Theanin

Geschrieben am 10. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

L‑Theanin ist eine nicht-prote­inogene Amino­säure, die in den Blättern von Tee vorkommt. Im Rahmen der Fermen­ta­tion wird Theanin teilweise abgebaut, weshalb grüner Tee mehr Theanin enthält als schwarzer Tee.

Die Struktur von L‑Theanin ähnelt der von Glut­amin­säure und den beiden aus ihr entste­henden Neuro­trans­mit­tern GABA und Glutamat. Oral aufge­nom­menes L‑Theanine kann die Blut-Hirn-Schranke über­winden.

Im Rahmen von Studien (insbe­son­dere Tier­ver­suche) wurde ein Einfluss von Theanin auf das Zentral­ner­ven­system fest­ge­stellt. Theanin entspannt, ohne müde zu machen.

Studien zufolge soll Theanin die Fähigkeit besitzen, die mentale und psychi­sche Stress­re­ak­tion abzu­mil­dern. In einer Studie aus dem Jahr 2008 veran­lasste die Gabe von 200mg Theanin (eine Tasse grüner Tee enthält etwa 20mg Theanin) die Gehirne der Probanden dazu, vermehrt alpha-Wellen zu produ­zieren. Alpha-Wellen entstehen in einem Zustand der Entspan­nung (Quelle).

Einen direkten positiven Effekt auf die Konzen­tra­ti­ons­leis­tung ist von Theanin nicht zu erwarten, jedoch scheint es in der Lage zu sein, der aufput­schenden Wirkung von Koffein entge­gen­zu­wirken, weshalb es von Bioha­ckern zusammen mit Koffein einge­setzt wird (Quelle).

Außerdem kam eine Studie aus dem Jahr 2011 zu dem Ergebnis, dass Theanin in der Lage ist, die Aufmerk­sam­keits­leis­tung von normalen gesunden Probanden zu verbes­sern, falls diese anfällig für Angst­zu­stände sind (Quelle).

In Deutsch­land darf L‑Theanin in Kapsel­form als Nahrungs­er­gän­zungs­mittel verkauft werden.

Wie gesagt, scheint es einen syner­ge­ti­schen Effekt zwischen Koffein und Theanin zu geben. Auf der Webseite eines Herstel­lers von Nahrungs­er­gän­zungs­mit­teln wird behauptet, dass die optimale Wirkung erreicht wird, wenn das Verhältnis von Koffein zu L‑Theanin 1:2 beträgt. Die dort als Referenz ange­ge­bene Studie kann diese Aussage aller­dings nicht belegen.

Die Maximale Plas­ma­kon­zen­tra­tion wird rund 30 bis 45 Minuten nach der oralen Einnahme erreicht. Die empfoh­lene Dosis beträgt zwei- bis dreimal täglich 100 bis 200 mg.

>