Die Macht der Prin­zi­pien – Der Milli­ardär Ray Dalio packt aus

Das Geheimnis seines Erfolges - Ein Milliardär packt ausKürzlich gab es bei Brid­ge­water Asso­ciates ein 123-seitiges pdf-Dokument zum kosten­losen Download. Autor war einer der reichsten Menschen der Erde: Ray Dalio.

Mitt­ler­weile gibt es die «Princi­ples» nicht mehr zum kosten­losen Download, sondern in gedruckter Form und fast 600 Seiten stark: Princi­ples: Life and Work (*).

Ray Dalio (Jahrgang 1949) wurde als Sohn eines Jazz­mu­si­kers im New Yorker Stadtteil Queens geboren. 1975 gründete er die Hedgef­londs-Manage­ment Firma Brid­ge­water Asso­ciates.

Heute steht Dalio mit einem Vermögen von über 15 Milli­arden US-Dollar auf Platz 60 der Forbes-Liste. In seinem kosten­losen Dokument verrät uns Dalio die Geheim­nisse seines Erfolges: Seine Prin­zi­pien.

Dalio´s Prin­zi­pien erinnern ein wenig an die 10 Gebote aus der Bibel: Es sind einfache Handlungs- und Denk­an­wei­sungen. Insgesamt enthält das Dokument mehr als 200 dieser Prin­zi­pien.

Dalio selbst definiert seine Prin­zi­pien als Binde­glieder zwischen seinen persön­li­chen Werten und seinen Taten. Sie helfen ihm also dabei, in Einklang mit seinen Werten zu leben.

Im Folgenden habe ich die wich­tigsten Punkte aus dem Dokument für dich übersetzt und zusam­men­ge­fasst.

Ray Dalios Defi­ni­tion von Erfolg

Erfolg­reich ist derjenige, der das bekommt, was er haben möchte. Was genau das ist, entscheidet jeder selbst.

Wichtig ist, dass man sich Klarheit darüber verschafft, was man haben (oder sein) möchte und, dass man heraus­findet, wie man dieses Ziel erreichen kann.

Persön­liche Evolution ist in Dalio´s Augen die größte Leistung und gleich­zeitig die beste Belohnung.

Die lebens­lange Lernkurve

Probleme entstehen immer dann, wenn Fehler gemacht werden. Wer die wenigsten Fehler macht ist am erfolg­reichsten.

Wer die steilste Lernkurve hat macht auf Dauer die wenigsten Fehler.

Dalio´s Prin­zi­pien helfen ihm auf zweierlei Weise: Zum einen helfen sie ihm dabei Fehler zu vermeiden und außerdem sorgen sie für eine steile persön­liche Lernkurve.

Pool

Die wich­tigsten Unter­schiede zwischen gewöhn­li­chen Menschen und Menschen die Ray Dalio’s Prin­zi­pien (princi­ples) befolgen

An mehreren Stellen des Doku­mentes geht Dalio auf Hand­lungen und Einstel­lungen gewöhn­li­cher Menschen ein, die seiner Meinung nach verbes­sert werden könnten.

#1 | Falsche Glau­bens­sätze, die nicht überprüft werden

Gewöhn­liche Menschen über­prüfen ihre Glau­bens­sätze entweder gar nicht oder nicht oft genug.

Eine der größten Quellen gesell­schaft­li­cher Probleme sind Menschen mit nicht zutref­fenden Theorien über andere Menschen.

Diese falschen Theorien werden in der Regel nicht dadurch überprüft, dass mit den entspre­chenden Menschen darüber gespro­chen wird.

Dalio´s Prin­zi­pien sind keine Glau­bens­sätze. Seine Prin­zi­pien beruhen auf bewie­senen Theorien und werden zudem ständig hinter­fragt und überprüft.

#2 | Erfolg­reiche Menschen opti­mieren ihre Lernkurve. Gewöhn­liche Menschen über­lassen ihre Lernkurve dem Zufall

Erfolg­reiche Menschen sind deswegen erfolg­reich, weil sie ihre Schwächen und Fehler syste­ma­tisch analy­sieren und Wege finden, diese zu umgehen.

Der erste Schritt dazu ist das Einge­stehen von Fehlern und Schwächen.

Um erfolg­reich zu werden, also genau das vom Leben zu bekommen, was man haben möchte, muss man ein Hyper­rea­list werden.

Erfolg­reiche Menschen haben ein tieferes Verständnis der Realität als Durch­schnitts­men­schen.

Für eine steile Lernkurve ist es uner­läss­lich, die soge­nannte Ego-Barriere zu über­winden

Das eigene Ego hält die meisten Menschen davon ab, über ihre Schwächen zu reflek­tieren.

Für Erfolg und Glück im Leben ist es aber wichtig, sich selbst und seine Werte und Fähig­keiten zu kennen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Die meisten Menschen hassen es, wenn andere Menschen sie auf Fehler oder Schwächen hinweisen

Sie fühlen sich persön­lich ange­griffen. Es ist aber besonders wichtig, sich von anderen helfen zu lassen.

Es ist nämlich sehr schwierig, die eigenen Schwächen selbst zu entdecken. Andere Menschen können das besser, denn sie sehen uns objek­tiver als wir uns selbst sehen.

Die meisten Menschen mögen es auch nicht, anderen Menschen dabei zu helfen, Schwächen zu finden. Hinter ihrem Rücken darüber zu reden macht ihnen aber nichts aus.

Unterm Strich helfen sich gewöhn­liche Menschen also nicht wirklich gegen­seitig dabei, sich zu verbes­sern. Ray Dalio´s Ansicht nach handelt es sich hierbei mögli­cher­weise um das größte Problem der Mensch­heit überhaupt.

Fehler sind unver­meid­lich und es ist wichtig, diese Tatsache zu erkennen und zu akzep­tieren. (Ray Dalio)

#3 | Erfolg­reiche Menschen haben ein anderes Verständnis von gut und schlecht als gewöhn­liche Menschen

Gewöhn­liche Menschen verwenden das Konzept von gut und schlecht (oder gut und böse) aus einer egozen­tri­schen Perspek­tive: Alles was ihnen hilft ist gut und das was ihnen schadet ist schlecht.

Dalio verwendet einen anderen Bezugs­punkt: Die Natur­ge­setze.

Hand­lungen, die im Einklang mit den Natur­ge­setzen stehen sind gut und Hand­lungen, die den Natur­ge­setzen wider­spre­chen sind schlecht.

Um möglichst oft gut zu handeln muss man die Natur­ge­setze möglichst gut verstehen.

Dies ist einer der Gründe, warum erfolg­reiche Menschen so viel lesen. Sie schärfen ständig ihr Bild der Realität.

Wer sich auf Natur­ge­setze, anstatt auf persön­liche Ergeb­nisse bezieht, elimi­niert außerdem die Einflüsse des Zufalls.

Nach Dalio´s Defi­ni­tion von gut und schlecht kann eine Handlung, die zu einer persön­li­chen Nieder­lage führt durchaus gut sein.

Das gleiche gilt umgekehrt auch für schlechte Hand­lungen, die zu guten Ergeb­nissen führen.

#4 | Erfolg­reiche Menschen wissen, dass Reichtum durch Geben entsteht. Gewöhn­liche Menschen glauben, dass Reichtum dadurch entsteht, dass man Reichtum direkt anstrebt

Reichtum entsteht wenn man der Gesell­schaft das gibt, was die Gesell­schaft haben will (was die Gesell­schaft haben will ist nicht unbedingt identisch mit dem, was der Gesell­schaft gut tun würde).

Je reicher ein Mensch ist, umso mehr hat er der Gesell­schaft gegeben

Es gibt keine Korre­la­tion zwischen der Sehnsucht nach Reichtum und dem tatsäch­lich erlangten Reichtum.

Man wird also nicht dadurch reich, dass man Reichtum direkt anstrebt, sondern dadurch, dass man die Bedürf­nisse der Gesell­schaft befrie­digt.

Im Großen und Ganzen wird dir das Leben das geben, was du verdienst und es inter­es­siert sich nicht dafür, was deine Wünsche sind. (Ray Dalio)

#5 | Erfolg­reiche Menschen haben ein anderes Verhältnis zu Problemen als gewöhn­liche Menschen

Erfolg­reiche Menschen machen es sich zur Aufgabe, Problem zu iden­ti­fi­zieren. Die meisten gewöhn­li­chen Menschen machen das nur ungerne.

Lieber igno­rieren sie Probleme oder reden sie sich schön.

Erfolg­rei­chen Menschen freuen sich teilweise sogar darüber, Probleme entdeckt zu haben

Probleme bieten ihnen nämlich die Chance, etwa zu lernen und sich zu verbes­sern.

Wichtig ist, dass man sachlich bleibt, so präzise wie möglich vorgeht und Symptome nicht mit Ursachen verwech­selt.

Je genauer man ein Problem benennen kann, umso einfacher ist es, eine Lösung zu finden.

Es ist hilfreich, beim Iden­ti­fi­zieren eines Problems noch nicht über die Lösung nach­zu­denken. Auf diese Weise wird die Diagnose effek­tiver.

Gewöhn­liche Menschen haben die Ange­wohn­heit, nach dem Erkennen eines Problems direkt (innerhalb von Milli­se­kunden) an eine Lösung zu denken, ohne die erfor­der­li­chen Stunden in die saubere Diagnose und die Konstruk­tion einer Lösung zu inves­tieren.

Dies führt typi­scher­weise zu schlechten Entschei­dungen, die das Problem nicht lösen.

Erfolg­reiche Menschen suchen die echten Ursachen an der Wurzel des Problems

Bei der Fehler­suche, fahndet Dalio nach dem Prinzip, welches den Fehler verur­sacht hat.

Fehler­hafte Prin­zi­pien werden immer wieder Fehler verur­sa­chen. Es lohnt sich also, diese zu iden­ti­fi­zieren und zu korri­gieren. Es ist eine Inves­ti­tion in die Zukunft.

Man kommt seinem Ziel dadurch näher, dass man Probleme aus dem Weg räumt. Das Ausräumen von Problemen ist keine lästige Verzö­ge­rung. Es ist Fort­schritt.

Landhaus

Fünf häufige Wegga­be­lungen und wie man den richtigen Weg findet

#1 | Schmerzen vs. keine Schmerzen

Wenn man Schmerz spürt, ist man an einem wichtigen Punkt im Entschei­dungs­fin­dungs­pro­zess angelangt.

Es wäre ein Fehler, sich von vom Schmerz davon abhalten zu lassen, die richtige Entschei­dung zu treffen.

Wer erfolg­reich sein möchte, muss lernen, seine Schmerzen zu managen.

(«Schmerz» ist ein ziemlich hartes Wort. Wer möchte, kann es durch «Unwohl­sein» ersetzen)

#2 | Der Realität ins Auge sehen vs. Wunsch­denken

Es ist ein Fehler, die Augen vor der harten Realität zu verschließen. Menschen neigen dazu, die Realität mit Hilfe von Wunsch­denken zu verschö­nern.

Dies führt zu einem verzerrten Bild der Realität und behindert den Lern­pro­zess. Frage dich regel­mäßig: ist das wirklich wahr?

#3 | Die beste Entschei­dung treffen vs. sich davon leiten lassen, was andere Menschen denken könnten

Erfolg­reiche Menschen kümmern sich nicht so sehr darum, wie sie für andere erscheinen. Gewöhn­liche Menschen tun das aber. Dieses irra­tio­nale Verhalten liegt oft am Spotlight-Effekt.

Außerdem liegt dem ein falscher Glau­bens­satz zugrunde: Wir glauben, dass erfolg­reiche Menschen die Antworten auf alle Fragen haben müssen. Dies ist aber ein Trug­schluss. Menschen, die die besten Entschei­dungen treffen, sind sich ihren Wissens­lü­cken sehr wohl bewusst.

#4 | Beste Lösungen vs. erstbeste Lösungen

Erfolg­reiche Menschen beachten nicht nur die direkten Konse­quenzen ihrer Hand­lungen, sondern auch die sekun­dären Konse­quenzen, also die Konse­quenzen der Konse­quenzen aus den Hand­lungen. Erfolg­reiche Menschen suchen nicht nach der erst­besten funk­tio­nie­renden Lösung, sondern nach der besten Lösung.

#5 | Verant­wor­tung über­nehmen vs. anderen die Schuld geben

Erfolg­reiche Menschen übernehme selbst die Verant­wor­tung. Sie machen nicht andere Menschen oder Situa­tionen für ihr Scheitern verant­wort­lich.

Ich wünsche viel Erfolg!
Jan

Dr. Jan Höpker - Foto Autorenbox

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5 Antworten auf Die Macht der Prin­zi­pien – Der Milli­ardär Ray Dalio packt aus

  1. Benno sagt:

    Ich glaube, der 1. Punkt über falsche Glau­bens­sätze macht extrem viel aus, insbe­son­dere dann, wenn es um Geld geht. Denn wenn wir nur in bestimmten Mustern denken, dann haben wir überhaupt nicht die Chance, die Möglich­keiten zu erkennen, die oft außerhalb unserer Comfort-Zone liegen.
    Toller Artikel :)
    Viele Grüße
    Benno

    • Jan sagt:

      Hallo Benno,

      vielen Dank für den Kommentar und für das Lob. Ich denke auch, dass die Glau­bens­sätze im Grunde das Haupt­pro­blem sind. im Prinzip sind alle anderen «Probleme» ja auch nur falsche Glau­bens­sätze.

      Viele Grüße,
      Jan

  2. Pingback: idealkraft Wochenschau – KW 34/2015 » idealkraft

  3. Jonas sagt:

    Hey Jan,

    vielen Dank für die Zusam­men­fas­sung (und die Verlin­kung auf meinen Blog).

    Eine Sache verwun­dert mich aller­dings. Wer die wenigsten Fehler macht, ist am erfolg­reichsten? Ist es nicht viel mehr so, dass wir haupt­säch­lich durch Fehler dazu­lernen? (Failing forward)

    Wie sagte noch Thomas Wayne, ebenfalls ein Milli­ardär, zu seinem Sohn?
    «Und warum fallen wir, Bruce? Damit wir lernen, uns wieder aufzu­r­ap­peln.»

    • Jan sagt:

      Hallo Jonas,

      gute Frage. Ich glaube es hängt auch ein wenig davon ab, wie man Fehler definiert. Wer sich weigert, Fehler zu machen (und somit nicht aus seinen Fehlern lernen kann), begeht in gewisser Weise doch auch jedes Mal einen Fehler wenn er sich dem Fehler­ma­chen verwei­gert.

      Beim Poker definiert man einen Fehler verein­facht gesagt ja auch als ein Abweichen vom optimalen Spielzug. Wenn Fehler machen (um daraus zu lernen) auch im echten Leben der optimale Spielzug ist, dann würde man jedes Mal einen Fehler machen wenn man versucht (lehr­reiche) Fehler zu vermeiden.

      Das war jetzt viel­leicht etwas umständ­lich erklärt. Hoffent­lich versteht man was ich meine.

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