Tyrosin

Geschrieben am 10. Mai 2020 von Dr. Jan Höpker.

Tyrosin kann in Form von L‑Tyrosin oder als N‑Acetyl-L-Tyrosin (NALT) eingenommen werden. NALT könnte zwar eine höhere Bioverfügbarkeit haben, da es in Wasser löslich ist, allerdings scheint der Körper es größtenteils über den Urin auszuscheiden, anstatt es in L‑Tyrosin umzuwandeln.

Biohacker supplementieren Tyrosin in der Hoffnung, dass ihr Körper vermehrt Dopamin herstellt, welches sich unter anderem positiv auf ihre Stimmung auswirkt. So einfach lässt sich die Produktion und Ausschüttung von Neurotransmittern aber vermutlich nicht ankurbeln.

Einige Studien, an denen auch die NASA beteiligt war, haben jedoch gezeigt, dass die Einnahme von L‑Tyrosin einen positiven Effekt in extremen Stresssituationen hat. In einer Studie aus dem Jahr 2003 wurde die kognitive Leistungsfähigkeit unter Schlafentzug untersucht. In einer Dosierung von 150 mg je Kilogramm Körpergewicht verhalf Tyrosin den Probanden, die eine Nacht durchgemacht hatten, zu besseren Ergebnissen in Gedächtnis‑, Wahrnehmungs‑, Reaktions- und Mathematiktests (Quelle).

Bereits einige Jahre zuvor hatte eine von NASA-Wissenschaftlern durchgeführte Studie zu ähnlichen Ergebnissen geführt. Die Wirkung von Tyrosin hielt etwa drei Stunden lang an (Quelle).

Sollte man Tyrosin einnehmen?

In extremen Stresssituationen scheint die Gabe von Tyrosin zwar durchaus einige positive Effekte zu haben, aber es ist weitaus sinnvoller, dem durch Schlafentzug hervorgerufenen Stress mit Schlaf zu begegnen, anstatt die Symptome zu kaschieren.

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