen Spaß macht, wird dir auch für 4.000 Euro keinen Spaß machen.

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3 Antworten auf Selbst­mo­ti­va­tion – 20 einfache Methoden für mehr Drive

  1. Milena sagt:

    Hallo Jan,
    finde deinen Artikel wirklich sehr hilfreich und toll geschrieben!
    Habe aller­dings eine Frage zur Belohnung in Abschnitt (17). Du schreibst, dass man sich z.B. nicht mit Videos belohnen sollte, wenn man dies norma­ler­weise abends tut. So wie du das schreibst, verstehe ich das so, dass ich mich nicht mit Videos belohnen sollte, wenn ich das sonst während meiner Lernphase getan habe, stimmt das so?
    Bedeutet das dann auch, dass ich mich auch nicht abends mit Videos belohnen sollte, wenn ich bereits am Nach­mittag gelernt habe?

    Hoffe du verstehst, was ich meine.
    Lg Milena

    • Jan sagt:

      Hallo Milena,

      Danke für deinen Kommentar. Über das Lob habe ich mich sehr gefreut.

      Die Sache mit der Belohnung ist folgende: Eine Belohnung sollte immer etwas beson­deres sein und du solltest dich darauf freuen. Es sollte eine echte, unge­trübte Vorfreue entstehen. Aus dieser Vorfreude entspringt die Moti­va­tion. Wenn du dir eine Sache erst wegnimmst um sie dir anschlie­ßend wieder zurück­zu­schenken, dann wäre das doch irgendwie seltsam, oder?

      Ich merke gerade, dass das mit den Videos kein gutes Beispiel ist. In einer Lernphase lernt man ja an vielen Tagen hinter­ein­ander. In dem Fall sollte man besser eine einmalige Belohnung nach der Klausur oder Prüfung wählen und nicht jeden Tag eine Belohnung.

      Ich hoffe, dass ich deine Frage beant­worten konnte. Falls es immer noch unklar ist oder du andere Fragen hast, frag ruhig nochmal :)

      Viele Grüße,
      Jan

  2. Jason sagt:

    Hi Jan,

    sehr hilf­reiche Liste und alles gut auf den Punkt gebracht.

    Dass man sich das Anfangen so leicht wie möglich machen soll – und idea­ler­weise nur einen Mini­schritt zum Anfangen ansetzen sollte auf den ein weiterer folgt etc. – ist auch einer meiner Top-Tipps zum Thema disziplin.

    Außerdem finde ich das Gedan­ken­spiel aus Punkt 6 sehr inter­es­sant. Werde ich auf jeden Fall in den nächsten Tagen versuchen :)

    Liebe Grüße
    Jason

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