Smarte Zeit­ma­nage­ment Methoden für mehr Erfolg im 21. Jahr­hun­dert

Zeitmanagement Grundlagen und MethodenDu möchtest Zeit­ma­nage­ment lernen?

Hier erfährst du, wie es geht!

Dass du dein Zeit­ma­nage­ment verbes­sern möchtest, ist zunächst einmal gut! Doch warum willst du dein Zeit­ma­nage­ment verbes­sern?

Eine gute Antwort auf diese Frage zu haben, ist wichtig, denn viele Menschen bemühen sich aus den falschen Gründen um ein besseres Zeit­ma­nage­ment und schießen sich damit mögli­cher­weise selbst ins Knie.

Warum Zeit­ma­nage­ment?

  • Ein gutes Zeit­ma­nage­ment wird dich in allen Lebens­be­rei­chen effi­zi­enter machen.
  • Du wirst deine Aufgaben und Projekte schneller erledigen können. Du wirst früher am Ziel sein.
  • Dadurch wirst du weniger Stress haben. Das Burnout wird sich ein anderes Opfer suchen müssen.
  • Neben einer höheren Produk­ti­vität wirst du auch einen Zugewinn an Zufrie­den­heit und Lebens­qua­lität verzeichnen können.

Sich ein gutes Zeit­ma­nage­ment anzu­eignen, ist eine der lukra­tivsten Inves­ti­tionen überhaupt!

Das klingt erst einmal gut. Es ist aber nur dann sinnvoll, wenn du das richtige Ziel anpeilst. Wer in die falsche Richtung läuft, wird mit einem besseren Zeit­ma­nage­ment nur noch schneller in die falsche Richtung laufen. Wer Zeit­ma­nage­ment für die falschen Ziele verwendet, wird noch mehr Stress erleiden und noch unzu­frie­dener werden.

Ein weiterer Fall­strick besteht darin, dass die meisten bekannten Zeit­ma­nage­ment­me­thoden aus dem letzten Jahr­hun­dert stammen und von einem Menschen­bild ausgehen, dass nicht mehr zeitgemäß ist. Später mehr dazu.

Zeit­ma­nage­ment sollte erst an dritter Stelle kommen

An Stelle #1 steht die Auswahl des richtigen Ziels.

An Stelle #2  kommt die Auswahl der richtigen Werkzeuge.

Erst an Stelle #3 kommt das Zeit­ma­nage­ment ins Spiel.

Um es in den Worten des Manage­ment-Gurus Peter Drucker zu sagen:

„Effek­ti­vität kommt vor Effizienz!“

(Es ist wichtig, diese beiden Begriffe unter­scheiden zu können. Klicke hier, um zu erfahren, was der Unter­schied zwischen Effizienz und Effek­ti­vität ist.)

Gehen wir davon aus, dass du ein richtig gutes Ziel verfolgst, und dass du die richtigen Werkzeuge ausge­wählt hast.

(Falls du dir unsicher bist: Gute Werkzeuge und eine verdammt gute Methode zur Auswahl guter Lebens­ziele findest du in meinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzen­tra­tion.)

Meine Defi­ni­tion von Zeit­ma­nage­ment

Bevor wir zu den konkreten Methoden kommen, sollten wir darüber sprechen, was beim Zeit­ma­nage­ment überhaupt gemanagt wird. Der Begriff «Zeit­ma­nage­ment» ist nämlich irre­füh­rend.

Mit Ausnahme weniger Orte im Universum, an denen mensch­li­ches Leben gar nicht möglich wäre, vergeht die Zeit immer und überall gleich schnell. Beim Zeit­ma­nage­ment wird daher nicht die Zeit, sondern die nutzbare Energie gemanagt.

Mit Zeit hat Zeit­ma­nage­ment nur insofern etwas zu tun, als dass die Menge der nutzbaren Energie bei uns Menschen zeit­ab­hängig ist. Sie hängt von der Tageszeit und davon ab, wie viel Energie wir in den letzten Minuten und Stunden bereits verbraucht haben.

Der Sinn von Zeit­ma­nage­ment besteht nicht darin, alle uns aufge­tra­genen Aufgaben – ähnliche wie beim Video­spiel Tetris – lückenlos auf den Arbeitstag zu verteilen!

Der Sinn von Zeit­ma­nage­ment besteht vielmehr darin, die zur Verfügung stehende Energie möglichst wirksam einzu­setzen!

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment sollte uns nicht dazu befähigen, an einem acht­stün­digen Arbeitstag (noch) mehr zu erledigen, sondern die Arbeit von acht Stunden in nur fünf Stunden zu erledigen, um die restliche Zeit des Tages mit sinn­vollen Tätig­keiten zu verbringen!

Die 6 Gegner des Zeit­ma­nage­ments

Jeder Held braucht einen Bösewicht, sonst ist die Geschichte lang­weilig. Gegen welchen Bösewicht kämpft das Zeit­ma­nage­ment? Ich halte es für wichtig, sich die folgenden Zusam­men­hänge bewusst zu machen, um zu verstehen, worauf die unten beschrie­benen Zeit­ma­nage­ment­me­thoden abzielen.

Gegner #1 | Die Fokus­sie­rungs-Illusion

Wenn sich eine Aufgabe gerade in unserem Fokus befindet, dann halten wir sie für wichtiger, als sie tatsäch­lich ist. Und eine Aufgabe, die sich gerade nicht in unserem Fokus befindet, halten wir für weniger wichtig, als sie tatsäch­lich ist. Die Folge ist, dass wir uns zu lange mit unseren Aufgaben beschäf­tigen. Wir neigen zu Perfek­tio­nismus, der oft unnötig ist.

Viele Menschen machen den Fehler, einfach drauflos zu arbeiten, um spontan nach Lust und Laune zu entscheiden, welche Aufgaben sie als nächstes bear­beiten.

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment sorgt dafür, dass jede Aufgabe nur so viel Energie erhält, wie sie verdient!

Gegner #2 | Drin­gendes verdrängt Wichtiges

Dieser Gegner ergibt sich unmit­telbar aus der Fokus­sie­rungs-Illusion. Dringende, aber unwich­tige Aufgaben gelangen leichter in unseren Fokus, als wichtige, aber nicht dringende Aufgaben.

Die folgende Geschichte vom Säger zeigt, wohin das führt:

Zeitmanagement - die Geschichte vom SägerEin Spazier­gänger kommt an einem Mann vorbei, der gerade dabei ist, einen Baum zu zersägen. Der Säger sägt und sägt und sägt. Der Spazier­gänger sieht sofort, dass die Säge stumpf ist. Er spricht den Säger an:

«Ihre Säge ist ja total sumpf!»

Daraufhin der Säger:

«Ja ich weiß, aber ich muss fertig werden und habe deswegen keine Zeit, die Säge zu schärfen!»

Ganz schön dumm, oder?

Ich bin davon überzeugt, dass wir alle häufiger dieser Säger sind, als uns bewusst ist.

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment sorgt dafür, dass wir die wichtigen, aber nicht drin­genden Aufgaben recht­zeitig erledigen!

Gegner #3 | Unklar­heit

Vor jeder Handlung führt das Gehirn eine Simu­la­tion des entspre­chenden Verhal­tens durch, um fest­zu­stellen, wie wir uns fühlen würden, wenn wir die Handlung tatsäch­lich durch­führen würden. Bei positiven Gefühlen wird anschlie­ßend Moti­va­tion für diese Handlung erzeugt, und bei negativen Gefühlen wird die Durch­füh­rung der Handlung blockiert.

Wenn eine Handlung unkonkret oder abstrakt ist, kann sie nicht simuliert werden, was bedeutet, dass die Moti­va­tion ausbe­leibt.

Zeitmanagement - Aufgaben konkret formulieren (Geschenk)Mein Gehirn kann mich dazu moti­vieren, meiner Freundin Blumen zu kaufen, aber es wird mich nicht dazu moti­vieren können, ihr ein Geschenk zu kaufen. «Geschenk kaufen» ist nicht konkret genug. Streng genommen, kann man ein Geschenk nirgends kaufen, man kann nur Blumen, Bücher, Pralinen usw. kaufen.

Wenn eine Aufgabe unkonkret auf meiner To-Do-Liste steht, dann wird sich die Durch­füh­rung so lange verzögern, bis ich sie konkreter formu­liert habe.

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment sorgt schon im Vorfeld für Klarheit über die zu erle­di­genden Aufgaben!

Gegner #4 | Ein falsches Verständnis der Funk­ti­ons­weise des Menschen

Wir Menschen neigen unbewusst dazu, aus der Funk­ti­ons­weise von tech­ni­schen Geräten, mit denen wir regel­mäßig arbeiten, auf die Funk­ti­ons­weise des Menschen zu schließen. Etwas verein­facht gespro­chen, verwech­selte man den Menschen früher mit einer Dampf­ma­schine, während man den Menschen heute mit einem Computer verwech­selt.

Gehirnjogging - Kann es die Intelligenz steigern?Früher ging man davon aus, dass Menschen fast unun­ter­bro­chen in Fabriken und Berg­werken arbeiten können, während man heute noch häufig davon ausgeht, dass Menschen dazu in der Lage sind, Infor­ma­tionen dauerhaft zu speichern und Algo­rithmen exakt nach Vorgabe durch­zu­führen.

Tatsäch­lich deutet Vieles darauf hin, dass Menschen nicht einmal dazu in der Lage sind, dauerhaft länger als etwa fünf Stunden täglich effizient und konzen­triert zu arbeiten.

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment nimmt den Menschen so, wie er tatsäch­lich ist, anstatt so, wie man ihn gerne hätte!

Gegner #5 | Ein falsches Verständnis von Komple­xität

Dass wir nichts von Komple­xität verstehen, erkennt man daran, dass wir uns immer wieder darüber wundern, dass Groß­pro­jekte, wie zum Beispiel Stuttgart 21, BER und die Elbphil­har­monie, mehr Zeit und Geld verschlingen, als von den Verant­wort­li­chen veran­schlagt wurde.

Diese Tatsache sollte uns nicht wundern. Was uns wundern sollte, ist, dass wir uns immer wieder erneut darüber wundern. Nicht dieje­nigen Projekte, die «über­ra­schend» teurer werden und mehr Zeit verschlingen, sind Anomalien, sondern die Projekte, die genau nach Plan laufen. Wir alle werden ständig zu Opfern des soge­nannten Planungs­fehl­schlusses. Warum sollte es bei öffent­li­chen Projekten anders laufen?

Was auch immer wir tun, es können (und werden) immer unvor­her­ge­se­hene Dinge passieren. Unvor­her­ge­se­hene Dinge haben die Eigen­schaft, dass man sie nicht vorher­sehen kann.

(An dieje­nigen, die der Meinung sind, dass man Unvor­her­ge­se­henes einplanen  sollte: «Würdest du beim Hausbau von vorn­herein 20% extra bezahlen, ohne zu wissen, wofür das Geld genau bestimmt ist? Würdest du wollen, dass die Politiker so mit «deinen» Steu­er­gel­dern umgehen? Mir scheint es durchaus sinnvoll zu sein, dass Unvor­her­ge­se­henes erst im Nach­hinein abge­rechnet wird. Man sollte aber mit Unvor­her­ge­se­henem rechnen.)

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment sorgt dafür, dass uns Unvor­her­ge­se­henes nicht das Genick brechen kann!

Gegner #6 | Wir verwech­seln Arbeit mit Geschäf­tig­keit

Viele Menschen kennen das: Lieber tun wir irgend­etwas, als den Anschein zu erwecken, nichts zu tun zu haben. Über die Gründe lässt sich nur speku­lieren. Mir gefällt die Idee, dass wir dieses Verhalten in der Schule gelernt haben. In der Schule wurden wir weniger bestraft, wenn wir die Haus­auf­gaben falsch gemacht hatten, als wenn wir sie gar nicht gemacht hatten.

Ein gutes Zeit­ma­nage­ment verhin­dert Zeit­ver­schwen­dung durch sinnlose Geschäf­tig­keit!

Diese sechs Gegner können von Zeit­ma­nage­ment besiegt werden. Es gibt jedoch einen Gegner, an dem sich das Zeit­ma­nage­ment die Zähne ausbeißen wird: Einige Menschen ziehen ihren Selbst­wert aus der Tatsache, dass sie immer beschäf­tigt sind. Diese Menschen arbeiten nicht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern um zu arbeiten. Hier wird Zeit­ma­nage­ment vermut­lich nichts ausrich­tigen können, denn diese Menschen wollen niemals mit ihrer Arbeit fertig werden. Ihr Unter­be­wusst­sein wird Wege finden, das Zeit­ma­nage­ment zu sabo­tieren.

Die Methoden des Zeit­ma­nage­ments

Im Folgenden möchte ich die belieb­testen Prin­zi­pien und Methoden des Zeit­ma­nage­ments vorstellen. Das kann zunächst erschla­gend sein. Wir werden uns daher anschlie­ßend noch anschauen, wie man sie stress­frei imple­men­tieren kann.

Das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip ist eine Lösung für das Problem, dass wir zu Perfek­tio­nismus neigen. Es ist keine Methode im strengen Sinne, sondern ein Prinzip, das man beim Arbeiten immer im Hinter­kopf haben sollte.

Das Pareto-Prinzip verdeut­licht die Nicht­li­nea­rität des Nutzens von Arbeit (siehe das Schaubild). Es sollte uns dazu anregen, uns bei unseren Aufgaben zu fragen, an welchem Punkt das Kosten-Nutzen-Optimum erreicht ist.

Zeitmanagement Grundlagen und Methoden das Pareto Prinzip

Das Pareto-Prinzip | Perfek­tio­nismus lohnt sich häufig nicht, denn bei vielen Aufgaben ist der Nutzen des Einsatzes von Zeit nicht linear. Mit nur 20% des Aufwands können oft schon 80% der Ergeb­nisse erreicht werden. (Warnung: Manchmal ist Perfek­tio­nismus wichtig!)

Nehmen wir an, dass ich zehn Stunden benötige, um eine Aufgabe perfekt zu erledigen, zum Beispiel, um einen fehler­freien Blog­ar­tikel zu schreiben. Nach dem Pareto-Prinzip war mein Artikel schon nach etwa zwei Stunden relativ gut, sodass es unter Umständen besser gewesen wäre, wenn ich in den zehn Stunden fünf relativ gute Artikel geschrieben hätte, anstatt  einen perfekten Artikel. (Tatsäch­lich glaube ich, dass Perfek­tion bei Blog­ar­tikel keine schlechte Idee ist. Das Beispiel ist also nicht perfekt gewählt.)

Wenn du mehr erfahren möchtest, klicke hier, um zu meinem ausführ­li­chen Artikel über das Pareto-Prinzip zu gelangen. Dort gibt es passen­dere Beispiele und du erfährst, wann es sinnvoll ist, sich am Pareto-Prinzip zu orien­tieren, und wann du es lieber nicht tun solltest.

Die ABC-Analyse

Die ABC-Analyse stellt sicher, dass man wichtige Aufgaben nicht zu Gunsten von unwich­tigen Aufgaben vernach­läs­sigt.

Bei der ABC-Analyse werden drei Aufga­ben­typen unter­schieden:

  • sehr wichtige Aufgaben (A-Aufgaben).
  • wichtige Aufgaben (B-Aufgaben).
  • weniger wichtige Aufgaben (C-Aufgaben).

Das Ziel sollte darin bestehen, die meiste und beste Zeit des Arbeits­tages mit A-Aufgaben beschäf­tigt zu sein, während man sich für C-Aufgaben bewusst wenig Zeit nimmt und sie außerdem zu einer weniger produk­tiven Zeit erledigt. Wenn man es nicht schafft, alle Aufgaben zu bewäl­tigen, dann sind zumindest die wich­tigsten Aufgaben erledigt.

Das Eisen­hower-Prinzip

Wir Menschen neigen dazu, den drin­genden, aber nicht wichtigen Aufgaben die Vorfahrt vor den wichtigen, aber nicht dringen Aufgaben zu geben. Das Eisen­hower-Prinzip hilft uns dabei, diesen verbrei­teten Fehler zu vermeiden. So wird sicher­ge­stellt, dass wir nicht den gleichen Fehler begehen, wie der Säger aus der oben erzählten Geschichte.

Nach dem Eisen­hower-Prinzip (benannt nach Dwight D. Eisen­hower, dem 34. Präsi­denten der USA) werden alle Aufgaben einem von insgesamt vier Quadranten der soge­nannten Eisen­hower-Matrix zuge­ordnet (siehe Bild):

Zeitmanagement Grundlagen und Methoden die Eisenhower Matrix

Die Eisen­hower-Matrix | Sämtliche Aufgaben können einer von vier Kate­go­rien zuge­ordnet werden: (1) wichtig und dringend (2) wichtig, aber nicht dringend (3) nicht wichtig, aber dringend (4) nicht wichtig und auch nicht dringend. Ein gutes Zeit­ma­nage­ment zeichnet sich dadurch aus, dass man möglichst oft mit Aufgaben des zweiten Quadraten und möglichst wenig mit Aufgaben des dritten Quadranten beschäf­tigt ist.

  1. Wichtig und dringend
  2. Wichtig, aber nicht dringend
  3. Nicht wichtig, aber dringend
  4. Nicht wichtig und auch nicht dringend

Das Ziel besteht darin, möglichst viel Zeit mit Aufgaben des zweiten Quadranten (wichtig, aber nicht dringend) zu verbringen und möglichst wenig Zeit mit Aufgaben des dritten Quadranten (nicht wichtig, aber dringend) zu verschwenden. (Dass der vierte Quadrant tabu sein sollte – zumindest während der Arbeits­zeit – versteht sich von selbst.)

Im zweiten Quadranten arbeiten wir an unserem eigenen Wohl, während es im dritten Quadranten um die Probleme von anderen Menschen geht.

Achtung: Es geht hier nicht darum, ein egois­ti­sches Verhalten an den Tag zu legen. Es geht vielmehr darum, dass wir anderen Menschen bessere Dienste leisten können, wenn wir unser eigenes Leben im Griff haben. Im Flugzeug legen wir uns auch zuerst selbst die Sauer­stoff­maske an, bevor wir anderen Menschen dabei helfen, deren Masken anzulegen!

Wenn du mehr erfahren möchtest (kreative Anwen­dungs­bei­spiele etc.), dann solltest du dir meinen ausführ­li­chen Artikel über das Eisen­hower-Prinzip ansehen.

Die ALPEN-Methode

Mit der ALPEN-Methode kann der Tages­ab­lauf effizient, aber stress­frei geplant werden. Das Wort „ALPEN“ steht für die Anfangs­buch­staben der fünf Schritte:

Zeitmanagement Grundlagen und Methoden die ALPEN Methode

Die ALPEN Methode | Die ALPEN Methode dient der Tages­pla­nung. Aufgaben notieren – Länge abschätzen – Puffer­zeiten einplanen – Entschei­dungen treffen – Nach­kon­trolle durch­führen.

  1. Aufgaben notieren (Was ist zu tun?)
  2. Länge der Aufgaben abschätzen (Wie lange dauert es?)
  3. Puffer­zeiten einplanen (40% mehr Zeit einzu­planen hat sich bewährt)
  4. Entscheiden (Was erledige ich wirklich und was verwerfe ich?)
  5. Nachkon­trolle (Um aus Fehlern zu lernen)

Es macht Sinn, die Liste der Aufgaben (Schritt 1) schon am Vortag zu erstellen. So können sich unbe­wusste Prozesse in unserem Gehirn bereits damit beschäf­tigen, was sich dadurch bemerkbar machen wird, dass wir am nächsten Tag schneller in die Gänge kommen.

Die Pomodoro-Technik

Die meisten Menschen betrachten Pausen nicht als eine sinnvolle Aufgabe, sondern als eine unpro­duk­tive Unter­bre­chung ihrer Arbeit. Diese Vorstel­lung wird den Pausen nicht gerecht.

Pausen sind eine Inves­ti­tion mit positiver Rendite!

Dazu ein Beispiel:

Paul und Peter sind Zwil­lings­brüder, die parallel an ihren Bache­lor­ar­beiten schreiben. Um 8 Uhr morgens treffen sie sich, um gemeinsam in die Biblio­thek zu gehen. Am Nach­mittag um 17 Uhr machen sie sich wieder auf den Heimweg. (Von 12 Uhr bis 13 Uhr ist Mittags­pause.)

Peter sitzt fast durch­ge­hend vor seinem Rechner, weil er jede Minute nutzen möchte, um möglichst schnell fertig zu werden (ein Mindset, das viele Studenten haben). Paul hingegen arbeitet mit der soge­nannten Pomodoro-Methode: Alle 45 Minuten verlässt er seinen Arbeits­platz für 5 Minuten, um ein wenig durch die Gegen zu laufen. Nach jeweils zwei Stunden unter­bricht er seine Arbeit für eine Vier­tel­stunde. Peter wird am Abend ganze acht Stunden lang gear­beitet haben, während Paul nur sieben Stunden lang am Rechner saß.

Peter hat mehr gear­beitet. Aber wer hat mehr geschafft? Der Sieger wird Paul heißen. Wenn ich raten müsste, würde tippen, dass er 30–40% mehr Seiten geschrieben haben wird. Seine Note wird am Ende ebenfalls besser sein!

Viele Menschen betrachten Pausen als etwas, das sie für ihre Gesund­heit oder den Gesetz­geber tun. Dass sich Pausen positiv auf die Produk­ti­vität auswirken könnten, scheint unlogisch zu sein. Tatsäch­lich ist es aber so: Pausen erhöhen die Produk­ti­vität!

Die Schwie­rig­keit besteht darin, dass wir eine Pause genau dann am nötigsten haben, wenn wir am wenigsten daran denken, eine zu machen. Und genau deswegen wurde die Pomodoro-Methode entwi­ckelt, bei der man die Pausen mit Hilfe eines Timers oder Weckers im Voraus plant. (Wie die Pomodoro-Technik im Detail funk­tio­niert, erkläre ich in diesem Artikel.)

Wie man die Methoden nutzen sollte

Vermut­lich ist dir schon beim Lesen klar geworden, dass dein Zeit­ma­nage­ment nicht besser werden wird, wenn du alle Methoden gleich­zeitig nutzt.

Wer begriffen hat, worauf es bei den Methoden ankommt (die 6 Gegner des Selbst­ma­nage­ments), braucht sich nicht strikt an sie zu halten. Es gibt kein Natur­ge­setz, das uns vorschreibt, dass Pausen fünf Minuten dauern und in Abständen von 45 Minuten erfolgen müssen.

Passe die für dich sinn­vollste Zeit­ma­nage­ment­me­thode an deine persön­liche Situation an. Niemand kennt deine Aufgaben besser als du.

Zeit­ma­nage­ment im 21. Jahr­hun­dert

Die meisten der oben beschrie­benen Zeit­ma­nage­ment­tech­niken stammen aus dem letzten Jahr­hun­dert. Weder die Zeit noch der Mensch haben sich in der Zwischen­zeit maßgeb­lich verändert, wohl aber die tech­ni­schen Möglich­keiten.

Außerdem ist die Wissen­schaft ein gutes Stück voran­ge­kommen. Für meinen Geschmack wird der Mensch immer noch viel zu häufig mit einer Dampf­ma­schine oder einem Computer verwech­selt, aber wir kommen der wahren Natur des Menschen immer näher.

Worauf sollte man heute achten?

#1 | Der Mensch ist keine Insel

In vielerlei Hinsicht werden wir maßgeb­lich von unserer Umgebung beein­flusst. Auch wenn sie für das Bewusst­sein unbemerkt bleiben, können Klei­nig­keiten, wie zum Beispiel Farben oder die Wortwahl, einen großen Einfluss auf unsere Produk­ti­vität haben.

Der bekannte Psycho­loge und Autor Dan Ariely hat es folgen­der­maßen ausge­drückt:

«Wir haben nicht den Willen. Unser Wille wird in unserer Umgebung gemacht.»

In meinem Buch Erfolg durch Fokus und Konzen­tra­tion gehe ich tiefer in die Details und erkläre, wie man gezielt soge­nannte Auslö­se­reize einsetzen bezie­hungs­weise unschäd­lich machen kann, um ambi­tio­nierter, produk­tiver und weniger gestresst zu sein.

#2 | Auto­ma­ti­sieren und Dele­gieren

Noch vor wenigen Jahren musste man viele Aufgaben selbst erledigen, die man heute bequem dele­gieren und auto­ma­ti­sieren kann. Hier nur einige Beispiele für Dinge, die heute möglich sind:

  • Anstatt immer wieder die gleichen Fragen zu beant­worten, kann man ein Video mit dem Smart­phone aufnehmen, es kostenlos bei YouTube hosten und jedem, der die entspre­chende Frage stellt, einfach den Link schicken. (Ja, man kann es auch so machen, dass niemand sonst das Video finden kann.)
  • Anstatt sich mit Paint oder Photoshop einen abzu­bre­chen, kann man Logos, Grafiken und vieles weitere für eine Handvoll Dollar von echten Profis erstellen lassen. Eine Plattform für diese Art von Arbeiten ist Fiverr.
  • Einfache Aufgaben können bequem stun­den­weise an virtuelle persön­liche Assis­tenten abgegeben werden, ohne dass man dafür jemanden einstellen und sich um die entspre­chende Büro­kratie kümmern muss. Es gibt sogar schon eine Assis­tenten-KI (sogar aus Deutsch­land).
  • Über­set­zungen lassen sich ebenfalls an KIs dele­gieren. Diese Tools werden immer besser, und bis zu einem gewissen Grad arbeiten sie nicht nur in Echtzeit, sondern kostenlos. Die deutsche Über­set­zungs-KI DeepL soll um Längen besser sein als der Über­setzer von Google.

Gute Bücher über Zeit­ma­nage­ment:

Gary Keller – The One Thing (*)
Der Schwer­punkt dieses Buches liegt auf dem Prio­ri­sieren. Wie findet man die wich­tigste Aufgabe und orga­ni­siert sich so, dass man möglichst viel Energie in die Bear­bei­tung dieser Aufgabe stecken kann, ohne andere Aufgaben zu sehr zu vernach­läs­sigen?

Timothy Ferris – Die 4-Stunden-Woche (*)
Ferris beschreibt einige sehr kreative Ideen bezüglich der Auto­ma­ti­sie­rung und des Dele­gie­rens. (Nicht vom Titel des Buches täuschen lassen!)

Alex Soojung-Kim Pang – Pause (*)
Wie kann es sein, dass einige der produk­tivsten Menschen deutlich weniger als acht Stunden pro Tag gear­beitet haben. Das Buch gibt eine gute Antwort und zeigt, wie man es nach­ma­chen kann. (Hinweis: Der Mensch ist weder eine Dampf­ma­schine noch ein Computer.)

Übrigens: Mein Coaching-Programm 30-TAGE-MOTIVIERTER-FOKUS beruht auf den gleichen Prin­zi­pien. Es zeigt dir, wie du deine Produk­ti­vität steigern kannst, indem du weniger arbeitest.

Mein Buch Erfolg durch Fokus und Konzen­tra­tion (*)
Ein gutes Zeit­ma­nage­ment ist wichtig. Noch wichtiger ist es, sich auf das, was man gerade tut, konzen­trieren zu können, ohne abzu­schweifen oder abgelenkt zu werden. Wie man das hinbe­kommt, erkläre ich in meinem Buch.

Ich wünsche viel Erfolg!
Jan

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

Dr. Jan Höpker

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